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Ausgewählte Auswirkungen der Finanzkrise 2007 - 2009 by www.blicklog.com Status: 3.9.2011 by Mind Map: Ausgewählte Auswirkungen der Finanzkrise 2007 - 2009
by www.blicklog.com
Status: 3.9.2011
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Ausgewählte Auswirkungen der Finanzkrise 2007 - 2009 by www.blicklog.com Status: 3.9.2011

Einen Zusammenbruch des Finanzsystems hat trotz aller  Vorkehrungen angeblich niemand für möglich gehalten.  Das Finanzsystem ist auf Vertrauen aufgebaut, und  gerade  dieses Vertrauen ist im  Zuge des Lehman-  Zusammenbruchs verloren gegangen. Die Menschen  hatten auf  die Manager, Politik und Aufsichtsorgane  vertraut – und mussten feststellen, dass  das System  trotz  allem zusammenbrechen konnte. Die Krise hat  das  Vertrauen der  Kreditgeber, dass vermeintlich  hochwertige  Kredite in der Regel auch zurückgezahlt  werden,  erschüttert. Und sie hat den Mythos von  Anlegern und  Investoren, dass  ihre Kapitalanlagen  langfristig sicher  sind, zerstört. Das Ursachen und Auswirkungen der Finanz- und  Wirtschaftskrise ist ungemein  komplex –  möglicherweise  so komplex, dass sie niemand  wirklich komplett  verstehen kann. Aus den  Wechselwirkungen innerhalb des  Finanzsystems  entstehen äußerst schwer nachvollziehbare   Systemrisiken.  Die Tatsache, dass das Finanzsystem anscheinend  bestens funktionierte, bis wir  dann eines Besseren  belehrt  wurden, hat allen ein falsches Gefühl der  Sicherheit  vermittelt. Wieso etwas tun, wenn alles  bestens läuft? So  verständlich diese Laisser- faire- Haltung war – schließlich  waren die Zeiten gut, und es  ging allen immer  besser –,  sie war zugleich der  Nährboden für den kommenden  Kollaps. Bei all den  Erklärungsversuchen für das, was  schiefgegangen ist,  und bei all den  Sanierungsbemühungen darf deshalb  eines nicht außer  Acht gelassen werden:  Komplexe  Prozesse sind nur  begrenzt nachvollziehbar, und die  Bruchstellen in  diesen  Prozessen vorherzusehen ist  schwierig. Dem muss im  neuen Finanzsystem  besser Rechnung getragen werden. _______________________________ Blick Log: Konjunktur könnte sich deutlich schneller  erholen als erwartet (3.2.09):  Drei Ökonomen der US- Eliteuniversität Stanford stellen in diesem Arbeitspapier die   These auf, dass es mit der Konjunktur deutlich schneller  wieder aufwärts gehen  könnte als es derzeit aussieht.  Ihren Optimismus stützen sie auf historische  Analysen  und ein theoretisches Modell. HB: Konjunkturabschwünge Das Grauen: Die Spielarten von  Rezessionen (10.1.09) SZ: Sorglos am Abgrund (10.11.08): Wiederholt sich 1929?  Der Welt droht eine  ähnlich dramatische Krise wie vor acht  Jahrzehnten – deshalb muss die Politik jetzt  entschlossen  gegensteuern.

Finanzinstitutionen

Auf den internationalen Finanzmärkten sind  aktuell deutliche Zeichen der Entspannung  erkennbar. Dennoch bestehen weiterhin  erhebliche stille Lasten in den Bilanzen des  Bankensektors. Weltweit werden die  Verluste der Banken auf 2,8 Bio US-Dollar  geschätzt, von denen bisher höchstens die  Hälfte verarbeitet worden ist. Die staatlichen Hilfsmaßnahmen in  Deutschland beruhten auf freiwilliger  Teilnahme mit hohen Auflagen und wurden  nur wenig in Anspruch genommen. Die  Restrukturierung der Banken ist nur  zögerlich vorangekommen und die  Kreditversorgung bleibt gefährdet. Die  Institute sind nun einem konservativen  Stress-Test zu unterwerfen und im Falle  von ungenügenden Kapitalpuffern zur  Rekapitalisierung oder zur Auslagerung von  Problemaktiva zu verpflichten. Quelle: Sachverständigenrat,  Jahresgutachten 2009/2010, S. 117. Für die Unternehmen des Finanzsektors hat  das Berichtsjahr extreme Belastungen  gebracht.  Nach ersten, Anfang 2007 vom  Subprime- Hypothekenmarkt ausgehenden  Turbulenzen  wurde nach und nach die  gesamte Branche von der Krise erfasst, die  Mitte September 2008  historische Ausmaße  annahm. Die Finanzinstitute kämpften  lange Zeit mit illiquiden  Kapital- und  Refinanzierungsmärkten, schrieben massive  Verluste und mussten zum Teil gestützt  werden. Am folgenreichsten war der  Konkurs von  Lehman Brothers, der die  Dynamik der Krise beschleunigte (Kapitel II).  Andere Institute wurden  kurz vor dem  Bankrott von größeren Unternehmen  oder  der öffentlichen Hand  übernommen. Der  Staat  intervenierte zur  Stabilisierung der  Finanzmärkte in bisher  ungekanntem  Ausmaß. Quelle: BIZ, 79. Jahresbericht, Teil III Weitere Berichte FTD: Erholung im Finanzsektor – Das  Vertrauen in die Banken kehrt zurück  (31.7.09):  Mögen Kritiker vor Rückschlägen  warnen – an den Kreditmärkten steigt die  Zuversicht.  Die  Kosten für  Ausfallversicherungen auf Bankanleihen  purzeln so stark wie zuletzt im  Frühjahr  2008. Für die Institute ist das kein reines  Vergnügen. Vox: Reflections on the chronology of the  financial crisis (4.5.09): The financial crisis  is not  over but it seems less scary since  the US stock market decided that most big  banks will  survive. This column provides a  current scoreboard of the crisis game and  reminds  everybody that the underlying  problems are hardly resolved. A lot of  banks sorely  needed  capital and need to  raise it relatively cheaply. BL: Erschreckend: So dünn analysiert die  Finanzbranche die Finanzkrise (18.7.09):  Dieser  Papier hat zurecht kein Presseecho  gefunden. Die Lektüre des vergangene  Woche  veröffentlichten Bericht zum Stand  des Finanzstandortes Deutschland im Jahre  2009 der  “Initiative Finanzstandort  Deutschland” (IFD), einer Lobby-  Organisation deutscher  Finanzdienstleister,  ist  eine reine Zeitverschwendung. Ich will  fair sein, denn ich kann  mir  eigentlich kein  abschließendes Urteil über diesen Bericht  erlauben.  Der Spiegel: Ende der Demut (15.6.09): Vor  wenigen Monaten standen die US-Banken  vor  dem Kollaps, jetzt versuchen sie schon  wieder, den Einfluss des Staates  zurückzudrängen.  Dabei sind die Gefahren  keineswegs gebannt. HB: Die Banken vertrauen sich wieder  (16.5.09): Und die Banken vertrauen sich  doch.  Seit  letztem Herbst, genauer seit  dem Kollaps der Investmentbank Lehman  Brothers, war  die  Kreditvergabe unter den  Instituten beinahe völlig zum Erliegen  gekommen. Jetzt  bessert  sich die  Stimmung: Die Raten, zu denen die Institute  untereinander Kredite  vergeben,  sinken  deutlich. Welt: Die Krise verschiebt die Machtzentren  der Welt (26.4.09): Die Finanzkrise  verändert  alles: In New York schrumpfen  die Banken, in London verschwinden  Hedgefonds. Es ist  offensichtlich, dass die  alten großen Finanzplätze an Bedeutung  verlieren, während in Asien  neue entstehen.  Doch auch Frankfurt will von der Krise  profitieren. TP: Wie Banken “positive” Quartalergebnisse  herbeirechnen (17.4.09):Verluste werden in  die  Zukunft ausgelagert und ein Gewinn  über neue Bilanzierungsregeln  herbeigerechnet Spiegel: Der Offenbarungseid (40/2008) Die  Bankenkrise erschüttert die amerikanische  Vorherrschaft auf den Finanzmärkten und in  der Weltpolitik. Die Industrieländer  schlittern  in die Rezession, die Ära des  Turbokapitalismus geht zu Ende, die  militärische Macht der  USA schwindet. Die  Welt steht vor einer Neuordnung.

