Create your own awesome maps

Even on the go

with our free apps for iPhone, iPad and Android

Get Started

Already have an account?
Log In

Maßnahmen gegen die Finanz- und Wirtschaftskrise 2007 - 2009 by www.blicklog.com Status 3.09.2011 by Mind Map: Maßnahmen gegen die Finanz- und Wirtschaftskrise 2007 - 2009
by www.blicklog.com
Status 3.09.2011
0.0 stars - reviews range from 0 to 5

Maßnahmen gegen die Finanz- und Wirtschaftskrise 2007 - 2009 by www.blicklog.com Status 3.09.2011

IMF-Working-Paper: Crisis Management and Resolution: Early Lessons from the Financial Crisis (9.3.11): This paper compares the policy choices in recent and past crises, explains why those choices varied, and assesses the current state of financial and operational restructuring and institutional reform. While acknowledging the unique and global nature of the recent crisis and varying country circumstances, analysis suggests that the diagnosis and repair of financial institutions and overall asset restructuring are much less advanced than they should be at this stage and that moral hazard has increased. Consequently, vulnerabilities in the global financial system remain considerable and continue to threaten the sustainability of the recovery. These conclusions point to a number of steps to finish the business of financial sector repair and reform. ___________________________________________- Die Weltwirtschaft stand nach der Lehman-Pleite viel dichter vor einer  zweiten Großen Depression als bisher angenommen. Das zeigt eine neue  Studie. Bislang war der Vergleich zu 1929 unter vielen Ökonomen ein Tabu.  Die hier besprochene Studie lautet “From Great Depression to Great Credit  Crisis: Similarities, Differences and Lessons” und kann hier als pdf (58  Seiten) geladen werden. Quelle: HB: Finanzkrise: Weltwirtschaft war viel dichter am Abgrund als  gedacht (21.12.09) Im Kampf gegen die systemische Krise haben Zentralbanken  und Regierungen weitreichende Notmaßnahmen ergriffen. Die  Zentralbanken weiteten zur Sicherung der Liquidität ihre  Bilanzen rapide aus und die Politik stellte umfangreiche  Mittel für Garantien und zur Rekapitalisierung der Banken  bereit. Die Wirkung der ergriffenen Stützungsmaßnahmen war  zunächst verhalten, spätestens seit dem zweiten Quartal 2009  aber deutlich erkennbar. Gerade die Aktienkurse von  Finanztiteln haben in den letzten Monaten erhebliche  Wertzuwächse erzielt. Man sollte sich jedoch nicht täuschen lassen: Noch immer  verbleiben erhebliche Bilanzrisiken, sowohl in Form von  Altlasten bei toxischen Wertpapieren als auch infolge der  Abschreibungen und Wertberichtigungen, die aufgrund der  Verschlechterung der Kreditqualität im Zuge der  realwirtschaftlichen Krise zu erwarten sind. Die verbleibenden Risiken sind das eine, die noch immer  ungelöste Frage, wie Krisen dieses Ausmaßes verhindert  werden können, das andere Problem, dem sich die Wirtschaftspolitik  stellen muss. Eine der fundamentalen Ursachen der Krise war, dass die  implizite Garantie des Steuerzahlers, den Gläubigern der Banken im Fall der  Fälle zur Seite zu stehen, extrem verzerrte Anreize zur übermäßigen  Ausweitung der Bilanzsummen und Bilanzrisiken mit sich brachte. Durch  die expliziten und impliziten Stützungsmaßnahmen im Zuge des  Krisenmanagements ist diese Garantie ausgeprägter denn je: Noch nie in  der Geschichte finanzieller Unternehmungen hatten „so wenige so vielen so  viel Geld zu verdanken“ (King, 2009). Erforderlich ist nun ein Exit, der mindestens ebenso heikel ist wie der  Rückzug aus den expansiven geld- und finanzpolitischen Maßnahmen zur  Stützung der Realwirtschaft. Die große Herausforderung besteht nämlich  nicht in der an sich schon schwierigen Rückführung der expliziten  Stützungsmaßnahmen, die ohnehin Jahre in Anspruch nehmen wird. Die  wirkliche Herausforderung besteht im Rückzug aus der impliziten  Absicherung privater Risiken durch die Allgemeinheit. Die Parallelen zur  Finanzpolitik sind offensichtlich. Wie bei der Finanzpolitik muss zunächst  mit Bedacht vorgegangen werden, da die erforderlichen Maßnahmen mit  höheren Eigenkapitalanforderungen und deshalb mit einem geringeren  Kreditvergabepotenzial einhergehen werden. Eine zu rasche Verschärfung  der Regulierung könnte deshalb den noch fragilen Aufschwung gefährden.  Wie bei der Finanzpolitik muss nach Festigung der Realwirtschaft umso  resoluter vorgegangen werden, da nicht nur eine Rückkehr zum Status quo  ante, sondern die Durchsetzung einer grundsätzlich reformierten  Finanzmarktordnung das Ziel sein muss. Wie bei der Finanzpolitik werden  die Widerstände der Partikularinteressen erheblich und mit an Sicherheit  grenzender Wahrscheinlichkeit sogar besser organisiert sein. Auch vor  diesem Hintergrund sollten die hohen Wertzuwächse bei Finanztiteln zu  denken geben. Die Erwartung, dass die von der internationalen  Gemeinschaft vorangetriebenen Reformen, deren Stoßrichtung zu begrüßen  ist, tatsächlich zu höheren Kapitalpuffern und damit geringeren  Ertragspotenzialen führen, ist augenscheinlich wenig ausgeprägt. Quelle: Sachverständigenrat, Jahresgutachten 2009/2010, S. 118. Wiwo: Lehren aus der Finanzkrise (20.12.08) ifo Standpunkt Nr. 100: Lehren aus der Bankenkriese (4.11.08)

