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Mindset der Finanzkrise 2007 - 2009 by www.blicklog.com Status: 3.09.2011 by Mind Map: Mindset der Finanzkrise 
2007 - 2009
by www.blicklog.com
Status: 3.09.2011
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Mindset der Finanzkrise 2007 - 2009 by www.blicklog.com Status: 3.09.2011

HB: Subprime-Krise: Warum hat niemand die Krise kommen sehen? (20.1.09): Wer die  Subprime- Krise verstehen will, muss verstehen, warum Banken, Ratingagenturen und  Investoren so kalt von  den steigenden Zahlungsausfällen bei Subprime-Hypotheken  überrascht wurden. Vier Ökonomen  der US-Notenbank haben daher die Krise nachgespielt  –  und kommen zu einem erstaunlich klaren  Ergebnis. Time: 25 People to Blame for the Financial Crisis (12.2.09) Die Fehler der Finanz-Alchemisten: Über Jahrhunderte war es ein Menschheitstraum, Blei in  Gold zu verwandeln. Woran die Alchemisten verzweifelten, schien in den Neunzigern den  Wall-Street-Bankern zu gelingen. Sie schufen neue, hochkomplexe Finanzprodukte und  verursachten damit die Weltwirtschaftskrise. Lesen Sie, wie die Finanz-Alchemisten  vorgingen – und woran sie scheiterten. Beitrag bezieht sich auch auf Harvard Business  School: The Economics of Structured Finance, Working Paper 

Agency Probleme/ Opportunismus

Unter Opportunismus  versteht Williamson die  Verfolgung des  Eigeninteresses unter  Zuhilfenahme von  List. Das  schließt  krassere  Formen ein, wie  Lügen, Stehlen  und Betrügen,  beschränkt sich  aber  keineswegs auf  diese. Häufig  bedient sich der  Opportunismus  raffinierterer  Formen der  Täuschung.  

Moral Hazard

Risknet: Moral Hazard und Verhaltensrisiken als Ursachen der Finanzkrise (2.3.09): Warum horten Banken trotz der Politik des “billigen Geldes” ihre Liquidität? Um die Wirkungen einer Strategie am Finanzmarkt abzuschätzen, muss man wissen, dass Entscheidungen von Opportunitäten, Präferenzen und Einschätzungen abhängen. Bei der Strategie des “billigen Geldes” schätzen die Notenbanken die Konsequenzen wohl richtig ein: Wird der Finanzmarkt geflutet, gibt es keinen Grund, dass Banken ihre Liquidität horten. Die Subprime-Krise zeigt: Diese Hypothese ist falsch. In der Statistik spricht man von einem Fehler 2. Art. Nassim Nicholas Taleb (Working Paper): Too Big to Fail, Hidden Risks, and the Fallacy of Large Institutions (2.5.09): TP: Scheinenteignung (9.3.09): Der Korruptionsforscher Werner Rügemer über unbekannte Gläubiger, maßgeschneiderte Gesetze und Sonderrechte für Manager. FAZ: „Finanzsektor maßlos aufgebläht“ - Das „Wunder“ der Banker (30.8.10): Durch riskantes Vorgehen erreichten Banker rasendes Wachstum und steigende Renditen. Dies kritisieren Ökonomen in einer neuen Studie der Bank of England. Der wirkliche Beitrag des Sektors zum Wohlstand werde demnach weit überschätzt. Hier das Kapitel zum Moral Hazard an den Finanzmärkten Chapter 10: Will the politics of global moral hazard sink us again? Peter Boone and Simon Johnson

listige Ausnutzung von Gelegenheiten, Vermögensverwaltungen, geplante Innovationsverhinderung

Täuschung/Betrug/Korruption, Madoff, Stanford, Weitere, Fannie Mae, Countrywide, JP Morgan, Goldman Sachs, Abacus, Rating Agenturen, Übersicht 9 weiterer Fälle