Systemkrise

Während der zweiten Phase der Krise gerieten  die Finanzvermögenswerte,  nach einer kurzen  Atempause im Gefolge der Übernahme von Bear  Stearns  am 16. März, erneut unter Druck.  Bezeichnend für die Phase bis Mitte  September  2008 war, dass die Anleger verstärkt auf  Anzeichen eines  Übergreifens der Rezession in  den USA auf andere wichtige  Volkswirtschaften  und eine damit verbundene weltweite Synchronisierung  des  Wirtschaftsabschwungs  reagierten. Die daraus resultierenden  Aussichten  für die Ertragslage  sowie die Ausfallrisiken und  damit  zusammenhängende Verluste im  Finanzsektor brachten  die Bilanzen der  Banken erneut unter Druck und stellten die  Durchführbarkeit ihrer  Rekapitalisierungsvorhaben  infrage. Folglich traten unter den Anlegern  Fragen  der  Refinanzierbarkeit bestimmter Forderungen  gegenüber Fragen  der Solvenz der Banken in den  Hintergrund, wodurch insbesondere  diejenigen  Institute in Mitleidenschaft gezogen wurden,  von  denen  bekannt war, dass sie sich hoch  verschuldet und in notleidende  Wertpapiere  investiert hatten. Quelle: BIZ, 79. Jahresbericht, Teil II Berichte zum Jahrestag der Lehman-Pleite NYT: A Year After a Cataclysm, Little Change on Wall St. (12.9.09): A regulatory overhaul of the  financial industry faces difficulty in Congress, but unless the industry’s risks are addressed  they could cause an even bigger crisis.  NZZ: Das Wochenende eines historischen Versagens (11.9.09): Der Lehman-Konkurs verstärkte  die implizite Staatsgarantie paradoxerweise. Vor einem Jahr hat ein Wochenende den Lauf der  Wirtschaftsgeschichte geändert. Die Verhandlungen zur Rettung Lehman Brothers scheiterten.  Heute gilt der Lehman-Konkurs als grosser Fehlentscheid. Ein Jahr später scheint es  unvorstellbar, dass je wieder eine grosse Bank in den Konkurs geschickt wird.  NYT: Lehman Had to Die So Global Finance Could Live (11.9.09): What if they’d saved Lehman  Brothers? Lehman’s bankruptcy filing in September 2008 caused stocks to plunge and  unleashed the full force of the financial crisis. What if, a year ago this weekend, the  government and the banking industry had somehow found a way to keep Lehman from filing  for bankruptcy? How might that have changed the course of the financial crisis?  NZZ: Finanzminister will Hilfen für Banken zurückfahren (11.9.09): Die US-Regierung will die  Hilfen für den Bankensektor zurückfahren. Da sich die Lage zunehmend stabilisiere, seien  einige Massnahmen nicht mehr erforderlich, sagte Finanzminister Timothy Geithner in  Washington. Er erwarte die Rückzahlung von Notkrediten in den nächsten 18 Monaten.  HB: Lehman-Pleite Der letzte Kampf des Gorillas (11.9.09): New York, vor einem Jahr: Während  Lehman-Chef Fuld in seinem Büro um sein Leben telefoniert, um noch einen Käufer für seine  marode Bank zu finden, wollen ein paar Kilometer weiter die Chefs der mächtigsten US-Banken  den Zusammenbruch aufhalten - um sich selbst zu retten. Die Geschichte eines Wochenendes,  das die Welt veränderte.  The financial industry - Unnatural selection (10.9.09): Wall Street and the City of London  survived thanks to state support. Now they need to be weaned off it. Weitere Berichte FAZ: Erholung des Bankensystems gerät ins Stocken (21.8.09): Die  Gesundung des  Bankensystems hat seit dem Krisenhöhepunkt im Frühjahr  gute Fortschritte gemacht,  doch in  den vergangenen Wochen haben sich  die Risikoprämien für europäische  Banken wieder  spürbar erhöht. Seit  Anfang Juli ist zum Beispiel der Itraxx- Bankenindex von 77 auf nahezu  100  Basispunkte gestiegen. Telepolis:Bankensterben geht weiter (21.07.09): Während die gedopten  Großbanken angeblich  wieder Gewinne schreiben, geht das Bankensterben  munter weiter. Vor zwei Jahren wurde die  Finanzkrise mit riesigen Verlusten  bei der US-Bank Bear Stearns sichtbar. Die einst fünftgrößte  US- Investmentbank war die erste große Bank in den USA, die gerettet wurde  (Fed rettet Bear  Sterns). Seither geht das Bankensterben weiter und hat neue  Rekordwerte erreicht. So wurden  zum vergangenen Wochenende erneut vier  US-Banken geschlossen und das Ringen um die  Mittelstandsbank CIT hält  an. Doch die US- Großbanken simulieren längst wieder Normalität,  dabei  hängen sie weiter am Tropf des Staates. Mit aufgehübschten Bilanzen  werden  Milliardengewinne herbeigerechnet, auch damit sich Banker wieder  großzügige Gehälter und  Bonuszahlungen auszahlen können. HB: Die Banken werden wieder rückfällig (8.7.09): Krise? Welche Krise? Die  Entspannung auf  den Finanzmärkten hat dazu geführt, dass einige Banken  in ihre alten Verhaltensmuster aus  der Zeit vor der Krise zurückfallen. Das  Kasino ist wieder offen, die Kugel in den Finanzzentren  rollt. Notenbanker  und Politiker betrachten das mit wachsender Sorge.

USA, Übernahme von Bear Stearns, Zusammenbruch Lehman (15.9.08), Gläubigerschutz Chapter 11, Fehleinschätzung der Wirkungen, Der Jahrhundertfehler?, Video zum Wochenende 12.9. bis 15.9., Bilanzierungstricks, Abwicklung, Valukas-Report (= Untersuchungsbericht zur Lehman-Pleite), Beinahezusammenbruch AIG (17.9.08), gefährdet Stillhalter der CDS, Explosion der Risikoprämien

Institute Deutschland, Hypo Real Estate, Landesbanken, WestLB, HSH Nordbank, BayernLB, Hypo Alpe Adria, LBBW, Sachsen LB, Commerzbank, IKB (Deutsche Industriebank), Düsselhyp

Ausgewählte weitere Institute, HBOS, Bradford & Bingley, Fortis, Kaupthing Bank (Island), New Century New Century Financial (April 2007), Northern Rock, Indy Mac, Fannie Mae/Freddie Mac, Merill Lynch

Illiquidität der Kreditderivate/Monoliner

ABS, CDO, MBS

CDS

erhöht Afa-Bedarf bei Kreditderivaten

Ausfälle am Geldmarkt

Die systemweiten Auswirkungen der von  Geldmarktfonds eingegangenen Engagements  wurden offenkundig, als ein großer US-Fonds,  Reserve Primary, Schuldtitel von Lehman  Brothers in  Höhe von mehr als $ 780 Mio. abschreiben musste  (s. Kasten). Reserve Primary  war damit der erste  bedeutende Geldmarktfonds, dessen  Nettoanlagewert unter die  eingezahlten Mittel fiel  („break the buck“-Effekt). Quelle: BIZ, 79. Jahresbericht, Teil II BIZ Quartalsbericht: Die Repo-Märkte während der Finanzmarktturbulenzen (12/2008):  Als sich die Finanzkrise verschärfte und die unbesicherten Interbankmärkte faktisch zum  Erliegen kamen, konzentrierte sich die Aktivität an den Repo-Märkten zunehmend auf das  sehr kurzfristige Segment und auf Sicherheiten höchster Qualität. Die Repo-Sätze für US- Schatztitel als Sicherheit fielen im Verhältnis zu Overnight-Index-Swapsätzen, während die  Repo-Sätze für vergleichbare Staatspapiere im Euro-Raum und im Vereinigten Königreich  anstiegen. Die Diskrepanz in der Marktdynamik spiegelte u.a. unterschiedlich starke  Marktstörungen sowie das jeweilige Ausmass der Knappheit von Staatstiteln für die  Besicherung wider.

