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Beschneidung: Vorteile bedeutsamer als Risiken? by Mind Map: Beschneidung: Vorteile bedeutsamer
 als Risiken?
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Beschneidung: Vorteile bedeutsamer als Risiken?

Der Strafrechtler Reinhard Merkel, vom Deutschen Ethikrat als Experte zur Plenarsitzung zum Thema “Religiöse Beschneidung” am 23. August 2012 eingeladen, betont in seinem Vortrag die aus Einzelfällen bekannten “katastrophalen Konsequenzen” der Beschneidung von Jungen im Säuglingsalter und zitiert eine Studie des Departments of Pediatrics der Stanford University aus dem Jahr 2009. Die Liste der dort genannten Folgerisiken reicht bis zum Gewebstod des Penis, der Amputation der Eichel und dem Tod. ... In krassem Gegensatz zu der von Merkel berichteten Sachlage steht das am 27. August veröffentliche Policy Statement der Amerikanischen Vereinigung der Kinderärzte. Hier wird, im Gegenteil, die Beschneidung als medizinisch sinnvolle Maßnahme ausdrücklich empfohlen – was kaum mit den von Merkel aufgeführten Folgerisiken vereinbar scheint: "Evaluation of current evidence indicates that the health benefits of newborn male circumcision outweigh the risks and that the procedure’s benefits justify access to this procedure for families who choose it." Wie ist es möglich, dass die Beurteilungen der Sachlage derart auseinandergehen? Auf welche Art von Evidenz stützt sich die Politikempfehlung der amerikanischen Kinderärzte? Was hat dazu geführt, dass eine frühere Empfehlung aus dem Jahr 1999 revidiert wurde, in der sich die Vereinigung gegen die routinehafte Beschneidung aussprach? Faktencheck ermittelt. Foto: original_MikZ (Flickr) CC-BY-NC-ND 2.0

Was sind die Risiken der Beschneidung von Jungen im Säuglings- oder Kleinkindalter?

These: "117 Neugeborene sterben in den USA jährlich an den Folgen einer Beschneidung" (von R. Merkel im Ethikrat zitierte Studie)

Bollinger, D. (2010). Lost Boys: An Estimate of U.S. Circumcision-Related infant deaths. Baby boys can and do succumb as a result of having their foreskin removed. Circumcision-related... - Thymos. Thymos: Journal of Boyhood Studies, 4(1), 78–90.

Contra (Evidenz: Autorität): Die genannte Studie ist nicht in einer peer-reviewed medizinischen Fachzeitschrift erschienen, sondern im einem kulturwissenschaftlichen Journal, das sich dem Thema "Boyhood Studies" widmet

& (1-6): Aus der Auswertung von Krankenhausstatistiken lässt sich die Zahl der Beschneidungsopfer hochrechnen, (1) Nach Krankenhausstatistiken sterben in den USA 35.9 Jungen im Jahr im Kontext von Geburt oder Beschneidung im Krankhaus, Gibt es alternative Zahlen?, Andere Schätzungen kommen auf 1 Todesfall auf 500.000 Beschneidungen, (2) Männliche Säuglinge haben ein 40,4% höheres Todesrisiko als weibliche, (3) Das höhere Sterblichkeitsrisiko männlicher Säuglinge hängt mit der Beschneidung zusammen, Hängt das höhere Sterblichkeitsrisiko wirklich mit der Beschneidung zusammen?, & (1-2), Wenn das höhere Sterblichkeitsrisiko von Jungen auf die Beschneidung zurückgehen würde, dann müsste in Ländern mit niedriger Beschneidungsrate die Sterblichkeit zwischen Jungen und Mädchen gleich sein, Evidenz (Statistik) Auch in Ländern mit niedriger Beschneidungsrate ist das Sterblichkeitsrisiko für männliche Neugeborene größer als für Weibliche. Die Daten zeigen aber: überall ist das Sterblichkeitsrisiko für Jungen größer als für Mädchen, (4) Von den 35.9 Jungen, die im Jahr im Kontext von Geburt und Beschneidung bereits in der Klinik sterben, kommen demnach 40,4 Prozent durch die Beschneidung zu Tode: das sind 35.9 Tote pro Jahr, (5) In der Summe kommen 14,5 neugeborene Jungen im Jahr bereits im Krankenhaus durch die Beschneidung ums Leben - so das Resümee von Studien-Autor Dan Boll, Stimmt diese Rechnung?, Ein Rechenfehler! Es sind nur 10.33 Jungen, die mehr zu Tode kommen als Mädchen (die Ursache dahingstellt), (6) Hinzu kommen Todesfälle, die sich unmittelbar (28 Tage) nach dem Aufenthalt in der Klinik (Durchschnitt 2,4 Tage) ereignen. Die sind 7.72 mal so viele Todesfälle wie in der Klinik, (7) Entsprechend muss von 112 Beschneidungstoten insgesamt ausgegangen werden (14,5 * 772%). Das sind 9.01 Tote auf 100tausend Beschneidungen in der Klinik, Ist diese Schätzung plausibel?, Es gibt keinen Grund zu der Annahme, dass die Todesfälle in den 28 Tagen nach der Entlassung aus der Klinik mit der Beschneidung zusammenhängen. Deshalb ist die Zahl von 112 Beschneidungstoten aus der Luft gegriffen!, (8) Wenn man jetzt davon ausgeht, dass im Jahr insgesamt 1.299 Mio Beschneidungen durchgeführt werden (nicht nur in der Klinik), kommt man bei Zugrundelegung der kalkulieren Todesrate auf 117 Todesfälle im Jahr für die USA.