Fluss der Vermögensanlage

keine Aufklärung über Emittentenrisiko, Lehman-Anleihen, ABS-Fonds

Kalkulation mit Bailout

Assymmetrische Informationen und Komplexität

Zudem verstärkt eine Zwischenschaltung von  Zweckgesellschaften als  zusätzliche Intermediäre oft  die Undurchsichtigkeit der Finanzprodukte.  Da  außerdem die von den Zweckgesellschaften  gehandelten derivativen  Kreditprodukte häufig  gesondert auf die Bedürfnisse einzelner  Geschäftspartner abgestellt wurden (so genannte Over- The-Counter- Transaktionen, OTC), waren diese Titel  von anderen Marktteilnehmern  kaum zu bewerten. Die  Konstruktion der Zweckgesellschaften konnte  den  resultierenden negativen Anreizeffekten nur teilweise  entgegenwirken. Sie refinanzierten sich zwar – ähnlich  wie Banken mit  Sichteinlagen – kurzfristig durch die  Ausgabe von Geldmarktpapieren.  Aber die mittel- und  unmittelbaren Haftungszusagen der Eignerbanken  waren aus den bereits angeführten Gründen  unzureichend, um genügend  Anreize zur Überwachung  der Geschäftsaktivitäten von  Zweckgesellschaften zu  bieten. Institut für Wirtschaftsforschung Halle, Die  Weltfinanzkrise im Spiegel  der Konjunkturprognosen  des IWH, in: Themenheft: Weltfinanzkrise,  31.3.09, S.  15 f.   Die Produktentwickler der Banken versprachen, diesen  scheinbar  unlösbaren Konflikt zwischen Rendite und  Sicherheit durch die Technik  der Verbriefung und der  Strukturierung aufzulösen - das klingt nach  moderner  Finanzalchemie. Wie funktionierte das? Über die Verbriefung werden nicht handelbare Kredite  in Form eines  Wertpapiers handelbar gemacht. Eine  Bank "verpackt" die von ihr  vergebenen Kredite in ein  Wertpapier und verkauft Anteile an diesem  Wertpapierportfolio an institutionelle Investoren wie  Versicherungen  oder Investmentfonds. Dieses  Verfahren stellte eine revolutionäre  Neuerung dar,  denn traditionell hielten die Banken gewährte Kredite  über die gesamte Laufzeit haftend in ihrer Bilanz. Jetzt  verkaufte die  Bank stattdessen die von ihr vergebenen  Kredite an Nicht-Banken, was  vier Folgen hatte: ?  Erstens erhielten die Banken dadurch neue liquide  Mittel, mit denen weitere Kredite vergeben werden  konnten. ? Zweitens  verdienten die mit der Verpackung  der Kredite und dem Weiterverkauf  befassten  Investmentbanken attraktive Gebühren. ? Drittens  wurden die  Kredite nun von Institutionen gehalten, die  keine Banken sind und nicht  der staatlichen  Bankenaufsicht und -regulierung unterlagen. ?  Viertens  regte die rasche Weitergabe des Kreditrisikos  eine zunehmend  sorglosere Kreditgewährung an. In Wertpapiere wurden naturgemäß vor allem solche  Kredite verpackt,  die ein relativ hohes  Kreditausfallrisiko hatten, und die Käufer bekamen  als  Ausgleich dafür relativ hohe Zinszahlungsversprechen.  Das  allerdings begrenzte den Kreis der Abnehmer,  denn viele Investoren (z.B.  Versicherungen und  Pensionsfonds) dürfen aufgrund gesetzlicher  Vorgaben  nicht in riskante Papiere investieren. Wie kann man  solchen  Investoren riskante Papiere verkaufen? Diese finanzmarkttheoretische Quadratur des Kreises  ermöglichte die  Technik der Strukturierung. Die  Kreditpakete, welche die Banken mittels  Verbriefung  verkauften, wurden in verschiedene Risikoklassen,  sogenannte Tranchen, aufgeteilt. Statt das  Ausfallrisiko einzelner  Kredite gleichmäßig auf alle  Anteilseigner eines verbrieften  Kreditportfolios zu  verteilen, wurde eine Hierarchie der Risikoübernahme   geschaffen: Käufer der untersten Tranche ("Equity")  tragen sämtliche  Verluste, bis diese Tranche komplett  aufgezehrt ist. Weitere Verluste  werden der  nächsthöheren Tranche ("Mezzanine") angelastet; die  dritte  Tranche ("Senior") ist folglich erst betroffen,  wenn auch die zweite  Tranche aufgezehrt ist. Bevor es  für die Besitzer der oberen Tranche  gefährlich wird,  muss also eine sehr große Menge an Krediten  ausgefallen sein - ein Szenario, das man für  unwahrscheinlich hielt. Mit  Hilfe dieser Technik  wurden aus einem Portfolio von relativ riskanten  Krediten bis zu 97 Prozent Wertpapiere "gezaubert", die  als sehr sicher  oder sicher eingestuft wurden. Die  Quadratur des Kreises war perfekt:  Man hatte riskante  Wertpapiere in sichere Investments verwandelt, oder  wie es der Sachverständigenrat zur Begutachtung der  gesamtwirtschaftlichen Entwicklung formulierte: Aus  "Landwein" wurde  "Qualitätswein". Hanno Beck/Helmut Wienert, Anatomie der  Weltwirtschaftskrise:  Ursachen und Schuldige, in: Aus  Politik und Zeitgeschichte, 20/2009. Die Krise hat das verzerrte Anreizgefüge für  Verbraucher,  Finanzspezialisten und Ratingagenturen  offengelegt. Zunächst spielte  eine Rolle, dass sich die  Verbraucher zu wenig um ihre  Finanzgeschäfte  gekümmert haben. Wer kennt schon die Bilanzen  seiner Hausbank oder weiß über die Finanzlage der  Unternehmen, an  denen er über Aktien beteiligt ist  oder  in deren Schuldtitel er investiert  hat, Bescheid.  Ein  weiterer Faktor ist das allgemein geringe  Finanzwissen  der Bevölkerung. In ihrer Unwissenheit  und da ja  finanzielle Aufsichtsstrukturen existierten,  setzten die  Finanzkunden  die Komplexität des  Systems  fälschlicherweise mit dessen  Ausgereiftheit  gleich und  gingen einfach davon aus, dass ihre  Anlagen  sicher  waren, weil ja jemand anders  aufpasste – ein  vertrauenswürdiger Manager, ein  Aktienanalyst,  eine  Ratingagentur oder eine  staatliche Stelle.  Doch das war  keineswegs der Fall.  Das System, auf  dessen Ausgereiftheit und  Sicherheit die  Verbraucher gutgläubig setzten,  war in  Wirklichkeit in unverantwortlicher  Weise  komplex und  undurchsichtig. Quelle: BIZ 79. Jahresbericht, Teil I Olivier J. Blanchard, The Crisis: Basic Mechanisms, and Appropriate  Policies(29.12.08, pdf): The purpose of this lecture is to look beyond the  complex events that characterize the global financial and economic  crisis, identify the basic mechanisms, and infer the policies needed to  resolve the current crisis, as well as the policies needed to reduce the  probability of similar events in the future.    

Zitronen

Risiken, Banken

Zweckgesellschaften

Over-The-Counter-Transaktionen

mangelnde Information der Kunden

Komplexität

Bilnanzierungstricks, Dokumentation: Lehman, Bilanztricks und Repo 105

Interessenkonflikte

"Gier"

Spiegel: Schuld und Sühne (16.2.09): Die Gier lebt weiter: Weltweit verteilen  die Banken Milliarden  an Boni, obwohl sie gigantische Verluste erwirtschaften  und auf die Hilfe des Staates angewiesen  sind. Dabei war es gerade dieses  System der Selbstbedienung, das die Finanzkrise mitverursacht hat. FAZ: Investmentbanker sind verlogene Selbstdarsteller (8.3.09): Anne T. ist das Pseudonym einer  Frau, die zehn Jahre als Derivatebrokerin gearbeitet hat. In ihrem Buch schreibt sie über die  grenzenlose Gier nach den Boni, die Lust am Risiko und die Exzesse der Branche. Forbes: A ‘Bankrupt’ Financial System (7.3.09): Prof. Jay Cristol sieht die Ursache der Finanzkrise  in dem auf Bankrott ausgerichteten US-Finanzsystem: “Gier und Dummheit in der Banken- und  Kreditkartenindustrie konnten sich ungehindert ausbreiten.” So hätten früher die Banker bei der  Vergabe von Darlehen darauf geachtet, dass die Darlehensnehmer diese auch zurückzahlen konnten.