direkte Ausfälle durch Lehman Engagements

Rückgabe von Geldmarktfondsanteilen

Vertrauenskrise der und in die Finanzintermediäre

16.5.09 Die Banken vertrauen sich wieder Und die Banken vertrauen sich doch. Seit letztem Herbst, genauer seit dem Kollaps der  Investmentbank Lehman Brothers, war die Kreditvergabe unter den Instituten beinahe  völlig zum Erliegen gekommen. Jetzt bessert sich die Stimmung: Die Raten, zu denen  die Institute untereinander Kredite vergeben, sinken deutlich. Quelle: Handelsblatt Weltweit bekamen immer mehr Banken ähnliche Liquiditätsprobleme wie in  den drei  geschilderten Fällen. Nun griffen die typischen systemischen  Risiken im Finanzsektor:  Banken haben sich untereinander in erheblichem  Umfang Kredite gewährt und sich  gegenseitig strukturierte Wertpapiere  verkauft. Die Unsicherheit, ob ein potenzieller  Kreditnehmer seine Kredite  zurückzahlen kann (counterparty-risk), wuchs in der Krise  massiv an. Da  niemand genau wusste, wie stark andere Banken bei "faulen Krediten"  engagiert waren, bei Krediten also, deren Rückzahlung fraglich bzw.  unwahrscheinlich  ist, sank die Bereitschaft, sich gegenseitig Kredit zu  gewähren oder Wertpapiere  abzukaufen erheblich. Mit der Pleite der amerikanischen Investmentbank Lehman Brothers im  September  2008 wurde eine neue Qualität der Krise erreicht, da jetzt auch  die Zuversicht schwand,  der Staat würde keine große Bank Pleite gehen  lassen. Bei allen Finanzinstitutionen  setzte eine fieberhafte Suche nach  Risiken in den eigenen Bilanzen ein, auch das  Vertrauen in andere Banken  war zerstört. Als Folge des gegenseitigen Misstrauens  brach der Markt für  Zentralbankgeld zwischen Geschäftsbanken (Geldmarkt)  zusammen;  Kredite wurden kaum noch vergeben, und wenn, dann zu extrem hohen  Zinsen. Auf dem vorläufigen Höhepunkt der Krise erreichte die Angst vor  einem  Bankzusammenbruch die privaten Bankkunden, die nun um ihr Geld  fürchteten - das  Risiko eines bank run stieg dramatisch an; Kunden zogen  ihre Einlagen bei Banken ab. Hanno Beck/Helmut Wienert, Anatomie der Weltwirtschaftskrise:  Ursachen und  Schuldige, in: Aus Politik und Zeitgeschichte,  20/2009.  Mit dem Antrag von Lehman Brothers Holdings Inc.  auf Insolvenzschutz  nach US-  Konkursrecht (Chapter  11) am Montag, dem 15. September,  bekam die  Krise eine  neue  Qualität. Damit eskalierten die  Finanzmarktturbulenzen, die viele für kurzfristig  und  verkraftbar gehalten  hatten, zu einer veritablen  globalen Krise. In Anbetracht  dieser  Eskalation  drohte plötzlich einer wachsenden Zahl von  Finanzinstituten die  Insolvenz.  Die dadurch  ausgelöste Vertrauenskrise breitete sich rasch über  die  einzelnen Märkte  und Länder aus. Damit wurde  klar, dass  Liquiditätssicherung allein  nicht mehr  ausreichte, sondern umfassendere  staatliche  Maßnahmen notwendig  waren,  einschließlich  systemweiter  Bankrekapitalisierungen. Zugleich  hatten die  Märkte  aufstrebender  Volkswirtschaften  mit Exporteinbrüchen und sich verschärfenden  Finanzierungsbedingungen zu kämpfen, was den  universellen Charakter  der Krise und  die  Notwendigkeit global ausgerichteter  Gegenmaßnahmen  immer stärker  verdeutlichte. Quelle: BIZ, 79. Jahresbericht, Teil II Das Wissen um den  Liquiditätsbedarf einer  Bank  verschlechtert die  Refinanzierung.  Wird das  Reputationsrisiko zum  Hauptrisiko, zögern  Banken,  sich am  Geldmarkt  einander Geld  zu leihen. Da auf  Grund  der  gigantischen  Akkumulation von  Problemkrediten keine  Bank genau weiß,  welche  Risiken sie durch  CDOs in den  Bilanzen  hat,  werden  "Kriegskassen"  angelegt.  TP: Wo ist die Bank, der man vertrauen kann? (20.4.09): Über Geld spricht man (doch) –  Wie sieht die Bank der Zukunft aus? – Teil 1 Folgende einfache Frage kreist seit  längerem orientierungslos im Orbit einer durch die Finanzkrise aufgewühlten  menschlichen Gefühlswelt: Wie sieht – oder besser wie sähe – die wasserdichte und  krisenfeste Bank der Zukunft aus, der Anleger und Kreditnehmer wieder vertrauen  können. Die Kernthese lautet: Machtlose Kunden könnten ihre Interessen mit Hilfe von  Social Banking bündeln – und zur vierten Säule unseres deutschen Finanzwesens heran  reifen.

Verschlechterung der Ertragslage der Finanzinstitutionen

mangelnde Eigenkapitalausstattung

Kreditverknappung/ Verweigerung von Kreditprolongationen

Einfrieren des Interbankenmarktes

Reaktionen der Banken, Opportunistische Reaktion, Abbau der Fremdkapitalquoten, Verschärfung Kreditvergabekonditionen, Banken, Private Equity

Hedge Fonds, Abzug von Prime-Broker-Einlagen, Abzug von Wertpapieren, die für Repo-Geschäfte der Banken als Sicherheit gestellt werden konnten

Monoliner (Kreditversicherungen)

Versicherungen und Pensionsfonds

Verbriefungsmarkts

Abwertungsspirale

Kreditbestände

Kreditderivate, "toxische Assets", CDS

Wertpapierbestände

Ertragsdruck

Unterkapitalisierung

Pleiten

Strukturänderungen im Finanzsektor

Investmentboutiquen

Investmentbanken

monetäre Wirkungen

Zeit: Wo ist das ganze Geld geblieben? (17.12.08)

Geldhortung, Unternehmen, Banken, Hedge Fonds, Andere Sammelstellen

Einschränkungen des Kreditangebots durch weitere Friktionen im Finanzsystem

Profiteure

Hedge Fonds

Unternehmen/ Haushalte

Bezeichnend für die nächste Phase der Krise, die  Ende Oktober einsetzte,  war die  Ungewissheit  sowohl hinsichtlich der Stabilität des Finanzsektors  als auch hinsichtlich der  Wahrscheinlichkeit einer Vertiefung der weltweiten  Rezession. Obwohl es  gelungen war, die  globale Vertrauenskrise in den  Griff zu bekommen, schnürten die Regierungen  weltweit  weiterhin  Maßnahmenpakete, um die Funktionsfähigkeit der Märkte  aufrechtzuerhalten  und  den rapiden Wirtschaftsabschwung abzufedern.  Allerdings blieben – auch aufgrund fehlender  Präzisierung – viele Fragen  hinsichtlich der Ausgestaltung, Wirkung und Konsistenz dieser  Maßnahmenpakete offen. So wurden die Finanzmärkte von zunehmend  schlechter  ausfallenden Konjunkturkennzahlen und  Gewinnmeldungen  erschüttert, wobei zwischendurch  immer wieder Optimismus aufflackerte,  häufig als Reaktion auf die Ankündigung neuer  staatlicher  Maßnahmenpakete. Als jedoch im Januar 2009 das volle Ausmaß des  globalen  Wirtschaftsabschwungs  offenkundig wurde,  gerieten die  Finanzvermögenspreise abermals unter  Druck. Angesichts  schwacher  Zahlen für das vierte  Quartal 2008, die auf den schlimmsten  Konjunktureinbruch  seit Jahrzehnten schließen  ließen, gingen die Märkte  wieder auf Talfahrt. Infolge  geringerer  Gewinne sanken die wichtigsten  Aktienindizes bis in den März hinein und fielen  schließlich  noch unter die  Tiefststände vom  November 2008. Quelle: BIZ, 79. Jahresbericht, Teil II FAZ: Unternehmensfinanzierung Die große Entschuldung (5.6.09): Nach  einem trostlosen  Winter mit rückläufigen Aktienkursen, kontinuierlichen  staatlichen  Finanzmarktinterventionen und schrumpfenden Kreditmärkten  zeigen sich nun die ersten  „zarten Triebe“ einer Erholung. Die Aktienkurse  sind weltweit gestiegen, amerikanische  Finanzinstitute haben massive  Kapitalspritzen privater Investoren erhalten und das  Verbrauchervertrauen  hellt sich in den vergangenen Monaten zusehends auf. FAZ: Die Wirtschaft schrumpft so stark wie nie zuvor (15.5.09): Die  schlimmste  ökonomische Krise seit dem Zweiten Weltkrieg hält ganz  Europa in Atem. Das Jahr  startete mit einer massiv rückläufigen  Wirtschaftsleistung: das Bruttoinlandsprodukt  schrumpfte im ersten Quartal  um 2,5 Prozent. Besonders heftig traf es das exportstarke  Deutschland. FTD: Rezession ist schön (5.1.09): Über die persönlichen Vorteile aus einer  Rezession. Axel A. Weber: zur Finanzkrise und den realwirtschaftlichen Folgen  (26.11.2008) 