direkte Finanzmarkstabilisierung 1. Welle

Die im Juli 2007 erstmals aufgetretenen Erschütterungen im globalen  Finanzsystem haben im September 2008 eine neue Dimension erreicht. Die  überraschende Insolvenz von Lehman Brothers hat das Vertrauen in die  Stabilität von Banken und Versicherungen so massiv beschädigt, dass die  Kreditbeziehungen zwischen den Finanzinstituten nahezu zum Erliegen  gekommen sind. Ohne staatliche Interventionen hätte die systemische Krise  zu einem Zusammenbruch des gesamten Finanzsystems geführt. Nicht nur  die Kreditvergabe zwischen den Banken, sondern auch die an Unternehmen  und private Haushalte wäre zum Stillstand gekommen. Es hätte die Gefahr  bestanden, dass Sparer versuchen, ihre Einlagen in großem Stil aufzulösen. Da  Kredite eine deutlich längere Laufzeit aufweisen als Einlagen, sind Banken  grundsätzlich nicht in der Lage, einem flächendeckenden Einlagenabzug  nachzukommen. Unternehmen und private Haushalte könnten dann nicht  mehr frei über Bankguthaben und Ersparnisse verfügen. Das Vertrauen in das  Bankensystem wäre zerstört worden und die Finanzierung realwirtschaftlicher  Aktivitäten zusammengebrochen. Es gab deshalb keine Alternative zu den koordinierten, umfassenden und  teilweise sehr unorthodoxen Maßnahmen von Notenbanken und Regierungen.  Durch weitreichende Liquiditätshilfen und Zinssenkungen haben die  Zentralbanken dafür gesorgt, dass die Banken auch unter den extremen  Bedingungen der letzten Wochen stets ihren Zahlungsverpflichtungen  uneingeschränkt nachkommen konnten. Die Aufgabe der Regierungen  bestand darin, Lösungen für die teilweise gravierenden Solvenzprobleme der  Banken zu finden, insbesondere durch die Zuführung von Eigenkapital. Durch  die staatlichen Rettungsschirme und die umfassende Bereitschaft der  Notenbanken, als Lender of last Resort zu agieren, ist es mittlerweile  gelungen, einen stabilen Boden für die Finanzsysteme in den wichtigsten  Volkswirtschaften einzuziehen. Dadurch ist die Gefahr eines  Zusammenbruchs des Finanzsystems gebannt. Dies schließt nicht aus, dass  es noch bei einzelnen Banken zu gravierenden Schieflagen kommen kann. Sachverständigenrat, Gutachten 2008/09

USA

Telepolis: Filzokratie a la Paulson (11.08.09): Wie der US-Finanzminister Goldman  Sachs vor dem Konkurs rettete und das Unternehmen dann mit Staatsgeldern den  Programmhandel cornerte. Henry M. Paulson, der Mann, der bei Kongressanhörungen  über seine Entscheidungen während der Finanzkrise permanent ins Stottern kam,  scheint eine maßgeblichere Rolle im allgemeinen Bailout-Ringelreien gespielt zu haben,  als diesem jetzt lieb sein könnte. Paulson war von 1999 bis 2006 Vorsitzender und  CEO der US-Investmentbank Goldman Sachs, bevor er am 30. Mai 2006 von  Präsident George W. Bush für das Amt des Finanzministers nominiert wurde. Paulson,  dessen Vermögenswert auf 700 Millionen US-Dollar geschätzt wird, gilt als Vorzeige- Republikaner, dem trotz seiner Alibi-Engagements für den Naturschutz und seiner  Thematisierung der Kluft zwischen Arm und Reich vor allem das Wohle der Wallstreet  und nicht dasjenige der Steuerzahler am Herzen lag. Sollten sich der  Korruptionsverdacht im Zusammenhang mit dem AIG-Bailout jetzt bestätigen, müsste  er sich besonders warm anziehen. Telepolis: US-Notenbank ist ein “Ponzi Scheme” (29.07.09): Für Eliot Spitzer, den  früheren  Gouverneur und Generalstaatsanwalt von New York, war die US- Bankenrettung der größte  Betrug aller Zeiten. Als Eliot Spitzer, der frühere  Gouverneur und Generalstaatsanwalt von  New York, im März 2008 bei einem  Prostituiertenkontakt ertappt wurde und  zurückgetreten war, hatten an der Wall  Street die Champagnerkorken geknallt. Denn der  als “bigott” verschriene Demokrat  hatte zeitlebens wenig Verständnis für die “Normalität”  der Finanzmärkte gezeigt.  So hatte er 2002 praktisch die gesamte  Investmentbankenszene wegen  Schiebereien bei Aktienemissionen angeklagt, was diese  rund 1,4 Mrd. Dollar an  Strafen und Entschädigungen kostete. Und 2004 versuchte der  “Sheriff der Wall  Street” gar, dem früheren Vorsitzenden der New Yorker Börse NYSE  Richard A.  Grasso dessen “übermäßige” Abfindung von 179 Mio. USD abzuknöpfen, was  an  der Wall Street ja keine ganz ungewöhnliche Gehaltszahlung darstellt.

Rettung der Investmentbank Bear Stearns (Frühjahr 2008), Kauf durch JP Morgan Chase, Flankierung durch Maßnahmen

TARP, Notrettung von Banken, Eigenkapital, "Zwangsannahme", Garantien, Fannie Mae und Freddie Mac (15.7.08)

Notrettung AIG

Liquiditätshilfen der FED, The Fed’s Secret Liquidity Lifelines, US Banken, Deutsche Banken, Nichtbanken, Freistaat Bayern, diverse US-Banken

