Die Entstehung der deutschen Sprache

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Die Entstehung der deutschen Sprache by Mind Map: Die Entstehung der deutschen Sprache

1. Woher kommt die deutsche Sprache?

1.1. Die deutsche Sprache ist eine der am weitesten verbreiteten Sprachen in Europa. Neben Russisch ist sie die am zweit häufigst gesprochene Sprache des Kontinents. Mehr als 100 Millionen Menschen sprechen Deutsch, vor allem in den Kernländern Deutschland, Österreich, Schweiz und Liechtenstein. Aber auch in Belgien, Dänemark, Luxemburg und Italien (Südtirol) wird in Teilgebieten deutsch gesprochen. Selbst im Frankreich (Elsass) hält sich noch eine, zwar abnehmende, aber immer noch Deutsch sprechende Gemeinschaft.. Es gibt auch deutsche Sprachgebiete in den USA, in Kanada und in Argentinien.

1.1.1. Woher stammt die deutsche Sprache ursprünglich?

1.1.1.1. Es lässt sich kaum genau bestimmen, wie und woher sich die einzelnen europäischen Sprachen jeweils entwickelt haben. Es gibt nur Theorien.

2. Die westgermanischen Sprachen

2.1. Aus dem Indogermanischen (Indoeuropäischen) entwickelten sich also später die urgermanische Sprache und im Laufe der Zeit die germanischen Sprachen. Dazu zählen neben den nordgermanischen (Schwedisch, Norwegisch, Isländisch, Dänisch) und den ostgermanischen Sprachen (z.B. Gotisch) auch die westgermanischen Sprachen, aus denen sich im Laufe der Zeit das Deutsche sowie das Englische entwickelten.

2.1.1. Wie hat sich aus den Westgermanischen Sprachen die deutsche Sprache entwickelt?

2.1.1.1. Die germanischen Stämme entwickelten Dialekte. Der Wortschatz und die Grammatik dieser frühen deutschen Dialekte bildeten später die Sprachregeln des Althochdeutschen. Diese Entwicklung war auch von starken Einflüssen der lateinischen Sprache geprägt, die im römischen Reich gesprochen wurde. Wissenschaftler gehen heute davon aus, dass diese Entwicklung des Althochdeutschen um 700 n. Chr. begann und wahrscheinlich bis ins 11.Jahrhundert andauerte. (In dieser Periode taucht auch zum ersten Mal das Wort „deutsch“ in seiner heutigen Bedeutung auf: Es bedeutet „völkisch“ oder „dem Volke zugehörig“.)

3. Althochdeutsch, Mittelhochdeutsch, Neuhochdeutsch

3.1. Die wandernden Stämme wurden mit der Zeit sesshaft und bildeten eine „deutsche“ Kultur und Gesellschaft mit einer eigenen Landessprache, die sich vom Althochdeutschen zum Mittelhochdeutschen und schließlich bis zum modernen Neuhochdeutsch entwickelte. Das, was wir heute als Deutsch bezeichnen, entstand also erst langsam über die Jahrhunderte, wobei der wichtigste Schritt, die zweite Lautverschiebung war.

4. Die 2. (althochdeutsche) Lautverschiebung - 500 n. Chr

4.1. Die zweite Lautverschiebung (Konsonantenverschiebung) unterscheidet vor allem das Hochdeutsche von den anderen germanischen Sprachen. (z.B. Englisch, Niederländisch)

4.2. Die 2. Lautverschiebung begann etwa 500 n.Chr. in den Alpen und breitete sich bis in den Norden aus bis zu einer Linie, die von Aachen über Düsseldorf bis nach Frankfurt an der Oder führt. Da diese Linie bei Benrath (nahe Düsseldorf) den Rhein überquert, wird sie „Benrather Linie“ genannt.

4.3. Die Benrather Linie ist die Hauptlinie der Lautverschiebung (Lautveränderung), die den deutschen Sprachraum teilte: Nördlich dieser Linie wird Niederdeutsch gesprochen, südlich davon Hochdeutsch. Das bedeutet, dass im niederdeutschen Sprachraum die Lautveränderung NICHT stattgefunden hat. In den niederdeutschen Dialekten sind die ursprünglichen Laute erhalten geblieben, wie in dat (das) oder ik (ich). Auch die englische Sprache hat die zweite Lautverschiebung nicht mitgemacht, was folgende Beispiele zeigen: maken > machen, dag > Tag, geven > geben, water > Wasser

5. Das Indogermanische (oder auch Indoeuropäische)

5.1. Klar ist, dass sich die germanischen Sprachfamilien, ebenso wie andere europäische Sprachgruppen wie die slawischen, baltischen oder romanischen Sprachen, aus dem sogenannten Indogermanischen entwickelt haben. Wo die Ursprünge dieser europäischen Ursprache liegen, ist unter Wissenschaftlern bis heute umstritten. Indogermanisch wurde um 3500 v. Chr. vermutlich in der Nähe des Schwarzen Meeres gesprochen und breitete sich dann bald über ganz Europa sowie Teile Vorderasiens und Vorderindiens aus. Die am weitesten im Osten vorkommende indoeuropäische Sprache ist das Indische (Sanskrit), deshalb der Name Indoeuropäisch.

5.1.1. Der Übergang von Indogermanisch zu (Ur)germanisch

5.1.1.1. Die Urgermanen waren ab 2000 v. Chr. im heutigen Skandinavien und in Norddeutschland beheimatet und sprachen ab 1000 v. Chr. eine Urgemanische Sprache. Zwischen 500 und 300 v. Chr. kam es zur 1. Lautverschiebung (Konsonantenverschiebung). Diese 1. Lautverschiebung war der Übergang vom indogermanischen zum (ur)germanischen Konsonantensystem.