Thesen zum Übetragungsmechanismus

Das aktuelle Gutachten des Sachverständigenrats zur Begutachtung der  gesamtwirtschaftlichen Entwicklung liest sich wie ein gut verständliches  Lehrbuch über die aktuelle Finanz- und Wirtschaftskrise. So lernen wir  auch ausführlich etwas über die Mechanismen, wie die Finanzkrise auf  die Realwirtschaft wirkt (S. 25 ff.):  Verschlechterung der Finanzierungsbedingungen und  Unsicherheit sorgen für Anpassung Finanzkrisen wirken sich auf vielfältige Weise auf realwirtschaftliche  Größen aus. Der zentrale Transmissionskanal besteht hierbei in einer  Verschlechterung der Finanzierungsbedingungen, die sich  ausgehend vom Finanzsystem auf Unternehmen, Haushalte und in  Extremfällen auf staatliche Einheiten ausweitet. Des Weiteren geht der  üblicherweise mit Finanzkrisen verbundene Vermögenspreisverfall mit  einer Einschränkung der Konsum- und Investitionsausgaben einher.  Zudem steigt das Ausmaß fundamentaler Unsicherheit, mit dem die  Wirtschaftssubjekte konfrontiert werden. Als Reaktion werden  Investitions- und Konsumpläne in einer Weise angepasst, die zu  einer zusätzlichen Abschwächung der gesamtwirtschaftlichen Nachfrage  führt. Die Schrumpfung derjenigen Sektoren, die im Vorfeld der Krise  besonders stark von den allokativen Verzerrungen der Finanzkrisen  üblicherweise vorausgehenden Vermögenspreisblasen gewonnen hatten,  wirkt weiterhin konjunkturhemmend. Im Kontext der aktuellen Krise ist  davon auszugehen, dass die Kontraktion des Finanzsektors und des  Bereichs Bau- und Wohnungswirtschaft besonders ausgeprägt ausfallen  wird. Schließlich ist zu betonen, dass die der Krise meist folgende  realwirtschaftliche Schwächephase Rückwirkungen auf das  Finanzsystem selbst zeitigt, die sich dann in einem weiteren Anstieg  problembehafteter Kredite und Wertpapiere, in erneuten Abschreibungen  und in verschlechterten Ertragsaussichten bemerkbar machen.  Am Anfang stehen Abschreibungen im Finanzsektor Die Mechanismen, die der durch Finanzkrisen bedingten  Verschlechterung der Finanzierungsbedingungen für den realen Sektor  zugrunde liegen, können vereinfacht wie folgt beschrieben werden: Am  Anfang stehen Wertberichtigungen bei Finanzinstitutionen, die zu  einer Reduktion ihres Eigenkapitals führen. Im aktuellen Fall  konzentrieren sich diese zunächst auf diejenigen Finanzprodukte, die  eine hohe Bindung an Immobilienpreisentwicklungen aufweisen. Mit  zunehmender Krisendauer steigt jedoch das Ausmaß der Belastungen, da  neben Problemen bei hypotheken besicherten Wertpapieren Verluste bei  weiteren Aktiva treten, beispielsweise als Folge von Solvenzproblemen  anderer Finanzinstitutionen. Da die hierdurch bedingte Reduktion des  Eigenkapitals das Ausmaß der Kreditverknappung wesentlich  mitbestimmt, hängt die Intensität der durch die Krise ausgelösten Effekte  stark von der Höhe dieser Verluste ab. Diesbezügliche Schätzwerte gehen weit auseinander und haben sich in den letzten  Monaten stark erhöht. So geht die Bank of England inzwischen davon  aus, dass sich die Gesamtverluste aus der Krise auf 2,8 Bio US-Dollar  belaufen werden (Bank of England, 2008).  Verstärkungsmechanismus Bilanzregeln Ein seit Beginn der Krise wichtiger Verstärkungsmechanismus, der die  Verlustschätzungen beträchtlichen Unsicherheiten unterwirft, besteht in  der in den letzten Jahren stark gewachsenen Bedeutung derjenigen  Bilanzierungsregeln, die die Bewertung von Finanzinstrumenten  zu aktuellen Marktpreisen vorschreiben. Wenn diese Marktpreise  aufgrund von Panikverkäufen unter die Werte sinken, die bei einer  Bewertung anhand zukünftig erwarteter Zahlungen gerechtfertigt wären,  kommt es zu selbstverstärkenden Effekten. Gleichzeitig werden  Überschätzungen der oft auf aktuellen Marktpreisen beruhenden  Schätzungen der Gesamtverluste wahrscheinlicher.  Probleme für Finanzinstitute, neue Kapitalgeber zu finden … Im Verlauf der Krise wurde es für Finanzinstitute zunehmend schwierig,  andere Akteure, wie beispielsweise Staatsfonds, als Kapitalgeber zu  gewinnen. Kann die durch Verlustabschreibungen ausgelöste Reduktion  des Eigenkapitals nicht über den Kapitalmarkt ausgeglichen werden,  müssen die Finanzinstitutionen ihre Eigenkapitalquoten auf andere Weise  auf das Niveau zurückführen, das gemäß der Einschätzung anderer  Finanzmarktakteure – einschließlich der Regulierungsinstanzen – mit  einer dauerhaften Weiterführung der Geschäftstätigkeit bei  angemessenem Risiko konsistent ist. Hierzu können beispielsweise  riskante durch weniger riskante Aktiva ersetzt oder das Ausmaß  bestehender Forderungen und Verbindlichkeiten kann reduziert werden.  Als Folge der notwendigen Bilanzkorrekturen sinkt die Fähigkeit und  Bereitschaft des Finanzsystems, die Realwirtschaft mit Krediten zu  versorgen.  … führt zur Kreditverknappung Bei der Einschätzung der Stärke dieses Effekts ist zu berücksichtigen,  dass die Größenordnung der Kreditverknappung den Rückgang der Eigenkapitalausstattung  oft um ein Vielfaches übersteigt. Beispielsweise ergeben  Modellrechnungen für die Vereinigten Staaten, dass aggregierte  Verlustabschreibungen bei Finanzinstitutionen mit hohem  Verschuldungsgrad (leverage) in Höhe von 100 Mrd US-Dollar zu einer  Kontraktion der Summe der von Finanzinstitutionen gehaltenen Aktiva  um bis zu rund 1 Bio US-Dollar führen könnten, unter der Annahme, dass  50 vH der vorangegangenen Verluste durch neues Eigenkapital ersetzt  werden und der Finanzsektor insgesamt seinen Verschuldungsgrad um 5  vH reduziert. Wird herausgerechnet, dass ein beträchtlicher Teil der  Reduktion der Aktiva innerhalb des Finanzsektors selbst vonstatten geht,  bleibt es im Fall der Vereinigten Staaten bei einer Kreditverknappung für  die Realwirtschaft, die die ursprünglichen Verluste um den Faktor vier  übersteigt.  Ein wichtiger Indikator für die zu erwartende Stärke der  Kreditverknappung kann aus Umfragen ermittelt werden. Es zeigt sich,  dass die seit Beginn der Krise eingetretene Verschärfung der  Kreditvergabebedingungen ein globales Phänomen ist, das allerdings in  bestimmten Regionen und für bestimmte Sektoren besonders markant  ausfällt.  Kreditverknappung verlangsamt Konsum und  Investitionsausgaben und … Umfrageergebnisse zu den Kreditvergabestandards  Aus der Reduktion der Kreditvergabe resultiert in der Folge eine  Verlangsamung oder Kontraktion der Konsum- und  Investitionsausgaben, die sich wiederum negativ auf  gesamtwirtschaftliche Einkommensgrößen auswirkt. Die  entsprechenden Effekte sind umso ausgeprägter, je größer die Bedeutung  kreditfinanzierter Ausgaben ist. In Volkswirtschaften, in denen der  Verschuldungsgrad der Unternehmen und Haushalte  überdurchschnittlich hoch ist, muss deshalb mit besonders starken  konjunkturellen Einbußen gerechnet werden.  … führt zu sich selbstverstärkenden Effekten Die Prognose der entsprechenden Auswirkungen wird durch sich  selbstverstärkende Effekte deutlich erschwert. Sinkt beispielsweise  die Verfügbarkeit von Hypothekarkrediten, kommt es zu einem stärkeren  Verfall der Hauspreise, da neu auf den Markt kommende Objekte keinen  Käufer finden. Hieraus folgen einerseits negative Vermögenseffekte, die  den Konsum weiter schwächen. Andererseits steigt bei fallenden  Hauspreisen der Anteil der Haushalte, deren Nettoimmobilienvermögen  negativ wird. Da eine Nicht-Begleichung der Hypothekenschulden mit  einem Vermögensgewinn einhergeht, entscheiden sich Haushalte  vermehrt zu einer Einstellung ihrer Zahlungen. Dies führt wiederum zu  erhöhten Verlustabschreibungen. Weiter fallende Preise für Wohn- und  Geschäftsimmobilien, eine Verschlechterung der Kreditqualität in  Branchen außerhalb des Immobiliensektors sowie ein Mangel an  Ertragsquellen für Finanzinstitutionen sind die Folge. Das tendenziell  unterkapitalisierte Bankensystem wird deshalb auf absehbare Zeit in  einem schwierigen Umfeld agieren.  Weltweite Wirkungen … Die Auswirkungen der beschriebenen Wirkungsketten machten sich  zunächst vor allem in den Vereinigten Staaten bemerkbar und dort auf  breiter Basis. Die Einschränkung der Kreditvergabe betrifft hier  inzwischen Konsumenten und in verstärktem Maß Unternehmen. Selbst  einige Gebietskörperschaften verloren zwischenzeitlich weitgehend ihren  Zugang zum Kapitalmarkt.  In anderen Industrienationen, einschließlich einigen Ländern Europas, ist  inzwischen ebenfalls eine deutliche Verschlechterung der  Finanzierungsbedingungen zu spüren. Wie in den Vereinigten Staaten  schlägt sich diese insbesondere in merklich erhöhten Risikoaufschlägen  nieder. Unternehmen, die sich kurzfristiger Geldmarktpapiere  (Commercial Papers) bedienten, um Liquiditätsengpässe aufzufangen,  waren hiervon ebenso betroffen.  … durch Ansteckungseffekte Während Ansteckungseffekte der Finanzkrise auf die meisten  Schwellenländer anfänglich nur sehr begrenzt auftraten, führte die  jüngste Verschärfung zu einem deutlichen Anstieg der Zinsaufschläge,  die von staatlichen und privaten Emittenten am Kapitalmarkt  aufzubringen waren. Gleichzeitig kam es zu Einbrüchen an den  Aktienmärkten. Jüngste Studien belegen, dass von solchen  Schwankungen der Vermögenspreise in Schwellenländern selbst bei  niedriger Marktkapitalisierung starke realwirtschaftliche Effekte  hervorgerufen werden können.  Risikoprämien erhöhen Zinsen Schließlich könnten in der aktuellen Situation realwirtschaftliche Effekte  deshalb besonders ausgeprägt ausfallen, weil das für eine lange Zeit am  stärksten betroffene Marktsegment, Interbankenkredite mit einer  Laufzeit von drei Monaten, für viele Finanzmarktprodukte als  Referenzwert dient. Die dort besonders hohen Zinsaufschläge, die als  wichtigster Indikator für das mangelnde Vertrauen zwischen Banken  gelten, werden daher auf eine große Anzahl von Kreditformen  übertragen. Dies führt beispielsweise dazu, dass sich die Verzinsung  variabel verzinster Hypothekenkredite mitunter beträchtlich erhöht.  Verunsicherung führt zu Vertrauensverlust und Anpassung der  Konsum- und Investitonspläne Ein empirisch nur schwer zu erfassender, aber aufgrund des Ausmaßes  der aktuellen Krise möglicherweise bedeutsamer Kanal  realwirtschaftlicher Krisenfolgen besteht in der Zunahme der  Verunsicherung bezüglich der zukünftigen Konjunkturentwicklung.  Umfragen unter Konsumenten und Unternehmen zeigen, dass  die Krise an den Finanzmärkten zu einem ausgeprägten  Vertrauensverlust geführt hat. Als Folge kommt es zu Anpassungen  der Konsum und Investitionspläne, wobei Vorsichtsmotive unter anderem  zu einem temporären Aufschieben ursprünglich geplanter Ausgaben  führen.  Empirische Untersuchungen belegen, dass Vertrauensindikatoren  zum Teil stark auf negative Entwicklungen an den  Finanzmärkten reagieren. Eine Beziehung zwischen  Vertrauensindikatoren und Konjunkturentwicklung kann ebenfalls  nachgewiesen werden, obwohl sich regional und im Zeitverlauf stark  schwankende Effekte ergeben können. Im Kontext der aktuellen Krise ist  der Einbruch von Vertrauensindikatoren jedoch dermaßen auffällig, dass  zumindest in einigen besonders von der Krise betroffenen Ländern von  nachdrücklichen Auswirkungen auszugehen ist. Blick Log: Wie sich die Finanzkrise auf die Realwirtschaft überträgt