Bank of America übernimmt Merrill Lynch

Deutschland

Die deutsche Reaktion auf die Beinahe-Kernschmelze des Systems war  schnell und entschlossen. Im Oktober 2008 verabschiedete der Bundestag  in Rekordzeit das Finanzmarktstabilisierungsgesetz (FMStG). Im  Zusammenspiel mit den Notprogrammen anderer Regierungen und der  Ausweitung der Liquiditätsbereitstellung durch die Zentralbanken gelang  es, den Zusammenbruch weiterer großer Institute zu verhindern und einem  weitgehenden Erliegen der Kernfunktionen des Finanzsystems vorzubeugen. Der mit dem FMStG ins Leben gerufene Sonderfonds  Finanzmarktstabilisierung (SoFFin), der mit einem Verfügungsrahmen von  480 Mrd Euro ausgestattet wurde, hat bislang rund 128 Mrd Euro in Form  von Garantien, 22 Mrd Euro in Form von Eigenkapitalhilfen und 6 Mrd Euro  in Form von Risikoübernahmen gewährt. Durch die Stützungsmaßnahmen gelang es, weitere Ansteckungseffekte zu  verhindern und so auch die Banken, Versicherungen und  Finanzintermediäre abzusichern, die nicht unter den Schutzschirm des  Staates fielen. Dies ist vor dem Hintergrund einer in der Geschichte  beispiellosen Krise und des erheblichen Zeitdrucks, unter dem sich die  Akteure befanden, ein nicht zu vernachlässigender Erfolg. Allerdings haben  die bei den Rettungen zu Tage getretenen Probleme erhebliche Defizite im  gesetzlichen und institutionellen Rahmen für das Management von  Finanzkrisen offengelegt. Besonders offensichtlich waren die bestehenden  Regelungslücken im Fall der Hypo Real Estate (HRE). Mangels eines  adäquaten Restrukturierungsregimes, das die Abwicklung von  Finanzinstituten bei gleichzeitiger Minimierung systemischer  Ansteckungseffekte ermöglicht hätte, wurde im April dieses Jahres als  Ultima Ratio die sogenannte Lex HRE implementiert, mit der die  vollkommene Verstaatlichung der Bank ermöglicht wurde. Die Kosten, die dem Steuerzahler durch diese Mängel beim  Krisenmanagement entstanden sind, könnten beträchtlich sein. In  Bruttogrößen, also ohne Berücksichtigung der von staatlicher Seite im  Gegenzug zu den Rettungsmaßnahmen zu buchenden Aktiva, ist der  Schuldenstand des Staates infolge der Rettungsmaßnahmen allein im Jahr  2008 um 53,5 Mrd Euro gestiegen. Dem stehen buchungstechnisch Aktiva  mit einem Nominalwert in Höhe von 50,2 Mrd Euro entgegen. Der  tatsächliche Wert der entsprechenden Wertpapiere dürfte niedriger sein.  Eine definitive Aussage ist allerdings nicht möglich, da keine Transparenz  über das unfreiwillig erworbene Wertpapierportfolio besteht. Quelle: Sachverständigenrat, Jahresgutachten 2009/2010, S. 123.   Zeit: Finanzkrise “Die Bankenrettung hat nicht viel gekostet” (24.5.11): Der Aufschwung läuft, die Wirtschaft hat ihren Einbruch wettgemacht – und schon hört man das Argument, die Finanzkrise komme Deutschland nicht teuer zu stehen. Ehrlich? _______________________________________________ In einer Pressekonferenz am 5.10.2008 sprach Bundeskanzlerin Angela  Merkel mit ihrer  monotonen Stimme die vielleicht  dramatischsten Sätze  ihrer bisherigen Amtszeit:  "Wir  sagen den Sparerinnen und Sparern, dass  ihre Einlagen sicher sind. Auch  dafür steht  die Bundesregierung ein." Hier  dazu ein Video-Bericht von n24. Ergänzt wurde diese von Peer Steinbrück, der u.a. sagte: “Ich möchte gerne  unterstreichen, dass wir in der Tat in der gemeinsamen  Verantwortung, die  wir in der Bundesregierung fühlen,  dafür Sorge tragen wollen, dass  die  Sparerinnen und Sparer in Deutschland nicht befürchten müssen, einen  Euro ihrer  Einlagen zu  verlieren. Dies ist ein wichtiges Signal, damit es zu  einer Beruhigung  kommt und nicht zu Reaktionen, die unverhältnismäßig  wären  und die uns die  derzeitige Krisenbewältigung beziehungsweise  Krisenprävention noch schwieriger  machen würden.” Wie dicht deutsche Banken vor dem Kollaps bzw. einem Run gestanden  haben sollen, sollen jetzt Informationen der Bundesbank  offenbaren. Sie  hat in ihrem letzten Monatsbericht im hinteren Abschnitt des Aufsatzteil (ab S. 56) ziemlich nüchtern über  die  dramatischen Tage im September  und Oktober berichtet. Hier die grafische  Darstellung des der Ein- und  Auszahlungssalden im  Vergleich zum Vorjahr: Ob deutsche Institute damals tatsächlich vor einem Bankrun (hier steht wie  eine  Bankenkrise mit Bankrun verlaufen könnte) standen, lässt sich nach  meiner  Auffassung aus diesen Daten nicht ableiten. Dennoch,  offensichtlich hatte ein Teil der  Bürger  Befürchtungen, es können zu  einem run kommen und deckte sich vorsorglich  mit Bargeld ein. Kritiker  haben damals der Regierung  vorgeworfen, die Garantie hätte  die Furcht  vor einer Bankenpleite erst geschürt. Das Medienecho auf diese Veröffentlichung war in diesen Tagen übrigens  vergleichsweise verhalten. Die Sucht nach düstern  Schlagzeilen ist vielen  Medien  offenbar vergangen. Immerhin, ein paar folkloristisch angehauchte  Berichte gab es  doch. So  berichtete die Welt darüber, wie Deutschlands  Sparer heimlich die  Bankautomaten plünderten und die Süddeutsche wie  seit dem Ausbruch der  Finanzkrise Bundesbürger Bargeld bunkerten. Die  lesenswerteste Darstellung zu  diesem Tagen war am 28. Juni in der  Frankfurter Allgemeinen Sonntagzeitung unter  dem Titel: “Wir waren sehr  nah am Abgrund” zu lesen. Der Artikel ist nur  kostenpflichtig erhältlich  über das Archiv der FAZ. Für eine stärkere Aufmerksamkeit sorgten dagegen Berichte zur Rettung  der Hypo Real  Estate ein paar Tage nach der Abgabe der  staatlichen  Einlagengarantie. Hier ist  mittlerweile ein Protokoll veröffentlicht mit  zahlreichen Ungereimtheiten, wie  weissgarnix weiß. Nach Auffassung der Chefs der Deutschen Bank und der  Commerzbank hätte eine Insolvenz der  HRE den Untergang des deutschen  Banksystems bedeutet. Ob dieses Szenario tatsächlich realistisch war, ist schwer nachzuprüfen.  Zum Nennwert  muss man diese Aussage nicht nehmen.  Psychologisch  wirkte die Angstmache  jedenfalls, denn in Rekordzeit wurde die HRE  gerettet und das  Finanzmarktstabilisierungsgesetz durch die  parlamentarischen Instanzen geprügelt. In  jedem Fall sprechen die  drohenden Worte  der Bankvorstände dafür, Einzelinstitute  niemals mehr  so bedeutend werden zu lassen, dass solche Drohungen gegen eine  Regierung ausgesprochen werden können. HB: Wie der Bund bei Bankenhilfen Geld verdient (14.04.09): Der Bund stützt  die  Finanzinstitute mit Zigmilliarden. Doch nur ein geringer Teil des  Geldes ist verloren. Im  Gegenteil, bislang sind die über den  Bankenrettungsfonds vergebenen Garantien und  Kapitalspritzen ein  lukratives Geschäft: Zinsen und Provisionen sorgen in diesem Jahr  für  einen Gewinn. Sachverständigenrat erklärt, warum Rettungspaket für Banken notwendig  war Im August 2009 veröffentlichte die FTD einen  Bericht über die  Überlegungen im der  Regierungen zusammen mit Bankenvertretern  unter  der Überschrift: Die deutsche Lehman-Lüge: Der Fall der  Lehman-Bank hat Kapital und  Vertrauen  vernichtet. Sagen deutsche Politiker und  Bankchefs. Das ist die  Unwahrheit - und sie  wissen es. Die Pleite am 15. September 2008  war  nicht der Auslöser der Entwicklung.  Die  Finanzhäuser hierzulande gerieten  schon Jahre  zuvor in Schieflage.

