- Themenkomplex I - Zwischen alter und moderner Welt

Hier findet ihr alle Ergebnisse und Arbeitsblätter im Zusammenhang des Themenkomplexes I: zwischen alter und moderner Welt.

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1. Die Zeit zwischen 1815 und 1848: Der Wunsch nach einem deutschen Staat

1.1. In dieser Stunde haben wir gelernt, dass der Wunsch nach einem deutschen Nationalstaat weit verbreitet in der Bevölkerung gewesen ist. Er war die Motivation für viele Menschen in den Befreiungskriegen gegen Napoleon zu kämpfen. Dieser Wunsch wurde aber mit der Gründung des Deutschen Bundes (1815) zunichte gemacht. Auf dem Wiener Kongress wurde ein Bundesstaat ins Leben gerufen, der von einem Nationalstaat weit entfernt war. Der Wunsch blieb dennoch weiter bestehen und führte zu einem politisch motivierten Mord: Karl Ludwig Sand (ein nationalistischer Student und Burschenschaftler) ermordet Freiherr August von Kotzebue 1819 in Mannheim. Kotzebue hatte sich offen gegen politische Reformen (also den Wunsch nach einem Nationalstaat) geäußert. Sands Versuch sich selbst zu ermorden scheitert und er wird gefangen genommen und zum Tode verurteilt und hingerichtet. Als Konsequenz werden Freiheitsrechte (Pressefreiheit, Meinungsfreiheit) auf den Karlsbader Beschlüssen massiv eingeschränkt. Die Öffentlichkeit sieht die Tat dennoch überwiegend positiv, denn sie ist eine Symbol für den Nationalismus im Deutschen Bund.

2. Die Geschichte der deutschen Staaten - Überblick

2.1. In dieser Stunde haben wir uns mit der Geschichte der deutschen Staaten nach 1806 auseinandergesetzt. Nachdem Napoleons Angriff das Heilige Römische Reich Deutscher Nation (HRRDN) zum zerfallen gebracht hatte, wurde 1806 von ihm initiiert der Rheinbund ins Leben gerufen - ein Staatenbund vieler deutscher Staaten, die vormals im HRRDN waren. Nach den Befreiungskriegen, welche die napoleonische Herrschaft beendeten, wurde 1815 der Deutsche Bund gegründet (auf dem Wiener Kongress). Viele Menschen wünschten sich einen geeinten deutschen Staat, der Deutsche Bund war aber nur ein Staatenbund, nicht das Reich, welches sich so viele Menschen gewünscht hatten. Die Staaten innerhalb des Bundes blieben somit weitgehend souverän. Die Gründung eines geeinten Deutsches Reiches blieb vorerst aus.

3. - Begriffsammlung & Fachsprache-

3.1. Demagoge: abwertende Bezeichnung für eine Person, die andere durch leidenschaftliche Reden politisch aufhetzt, aufwiegelt

3.2. Nationalismus: erwachendes Selbstbewusstsein einer Nation mit dem Bestreben, einen eigenen Staat zu bilden, oft verknüpft mit einem übersteigerten Nationalbewusstsein.

3.3. Dualismus: Beschreibt den Machtkampf um die Vorherrschaft im Deutschen Bund (zwischen Österreich und Preußen). Der Dualismus wird beendet nachdem Preußen im Deutschen Krieg (2. Einigungskrieg) Österreich besiegt. Die Gründung des Norddeutschen Bundes folgt.