Finanzierungsklemme (Einschränkung der Kredit- und Eigenkapital- beschaffung)

Seit Jahresanfang 2009 nehmen die Besorgnisse zu, eine Verknappung der  Kreditversorgung oder „Kreditklemme“ könne eine sich selbst tragende  konjunkturelle Erholung verhindern.  Tatsächlich ist es seit Ausbruch der Krise zu einer erheblichen Rückführung  des Fremdkapitalhebels der Banken gekommen. Die mit diesem Deleveraging  einhergehende Reduktion der Bilanzsummen betraf dabei zunächst vor allem  Finanzierungsbeziehungen innerhalb des globalen Finanzsystems,  insbesondere im internationalen Interbankengeschäft. Dabei ist zu  berücksichtigen, dass es innerhalb Deutschlands zunächst zu einer starken  Ausweitung der Kreditvergabe an nicht-monetäre finanzielle Unternehmen wie  Versicherungsgesellschaften, Pensionsfonds und Zweckgesellschaften kam,  die die Kreditvergabe insgesamt lange Zeit stützte.  In jüngster Zeit mehren sich die Anzeichen, dass nichtfinanzielle  Unternehmen von den Anpassungen im Finanzsektor betroffen sind. Seit  Mitte 2008 kam es zu einer deutlichen Abschwächung des Kreditwachstums in  diesem Bereich. Zwar lag das Volumen der an Unternehmen und Selbstständige  vergebenen Kredite auch im zweiten Quartal 2009 noch immer um 4,1 vH über  dem Vorjahresniveau. Allerdings verlief die Kreditvergabe bei einzelnen Fristen  oder Wirtschaftsbereichen sehr heterogen. So ging insbesondere die Vergabe  kurzfristiger Kredite stark zurück. Der bis zuletzt verzeichnete Rückgang  bewegt sich allerdings noch im Rahmen früherer Zyklen. Besonders augenfällig  sind jedoch die Unterschiede bei einzelnen Bankengruppen. So schränkten die  von der Krise besonders betroffenen privaten Großbanken ihre Kreditvergabe  deutlich ein. Vor diesem Hintergrund und vor dem Hintergrund des zu Beginn  der Krise vollständigen Erliegens von Kapitalmarktfinanzierungen ist  verständlich, dass zunächst vor allem große Unternehmen eine Verschärfung  der Kreditkonditionen zu spüren bekamen. Außergewöhnlich kräftig  expandierte die Kreditvergabe der Banken mit Sonderaufgaben wie die der  Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW). Quelle: Sachverständigenrat, Jahresgutachten 2009/2010, S. 52 f. Vox: A recovery without credit: Possible, but… (22.5.09): Many analysts  suggest the economic  recovery may have started but others worry that the  sorry state of developed countries’ financial  systems will prolong the  recession. Can economic activity revive absent a recovery in credit and housing  markets? This column presents new research suggesting that a “creditless  recovery” is  possible, but it would likely be slow and shallow.

Kreditklemme

finanznahe Institutionen, Hedge Fonds, Private Equity

Unternehmen, Kreditverknappungen für Unternehmen, Neubewertung von Kreditrisiken, Verschärfung Bonitätsanforderungen, Kürzung Kreditlinien, Abzug von Risikokapital

Privatpersonen, Immobilienfinanzierung, Konsumfinanzierung

Exportfinanzierung

Verfügbarkeit alternativer Finanzierungsquellen, Finanzierungsquellen innerhalb von Konzernverbundstrukturen, Liquiditäts- und Working Capital-Management, Maßnahmen zur Deckung des Kapitalbedarfs

Vermögensverluste/ Deflation

Spon: GESCHICHTE DES GELDES – “Instabilität gehört zum Finanzsystem” (6.8.09):  Warum halten Menschen Scheine aus bedrucktem Papier für wertvoll? Ist Gold nicht  doch das bessere Geld? Harvard-Historiker Niall Ferguson erklärt die wechselvolle  Geschichte des Geldes, die Unausweichlichkeit von Finanzkrisen – und den fatalen  Einfluss der Mathematiker. HB: Die Deflationsangst geht um (20.4.09): Die Alarmzeichen sind unübersehbar:  Nachdem die Verbraucherpreise in den USA im März auf Jahressicht erstmals seit mehr  als fünf Jahrzehnten gesunken sind, warnt nun auch der Chef des Internationalen  Währungsfonds (IWF), Dominique Strauss-Kahn, vor der Gefahr einer Deflation. Was in  den USA bereits Realität geworden ist, dürfte Deutschland demnächst einholen. Bisher hat die Krise die internationale  Wirtschaftsleistung eines ganzen Jahres  vernichtet. Die Asiatische  Entwicklungsbank (ADB) schätzt, dass  bislang auf der  ganzen Welt mehr als 50  Billionen Dollar Anlagevermögen  vernichtet wurden. Allein  in den  Schwellen- und Entwicklungsländern  Asiens sei Kapital von 9,625 Billionen  Dollar verlorengegangen - dies entspricht  sogar 109 Prozent des  Bruttoinlandsproduktes (BIP) eines  Jahres dieser Länder. In Lateinamerika  dürften sich  2 Billionen Dollar oder rund  57 Prozent seines BIP in nichts aufgelöst haben, heißt es  in einer  Studie, die am Montag auf einer Tagung  zur Krise in Manila vorgestellt wurde.  Die  Zahlen berücksichtigen den Rückgang  der Aktienkurse, den Verlust von  Spareinlagen und die Abwertung von  Währungen. „Ich fürchte, es wird noch  schlimmer, bevor es besser werden  wird“, sagte ADB-Präsident Haruhiko  Kuroda. Quelle: FAZ v. 9.3.09

Abschreibungen, Lehman Zertifikate

Reallokation von Anlagegeldern

"Vergiftung" der Aktiva

Preisdruck/ Rückgabekrise

Immobilienfonds

Aktienfonds

Geldmarktfonds

...