Finanzmarktstabilisierungsgesetz, Gründung der SoFFin

Garantie für Spareinlagen

Begründung des Sachverständigenrates

Einzelmaßnahmen

vorrübergehendes Verbot von Leerverkäufen

"Zwangs"-fusionen, HBOS

befristete Garantie für die Anleger von Geldmarktfonds

Notrettung Hypo Real Estate

direkte Finanzmarkt- stabilisierung 2. Welle

Während die Regierungen zunächst mit Ad-hoc-Maßnahmen reagierten,  wurden wenige Wochen nach der Insolvenz von Lehman Brothers strukturierte  Stützungsprogramme aufgelegt. Bezogen auf das Bruttoinlandsprodukt  befindet sich Deutschland bei den insgesamt zur Verfügung gestellten Mitteln  mit einer Quote von 24 vH im Mittelfeld (Tabelle 18); mit rund 62 vH liegt  beispielsweise der Wert für das Vereinigte Königreich deutlich höher. Eine  Sonderstellung nimmt Irland ein, das mehr als das Dreifache des eigenen  Bruttoinlandsprodukts für staatliche Hilfsprogramme vorgesehen hat.  Von den bereitgestellten Hilfspaketen wurden jedoch nur Teile eingelöst. Die  Länder des Euro-Raums sowie die Vereinigten Staaten weisen relativ geringe  Einlösungsquoten von unter 50 vH auf, britische Banken nahmen  Hilfsmaßnahmen in deutlich größerem Umfang in Anspruch. Dort lag der  Schwerpunkt der Maßnahmen im Bereich der Vermögenssicherung. In den  Vereinigten Staaten wurden hingegen in erster Linie Rekapitalisierungen  durchgeführt. Quelle: Sachverständigenrat, Jahresgutachten 2009/2010, S. 118.

Ankaufprogramm toxischer Assets

FAZ: Mehr giftige Wertpapiere als gedacht (7.4.09): Das  Volumen an toxischen  Wertpapieren in den Bilanzen von  Banken und Versicherungen könnte auf 4 Billionen Dollar  gewachsen sein - deutlich mehr als bislang erwartet. Das  geht anscheinend aus einer  revidierten Schätzung des  Internationalen Währungsfonds hervor.

USA, Kauf toxischer Assets

Deutschland, Zweckgesellschaftsmodell, Konsolidierungsmodell, Stabilisierungsmaßnahmen des SoFFin

Staatsanteile/ Verstaatlichung

Banken, Commerzbank, Hypo Real Estate

Bad Banks

Finanzierung

Probleme, Vertrauen, Bewertung, Zitronen

FMS Wertmanagement (HRE, 2010)

Erste Abwicklungsanstalt (WestLB, 2009)

Anpassung Bilanzierung

USA

Durchführung von Stresstests

Als Katalysator eines solchen entschiedenen Umgangs mit notleidenden  Instituten können umfassende Stress-Tests dienen. In einem ersten  Schritt müssen hierbei die erwarteten Verluste aus Altlasten in den  Bilanzen ermittelt und in einer simulierten Gewinn- und Verlustrechnung  realisiert werden. In einem zweiten Schritt wird dann überprüft, welche  Eigenkapitalbelastungen durch die Verschlechterung der Kreditqualität im  Zuge der realwirtschaftlichen Krise zu erwarten sind. Entscheidende  Stellschrauben bei der Ermittlung der Eigenkapitalausstattung sind somit  die Annahmen bezüglich der Werthaltigkeit verbleibender toxischer  Vermögensbestände, der Nachhaltigkeit der konjunkturellen Entwicklung  sowie der Auswirkungen einer realwirtschaftlichen Abschwächung auf die  Kreditqualität. Letztere wird üblicherweise auf Basis des in der  Vergangenheit beobachteten Zusammenhangs zwischen  Konjunkturentwicklung, internen und externen Ratings als Maß für die  Kreditausfallwahrscheinlichkeiten und Eigenkapital ermittelt. Um der  Funktion des Eigenkapitals als Puffer Rechnung zu tragen, sind in allen  drei Bereichen möglichst konservative Annahmen zu treffen. Als Mittel zur Quantifizierung des Eigenkapitalbedarfs gehören Stress- Tests schon seit einigen Jahren zum Standard-Instrumentarium von  Banken und Aufsichtsbehörden. Auch in der aktuellen Krise wurden sie  intensiv zur Ermittlung von Risiken eingesetzt. Die bisherige  Herangehensweise weist jedoch zwei erhebliche Schwächen auf: Stress-Tests wurden lediglich als Kontrollinstrument eingesetzt.  Vor der Durchführung der Überprüfung muss jedoch eine klare  Grenze vorgegeben werden, etwa für die Kernkapitalquote.  Unterschreitet eine Bank diese Grenze, muss ein Zwang zu einer  Gesundung ausgeübt werden, damit diese mit einer ausreichenden  Eigenkapitalbasis der Realwirtschaft wieder Kredite zur Verfügung  stellen kann. Ein Institut, das im Stress-Test ein zu geringes  Eigenkapitalpolster aufweist, muss angewiesen werden, in einer  kurzen Frist von privater Seite frisches Kapital aufzunehmen oder die  Auslagerungs- und Rekapitalisierungsmodelle des SoFFin zu nutzen. Annahmen und Ergebnisse der Tests wurden nicht transparent  gemacht. Transparenz ist jedoch von entscheidender Bedeutung, da  nur eine Veröffentlichung Erwartungssicherheit bezüglich der  Situation einzelner Institute mit sich bringt und die Selbstbindung der  Behörden ermöglicht Die wesentliche Funktion von Stress-Tests ist es, bestehende  Eigenkapitallücken zu identifizieren und zu korrigieren. Die Korrektur von  Defiziten kann hierbei auf zweierlei Weise erfolgen: Mittels einer  Rekapitalisierung durch private Akteure oder die öffentliche Hand sowie  durch die Restrukturierung oder Abwicklung eines Instituts ohne  tragfähiges Geschäftsmodell. Zur Ermittlung der Tragfähigkeit müssen  zusätzliche Aspekte unabhängig von Stress-Tests in Erwägung gezogen  werden. Stellt sich hierbei heraus, dass ein Kreditinstitut keine  ausreichende Zukunftsperspektive hat, muss auf eine Restrukturierung  oder Abwicklung gedrungen werden. Auch dies zählt zu den  Aufräumarbeiten im Nachgang zur aktuellen Finanzkrise. Da in  Deutschland kein adäquater Rahmen für solche Abwicklungsaktionen  vorliegt, muss dieser für den Fall der Fälle zeitnah geschaffen werden  (Ziffern 217 ff.) Quelle: Sachverständigenrat, Jahresgutachten 2009/2010, S. 131 f.