Der zum Policy Statement gehörige technische Report der US-Kinderärztevereinigung geht davon aus, dass es in 0,19 bis 0,22 % aller Fälle Komplikationen gibt - Blutungen, Infektionen oder Verletzungen des Penis (0,04 %) [US-Daten]. Eurpäische Studien gehen von 1,2 bis 3,8% Komplikationen aus.

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Auch beim Lustempfinden spielt die Vorhaut eine Rolle: Im Gegensatz zur Eichel, die über eine Tiefensensibilität verfügt, finden sich in der Vorhaut sogenannte Tastkörperchen, die in dieser Dichte nur noch an den Fingerkuppen, den Lippen und den Augenlidern vorkommen. Nicht umsonst wird die Vorhaut als erogene Zone des Mannes bezeichnet. Männer, die erst im Erwachsenenalter beschnitten worden sind und darum einen Vergleich ziehen können, berichten in signifikanter Mehrzahl über einen Sensibilitätsverlust an dieser Stelle. (M. von Stehr im Spiegel)

Wirklich: Sensibilitätsverlust bei der Mehrheit?, Aufschlussreich die Suchmaschinen-Resultate zu “Beschneidung vorher nachher”. Auch: die Wikipedia-Seite zur “Zirkumzision“. Sowohl Erfahrungsberichte wie Ergebnisse von Studien zeichnen kein eindeutiges Bild, was die Verbesserung oder Verschlechterung sexueller Funktionen durch die Beschneidung betrifft. Es werden auch Vorteile berichtet!

Folgeoperationen: "Die Vorhaut schützt nach der Geburt die Eichel und die Harnröhrenöffnung vor Reibung und Austrocknung. Nach einer Beschneidung verdickt und verhornt sich regelmäßig die Oberfläche der Eichel. Das kann zu einer Verengung der Harnröhrenöffnung führen, der häufigsten Komplikation bei Beschneidungen im Säuglingsalter, die in bis zu 30 Prozent der Fälle auftritt. Nicht selten sind dann gar mehrere Operationen nötig, damit die Kinder ihre Blase normal entleeren können." (M. von Stehr im Spiegel)

Welche Risiken sind für eine medizinisch nicht indizierte Behandlung noch im Rahmen des Verantwortbaren?

Man muss das (Todes)Risiko einer Beschneidung abwägen gegen das Todesrisiko durch Krankheiten, die durch eine Bescheidung verhindert werden können

Die Abwägung von Nutzen und Risiken ist dann nur bedingt relevant, wenn die Beschneidung durch einen Arzt vorgenommen wird. Ethische Richtline für ärzltiches Handeln ist nicht die Kosten-/Nutzen-Analyse, sondern das Prinzip, zuallerst niemandem Schaden zuzufügen.

Bei der Abwägung sollte auch eine Rolle spielen, dass die Beschneidung nicht unerhebliche Schmerzen verursacht

Welche medizinischen Vorteile hat die Beschneidung?

Die Beschneidung verringert das Risiko von Krebserkrankungen am Penis, Infektionen der Harnröhre und der Ansteckung mit sexuell übertragbaren Krankheiten

Gehe zu ...