Anstieg der gesamtwirtschaftlichen Unsicherheit

reale Wirkungen

Die aktuelle Rezession wies in ihrer Ausprägung und ihrem Verlauf zunächst  besorgniserregende Parallelen zur Weltwirtschaftskrise zu Beginn der  1930er-Jahre auf. Die Krise erreichte im ersten Quartal 2009 ihren  Höhepunkt. Die globale Industrieproduktion, die bereits im letzten Quartal  des vorangegangenen Jahres deutlich eingebrochen war, rutschte zu Beginn  des Jahres noch weiter ab: Durchschnittlich verzeichneten die OECD- Länder  im Vorjahresvergleich ein Schrumpfen der Industrieproduktion um 16,6 vH  und eine Verringerung des realen Bruttoinlandsprodukts um 4,7 vH. Beim  Welthandel kam es zu einem in Stärke und Abruptheit außerordentlichen  Rückgang um 30 vH. Für das Jahr 2009 insgesamt ist davon auszugehen,  dass die Weltproduktion um 1,1 vH abgenommen hat, der Welthandel um  11,5 vH gesunken ist. Die Gründe für die massive Kontraktion des grenzüberschreitenden Waren-  und Dienstleistungsverkehrs sowie den Einbruch der Produktionstätigkeit  sind vielfältig (Expertise 2009 Ziffern 15 ff.). Als Folge der Verschärfung der  Finanzkrise im September 2008 wurde die Weltwirtschaft von einer Reihe  global wirkender Schocks getroffen: Es kam zu einem Finanzmarktschock  in Form einer extremen Verschärfung der Refinanzierungsbedingungen des  privaten und in einigen Ländern auch des öffentlichen Sektors. Die aufgrund  des weltweiten Falls der Immobilienpreise bereits gedämpfte  Gesamtnachfrage wurde hierdurch zusätzlich beeinträchtigt. Ein massiver  Nachfrageschock insbesondere für Investitions- und dauerhafte  Konsumgüter war die Folge. Im Verlauf der Krise setzten Prozesse ein, die dazu beitrugen, dass sich die  Wirkung der ursprünglichen Schocks verstärkte. Bei diesen  Verstärkungsmechanismen handelt es sich zum einen um die aus  früheren globalen Abschwüngen bekannten Zweitrundeneffekte. So führt der  Rückgang der Nachfrage in einem Land nicht nur zu einer Reduktion des  Außenbeitrags und der Produktion in anderen Wirtschaftsräumen, sondern  pflanzt sich durch den Einkommensrückgang über erneut sinkende Importe  international weiter fort. Zudem kommt es zu weiteren Belastungen des  Finanzsektors, der aufgrund der in einer Rezession zunehmenden  Kreditausfälle eine zusätzliche Reduktion seiner Eigenkapitalbasis und  Kreditvergabetätigkeit erlebt. Schließlich geht vom Versiegen der  internationalen Kapitalströme ein erheblicher Einfluss auf die  Wechselkursentwicklung aus. Die hiermit verbundenen Abwertungen führen  zu einer abrupten Erhöhung der Schuldenlast von in ausländischer Währung  verschuldeten Wirtschaftseinheiten.  Zum anderen kann die Schärfe der Rezession mit den Reaktionen von  Finanzinstituten, die in mehreren Ländern gleichzeitig aktiv sind, erklärt  werden. Unterliegen international agierende Finanzinstitute Restriktionen  bezüglich ihres Verschuldungsgrads, führen sinkende Vermögenswerte in  einem Land zu erzwungenen Verkäufen von Aktiva in anderen Ländern. Es  kommt zu einem Feedback- Mechanismus, in dessen Folge die Investitions-  und Produktionstätigkeit international simultan zurückgefahren werden. Ein wohl entscheidender Grund für die seit September 2008 zu  verzeichnende Krisenverschärfung war der Anstieg der  gesamtwirtschaftlichen Unsicherheit, mit der sich die Akteure auf den  Finanz- und Gütermärkten konfrontiert sahen. In Verbindung mit diskreten  Anpassungskosten bei Veränderungen des Kapitalstocks oder der  Beschäftigung können solche Unsicherheitsschocks zu sehr starken  Abschwüngen beitragen. Zudem ist zu vermuten, dass der in den letzten  Jahren zu verzeichnende Wandel der internationalen Arbeitsteilung,  insbesondere die Tendenz zu einer zunehmenden internationalen  Aufspaltung von Wertschöpfungsketten, zu einer Verstärkung der  Auswirkungen von Nachfrageschocks auf Welthandel und -produktion  beigetragen hat. Angesichts der Schärfe des wirtschaftlichen Einbruchs setzte die allmähliche  Stabilisierung der Produktion zur Jahresmitte relativ früh ein. Die  Industrieproduktion verzeichnete seit dem zweiten Quartal 2009 wieder  leicht positive Zuwachsraten und auch die Entwicklung des Welthandels  entspannte sich zunehmend. Die weltweite Verunsicherung bezüglich der  Konjunkturperspektiven ließ nach, wie beispielsweise die Entwicklung der  Aktienmarktvolatilität zeigt. Dies hatte erhebliche Rückpralleffekte zur  Folge, beispielsweise im Zuge des globalen Lagerzyklus. Die schnelle  Entspannung nach dem Abschwung lässt sich vor allem auf vier  Einflussfaktoren zurückführen: Quelle: Sachverständigenrat, Jahresgutachten 2009/2010. S. 27 ff.  Ähnlich wie bei den Problemen im Finanzsektor  dürfte der Handelseinbruch  dadurch verstärkt worden  sein, dass die in der Handelsfinanzierung  engagierten Banken bezüglich der  Kontrahentenrisiken skeptischer wurden,  wodurch  die Nettohandelskreditströme zwischen  exportierenden und  importierenden Ländern ins Stocken kamen. Stark rückläufige Exporte zogen  wiederum einen Vermögenspreisverfall nach sich.  Verglichen mit der akuten  Vertrauenskrise im September und Anfang Oktober 2008 verlief die  Entwicklung nun aber regional unterschiedlich und  länderspezifischer. Quelle: BIZ, 79. Jahresbericht, Teil II

weltweit

branchenübergreifend

Konsumzurückhaltung

Investitionszurückhaltung

Insolvenzwelle

Erhöhung der Sparquoten ("Angstsparen")

Kreditklemme

Anstieg Arbeitslosigkeit, Anstieg Beiträge Arbeitslosenversicherung

Reduktion der Rohstoffpreise, starker Rückgang der Rohölpreise

Reduktion der Marktwerte, Aktien, Immobilienpreise, weitere Assetklassen, Gefährdung Altervorsorge, Aktien, Pensionskassen