USA-Stresstest

Europa

Stabilisierung durch Notenbanken

Zinspolitik, weltweite Zinssenkungen, USA bis auf 0%, unter 0%

Ankauf von Aktiva durch Notenbanken, TALF, EZB kauft gedeckte Anleihen, Kauf Hypothekenanleihen

quantitative Lockerung, Europa, USA

Liquiditätshilfen, US-Notenbank, Finanzsektor, Banken, USA, weltweit, Hedgefonds, Nichtbanken, EZB

Regierungsmaßnahmen

 Die Wirtschaftspolitik hat mit einer breiten Palette von Maßnahmen reagiert, um das  Vertrauen in die großen Banken und die Funktionsfähigkeit des Finanzsystems  wiederherzustellen. In den meisten Industrieländern wurden die Zinsen bis nahe oder  ganz an die Nullzinsgrenze gesenkt. Eine Reihe von Zentralbanken verlängerten ihre  Bilanzen enorm, um die akuten Anspannungen an den Finanzmärkten zu verringern.  Doch trotz umfangreicher staatlicher Zusagen sind die Regierungen nach wie vor nicht  gewillt oder nicht in der Lage, das Problem notleidender Aktiva in den Bilanzen der  Banken wirklich in Angriff zu nehmen. In vielen Ländern gingen die traditionellen und  die unkonventionellen geldpolitischen Maßnahmen mit einer ähnlich forschen  Lockerung der Fiskalpolitik einher. Selbstverständlich sind die Notwendigkeit zur  Steigerung der Staatsausgaben und der diesbezügliche Spielraum in den einzelnen  Ländern unterschiedlich. Eine Beurteilung der verschiedenen Ausgabenprogramme  kann  in jedem Fall erst dann erfolgen, wenn diese ihre volle Wirkung entfaltet haben. Quelle BIZ: Full text  Die durch die Finanzmarktkrise ausgelösten Probleme sind auf die realwirtschaftliche  Ebene übergegriffen. Wie verhalten sich Finanz- und Konjunkturkrise zueinander? Kann  und sollte man die drohende Rezession jetzt mit Mitteln der Wirtschaftspolitik  bekämpfen? Welche Instrumente sind geeignet? In welcher Dimension und in welchem  Zeitrahmen sollte die Wirtschaftspolitik  handeln? Was ist von den Maßnahmen der  Regierungen zu halten?    1. Wirtschaftslage und -politik    2. Geld- und Währungspolitik    Weitere Berichte FTD: Der Weg zum Ende der Krise ist steinig (22.6.09): Die Wirtschaft rund um den  Globus erholt sich. Die große Mehrheit des FTD- Konjunkturschattenrats erwartet eine  Stabilisierung des Trends. Allerdings warnen die Experten auch vor Rückschlägen.  Denn die Risiken werden als beträchtlich eingeschätzt. HB: Die Konjunkturpakete im Keynes-Check (28.04.09): Die Theorie des  Krisenökonoms John Maynard Keynes feiert in der aktuellen Krise ein Comeback. Alle  Industrienationen setzen eilig Konjunkturprogramme auf, so soll eine depressive  Abwärtsspirale verhindert werden. Wie viel Keynes steckt in den Konjunkturpaketen der  Bundesregierung? FAZ: Bad Banks Sind die Banken noch zu retten? (26.4.09): Es ist die größte  Rettungsaktion in der Geschichte der Weltwirtschaft: Seit mehr als zwölf Monaten  kämpfen die Regierungen rund um den Globus mit unvorstellbar großen Summen gegen   den Kollaps ihrer Banken. Aus Milliarden sind längst Billionen geworden. Ein  Hilfsprogramm jagt das nächste. Bislang mit wenig Erfolg. NZZ: Viel Kritik an Hilfsprogrammen und Aktivismus (9.4.09): Während die  Ursachenanalyse in der Summe sehr breit, fundiert und auch differenziert wirkte – dazu  zählte auch ein Paper von Axel Leijonhufvud (UCLA), wonach Knut Wicksell, Friedrich  August von Hayek, John Maynard Keynes und Milton Friedman alle ein bisschen recht  gehabt hätten und ein bisschen unrecht –, blieb die Konferenz in Sachen Therapien  einiges schuldig. TP: Unbekannte Gläubiger, unsichtbare Netze (24.2.09): Zur Finanzierung der  Finanzkrise Man gewöhnt sich ja an alles. Auch die Summen fallen inzwischen weniger  auf. Nach einem halben Jahr Finanzkrise als medialem Dauerthema setzt leichte  Müdigkeit beim Publikum ein. 18 Milliarden für die Commerzbank, 50 fürs  Konjunkturpaket, 100 als Garantiesumme für die Hypo Real Estate. Viele Nullen und  noch mehr Rauschen im Blätterwald – aber wenig Erklärungen. Woher nimmt der Staat  das viele Geld? HB: Staatliche Bankenhilfen im internationalen Vergleich (16.2.09): Welche Staatshilfen  bislang an einzelne Institute geflossen sind, erfahren Sie durch Klick auf die jeweiligen  Länder. WSJ: Robert Barro: Government Spending Is No Free Lunch (22.1.09) Spiegel: Irgendwann ist Zahltag (26.1.09): Die Rettungspakete für die Wirtschaft werden  stetig teurer. Sie drohen viele Länder finanziell zu überfordern. Die Folgen treffen jeden  Bürger: Eine schleichende Geldentwertung ist unausweichlich, Staatspleiten werden  nicht  mehr ausgeschlossen. Könnte selbst der Euro-Raum zerfallen?