nicht zielkonforme Geschäftspolitik

spekulative Exzesse, Rausch

Bonusregelungen

individuelle Nutzenmaximierung ohne Kooperation

Machtspiele

Lobbyismus

Nutzung der Netzwerke

mangelnde Verantwortungsethik

zurückgehende Fairness

hat zu Gefangenendilemma geführt

NZZ: Geschäftsbanken in Gefangenschaft (5.4.08): Die Erkenntnisse der  Spieltheorie liefern eine gute Erklärung für die derzeitigen Probleme  am Interbankenmarkt. In der gegenwärtigen Finanzkrise verhalten sich  Geschäftsbanken nach einer Logik, die in der Spieltheorie als  Gefangenen-Dilemma bezeichnet wird. Die Autoren des folgenden  Beitrags suchen nach einem möglichen Ausweg aus dieser verfahrenen  Situation.

Vertrauensstörungen

Spiegel: Der Jahrhundert-Fehler” Wie die Pleite einer einzigen Bank die  Weltkrise auslöste (9.3.09): Warum finden die Finanzmärkte – trotz  billionenschwerer staatlicher Schutzschirme – nicht zurück zur Normalität? Weil  die Pleite der New Yorker Bank Lehman Brothers das Vertrauen zwischen den  Banken ruiniert hat und die Welt kollabieren ließ. Die Geschichte eines  Jahrhundertfehlers.

Anreizproblematik durch implizite Versicherung

Es wird noch beträchtliche Zeit dauern, bis der Steuerzahler von allen  expliziten Verpflichtungen und Risiken befreit ist, die er zur Stützung  des Systems eingegangen ist. Doch selbst wenn der Rückzug aus den  Stützungsprogrammen gelingt: Die implizite Versicherung und  Bestandsgarantie für Finanzinstitute, die wesentlich zu den  verzerrten Anreizen im privaten Sektor beigetragen haben, sind  bedeutender als je zuvor. Nach dem Zusammenbruch von Lehman Brothers ist es nur noch  schwer vorstellbar, dass sich die Politik dem Vorwurf aussetzen wird,  sie hätte nicht alles versucht, die Ansteckungseffekte durch die  Insolvenz eines großen Instituts zu verhindern. Durch die  Rettungsmaßnahmen sind noch größere Banken entstanden, die in  einer Schieflage noch bedeutsamere Ansteckungseffekte auslösen  würden. Selbst kleine und nur schwerlich als systemisch einzustufende  Institute wie die IKB sind gerettet und als systemisch deklariert worden.  Finanzinstitute wie die Landesbanken, deren Geschäftsmodell zu  unsolidem Verhalten einlädt, bestehen weiter. Aus diesen Gründen hat sich das fundamentale Anreizproblem, das  die Beziehung zwischen Staat und Finanzinstituten bestimmt, weiter  verschärft. Dieses Anreizproblem lässt sich kurz wie folgt beschreiben:  Aufgrund der zentralen Bedeutung von Finanzinstituten für die  Gesamtwirtschaft ist es für die Vertreter des öffentlichen Interesses nur  schwerlich möglich, sich glaubwürdig an eine Politik zu binden, die eng  vernetzte Finanzinstitute mit hohem Verschuldungsgrad den  „Sanktionsmechanismen“ des Markts oder der Regulierungsinstanzen  aussetzt. Der Staat sieht sich mit einem Zeitinkonsistenzproblem ähnlich dem der Geldpolitik konfrontiert. Um Finanzinstitute ex ante  mit Anreizen zu versehen, die Aufnahme von Risiken im Aufschwung  im Rahmen zu halten, müsste er glaubwürdig versichern, dass  Probleme infolge überhöhter Risikoaufnahme mit einer Schließung oder  zumindest Umstrukturierung des verursachenden Instituts einhergehen  würden. Sobald jedoch Probleme auftauchen, kann er sein  ursprüngliches Versprechen nicht einlösen. Ex post erscheint es immer  optimal, systemische Effekte zu vermeiden, eine Rettung  durchzuführen und zumindest die Fremdkapitalgeber ungeschoren  davon kommen zu lassen. Dies antizipierend gehen Finanzinstitute Risiken in einem  Ausmaß ein, welches das gesamtwirtschaftlich  wünschenswerte Maß übersteigt. Mit der Ausdehnung der Bilanzen  und Bilanzrisiken steigt aber genau jenes systemische Risiko, das der  Hauptgrund für die mangelnde Fähigkeit des Staates ist, die Haftung  wirken zu lassen. Die Gefahren, die mit einem ex post konsequenten  Umgang mit Finanzinstituten verbunden wären, werden dadurch immer  größer: Es kommt zu Dominoeffekten etwa durch den Ausfall von  Gegenparteien. Selbst wenn solche Ausfälle zunächst ausbleiben,  können weitere indirekte Ansteckungseffekte auftreten. In der Tat  haben solche indirekten Ansteckungseffekte über die Austrocknung  von Refinanzierungsmärkten und den Anstieg von  Bewertungsunsicherheiten in der aktuellen Krise die wohl größere Rolle  gespielt. Doch die Gefahr von Ansteckungseffekten ist nicht der alleinige  Grund, weshalb Aufsichtsbehörden in einer Krise meist zu einem  wenig konsequenten Durchgreifen neigen. Zwei weitere Probleme  treten auf. Zum einen können sich sowohl die Regulierungsinstanzen  wie auch die Finanzinstitute in einer Krise immer auf die Position  zurückziehen, dass es gar nicht das eigene Fehlverhalten im Vorfeld  der Turbulenzen, sondern die Krise selbst ist, die die Probleme  verursacht. Zum anderen herrschen in diesem Zusammenhang  Rechtsunsicherheiten: Wird ein Institut aufgrund einer Herabsetzung  des Werts seiner Aktiva abgewickelt, werden im Nachhinein  Beschwerden der betroffenen Eigen- und Fremdkapitalgeber nicht  ausbleiben. Man spricht von unvollständigen Verträgen: Die  Bedingungen, unter denen eine Abwicklung oder Restrukturierung von  Finanzinstituten vorgenommen werden soll, können meist nicht  zeitnah von Gerichten überprüft werden. So ergibt sich die Möglichkeit  für Rückverhandlungen von Seiten des angeschlagenen Instituts, die  ein wesentliches Element des in der Politik inzwischen geflügelten  Worts des Erpressungspotenzials systemischer Institute darstellt. Entscheidend verschärft wird das Problem mangelnder  Disziplinierung, wenn politökonomische Motive sowie das enge  Beziehungsgeflecht zwischen einzelnen Finanzinstituten und der Politik  berücksichtigt werden. Besonders offensichtlich wird dies im Fall von  Finanzinstituten, die sich ganz oder teilweise in staatlicher Hand  befinden. Die Schließung oder Umstrukturierung einer Landesbank oder  Sparkasse hat eben nicht nur negative Wohlfahrtseffekte, sondern birgt auch erhebliche politische Kosten für die betroffenen  Landes- und Kommunalpolitiker. Ähnlich verhält es sich mit privaten  Instituten, denen als nationale Champions oder anderweitig besondere  Bedeutung für einzelne Finanzplätze zugesprochen wird. Veränderungen im Finanzsystem können ebenso zu einer Verschärfung  des grundlegenden Problems einer im Nachhinein zu laxen  Eingriffspolitik beitragen. So hat die Bedeutung von  Finanzinnovationen, von denen direkte und indirekte  Ansteckungseffekte ausgehen, stark zugenommen. Dies ist nicht  zuletzt eine Folge der erhöhten Komplexität der Produkte, vor allem  im Bereich von Over-The-Counter Derivaten, also  Finanzprodukten, die nicht auf geregelten Märkten, sondern zwischen  einzelnen Akteuren bilateral gehandelt werden. Die in einer Krise  auftretenden Bewertungsunsicherheiten werden so entscheidend  verschärft. Auch die Komplexität von Unternehmensstrukturen innerhalb eines Finanzinstituts sowie die Komplexität der  weltweiten Verflechtung zwischen Instituten hatten gerade in den  letzten Jahren weiter zugenommen. Während diese Entwicklungen  teilweise auf technologische Fortschritte zurückgehen, besteht bei den  Akteuren an den Finanzmärkten ein Anreiz, die Komplexität immer  weiter zu steigern. Mit zunehmender Komplexität und  Intransparenz der Märkte und der Institute steigen  gleichermaßen die Erträge wie auch die Wahrscheinlichkeit, in  der Krise gestützt zu werden. Quelle: Sachverständigenrat, Jahresgutachten 2009/2010, S. 133 f.