zum Stand Konjunkturprognosen

Rückgang Export

Strukturschwächen werden offen gelegt

Autoindustrie

Private Equity

kreditfinanzierter Konsum

Eigenkapitalfinanzierung

Private-Equity-Firmen fehlt frisches Kapital

Verteuerung von Risikokapital, Mezzanine

weitere Branchenkrisen

Autoindustrie

Maschinenbau

Medien

Export, Schifffahrt

Verstärkung Rezession

Anstieg Arbeitslosigkeit, USA, Deutschland, Europa, Welt

Konsumzurückhaltung

weltweit

Staaten

Spon: Kampf gegen die globale Krise (24.1.10):Wirtschaft  und Politik stehen vor existentiellen Fragen, die über die  Zukunft der globalen Ökonomie entscheiden: mehr  Schulden oder strikter sparen? Neue Konjunkturpakete  oder Rückzug des Staates? Europa, Asien und die USA sind  sich uneinig - SPIEGEL-ONLINE-Korrespondenten  analysieren die Krisenstrategien. _______ Die Weltwirtschaft befindet sich nach dem schwersten  Einbruch der  Nachkriegszeit in einer leichten  Erholungsphase, die jedoch aller  Voraussicht nach  mittelfristig wenig dynamisch verlaufen wird. Die tiefe  Rezession wurde vor allem von einem besonders scharfen  und abrupten  Einbruch des Welthandels zu Beginn des  Jahres 2009 ausgelöst, dem sich  kaum ein Land entziehen  konnte. So sank die weltweite Produktion im Jahr  2009 mit  1,1 vH deutlich. Die Stabilisierung der Weltkonjunktur zur Jahresmitte ist  im Wesentlichen  auf vier Aspekte zurückzuführen: die  expansive Geldpolitik der  Notenbanken, die starke  Ausweitung der staatlichen Nachfrage im Rahmen  von  Konjunkturprogrammen, die relative Robustheit der  Schwellenländer und  den vergleichsweise niedrigen  Ölpreis. Hinzu kam, dass sich die  Weltwirtschaft aufgrund  der leichten Entspannung zunehmend aus ihrer zu  Jahresbeginn aufgetretenen Schockstarre löste und die  Risikobereitschaft  der Wirtschaftsakteure zurückkehrte. Trotz der verbesserten Erwartungen wird die konjunkturelle  Erholung der  Weltwirtschaft im Jahr 2010 wohl nur eine  geringe Dynamik entfalten. Die  Probleme im Finanzsektor  sind noch nicht behoben. Ebenso wird die  Arbeitslosigkeit  aufgrund der gesunkenen Kapazitätsauslastung weiter  steigen. Positive Impulse sind hingegen von dem weiteren  Durchwirken der  weltweiten Konjunkturprogramme und  der robusten Entwicklung der  Schwellenländer zu erwarten. Quelle: Sachverständigenrat, Jahresgutachten 2009/2010 Zur Lage der Weltwirtschaft siehe auch: Im Sog der Weltrezession Gemeinschaftsdiagnose Frühjahr  2009 Spon: Wie sich die Welt durch die Finanzkrise wandelt  (10.6.09): Die globale  Rezession  gilt als historischer  Einschnitt, sensationell und außergewöhnlich  – alles  falsch,  behaupten jetzt Trendforscher in einer Studie über  die Folgen  für Wirtschaft und  Gesellschaft. Ihr  überraschendes Fazit: Die Krise ist  kaum mehr als ein  reinigendes  Gewitter. NZZ: Konsequenzen eines Staatsbankrotts in der Euro- Zone (16.5.09): Im  Zuge der  weltweiten Finanz- und  Wirtschaftsprobleme drohe selbst gewissen  Euro-Ländern  der  Staatsbankrott, wird allenthalben spekuliert. Der Autor  des  nachfolgenden Beitrags befasst  sich mit der Frage der  «angemessenen»  Reaktion der EU- bzw. Euro- Partnerstaaten, falls  ein Mitglied der  Währungsunion  tatsächlich insolvent werden sollte. FAZ: Die Rezession scheint schwächer zu werde (8.5.09):  Die Erzeugung im  produzierenden Gewerbe hat sich im  März stabilisiert. Dass sich die  konjunkturelle  Talfahrt  verlangsamen könnte, legt auch der F.A.Z.-  Indikator  nahe. Eine  konjunkturelle Wende zeigt der Indikator aber  noch  nicht an. FAZ: Talfahrt mit gebremstem Tempo (27.4.09): Der  Absturz der Wirtschaft  verlangsamt sich. Es gibt Hoffnung  auf eine Wende im Herbst. Doch am  Arbeitsmarkt  wird die  Rezession in den kommenden zwei Jahren eine  Schneise  der Verwüstung  schlagen. Der monatliche  Konjunkturbericht der  Frankfurter Allgemeinen Zeitung.

Industrieländer

Deutschland

USA

Europa

aufstrebenden Volkswirtschaften

FTD: Exzesse in Schwellenländern - EZB-Notenbanker schlägt  Alarm (26.1.10): EZB-Ratsmitglied Ewald Nowotny hat  ungewöhnlich direkt vor neuen Übertreibungen an den  Finanzmärkten gewarnt. Er prangert vor allem rein spekulative,  kurzfristige Geldströme in die Schwellenländer an. Eine Reihe von Schwellenländern fungierte als weiterer  Konjunkturanker.  Während weltweit die Realwirtschaften in  eine tiefe Krise gestürzt wurden,  behaupteten sich  insbesondere einige asiatische Volkswirtschaften mit einer  lediglich temporären Eintrübung, nicht zuletzt, da ihr  Finanzsektor sich als  robust erwies. Zu der besonderen  Stabilität der Schwellenländer trugen unter  anderem die in  den vergangenen Jahren durch die Akkumulation von  Währungsreserven aufgebauten finanziellen Polster bei, die  den Spielraum für  eine expansive Fiskalpolitik maßgeblich  erweiterten. Quelle: Sachverständigenrat, Jahresgutachten 2009/2010. S.  30. Weitere Details  S. 38 ff

Staatsverschuldung

TP: Geld mehrt Wohlstand (15.8.09): Das lehrt uns die Geschichte, meint der britische  Wirtschaftshistoriker Niall Ferguson. „Die Welt ist pleite.“ Dieser Satz war vor Wochen  des Öfteren zu hören oder zu lesen. Angesichts pleiter Banken, überschuldeter Staaten und  insolventer Unternehmen scheint er auch einige Plausibilität beanspruchen zu können. Allein  die USA werden in diesem Jahr ein Schuldenkontingent von fast zwei Billionen Dollar  anhäufen, was in etwa der Hälfte aller Bundesauslagen und dreizehn Prozent des  Bruttoinlandsprodukts entspricht. Und das ist noch nicht alles. Für die nächsten zehn Jahre  erwartet der Haushaltsausschuss des Kongresses eine weitere Verschuldung von zehn  Billionen Dollar Telepolis: Die Mutter aller Blasen (11.7.09): Weltweit kämpfen die Regierungen auf Pump  gegen die Krise an – die Folgen  könnten verheerend sein. Ein neues Konjunkturpaket  hier, ein Rekordhaushaltsdefizit dort – wenn in allen Ländern der Welt  die Privatwirtschaft  in der Rezession steckt und das Bankensystem mit unvorstellbaren Summen vor sich selbst  gerettet werden  muss, spielt Haushaltsdisziplin keine Rolle mehr. Der IWF schätzt, dass  die Regierungen der zwölf größten OECD-Staaten  über 10 Billionen US$ an neuen  Schulden aufnehmen müssen, um die Folgen der Finanzkrise zu bewältigen. Doch diese  Schätzungen sind konservativ und eher ein Best Case-Szenario. HB: Industriestaaten verspielen ihr Kapital (12.2.09): Die Finanzkrise treibt  Regierungsetats weltweit tief ins Minus. Die langfristigen Risiken steigen enorm. Selbst  erfahrene Volkswirte schließen nicht mehr aus, dass bald die ersten Industriestaaten  bankrott sind. Es droht ein Wettlauf gegen die Zeit. NZZ: Anomalien auf dem Markt für US-Treasuries (30.12.08)

nahende Zahlungsunfähigkeit, Island, Osteuropa, EU, Portugal, Irland, Griechenland, Spanien, Dubai, USA, Kalifornien

Kreditwürdigkeit von Staaten, Verteuerung der Kreditvergabe, Herabstufung im Rating

Japan

Mindmap zur Schuldenkrise

Währungsturbulenzen

FTD: Stresstest für die Euro-Zone (17.2.09): Warnungen von Ratingagenturen lassen die  Gemeinschaftswährung einbrechen. Streit gibt es über die Ausfallwahrscheinlichkeit von  Staatsschulden. Blick Log: Hintergrund: Carry Trades als Verursacher von Währungsturbulenzen (8.11.2008)

geldpolitische Risiken

Deflation

Inflation

Emerging Markets

Die aufstrebenden Volkswirtschaften wurden trotz  ihres begrenzten Engagements in notleidenden  Vermögenswerten zunehmend in die Krise  hineingezogen. Die Aktienkurse in den  aufstrebenden Volkswirtschaften, die sich seit  Beginn der Krise im August 2007 bis in den Mai  2008 hinein besser entwickelt hatten als jene der  Industrieländer, fielen – gemessen am MSCI-Index,  in der jeweiligen Landeswährung gerechnet – von  Mitte Mai bis zum Vortag des Lehman-Konkurses  um etwa 28% (verglichen mit einem Rückgang des  S&P 500 um rund 12%). Bis zu diesem Zeitpunkt  waren die Verluste größtenteils eine Folge des  krisenbedingten Einbruchs bei der Exportnachfrage  gewesen, wobei indirekt auch die nachfragebedingt  fallenden Rohstoffpreise eine Rolle gespielt hatten.  Die Vermögenspreise bröckelten in den  aufstrebenden Volkswirtschaften nach dem Konkurs  von Lehman Brothers generell weiter ab, da mit den  Bedenken hinsichtlich der Stabilität der  Bankensysteme in den wichtigsten  Volkswirtschaften auch Befürchtungen genährt  wurden, dass das Weltwirtschaftswachstum  stocken, die Rohstoffpreise verfallen und die  ausländischen Finanzierungsquellen versiegen  könnten. Basierend auf damit verbundenen  Bedenken über die Solvenz einzelner aufstrebender  Volkswirtschaften stiegen die Spreads von  Staatstiteln beträchtlich, und die Aktienkurse  brachen parallel zum Aktienkursverfall in den  wichtigsten Industrieländern deutlich stärker ein als  in früheren Phasen turbulenter Marktverhältnisse.  Quelle: BIZ, 79. Jahresbericht, Teil II

Protektionismus

FAZ: Der neue Nationalismus kostet Milliarden (15.2.09): Gerade haben die G-7-  Finanzminister im Anschluss an ihr Treffen in Rom ein Bekenntnis gegen  Protektionismus abgelegt. Doch die Realität sieht längst anders aus. Die Staaten  päppeln ihre heimischen Banken und ihre eigene Industrie. Das ist noch teurer als  Zölle zu erheben. HB: Protektionismus weltweit auf dem Vormarsch (28.1.09): Mit milliardenschweren  Konjunkturpaketen unterstützen die Industrieländer ihre heimische Wirtschaft. Damit bauen  sie neue Handelsschranken auf und verhindern weltweiten Wettbewerb. Die  protektionistischen Maßnahmen könnten die Weltwirtschaftskrise noch verschärfen.