Konjunkturmaßnahmen

Bereits zum Ende des Jahres 2008 und auch in der ersten  Jahreshälfte 2009 stemmte sich eine Vielzahl von Ländern mit breit  angelegten Konjunkturprogrammen gegen den rasanten  konjunkturellen Einbruch. Die staatlichen Finanzierungsdefizite stiegen  stark an. Neben zusätzlichen Investitionen sowie  Steuererleichterungen zur Steigerung der Kaufkraft kamen vermehrt  auch branchenspezifische Unterstützungsmaßnahmen, insbesondere  für die Automobilindustrie, zum Tragen. Quelle: Sachverständigenrat, Jahresgutachten 2009/2010. S. 29. 

Rezessionsbekämpfung

G20-Gipfel

London April 2009

Washington November 2008

Pittsburgh September 2009

Vorgehen gegen Steueroasen

Aufweichung Bankgeheimnis

Androhung von Sanktionen

Deutschland

Welt: Zehn-Punkte-Plan – So wollen Experten die deutsche Wirtschaft retten (13.7.09): Die  Wirtschaftskrise ist in  Deutschland stärker zu spüren. Zehn führende Ökonomen sagen, mit  welchen  Maßnahmen sie die wirtschaftliche Dynamik  wieder ankurbeln wollen. Und sie  erklären, welche  vermeintlichen Auswege eine noch viel größere Gefahr für Wohlstand und  Wachstum bedeuten. Spiegel Titel 49/2008 – Madame No: Die Wirtschaftskrise ist Angela Merkels erste große  Bewährungsprobe – und schon gerät sie in Bedrängnis. Weil die Kanzlerin zaudert, verliert  Deutschland an Einfluss in der Welt. Ihr halbherziges Rettungsprogramm droht zu verpuffen.  Auch in  den eigenen Reihen wächst die Kritik. (S. 22)

Steuerung des Krisenmanagements

Konjunkturpakete

Beschäftigungssicherung, Ausweitung der Kurzarbeit

Kredit-/Bürgschaftsprogramme, KfW Sonderprogramm, Arcandor/Quelle

Autoindustrie, Umweltprämie, Opel, war im Gespräch, Porsche, Schaeffler

Insolvenzrecht

Staatsbeteiligungen?

Bilanzierung, kein Fair Value für Mittelstand, BilMoG

USA

FTD: Axel Leijonhufvud Eine Rezession wie keine andere (24.2.09): Die amerikanische  Wirtschaft wird erst wieder Fahrt aufnehmen, wenn die desolaten Bilanzen der Banken,  Unternehmen und Privathaushalte in Ordnung gebracht sind. Das erfordert einen  massiven Einsatz der Wirtschaftspolitik – der aber der Öffentlichkeit schwer zu vermitteln  ist. Blick Log: Obamas Konjunkturpaket (mit Link zum Original Gesetzestext) (18.2.09) NYT: The Stimulus Plan: How to Spend $787 Billion (13.2.09) WSJ: Next Challenge on Stimulus: Spending All That Money (13.2.09): SZ: Amerika – und doch so nah (31.12.08): Die Wirtschaftssysteme auf beiden Seiten des  Atlantiks setzen unterschiedliche Akzente – sie sind sich aber ähnlicher, als vielfach behauptet. Blätter: Durch Nichtstun in die Rezession (12/2008)

Stabilisierung Hypothekenmarkt, Förderung Hypothek- Schuldner

Konjunkturpakete, Wirkung

Stütze für Immobilienmarkt

geordnete Schließung von Banken

Welt

TP: Trommelfeuer für neue Konjunkturprogramme (2.4.09):Während Russland und China  eine neue Leitwährung wollen, fordern die USA, Großbritannien und Japan neue  Konjunkturprogramme

Europa

Wirkungen

Vox: A Tale of Two Depressions (1.9.09): This is an update of the  authors’ 4 June and 6 April 2009 columns comparing  today’s global  crisis to the Great Depression. World industrial production, trade, and  stock markets are now showing signs of  recovery. Still – today’s crisis  remains dramatic by the standards of the Great Depression. Nouriel Roubini im Cicero: Frische Triebe oder Unkraut?(Juli 2008):  Jüngste Daten legen nahe, dass das Tempo, mit dem die Weltwirtschaft  schrumpft, nachlässt. Die Hoffnung auf „frische Triebe“ des  Aufschwungs jedoch wird durch jede Menge welkes Unkraut zerstört:  Aktuelle Zahlen zur Beschäftigungslage, den Einzelhandelsumsätzen, der  Industrieproduktion und der Entwicklung auf dem Häusermarkt bleiben  weiter sehr schwach. Das BIP-Wachstum in Europa im ersten Quartal  ist trostlos. Die japanische Volkswirtschaft liegt noch immer im Koma.  Und selbst in China – wo es derzeit eine Konjunkturerholung gibt – ist  der Export sehr schwach. Die Konsensprognose also, dass die  Weltwirtschaft bald die Talsohle durchschritten haben dürfte, hat sich  einmal mehr als übertrieben optimistisch erwiesen.

Konjunktur

Deutschland

Europa

USA

Welt

Staatsverschuldung

Schuldenkrisen, Dubai, Griechenland, Island

Finanzsektor

Banken

Risikomanagement, Anpassung Risikomodelle, Verbesserung der Informationstiefe

Kapitalerhöhungen

Anpassung der Anreizsysteme, Neue Modelle Managervergütung, Bonus, Umbau

Geschäftsmodelle

Verbriefungsgeschäft

Deleveraging

Hedge Fonds

Mit der Krise dürfte sich der sich schon länger abzeichnende Branchentrend zu einer höheren Institutionalisierung und mehr Transparenz  tendenziell noch verstärkt haben. Um dem Schicksal kleinerer Fonds zu entgehen, die infolge der Kapitalentnahmen von Anlegern aufgelöst  wurden, haben viele größere Fonds ihre Marketingstrategie vermehrt auf institutionelle Anleger ausgerichtet. Damit steigen die  Anforderungen hinsichtlich der Transparenz der Anlagestrategie und einer genaueren Überprüfung der Risikomanagementprozesse. Ähnliche Konsequenzen dürften Berichte über den massiven Betrugsfall eines großen New Yorker Fonds nach sich ziehen. Zwar sollten  basierend auf diesem Vorfall keine Schlüsse auf die gesamte Branche gezogen werden, doch steigt aufgrund dieses Betrugs zwangsläufig  der Sorgfaltsanspruch an Vermögensverwalter, die für sehr vermögende Privatpersonen in Hedge-Fonds investieren. Angesichts der  Herausforderungen des Anlageumfelds senkten einige der größeren Fonds ihre Gebühren und schnitten ihre Prozesse besser auf die  Bedürfnisse von institutionellen Großkunden zu.  Schließlich sehen verschiedene Empfehlungen öffentlicher Gremien für die Reform der aufsichtsrechtlichen Rahmenbedingungen eine  strengere Überwachung der Branche vor. Die Reformvorschläge umfassen die Registrierung sämtlicher Hedge-Fonds, höhere  Rechnungslegungsanforderungen für größere Fonds und eine direkte Beaufsichtigung von Fonds, deren Geschäft potenzielle Konsequenzen  für die systemweite Stabilität hat. Quelle: BIZ, 79. Jahresbericht, Teil III