These: "Die medizinischen Vorteile einer Beschneidung wiegen schwerer als mögliche Risiken"

Das Risiko der Ansteckung mit sexuell übertragbare Krankheiten wird durch die Beschneidung verringert

Evidenzen?, Evidenz (Statistik): In den USA kamen in den 80er Jahren von 36tausend unbeschnittenen männlichen Säuglingen zwei im ersten Lebensmonat zu Tode. Im gleichen Beobachtungszeitraum war unter 100tausend beschnittenen männlichen Säuglingen kein Todesfall zu verzeichnen, Hängt der beobachtete Unterschied kausal mit der Beschneidung zusammen?, Aus der Studie folgt nicht, dass die Beschneidung die Ursache für den beobachteten Unterschied ist, Evidenz (Auswertung der Forschungsliteratur): Die systematische Auswertung der peer-reviewed Forschungsliteratur aus den Jahren 1995 bis 2010 legt nahe, dass der Nutzen in der Gesundheitsprävention gegenüber möglichen Risiken überwiegt - behauptet die American Academy of Pediactrics in ihrem Policy Statement vom 22.08.2012. Die Sachlage rechtfertige, dass es Eltern, die eine Beschneidung befürworten, ermöglicht werden sollte, diese durchzuführen und dass die Krankenkassen dafür aufkommen sollten, Ist dies (das Policy Statement der US-Kinderärzte) die einhellige Meinung?, Die meisten anderen Ärzte-Vereinigungen sowie viele Fachautoren kommen zu genau dem entgegen gesetzten Schluss wie die amerikanische Kinderärzte-Vereinigung!, Beispiele?, Die australische Fachärzte-Vereinigung betont: "there is no evidence that circumcision has any such protective effect in a developed country such as Australia", "Royal Dutch Medical Association Launches Anti-Circumcision Campaign", Canadian Paediatric Society, INTERNATIONAL COALITION for GENITAL INTEGRITY, Position Paper on Neonatal Circumcision and Genital Integrity, Evidenz (Klinische Studien): 40%-60% weniger HIV-Infektionen unter heterosexuellen Männern in Gegenden mit hoher Aids-Rate (Afrika). Geringeres Risiko der Infektion mit HPV und Genitalherpes., Einige der zitierten Untersuchungen wurden in Afrika durchgeführt, wo HIV - anders als in den USA - unter heterosexuellen Männern stark verbreitet ist. Die Ergebnisse sind von daher nicht auf die USA übertragbar, wo die HIV-Infektion unter Heterosexuellen hauptsächlich Drogenkonsum bewirkt wird, betont die New York Times in ihrem Bericht. (Die in Ergebnisse der Afrika zwischen 2005 und 2007 durchgeführten Untersuchungen waren es übrigens auch, die den Ausschlag dafür gaben, dass die Kinderärztevereinigung ihre frühere Position (1999) revidierte!), Sind die zitierten Studien eine Evidenz für die Präventionswirkung von Beschneidung auch in den USA?, Was sagen diesen Zahlen aus?, In absoluten Zahlen bedeutet "60 % weniger Infektionen": es gibt 1,3 % weniger Infizierte!, Wie sind die Studien in Fachkreisen beurteilt worden?, Kritiker weisen darauf hin, dass die zitierten Studien handwerkliche Mängel aufweisen (Byole und Hill, 2011), Evidenz (Plausibilität): Der beschnittenen Penis hat mehr 'Hornhaut': die Gefahr von Verletzungen und in der Folge des Eindringens von Krankheitserregern ist geringre, Evidenz (Plausibilität): Das Vorhautinnere ist anfällig für kleinere Verletzungen, durch die Viren und Bakterien eindringen können. Der unbeschnittene Penis hält diesen Viren und Bakterien sozusagen gefangen. Auf diese Weise verlängert sich der Zeitraum der Exposition - und damit die Infektionsgefahr.

Das Ansteckungsrisiko lässt sich, effektiver sogar, mittels Kondomen reduzieren - ohne dass eine medizinisch nicht notwendige Amputation (Beschneidung) vorgenommen werden muss! (Das Wort "Kondom" wird in dem Bericht der US-Kinderärztevereinigung nicht einmal erwähnt!)

Evidenz (Statistik): In den USA kamen in den 80er Jahren von 36tausend unbeschnittenen männlichen Säuglingen zwei im ersten Lebensmonat zu Tode. Im gleichen Beobachtungszeitraum war unter 100tausend beschnittenen männlichen Säuglingen kein Todesfall zu verzeichnen

Risks From Circumcision During the First Month of Life Compared With Those for Uncircumcised Boys Wiswell, et al. Pediatrics 1989; 83:6 1011-1015

Folgt aus der Studie, dass die Beschneidung die Ursache für den beobachteten Unterschied ist?