übermäßiges Marktvertrauen

Analysten

NYT: Why Analysts Keep Telling Investors to Buy (8.2.09)

Herdentrieb

Overconfidence

Fehleinschätzung der Risiken

trügerische Sicherheit

Anlegerverhalten

Bank: Privatanleger – Investorenverhalten während der Finanzkrise (7/2011): Die Finanzkrise von 2007 bis 2009 hatte erhebliche Auswirkungen auf individuelle Investoren. Sowohl die subjektiven Einschätzungen und Erwartungen als auch das Verhalten während der Krise unterlagen starken Schwankungen. Im folgenden Beitrag werden diese Faktoren in Verbindung mit der von den Investoren erzielten Performance gebracht. Insbesondere Anleger mit einer hohen Rendite­erwartung, einer hohen Risikoaversion, einem hohen Investmentvermögen und einem geringem Portfolio­umsatz erzielten einen überdurchschnittlichen Anlageerfolg.

übersehene Warnungen

Alarmzeichen hat es gegeben: Die  weitverbreiteten Leistungsbilanzdefizite waren  nicht tragfähig, und die privaten Haushalte  konnten sich nicht ewig weiter verschulden –  irgendwann würden sie ihre Kredite  zurückzahlen müssen. In vielen Regionen  stiegen die Wohnimmobilienpreise stärker als je  zuvor, und das Preisniveau übertraf bei Weitem  sowohl die Neubaukosten als auch den Wert,  der durch Mieteinnahmen gerechtfertigt  gewesen wäre. Eigenheime wurden oft nicht  allein zu Wohnzwecken gekauft oder um  künftige Belastungen durch steigende  Wohnkosten zu vermeiden – was den Boom  möglicherweise gebremst hätte –, sondern aus  Spekulationsgründen, womit der Boom weiter  angefacht wurde. Quelle: BIZ 79. Jahresbericht, Teil I 

Risiken schlugen sich nit in Preisen nieder

Portfoliomanager angesichts niedriger Leitzinsen zu aggressiv

Geldpolitik unterschätze Risiken

Zudem wurde die Befürchtung geäußert, dass die  Geldpolitik die aus der Kombination von  Vermögenspreis- und Kreditboom resultierenden  Gefahren außer Acht lasse (siehe dazu Asset  prices, financial and monetary stability: exploring  the nexus). Es wurde davor gewarnt, dass die  Zentralbanken durch die ausschließliche Betonung  der Preisstabilität (zusammen mit dem engen  Fokus der Aufsichtsinstanzen auf einzelne  Finanzinstitute) systemweiten Gefahren aus dem  Kredit- und dem Vermögenspreisboom nicht  genügend Aufmerksamkeit schenkten (siehe z.B.  Whither monetary and financial stability? The  implications of evolving policy regimes).  Quelle: BIZ 79. Jahresbericht, Teil I 

zu Aufweichungen der Kreditvergabestandards

Kritische Stimmen gab es auch zur Aufweichung  der Kreditvergabestandards (insbesondere im  Zusammenhang mit Hypothekenkrediten) (siehe  Ausschuss für das weltweite Finanzsystem,  „Housing finance in the global financial market”,  CGFS Publications, Nr. 26, Januar 2006) und zu den  Risiken, die das hohe Tempo der Finanzinnovation  mit sich bringe. Quelle: BIZ 79. Jahresbericht, Teil I 

