Der Arminius-Mythos

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Der Arminius-Mythos by Mind Map: Der Arminius-Mythos

1. Entstehung und Hintergrund

1.1. Varusschlacht: Römische Truppen werden 9 n. Chr. in einen Hinterhalt gelockt und von den Germanen unter der Führung des Cheruskerfürsten Arminius besiegt.

1.2. 1515 findet Ulrich von Hutten die "Annalen" des Tacitus. Darin wird von einem Arminius berichtet, der die Römer besiegt habe - von Hutten verbreitet die Geschichte und stellt Arminius als germanischen Helden und nationale Lichtgestalt dar.

1.3. Im 16. Jahrhundert wird die Figur in der Literatur weiter verbreitet. Auch Martin Luther greift sie auf, beschreibt Arminius als "ersten Deutschen", dem es nachzueifern gilt und nennt die mystische Figur "Hermann."

2. Entwicklung im Kaiserreich

2.1. Im 19. Jahrhundert entstehen über 200 Schauspiele und Opern zu der Figur des Hermann, in denen die Germanen als heroisches Volk dargestellt werden.

2.2. 1875 wird im Teutoburger Wald ein Denkmal zu Ehren des Mythos um Hermann errichtet - auch um die germanische Überlegenheit gegenüber anderen Völkern und der katholischen Kirche darzustellen.

2.3. Man denunziert nun verstärkt politische Feinde als "Varus" und verklärt Gegner des Ersten Weltkrieges in diesem Sinn - allen voran den "Erbfeind" Frankreich.

3. Entwicklung im Nationalsozialismus

3.1. Die Nationalsozialisten nutzen den Mythos um die Niederlage im Ersten Weltkrieg zu erklären - es habe daheim einen internen Aufstand gegeben ("Dolchstoßlegende"), genau wie bei den Cheruskern.

3.2. Der Arminius-Mythos rückt in den Fokus der Propaganda und zur Begründung einer deutschen Identität und zur Legitimation der Gründung des NS-Staates verwendet.

3.3. Arminius wird in Schulbüchern als "Urdeutscher" beschrieben und propagandistisch als Held glorifiziert.