höhere Institutionalisierung

Transparenz

Vermögensverwaltung

Durch die Krise ziehen weltweit Kunden ihre Gelder von  Vermögensverwaltern ab, schrieb das Handelsblatt. Eine wesentliche  Ursache dafür ist das in den vergangenen Monaten zerstörte Vertrauen in  die Finanzinstitutionen. Der nächste Schritt, nämlich auch dem Kunden eine hohe Transparenz über  Transaktionen, Verwaltungskosten und Provisionen zu bieten, wird  unumgänglich sein für Vermögensverwalter und Fonds die künftig noch Geld  im individueller Vermögensverwaltung verdienen wollen. Technisch ist die  erhöhte Transparenz schon lange möglich. Sie wird aber immer noch als  lästig empfunden, weil unbequeme Nachfragen befürchtet werden. Quelle: Blick Log mit weiteren Quellen

Credit Default Swaps

Zentrale Gegenpartei

Neue Abwickler, LCH-Clearnet, Intercontinental Exchange, CME Group

Krisenmanagement in Unternehmen

Krisenmaßnahmen

Zurückfahren von Investitionen

Kostenkürzung

Kurzarbeit

Entlassung

Insolvenzen

Risikomanagement

Neue Finanzordnung

Die Notmaßnahmen von Zentralbanken und Regierungen konnten zwar das System vor dem Kollaps bewahren, sie haben aber gleichzeitig die  schon zuvor bestehenden Anreizprobleme im Finanzsektor noch um Größenordnungen vervielfacht. Der marktwirtschaftliche  Sanktionsmechanismus wurde ausgeschaltet und durch eine staatliche Garantie ersetzt. Die zentrale Herausforderung für den Staat besteht  deshalb darin, den Rückzug aus der impliziten Absicherung privater Risiken anzutreten. Quelle: Sachverständigenrat, Jahresgutachten  2009/2010, S. 117. Siehe außerdem zum Regulierungsregime zur Reduktion systemischer Risiken: Sachverständigenrat, Jahresgutachten 2009/2010, S. 136 ff. HB: Bankenregulierung: Das Finanzsystem ganz neu  justieren (17.12.09): Neue weltweite Regeln für die  Banken sind wichtig, um die Fehler,  die zur jetzigen  Finanzkrise geführt haben, auszumerzen. Die  Aufseher sollten sich Zeit lassen mit den neuen  Vorschriften. Diese müssen  dann aber konsequent  für alle gleichermaßen und ohne Verwässerungen  gelten. Dokumentation: Die US-Finanzmarktreform (Version  Repräsentantenhaus) HB: US-Abgeordnete stimmen für Finanzmarkt-  Reform (11.12.09): Das US-Repräsentantenhaus hat  grünes Licht für die tiefgreifendste  Reform der  Finanzbranche seit Jahrzehnten gegeben. Die  Kammer stimmte am Freitag für die mehr als 1000  Seiten umfassende Vorlage, die  infolge der weltweiten Finanzkrise erarbeitet wurde. Das  Votum ist ein Sieg für die Regierung von Präsident  Barack Obama. TP: Finanzmarkregulierung – Ein verlorenes Jahr  (9.12.09): Ein Jahr nach dem Höhepunkt der  Finanzkrise besteht wenig Hoffnung, dass die  derzeit  angedachten Regulierungen die grundsätzlichen  Probleme lindern könnten. Vor gut einem Jahr schien  es, als würden Chancen  bestehen, dass die  Finanzkrise – ähnlich wie die große Depression der  1930er Jahre – zu einer ernsthaften und wirksamen  Regulierung des  Finanzsystems führen könnte. Wer  allerdings gehofft hatte, dass es zu mehr als ein paar kosmetischen Operationen an den Bankbilanzen  kommen würde, muss sich auf Enttäuschungen  einstellen. Blick Log: G – 20 = Null (+ Link auf  Abschlussdokument und mehr) (26.9.09):  Kommentare, Berichte und Dokumente zum Gipfel in Pittsburgh  HB: EU-Kommission will mehr Macht für die  Aufsicht (29.8.09): Die EU- Kommission will mit  neuen Regeln zur Finanzaufsicht dafür sorgen,  dass die geplanten neuen Aufsichtsinstitutionen  ihrer  Aufgabe gerecht werden können. Diese sollen mehr  Kompetenzen bekommen, um im  Krisenfall  schneller handeln zu können.  NZZ: Zwischen Hoffnung und Skepsis - Nach dem  G-20-Gipfel in Pittsburgh (30.9.09): Die am G-  20-  Gipfel vereinbarte wirtschaftliche  Zusammenarbeit  ist überwiegend begrüsst worden. Das  Fehlen von Durchsetzungsmechanismen findet aber Kritik.  Vage bleibt auch die  Frage der Boni. In  Bankenkreisen wurden die Ergebnisse begrüsst.  Blick Log: G – 20 = Null (+ Link auf  Abschlussdokument und mehr) (26.9.09):  Kommentare, Berichte und Dokumente zum Gipfel in Pittsburgh  FAZ: Weltfinanzgipfel – Nehmt die Banken an die  Kandare! (20.9.09): Auf dem Weltfinanzgipfel wird  vieles diskutiert werden – eine Begrenzung  der  Managergehälter und der Boni, eine neue  Börsensteuer. In einem aber herrscht weitgehend  Einigkeit: Die Banken sollen mehr Eigenkapital  bilden. Das bringt Sicherheit. Doch der Preis dafür  ist hoch: Unser Wachstum wird gedrosselt. HB: Rainer Lenz: Das Finanzsystem braucht einen  Neustart (11.8.09): Die Banken haben  versagt. Sie  sollten daher durch eine supranationale  Plattform  für  Finanzdienstleistungen ersetzt werden. Sie  würden durch den Einsatz von  Informationstechnologie die Transparenz, den  Wettbewerb und die  Mobilität von Kapital  erhöhen. HB: Banken zähmen – aber wie? (10.08.09):  Die  Finanzkrise hat  eklatante Mängel bei  der  Finanzaufsicht offengelegt. In Sachen  Regulierung  ist daher in der Wissenschaft ein  Paradigmenwechsel in Gang gekommen. Ein  Vergleich mit der Seuchenprävention zeigt  die  Schwäche des  alten Konzeptes:  Wer tödliche  Epidemien verhindern will, darf nicht  nur darauf  achten, dass der Einzelne  gesund ist. FTD: Finanzmarktregulierung – Was aus den großen  G20-Zielen wurde (13.7.09): “Eine  neue  Weltordnung” sah der britische Premier Brown  nach dem letzten G20-Gipfel im  April heraufziehen.  