Gründe für die Ignoranz

Es erstaunt nicht, dass Regierungsvertreter  und Marktteilnehmer die Warnzeichen  weitgehend ignorierten. Gewöhnlich kam die  Antwort: „Selbst wenn es stimmt, dass das  Finanzsystem in Gefahr ist, was sollen wir denn  dagegen tun?“ Die geldpolitischen  Entscheidungsträger konnten nur mit ihrem  kurzfristigen Zinssatz operieren, wobei  weitgehend Einigkeit darüber herrschte, dass  dieses Instrument gegen die vermeintlichen  Gefahren wirkungslos wäre. Im Hinblick auf die  Gesamtwirtschaft wurde erwartet, dass die  anhaltende Preisstabilität ausreiche und dass  sich Vermögenspreis- und Kreditboom selbst  korrigieren würden. Hinsichtlich der  mikroökonomischen Ebene glaubte man von  staatlicher Seite, dass die Investoren die  Risiken ihrer Anlagen aus Eigeninteresse  im Auge behalten und sich damit quasi selber  überwachen würden. Aufgrund des engen Fokus  auf die beaufsichtigten Finanzinstitute und des  Glaubens an die Selbstregulierungskräfte  wurden systemweite Gefahren nicht genügend  beachtet. Zusätzlich bremsten stark  voneinander abweichende Auffassungen der  einzelnen Länder über den Handlungsbedarf und  den Handlungsspielraum die Fortschritte bei der  Lösung dieses mittlerweile internationalen  Problems beträchtlich. Die Debatten darüber, dass eine Instanz die  Risiken des Finanzsystems in ihrer Gesamtheit  beobachten und kontrollieren sollte, sind  weitgehend ergebnislos verlaufen. Zahlreiche  Zentralbanken nahmen ihre  Finanzstabilitätsziele ernst und veröffentlichten  regelmäßig Studien zu diesem Thema. Einige  Zentralbanken, insbesondere in Asien,  setzten Instrumente ein, die darauf abzielten,  starke Steigerungen bei den Vermögenspreisen  und bei der Kreditvergabe zu dämpfen. Beispiele  hierfür sind die Begrenzung der  Kreditkartenausgabe in Thailand, die Steuerung  der Beleihungsquote bei Hypothekenkrediten in  der SVR Hongkong und die Verschärfung der  Eigenkapital- und Rückstellungsbestimmungen  in Indien. In vielen Ländern Mittel- und  Osteuropas sowie in Spanien und einigen  lateinamerikanischen Ländern überwachten  staatliche Stellen verstärkt die  Kreditbewertungen und Risikovorsorge und  ergriffen Maßnahmen zur Durchsetzung der  geltenden Vorschriften. Außerdem zwangen sie  die Banken, ihr aufsichtsrechtliches Eigenkapital  entsprechend den zugrundeliegenden Risiken zu  erhöhen. In einigen  aufstrebenden Volkswirtschaften strafften oder  lockerten die Zentralbanken auch über die  Mindestreservebestimmungen die  Liquiditätsbedingungen in Landes- wie in  Fremdwährung.  Insgesamt blieben derart konkrete Maßnahmen  jedoch eher die Ausnahme. In den  Industrieländern – vor allem in den USA, wo die  Probleme dann am stärksten sichtbar wurden –  gab es kaum Diskussionen darüber, welches  Instrumentarium die öffentlichen  Entscheidungsträger einsetzen könnten, um  gegen den Immobilienpreis- und den  Kreditboom vorzugehen und dadurch einen  Aufbau systemweiter Risiken zu verhindern. Der  Grund dafür ist klar: Eine grundlegende  Neugestaltung der geldpolitischen und  aufsichtsrechtlichen Rahmenbedingungen hätte  in vielen Ländern nahezu unüberwindbare  politische und intellektuelle Hürden mit sich  gebracht. Warum sollte jemand einen solchen  Schritt riskieren, wenn doch das bestehende  System augenscheinlich so gut funktionierte? Quelle: BIZ 79. Jahresbericht, Teil I 