4. Die Karlsbader Beschlüsse

4.1. In dieser Stunde (04.09.20) haben wir uns mit den Karlsbader Beschlüssen, der Karikatur "Der Denker-Club" und dem Lied"die Gedanken sind frei" beschäftigt. Die Karlsbader Beschlüsse haben die Freiheit der Bürger im Deutschen Bund stark eingeschränkt, beispielsweise gab es strenge Zensur der Presse und Lehrer und Universitäten wurden überwacht - die Karlsbader Beschlüsse waren eine Reaktion auf die Ermordung Kotzebues und des sich ausbreitenden revolutionären nationalistischen Gedanken. Im ersten deutschen Reich (ab 1871) wurden die Karlsbader Beschlüsse rückblickend als negativer Einfluss auf die politische Entwicklung gesehen, denn der Wunsch nach EINEM Staat wird zu dieser Zeit natürlich positiv gedeutet, da nun inzwischen der Einheitsstaat geschaffen wurde. Aus der Karikatur lässt sich deuten, dass nach den Karlsbader Beschlüssen jeder nationalistische (und andere kritische) Gedanke unterdrückt wurde und niemand durfte sich frei äußern. Das Lied "Die Gedanken sind frei" war zur Zeit des Deutschen Bundes unter den Studenten sehr beliebt, denn ihre Gedanken waren das einzige, was die Karlsbader Beschlüsse ihnen nicht weggenommen haben.

5. Das Zeitalter der Aufklärung... am Ende?

5.1. Aufklärung entsteht durch das Nutzen des eigenen Verstandes. Das bedeutet, dass es zwei Möglichkeiten gibt, seinen eigenen Alltag auszuleben: blind und unkritisch oder "aufgeklärt". Emanuel Kant sagt: „Aufklärung ist der Weg des Menschen aus seiner selbstverschuldeten Unmündigkeit. Unmündigkeit ist das Unvermögen, sich seines Verstandes ohne Leitung eines anderen zu bedienen…Habe Mut dich deines eigenen Verstandes zu bedienen!“. Die eine Variante sein Leben zu leben, ist also jene, in welcher ein Mensch, aus beispielsweise Angst vor der Wahrheit und Bequemlichkeit das Leben nicht hinterfragt. Sondern schlicht nur nach dem ihm vorgelebten (z.B. Durch die Gesellschaft) lebt. Sowie ausschließlich dementsprechenden handelt. Wenn ein Mensch sich jedoch seiner Angst stellt, seinem Drang nach Wissen folgt und sowie sich schließlich doch der Aufklärung bedient, wählt dieser zwar die komplexere, möglicherweise sogar der schwierigeren Lebensweise. Bekommt dafür aber im Unterschied zur ersten Variante Klarheit und stillt seinen Durst nach Wissen. Es wird also nicht nur gehandelt sondern aufgeklärt gelebt. Beispiel: Wenn ich etwas in meinem Alltag in meiner Umgebung nicht verstehende, es mir unschlüssig vorkommt, dann handle ich nicht trotzdem, einfach weil es so ist, sondern hinterfrage, erkunde und erforsche ich dieses, noch nicht erlangte Wissen, um mich mit meinem Denken, eigenständig aufzuklären. Die Metapher des Feuers beschreibt dabei den Nutzen und die Gefahr der Aufklärung gleichermaßen. Auf der einen Seite kann das kritische Denken die „Dunkelheit“ des Unwissens erleuchten, andererseits kann das ad absurdum geführte kritische Hinterfragen von Fakten dazu führen, dass die Realität nicht mehr klar gesehen wird (z.B. im Kontext von Verschwörungstheorien). Geschichtlich war die Aufklärung eine Epoche in der man bestrebt war, sich von alten Denkweisen und früheren Vorstellungen zu befreien. Die Menschen sollten - anders als früher - ihren Kopf benutzen und nichts als gegeben hinnehmen, ohne es mittels der Vernunft zu hinterfragen. Dies richtete sich vor allem gegen blinden Gehorsam gegenüber der Kirche und anderen Obrigkeiten. Im Kontext der Zeit des Deutschen Bundes und des Vormärzes wurde der Nationalgedanke so mit dem kritischen Denken der Aufklärung verknüpft. Dieses kritische Denken und das Hinterfragen wurden mit den Karlsbader Beschlüssen (zumindest im Kontext des Wunschs nach einem Nationalstaat) unterdrückt – politische Ansichten, die nicht der politischen Vorstellungen der Obrigkeit entsprachen und möglicherweise sogar revolutionär waren, sollten unterdrückt werden. Dennoch lässt sich der Wunsch, wie sich im Vormärz zeigt, nicht auslöschen.

6. Vormärz - Die Epoche zwischen 1830 und 1848