Direkte Abwägung: 100 Beschneidungen müssen durchgeführt werden, um 1 Infektion mit einer sexuell übertragbaren Krankheit zu verhindern. Auf 5 Verhinderungen einer sexuell übertragebaren Krankheit kommt 1 Fall von Komplikationen (Blutungen; Infektionen), die durch die Beschneidung verursacht werden.

vgl. Anmerkung 121 im Technical Report, siehe URL

Neben der Präventionswirkung müssen auch die Schmerzen berücksichtigt werden, die einem Kind durch die Beschneidung zugefügt werden

Erleiden die Betroffenen notwendig starke Schmerzen?, Mit Hilfe von Betäubungsmitteln lassen sich die durch eine Beschneidung veursachten Schmerzen angemessen reduzieren - auch bei Babies, Die Beobachtung von Herzfrequenz, Sauerstoffversorgung und Gesichsausdruck während der unter fachgerechgter Betäubung vorgenommenen Beschneidung spricht dafür, dass die Schmerzen effektiv unterdrückt werden

Selbst wenn es (leichte) medizinische Vorteile geben sollte: Dies rechtfertigt nicht, dass Eltern über den Kopf ihrer Kinder hinweg diese Entscheidung fällen dürfen! (Beschneidung verletzt nämlich die körperliche Integrität)

Ist das Abwägung von Vorteilen und Risiken aus ärztlicher Sicht überhaupt die richtige Vorgehensweise?

Gehe zu: "Die Durchführung einer Beschneidung..."

Faktencheck ist ein Projekt von debattenprofis.de. Das Projekt wird von der Robert Bosch Stiftung gefördert.

Legende

Die Elemente: Ein Diskussionsstrang beginnt mit einer Frage (?) oder einer These (!). Auf eine These folgen Für (+) und Wider (-). Das &-Zeichen: Argumente, die aus einer Kombination von mehreren Prämissen bestehen, die alle zugleich wahr sein müssen, damit sich die vorangehende These bewahrheitet, werden mit einem Und-Zeichen dargestellt, so wie in "& (1-3"). Farbigkeit: Prämissen, die nur in Kombination mit weiteren Prämissen eine vorangehende These stützen, sind mit einem grauen Symbol (+, -, oder !) versehen. Weiterhin grau sind solche Thesen (!), auf die keine weiteren Überlegungen folgen. Alle anderen Thesen sind gelb.

Forenbeiträge werden in die Karte übertragen!

Literatur

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Namensnennung - Weitergabe unter gleichen Bedingungen

These: "Die Durchführung einer Beschneidung ohne Indikation widerspricht ärztlichem Ethos!"

"Niemandem schaden": Dieses Prinzip gilt für ärztliches Handeln vor allen anderen Überlegungen

Wirklich?, Im Eid des Hippokrates (um 460 bis um 370 vor Christus) ist unter anderem zu lesen: "Ich werde ärztliche Verordnungen treffen zum Nutzen der Kranken nach meiner Fähigkeit und meinem Urteil, hüten aber werde ich mich davor, sie zum Schaden und in unrechter Weise anzuwenden.", "Primum nihil nocere - zuerst einmal nicht schaden" (formuliert von dem Arzt Scribonius Largus am Hof von Kaiser Tiberius Claudius)., Es ist ein größeres Übel, wenn Eltern, weil der Arzt die Beschneidung ablehnt, die Operation irgendwo im Hinterhof durchführen lassen!, Ist das Argument überzeugend?, Wenn das Argument valide wäre, dann könnte man damit genauso gut begründen, dass ein Arzt in Deutschland eine Genitalverstümmelung bei einem Mädchen vornehmen soll – damit es nicht “im Hinterhof” gemacht wird., Die Beschneidung von Jungen (A) ist ein anderer Fall als die Genitalverstümmelung bei Mädchen (B) - jedenfalls dann, wenn man davon ausgeht, dass Beschneidung nicht per se ("Körperverletzung") ein Übel ist, sondern nur wegen der damit verbundenen möglichen Komplikationen. Im Fall von (B) verursacht der durchführende Arzt auf jeden Fall ein Übel. Im Fall von (A) kann er sich sagen: Mit etwas Glück treten keine Komplikationen auf und ich verursache kein Übel. Gleichzeitig bewirke ich, dass bestimmte Komplikationen (z.B. mangelhafte Betäubung oder Hygiene), die ansonsten mit Sicherheit auftreten würden, vermieden werden.