Medien

Trendverstärkung durch schlagzeilenorientierte Berichterstattung

Eine in den Medien leider wenig  diskutiere Frage ist, welchen Beitrag  die Medien selbst zu der Eskalation  der Finanzkrise und zum  wirtschaftlichen Abschwung geleistet  haben. Eine selbstkritische Reflektion  der eigenen Berichterstattung zur  Finanzkrise findet faktisch (eine  Ausnahme bestätigt die Regel) nicht  statt. Das ist bedauerlich, weil es  nämlich Anhaltspunkte gibt, dass die  Berichterstattung der Medien die  aktuelle Krise noch verstärkt. Wirkungsmechanismus Finanzkrise  und Zukunftserwartungen Die Finanzkrise wirkt auf die  Realwirtschaft, das wissen wir  inzwischen. Wenig diskutiert wird  allerdings der  Übertragungsmechanismus. Hier  könnte man sich mit einer  theoretischen Argumentation, wie der  Sachverständigenrat sie vorschlägt,  begnügen: Danach geht der  üblicherweise mit Finanzkrisen  verbundene Vermögenspreisverfall mit  einer Einschränkung der Konsum- und  Investitionsausgaben einher. Zudem  steigt das Ausmaß fundamentaler  Unsicherheit, mit dem die  Wirtschaftssubjekte konfrontiert  werden. Als Reaktion werden  Investitions- und Konsumpläne in  einer Weise angepasst, die zu einer  zusätzlichen Abschwächung der  gesamtwirtschaftlichen Nachfrage  führt. Eine zentrale Frage ist aber, wie die  Steigung des Ausmaßes der  Unsicherheit erfolgt, in deren Folge  Konsum- und Investitionspläne  reduziert werden. Auf die  Konsumnachfrage wirken nachhaltige  Vermögensreduktionen, wie wir sie  zurzeit erleben, weil sie das  Vermögen der privaten Haushalte  verringern und die Unsicherheit bei der  Erwartungsbildung erhöhen.  Aktienmärkte gelten häufig als  Indikator für die künftige  wirtschaftliche Entwicklung gilt.  Aufgrund der Unsicherheiten und der  tatsächlichen Vermögensreduzierung  verringert sich das Ausgabeverhalten  der privaten Haushalte bei gleichzeitig  erhöhter Sparneigung. Erwartungen werden durch  Informationen beeinflusst Gleichwohl ist es zu kurz gesprungen,  wenn man allein die Entwicklung an  den Kapitalmärkten als Ursache für  die erhöhte Unsicherheit in der  Erwartungsbildung verantwortlich  macht. Die Veränderung in der  Erwartungsbildung erfolgt auf Ebene  der einzelnen Wirtschaftssubjekte  durch die Aufnahme von  Informationen. Preisänderungen für  Vermögenswerte (wie z.B.  Aktienkurse) sind dabei nur ein  Parameter. Daneben beeinflussen  viele andere Informationen die  Erwartungsbildung. Interpretiert ein  Wirtschaftssubjekt bestimmte  Informationen z.B. so, dass sein  künftiges Einkommen niedriger als  bisher erwartet ausfällt, dann wird er  mit großer Wahrscheinlichkeit sein  heutiges  Konsum- und  Investitionsverhalten überprüfen  und  ggf. anpassen. Keine perfekte und umfassende  Informationsverarbeitung möglich Die psychologische Forschung hat  gezeigt, dass das Gehirn zur  Bewältigung komplexer Probleme  regelmäßig Heuristiken anwendet. Sie  dienen vor allem dazu, effizient mit  den begrenzten Ressourcen  umzugehen. Studien und Experimente  der sozialpsychologischen  Forschungen belegen aber, dass  Menschen bei der Anwendung von  Heuristiken immer wieder Fehler und  Trugschlüsse unterlaufen. So führen  verkürzende kognitive Prozesse –  sogenannte Behavioral Biases – zu  Verzerrungen bei der  Erwartungsbildung. Grundsätzlich  kann man zwar davon ausgehen, dass  Wirtschaftssubjekte sich rational  verhaltenen. Es gibt jedoch auch  häufig Situationen, in denen  Entscheidungen unter maßgeblichen  Restriktionen gefällt werden. Dabei  können verschiedene Ursachen zu  suboptimalen bzw. fehlerhaften  Entscheidungen führen:    1. Eingeschränkter  Informationsstand, da die  Informationsbeschaffung und - verarbeitung Kosten verursacht und  nicht unbegrenzt Zeit zur Verfügung  steht;    2. die beschränkten kognitiven  Verarbeitungsfähigkeiten des  Menschen, aufgrund komplexer  Entscheidungssituationen,    3. psychischer Stress, der z.B.  durch Zeitdruck oder Verlustangst  hervorgerufen wird. Aufgrund dessen  wird das Verhalten auch nicht von  einem Optimierungsstreben, im Sinne  der Maximierung einer Zielfunktion,  sondern von der Suche nach einer  befriedigenden Lösung, d.h. dem  Erreichen eines bestimmten  Zufriedenheitsniveaus, gesteuert. Alle drei Faktoren spielen auch in den  Informationsverarbeitungsprozessen  um die Finanzkrise eine wichtige  Rolle. Davon betroffen dürften nicht  nur private Verbraucher sein, sondern  auch die Entscheidungsträger in  Unternehmen. Hat die Wirkung negativer  Schlagzeilen … An dieser Stelle wird klar, dass auch  die Medien einen erheblichen Einfluss  auf die Erwartungsbildung einzelner  Wirtschaftssubjekte haben. Die  Medien liefern mit ihren Nachrichten  einen wesentlichen Teil des  Informationsinputs, der am Anfang  des  Informationsverarbeitungsprozesses  steht. Da Menschen auf Grund  eingeschränkter Zeit und begrenzten  kognitiven Fähigkeiten nicht alle  relevanten Informationen finden,  selektieren und verarbeiten können,  orientieren sie sich an diesen  vorselektierten Nachrichten und häufig  auch nur an den Schlagzeilen, die  meist einen höheren Erinnerungswert  haben als die Textinhalte. Vor zwei Wochen betrachtete Kerstin  Bund in einem bemerkenswerten  Artikel in der Zeit, wie über die  Finanzkrise berichtet wird: “Zeitungen und Zeitschriften schrieben  von einem »weltwirtschaftlichen  Armageddon« (Weltwoche), einer  »Apokalypse« (Börsen-Zeitung) oder  einer »finanzpolitischen  Kernschmelze« (ZEIT). Ein  Kommentator der Süddeutschen  Zeitung beschwor das »Fegefeuer des  Kapitalismus«. Mal glitten die Autoren  in die Sprache der Physik ab und  suchten Halt bei einer  Atombombenexplosion. Wenn das  nicht reichte, bemühten sie die  Metaphysik, beschworen biblischen  Endzeithorror und christliche Hölle.” In dem Artikel zitiert sie den  Kommunikationsforscher Frank  Brettschneider: “Wenn das alles ohne  Wirkung auf die Leser bliebe, wäre es  halb so schlimm. »Aber Medien  selektieren, sie interpretieren, sie  emotionalisieren, und sie schaffen  Fakten«, sagt Frank Brettschneider,  Kommunikationsforscher an der  Universität Hohenheim. Die  Berichterstatter beeinflussen  demnach massiv, wie die Menschen  auf große Ereignisse, etwa einen  Bankenzusammenbruch, reagieren. … den Abschwung beschleunigt? Schließlich stellt Bund die zentrale  Frage: “Haben die Medien erst die  Zockerei und dann den Absturz  beschleunigt?” Medienwissenschaftler  Thomas Schuster ist der  Überzeugung, die Medien hätten den  Internetboom und den anschließenden  Crash der New Economy verstärkt. Auch beim aktuellen Abschwung  dürften die Medien eine tragende Rolle  als Katalysator gespielt haben. Sie  haben mögliche Auswirkungen  dramatisiert (siehe Beispiel  Kreditkartenrisiken: Mehr Luftblase  als Monsterwelle) und Informationen,  die die Unsicherheit reduzieren  könnten kaum hervorgehoben. So musste man sich die Information,  dass der Sachverständigenrat eine  Weltwirtschaftskrise ausschließt erst  mühsam aus dem dicken Gutachten  herausarbeiten. In den Schlagzeilen  tauchte diese Information nicht auf.  Über die durchaus positive  Entwicklung der Börsen in der  vergangenen Woche fanden sich  vorwiegend nur Berichte in den Kurs-  und Wirtschaftsteilen, während die  Kursstürze der vergangenen Wochen  es häufig auch auf die Titelseiten der  Zeitungen schafften. Bad news are good news for media Der Grund ist klar: Medien folgen ihrer  eigenen Ökonomie, nämlich der, dass  sich schlechte Nachrichten besser  verkaufen als gute Nachrichten.  Schlechte Nachrichten erzeugen  Ängste. Weil Ängste oft aus  Unwissenheit über die  Zusammenhänge von Abläufen und  Vorgängen entstehen, kann die  Vermittlung von Wissen und  Information Angst reduzieren oder  komplett nehmen. Über diesen  Mechanismus erzeugen Ängste einen  höheren Informationsbedarf und damit  höhere Umsätze bei den  Medienproduzenten. Natürlich wäre es naiv zu behaupten,  die Medien würden nur einseitig  berichten, um ihre Erlöse zu  maximieren. Eine solche Sichtweise  würde die komplexen  Entscheidungsprozesse in  Redaktionen nur unzureichend  abbilden. Tatsächlich dürfte die  aktuelle Nachrichtenlage außerdem  wenig positive Meldungen aus der  Wirtschaft hergeben. Fazit Dennoch, die hier genannten Punkte  können als Indizien dafür gesehen  werden, dass Medien einen Beitrag  leisten zur Erhöhung der Unsicherheit  in der Erwartungsbildung. Stimmt man  dem zu, dann muss man auch der  These zustimmen, dass Medien die  Finanzkrise und den  Wirtschaftsabschwung  beschleunigen. Damit ist nicht  gesagt, dass sie unverantwortlich bei  der Informationsauswahl und –  aufbereitung handeln. Erst recht wäre  es nicht angemessen, sie als  Verursacher für den Abschwung  darzustellen. Aber die derzeitige Krise ist vor allem  eine Vertrauenskrise, die erhebliche  Unsicherheiten hinsichtlich der  Zukunftserwartungen von  Unternehmen und Menschen und  erzeugt. Medien können hier Beiträge  leisten, die Unsicherheiten zu  reduzieren und aufzuklären, in dem  z.B. mehr Fachinformationen  transportiert werden und nicht jeder  Kreditausfall zur Kernschmelze  hochstilisiert wird.