Entwicklungen der Prognosen

Meist tippen Volkswirte und Analysten im Gleichschritt. Aber auch sie müssen überleben: Besser  mit der gesamten Zunft falsch schätzen als sich mit einer abseitigen Prognose ins Rampenlicht  zu stellen. Wer am Ende irrt, kann dann immer noch auf die Mehrheit verweisen, die eben auch  falsch gelegen hat. Das gibt Sicherheit und rettet im Zweifel sogar den eigenen Job. Einen Überblick über die volkwirtschaftlichen Prognosen der letzten Wochen hier.

Debatten

Protektionismus

Strukturwandel

Beschleunigung

Abbremsung

Transparenz

Banken

Vermögensverwaltung

Krisenprävention

gesellschaftliche

Verantwortung

Entlohnung

philosophische

ordnungspolitische

HWWI: Die Renaissance der Ordnungspolitik (9.5.09): Kaum ein Politiker, der nicht  “mehr  ordnungspolitische Vernunft” einfordert oder gar “ordnungspolitische  Leitplanken” anbringen will.  Ob es nun um Konjunkturpakete, die Verstaatlichung von  Banken, die Rettung angeschlagener  Industrien oder den Umbau des Finanzsystems  geht, überall beruft man sich auf  “ordnungspolitische Grundsätze”. Ordnungspolitik  ist zu einer Art Zauberformel geworden, die  wirtschaftspolitischem Handeln den  Charakter der “Richtigkeitsvermutung” verleiht und sich der  “Rückendeckung” durch  die ordoliberalen Gründungsväter der Sozialen Marktwirtschaft sicher  wähnt. HB: Im Rausch von Keynes (27.4.09): In Rekordzeit hat die Welt die Konzepte des  Krisenökonomen  wiederentdeckt. Was aber würde Keynes selbst heute empfehlen? HWWI: Wie steht es mit dem Comeback des Keynesianismus? Rückbesinnung auf  ordnungspolitische Grundsätze gegen aktivistische „Bastard-Keynesianer“ (19.1.09) SZ: Das große Missverständnis (24.11.08): Wie der Begriff Neoliberalismus zum Schimpfwort wurde  – und warum seine Anhänger von Anfang an den Staat nicht abschaffen, sondern ihn sogar stärken  wollten. 

2. Chance für Kapitalismus

Marktversagen

Wissenschaft

Makroökonomische Debatte, Krise der Makroökonomie

Qualität von Prognosen

Medienwirkung

Verstärkung von Ansteckungseffekten

Rechnungslegung

Debatte Fair-Value

Führungselite

BL: Die Wirtschaftselite in der Legitimationskrise: “Wo ist hier eine coole Sau, die begeistert!”  BL: Wie variable Vergütung das Denken und Handeln einengt (27.8.09)  BL: Shareholder Value wieder als Management-Prinzip? (2.8.09)  BL: Menschen lassen sich auch durch Altruismus, Fairness- und Gerechtigkeitserwägungen  leiten (29.7.09)  BL: Jobs in der Finanzbranche: “Berufliche Niederlagen passen einfach nicht ins Selbstbild”  (26.7.09)  BL: Bonus im Fokus: Die ewige Debatte bisher ohne Fragen an Aufsichtsräte und Eigentümer  (21.7.09)  Economist: By invitation: Leadership – A crisis of confidence? (20.7.09): In a guest article Chris  Bones, dean of Henley Business School, addresses the “crisis of confidence” in business  leadership  BaFin: Anforderungen an Personal- und Anreizsysteme für Kredit- und  Finanzdienstleistungsinstitute (18.8.09)  BL: Finanzkrise reloaded (2): Mikroökonomische Ursachen – Anreize, Risikomessung und  Regulierung (9.7.09)  BL: Wenn der Bonus zu hoch ist, dann sinkt die Leistung (19.6.09)  FAZ: Leistungsabhängige Bezahlung – Zu viel Geld macht nervös (18.6.09)  BL: Vom Rätsel der Ehrlichkeit bis zum Broken Window  BL: Vorschläge zur Motivation von Führungskräften und Mitarbeitern (27.4.09)  BL: Warum nicht nur Manager manchmal schlecht entscheiden (27.4.09)  BL: Statt mit Bonus mal mit Bindung motivieren (22.4.09)  BL: Gehalt, Motivation und unvollständige Verträge (18.4.09)  BL: Bonus-Desaster: “Warum ist es noch so still?”(30.3.09)  BL: Wie die Bonusdebatte zu neuen Gehaltsstrukturen und Frust führt (27.3.09)  BL: AIG-Bonus und die falsche Motivation von Top-Leuten (19.3.09)  BL: Wie Volkswirte und Analysten mit Vorhersage die Entscheidungen in Unternehmen  beeinflussen (8.3.09)  BL: “Mein Bonus war zu gering” (4.3.09)  BL: Finanz- und Wirtschaftskrise: Die Ratlosigkeit der Finanzelite (27.2.09)  BL: Wie Top-Leute auch anders als mit Bonus motiviert werden können (18.2.09)  BL: Armselige Führung: Bonus um Leistungsgträger zu halten  BL: Vom Schweigen und Versagen der Funktionselite (14.1.09)  BL: Das Versagen der Wirtschaftselite im Krisenmanagement (18.12.08)  BL: Eigeninteresse und Opportunismus (31.8.08)  BL: Umdenken bei Abfindungszahlungen und Anreizsystemen setzt ein  WSJ: Why Good Managers Make Bad Decisions (14.2.09)  Working Paper: Large Stakes and Big Mistakes (20.8.08, pdf)  Working Paper- Federal Reserve Bank of Boston: Large Stakes and Big Mistakes (23.07.2005)  Aus Politik und Zeitgeschichte: Eliten in Deutschland: (B 10/2004)  New Yorker: The Talent Myth – Are smart people overrated? (22.2.02)

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Platzen der Immobilienpreisblase in den USA

Auslöser der Krise war der Verfall der Immobilienpreise in den USA: Während  sich die Häuserpreise in den Vereinigten Staten von 1989 bis 1997 kaum  verändert hatten, stiegen sie von 1998 bis Mitte 2006 auf das 2,6-Fache. Dann  drehte sich der Trend, und die Immobilienpreise gaben auf breiter Front nach.  Das Platzen der Immobilienblase bedeutete naturgemäß das Ende des  Geschäftes mit den Subprime-Krediten: Immobilien, die als Besicherung für  die Kredite dienten, waren jetzt als Sicherheiten praktisch wertlos. Als Folge  mussten Banken, die solche Kredite in ihren Bilanzen hatten, Abschreibungen  vornehmen; die Verluste aus diesen Abschreibungen schmälerten ihr  Eigenkapital. Bedeutender für den Verlauf der Krise war allerdings, dass das  Risikobewusstsein vieler Investoren sprunghaft wuchs: Niemand wollte die  verbrieften Kredite mehr kaufen. Der Markt für diese Papiere brach  zusammen; die Praxis der Auslagerung der Kredite funktionierte nun nicht  mehr. Da niemand mehr diese Papiere kaufen wollte, konnte man auch keinen  Preis mehr dafür ermitteln, ihr Wert fiel ins Bodenlose. In der Folge mussten  Schattenbanken und Banken, die solche Papiere in ihren Bilanzen hatten,  dramatische Wertberichtigungen zu Lasten ihres Eigenkapitals vornehmen. Hanno Beck/Helmut Wienert, Anatomie der Weltwirtschaftskrise:  Ursachen und Schuldige, in: Aus Politik und Zeitgeschichte, 20/2009.  Die ab Juni 2007 auftretenden Verluste bei  Subprime-Hypotheken deckten  erhebliche  Schwachstellen im Finanzsystem auf. Zu diesen  gehörten hohe  Schuldenquoten zur Steigerung  der Eigenkapitalrenditen sowie  außerbilanzielle  Zweckgesellschaften, die Forderungen mit  vermeintlich  geringem Risiko – viele davon im  Zusammenhang mit US- Hypothekenengagements  – im Stile einer Fristentransformation revolvierend  kurzfristig refinanzierten. Auflaufende Verluste bei  den Vermögenswerten, die  den Forderungen  zugrunde lagen, sprengten schließlich das auf  kurzfristiger  Refinanzierung beruhende Modell und  zwangen die Banken zu einer  Reintermediation  ausgelagerter Forderungen. Am 9. August 2007  griffen die  Turbulenzen auf die Interbankmärkte  über und läuteten damit den Beginn  einer weiter  reichenden Finanzmarktkrise ein. Wachsende  Bewertungsverluste im Laufe der folgenden  Monate setzten die Bankbilanzen  unter Druck  und lösten schließlich Mitte März 2008 bei der  Investmentbank  Bear Stearns einen akuten  Liquiditätsengpass aus, der letztendlich zur  staatlich unterstützten Übernahme durch  JPMorgan Chase führte. Quelle: BIZ, 79. Jahresbericht, Teil II

Kontraktion der Immobilienpreise

Kaufzurückhaltung

Zwangsversteigerungen

Verstärkung durch Probleme der Hypothekenschuldner

Probleme der Hypothekenverbriefungen

Probleme mit Kreditderivaten