Im  Angesicht der Krise hatten sich Industrie- und  Schwellenländer  auf Reformen der  Finanzmärkte  geeinigt. FTD.de zeigt, was danach geschah – oder  auch nicht. Blick Log: Finanzkrise – Übersicht über  Gesetzesinitiativen und Marktregulierungen in  den  USA  (01.07.09): Diese Präsentation stammt zwar  aus dem April, enthält aber einen  Überblick über  die  bis dato gestarteten Maßnahmen zur  Bewältigung der Finanz- und Wirtschaftskrise. BIZ: 79. Jahresbericht – Der Weg zu einem  krisensicheren Finanzsystem: Risiken und  Chancen   Abstract | Full Text (PDF, 29.06.09) NZZ: Ruf nach grenzüberschreitender Regulierung  (27.6.09): Der Financial Stability  Board auf der G-  20-Harmonisierungs-Linie Der im April  neu formierte Financial  Stability Board strebt eine  länderübergreifende Regulierung der Finanzmärkte  an. Erste  Regeln sollen noch im  laufenden Jahr  installiert werden. NZZ: Was der Finanzsektor mit Umweltproblemen  gemeinsam hat (20.5.09): Wenn  Verschmutzer  verursachergerechte Preise zahlen müssen,  kann  man wieder auf die  Marktkräfte zählen. Mit der  Finanz- und Wirtschaftskrise wurde die Frage nach  neuen  oder anderen Regulierungen  im  Finanzsektor in den Vordergrund geschoben. Die Autoren des folgenden Beitrags plädieren für  einen  Ansatz, den man vor allem auch aus  der  Umweltökonomie kennt: das Etablieren verursachergerechter Preise für Ressourcen  oder  externe Effekte. Sie sehen Verschmutzer der  Umwelt und des Finanzsektors in  ähnlichen Rollen. HB: G20-Gipfel Die Bausteine der neuen  Finanzordnung (1.4.09): Die Staats- und  Regierungschefs  der wichtigsten Industrienationen  sind  fest entschlossen, die  Finanzmärkte viel  stärker als bisher  zu regulieren. Ob strengere  Überprüfung von  Ratingagenturen, Zähmung der  Hedgefonds oder  Trockenlegen von Steueroasen –  kein  Akteur soll küntig unkontrolliert bleiben.  Folgendes will der  G-20-Gipfel  beschließen. NZZ: USA für verstärkte Regulierung der  Finanzmärkte (23.2.09): Nach dem Treffen der  EU-  Vertreter in der G-20 haben die USA vage positiv  reagiert. Man sei bereit, zur  Regulierung der  Finanzmärkte mit anderen Staaten  zusammenzuarbeiten, hiess es aus  Washington. HB: Schärfere Kontrollen EU einigt sich auf neue  Weltfinanzordnung (23.2.09): Die  führenden EU-  Länder haben sich auf konkrete Schritte für  strengere Kontrollen der  Finanzmärkte verständigt.  Dazu gehört eine stärkere Aufsicht für spekulative  Hedgefonds und Rating-Agenturen.  Notwendig  sei  auch ein entschlossenes Vorgehen  gegen  Steueroasen. Jetzt müssen die Europäer nur noch  den  Rest der Welt überzeugen.  FAZ: Neue Finanzordnung verzweifelt gesucht  (22.2.09) FAZ: „Änderungen an Bilanzregeln sind notwendig“  (13.2.09):Die Bilanzregeln stehen  erneut auf  dem  Prüfstand. Die Banken drängen auf  weitere  Änderungen. Franz-  Christoph Zeitler, im  Bundesbank- Vorstand für Bankenaufsicht  verantwortlich,  unterstützt dies, wie er im  Gespräch mit  Markus Frühauf bekräftigt. HB: Koalition entschärft Bilanzreform (13.2.09): Die  umfangreichste Reform des  deutschen Bilanzrechts  seit Jahrzehnten kommt nur in  abgespeckter  Version. Union und  SPD geben nach heftiger Kritik  aus Fachkreisen die Einführung von Fair-Value-  Regeln  für den Mittelstand  auf. Dem bleibt nun  einiges erspart. HB: G20 will Finanzmärkte bändigen (11.2.09): Die  G20-Staaten planen eine radikale  Reform des  internationalen Finanzsystems: Die  Industriestaaten sind sich über  zahlreiche  Maßnahmen zur  Regulierung der Finanzmärkte  einig. Unter anderem sollen  die Eigenkapitalregeln  Basel II überarbeitet  werden. HB: Top Ökonomen fordern eine neue Finanzwelt  (24.2.09): Führende Ökonomen haben  die  Regierungen der großen  Industrienationen vor  dem  anstehenden G20-Gipfel zu  einem  fundamentalen  Umbau des Bankensystems aufgerufen (hier der  Brief). Mit den  bisherigen  Maßnahmen stoße das  Krisenmanagement nicht bis zum Kern des Problems  vor, mahnen sie. Ihre  Lösung sieht eine  Rückkehr zur Strategie  des … Studie: “The Fundamental Principles of Financial  Regulation” (24.1.09,pdf): Geneva  Reports on the  World Economy. Studie wird  zusammengefasst und  besprochen in  diesem Artikel des Handelsblatts. FAZ: Bankenaufsicht Aufseher tüfteln an einer  Reform (2.2.09) Spon: Nobelpreisträger: Wie die künftige  Weltfinanzordnung aussehen muss (10.11.08) Zeit: Wie die Welt das Finanzsystem umbauen will  (6.11.08)  Zeit: Hintergrund: Das System von Bretton Woods  (6.11.08) 

Siehe eigene Mindmap

Navigation

Blick Log Homepage

Überblick Mindmap Finanzkrise

Finanzkrise

Specials und Übersichtseiten

Grundlagenbeiträge