psychologische Ursachen und Wirkungen

NYT: In Modeling Risk, the Human Factor Was Left Out (4.11.08)

Animal Spirits

Geldillusion

Geschichten

"Irrationaler Überschwang"

FTD: Leveraged Loans – Euphorie an den Kreditmärkten (4.8.09): Die Banken erzielen  Milliardengewinne, die Rezession nähert sich dem Ende: Das sorgt für Zuversicht an den  Kreditmärkten. Darlehen für fremdfinanzierte Übernahmen sind so teuer wie vor der Lehman- Pleite. Die Angst vor Übertreibung geht um. FAZ: Allianz-Vorstand Achleitner „Wir waren alle wie berauscht“ (20.12.08)  SZ: Der ganz banale Wahnsinn (17.12.2008): Das Grundproblem des modernen  Wirtschaftssystems: Mensch und Geld passen einfach nicht zusammen.

Herdentrieb

Selbstüberschätzung, "Selbstheilungskräfte", Wettbewerb wird es richten, Mängel im Risikomanagement nicht hinterfragt, übersteigerte Selbstdarstellung

Netzwerk der Eitelkeiten

Ansteckungseffekte

Verstärkung

am US-Immobilienmarkt

Blasenbildung

Wenn eine spekulative Blase platzt, ist an sich  nichts kaputt: Das Platzen  der  Finanzmarkt-  Blase hat zu Forderungen nach regulatorischen  Eingriffen  geführt.  Geplatzte Blasen und  wirtschaftliche Krisen sind aber nicht neu.  Wer  die Krise nicht  zum Anlass nehmen will,  eine  neue Weltkapitalordnung  zu fordern, sondern, wie der  Autor dieses Aufsatzes,  bescheidener,  dafür  gezielter, der Seuche spekulativer Blasen  Herr werden möchte, kann  deren  Muster  studieren. Anschauungsmaterial ist  vorhanden.  Quelle und mehr: NZZ Working Paper: “Speculative Bubbles and Financial Crisis” (pdf, 06/2009):  Why are asset  prices so much more volatile and so often detached from  their fundamentals? Why does  the  burst of financial bubbles depress the  real economy? This paper addresses these  questions  by constructing an  infinite-horizon heterogeneous-agent general- equilibrium model with  speculative bubbles. We show that agents are willing to invest  in asset  bubbles even though  they have positive probability to burst. We prove that  any  storable goods, regardless of  their intrinsic values, may give birth to  bubbles with  market prices far exceeding their  fundamental values. We also  show that perceived  changes in the bubbles probability to bust  can  generate boom-bust cycles and produce  asset price movements that are  many times  more volatile than the economys  fundamentals, as in the data. Humane Wirtschaft: Tumorartige Selbstvermehrung der  Geldvermögen (1/2009) Robert J. Shiller: How a Bubble Stayed Under the Radar (NYT, 2.3.08) Teleopolis: Sich selbst verstärkende Seifenblasen (5.1.08) Zeitenwende: Übersichtsseite Finanzgeschichte: Enthält eine Übersicht mit Artikeln, von  denen der erste mit der Tulpen-Hausse 1630 bis 1637 beginnt.

starke Verunsicherung

FAZ: Finanzkrise Wohin nur mit unserer Wut? (5.4.09): Diese Krise ist verzwickt.  Schuldige sind schwer greifbar. Und womöglich hängen wir selber mit drin. Kein  Wunder, dass nur wenige auf die Barrikaden gehen. Das deutsche Problem ist,  hierzulande eine geeignete Abladestelle für die geballte Wut zu finden.

