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FKBD Recherchekriterien by Mind Map: FKBD Recherchekriterien
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FKBD Recherchekriterien

Forschung zur Kulturellen Bildung in Deutschland - Bestand und Perspektiven 1990-2012

1) Kulturbegriff

Geht es ausschließlich um Interkultur, Soziokultur, politische Kultur, Schulkultur ohne explizite Thematisierung ästhetisch-kultureller Themen (z.B. Künste, ästhetische Artikulationen, Theorien, Geschichte)?

Z.B.: Ritualforschung über Schulrituale im Klassenraum (Inklusion/Exklusion). -> i.d.R. nicht aufnehmen.Ritualforschung über Lernrituale in Neuen Medien -> i.d.R. nicht aufnehmen.Ritualforschung über eine Tanzaufführung im Rahmen eines Schulfestes: i.d.R. aufnehmen.

Stehen alltagsästhetische, laienkünstlerische oder professionell-künstlerische Praktiken der Wahrnehmung, des Ausdrucks, der Darstellung oder Gestaltung im Zentrum des Beitrags? Oder: Gibt es einen expliziten Bezug zu Künsten? (Bitte auch die Notiz zu diesem Punkt im Kasten "EIgenschaften" rechts beachten.)

Diese Abgrenzung ist manchmal schwierig, aber für das Projekt sehr wichtig. Allgemein-kulturelle Verortungen sind dem Projekt nicht dienlich (z.B. "Sprache ist immer Kultur, also werden alle sprachanthropologischen Titel aufgenommen": hier geht es wirklich nur um ästhetische Artikulationsaspekte). Bezug zu Künsten ist dabei *ein* Indikator; er muss aber nicht gegeben sein. Schwierig ist auch die Verortung bei medialen Themen. Nicht alle medialen Themen (z.B. medienpädagogische Beiträge) lassen sich als Beitrag zur Kulturellen Bildung verstehen. Die meisten Arbeiten zur Medienkompetenz etwa würden hier nicht dazuzählen (allenfalls praxeologische, auf dem Hanituskonzept Bourdieus basierende würden evtl. zählen). Auch bei medialen Themen muss es also um ästhetisch-kulturelle Aspekte gehen. Dazu zählt z.B. der ganze Bereich ästhetischer Inszenierungen von identität und Biographie; dazu zählen *nicht* Fragen medialer "Wissenskulturen" (Wikipedia) - es sei denn, es ginge um die Ästhetisierung von Wissen und Wissensperformances.

2) Bildungsbezug

Ist ein expliziter Bezug zu einem oder mehreren Bildungsaspekten - in Bezug auf 1) - gegeben? Lernen (auf jeder Ebene, von der Hirnforschung bis zur peer education) Sozialisation Erziehung Bildung (Prozess, Biographie, Subjektbildung) Erfahrung (insbes. transformative, dann auch Erlebnis) Lehren (Vermittlung) Bildungssysteme (Organisationen, Institutionen ...)

Der Zusatz "in Bezug auf 1)" meint folgendes: Wenn es etwa in einem Beitrag darum ginge, mittels musikalischer Beispiele mathematisches Lernen zu gestalten, handelt es sich zwar um Bildung in diesem weiten Sinne, aber nicht um Kulturelle Bildung. Etwas anderes wäre aber wiederum die Frage nach Transfereffekten (musikalische Bildung -> mathematisches Lernen), weil hier zunächst von kulturellen Bildungsprozesse ausgegangen wird.

3) Forschungsbezug

Empirische Arbeiten: Ist ein methodologischer Bezug im Beitrag explizit ausgewiesen oder zumindest implizit klar ersichtlich?

Methodologischer Bezug heißt: Bezug zu etablierten Methoden. Bei qualitativen Arbeiten also z.B.: Ethnograhpie/Dichte Beschreibung, Grounded Theory, Dokumentarische Methode, Objektive Hermeneutik, wissenssoziologische oder anderen Diskursanalysen etc.Bei quantitativen Arbeiten geht es darum, Forschung von schlichten quantiativen Evaluationen abzuheben. Hilfreiche Fragen: Handelt es sich um ein Forschungsdesign mit repräsentativer Stichprobe (bei Querschnittuntersuchungen)? Um eine Längsschnittstudie? Werden lediglich Verhältniszahlen angegeben oder erfolgt eine tiefergehende statistische Auswertung und Diskussion (T-Tests, Angabe von Signifikanz- und Fehlerniveaus etc.)? Werden Fragebogenitems diskutiert bzw. legitimiert? Erfolgt eine differenzierte Interpretation der Ergebnisse?

Theoretische und historische Arbeiten: Beansprucht der Beitrag, in theoretischer (z.B. begrifflich-konzeptioneller) oder programmatischer (z.B. fachpolitischer) Hinsicht eine neue Sichtweise oder Erkenntnis bereitzustellen? Falls eher Bekanntes verhandelt wird: handelt es sich um eine Forschungsleistung i.S. einer Diskurs-/Feldübersicht (versus: bloße Darstellung/Aufbereitung von bekannten Forschungsergebnissen)?

Hier geht es primär um die Überprüfung des *Geltungsanspruches* der Arbeit, nicht ihrer de facto-Qualität. (Wir beurteilen die wissenschaftliche Qualität der Arbeiten, auch wie auch der empirischen, lediglich nach formalen Kriterien.)