Konsumenten

Unternehmen

Angst

NYT: Robert Shiller – Can Talk of a Depression Lead to One? (22.2.09) 

Verstärker

Analysten

Medien

"hormonelle" Gründe

negative Überraschungen

Die beiden MIT-Ökonomen Ricardo J. Caballero  und Pablo Kurlat stellten  auf der geldpolitischen  Konferenz in Jackson Hole ein Modell vor, in  dem  u.a. negative Überraschungen, die viel mit  der kaum durchschaubaren  Komplexität des  Finanzsystems zu tun hatten, eine Ursache der  Finanzkrise waren.  Siehe dazu: RICARDO J. CABALLERO: The  “Surprising” Origin and Nature of  Financial  Crises: A Macroeconomic Policy Proposal  (24.8.09) Überraschungen an Finanzmärkten sind immer  möglich: "Neue  Finanzinstrumente und  Handelspraktiken entstehen laufend und sind  anfangs notwendigerweise nicht darauf getestet,  wie sie sich in einer  schweren Krise verhalten  werden. Ihr erster Test besitzt unvermeidlich  das  Potential für große Verwerfungen und  Verwirrung." Leider erweisen sich die   Marktteilnehmer in solchen Situationen nicht  immer als souverän: "Die  Grundlagen des  Risikomanagements müssen ersetzt werden  durch ein  Management von Unsicherheit, aber  mit Letzterem sind Menschen, und erst  recht  hochverschuldete Finanzunternehmen, nicht  besonders gut." Quelle: FAZ

mangelnde Lernfähigkeit

EI: Bankers just don’t get it (26.7.11):A new paper sheds light on an amazing learning disability within the financial sector: Badly managed banks make the same mistakes time and again. Why do they always get away with it?

Great Moderation

Ende der

William R. White, Ökonom der Bank für Internationalen Zahlungsausgleich (BIZ), hat  sich in einem aktuellen Paper mit der "Great Moderation", den weltweit ungewöhnlich  niedrigen Inflationsraten der letzten 25 Jahre beschäftigt, die gleichzeitig mit sehr  niedriger Realzinsen und hoher Wachstumsraten aufgetreten sind. Immerhin waren nach  den sehr hohen Teuerungsraten in den 1970er Jahren die Inflationsraten in den  Industrieländern ab Anfang der 1980er Jahre in den Industrieländern und mit zehn Jahren  Verspätung auch in den Entwicklungsländern stetig zurückgegangen. White analysiert die vier gängigsten Begründungen für diese Entwicklung, von denen er  zwei - bessere Politik der Notenbanken sowie steigende Deregulierung und Wettbewerb  – als innerstaatliche Phänomene betrachtet, und zwei weitere – ein weltweiter  Überschuss an Ersparnissen ("global savings glut"), wie die US-Notenbank es  bezeichnet (bzw. ein weltweiter Mangel an Investitionen, ein "Investitionsstreik", wie die  BIZ dieses Phänomen charakterisiert), sowie verstärkter internationaler Wettbewerb bei  Gütern und Produktionsfaktoren – der Globalisierung zuordnet. Jede Erklärung für sich werfe allerdings jeweils mehr Fragen und Widersprüche auf, als  sie beantworte, und nur eine Kombination all dieser Faktoren biete White zufolge eine  befriedigende Erklärung. Nachdem White diese Rahmenbedingungen aber in ein  globales Modell integriert hatte, kam er auf eher unschöne Konsequenzen, die ihm  zufolge ein Ende der Great Moderation befürchten lassen.  Nach Whites" Analyse hätten die oben genannten Faktoren insgesamt zu einer  Veränderung der makroökonomischen Zusammenhänge geführt, wobei in einer  Übergangsphase so lange zusätzliches Wachstum, niedrigere Realzinsen und stabile  Preise ermöglicht wurden, bis ein neues Gleichgewicht erreicht sei - was laut White  inzwischen aber geschehen ist. Die Zeit massiver globale Überschusskapazitäten sei  jedenfalls vorbei. Nahrungsmitteln, Energie und Rohstoffe werden bereits knapp. In  Europa aber auch in China würde der Druck zugunsten kräftiger Lohnsteigerungen  deutlich steigen, wofür auch der stark gefallene Anteil der Arbeitslöhne am  Sozialprodukt spreche, die nach einem Ausgleich verlangen würden. Wenn dem tatsächlich so ist, dann sei nun im günstigeren Fall in globalem Maßstab  mit einer Rückkehr hoher Inflationsraten zu rechnen. Anderseits könnte White zufolge  im Zuge eines ungeordneten Abbaus der weltweit so vielen finanziellen und  ökonomischen Ungleichgewichte die sich aufgrund der so lange sehr niedrigen Zinsen  aufgebaut haben (z.B. negative Sparquote in den USA, Höchstpreise für praktisch alle  illiquiden Assets bis zum Sommer 2007, Immobilien- und Baubooms), "das Endspiel  aus einer gefährlichen weltweiten Deflation bestehen". White befürchtet nun den so  genannten Minsky-Moment, der für den Wendepunkt einer Kreditexpansion typisch sei.  Demnach verschlechtere sich die Qualität der Kreditnehmer in der Expansionsphase so  lange, bis die neuen Kredite vor allem dazu verwendet werden, um die Zinsen auf die  bestehenden zu bezahlen. Sobald die Kreditgeber dies bemerken, komme es typischerweise, so White, zu einem  schlagartigen Einfrieren der Kreditmärkte für alle Kreditnehmer, was bislang trotz  anhaltender Finanzkrise noch nicht zu bemerken war. Immerhin hatten die  Kreditvergaben an den Privatsektor nach EZB-Angaben wenigstens in Euro-Europa bis  zuletzt noch deutlich zugenommen, Hinweise auf Kreditrestriktionen bleiben vorerst  [extern] anekdotisch. In den USA dürfte dieser Punkt allerdings bereits erreicht worden  sein.  Quelle: Telepolis

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