Spracherwerbstheorien

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Spracherwerbstheorien by Mind Map: Spracherwerbstheorien

1. Lernpsychologischer Ansatz (Skinner)

1.1. Kinder plappern nicht nur alles nach, was sie aufschnappen, sie brauchen auch einen Anreiz wie z.B. Lob.

1.1.1. Assoziation

1.1.1.1. Kind stellt korrekte Verbindung zwischen Bild und Wortklang her

1.1.2. Imitation

1.1.2.1. Kind lernt die Sprache, wenn ihm entsprechende Reize zum Nachahmen geboten werden

1.1.3. Verstärkung

1.1.3.1. Immer wenn das Kind etwas sprachlich richtig formuliert, wird es von einer anderen Person positiv verstärkt und ermutigt.

2. Nativistischer Ansatz (Chomsky)

2.1. Individuelle Satzstrukturen

2.1.1. Kinder lernen Wort-und Satzstrukturen, die ihnen nicht bewusst beigebracht wurden. Sie kombinieren und reihen Wörter ganz individuell, sie bilden Sätze, die sie davor nie gehört haben und die daher nicht auf Nachahmung beruhen können.

2.2. Übergeneralisierung

2.2.1. Kinder machen viele Fehler, die aus einer Übergeneralisierung grammatikalischer Regeln entstehen. Den ersten Sprachäußerungen eines Kindes liegen offensichtlich Regeln zugrunde, die falsch verallgemeinert werden können.

3. Kognitiv-neurowissenschaftlicher Ansatz

3.1. Das Erlernen einer Sprache beginnt bereits vorgeburtlich, indem sich der Embryo auf den Klang der Sprache der Mutter einstimmt. Nach der Geburt bildet sich das Sprachzentrum aus und somit beginnt die sensible Phase der Sprachentwicklung. In der sensiblen Phase entwickelt das Gehirn ein dichtes Netz von Neuronen Verbindungen, das auf die Sprachverarbeitung und die Sprachproduktion ausgerichtet ist. Die sensible Phase für die Sprachaneignung dauert bis zum 3. Lebensjahr.

3.2. Das 3. Lebensjahr kann nicht als die abrupte Grenze für den Spracherwerb gesehen werden, da Kinder, die erst in der Schule mit dem Fremdsprachenerwerb beginnen, eröffnen mit der ersten neuen Sprache ein zweites Sprachareal.

4. Interaktionistischer Ansatz (Bruner)

4.1. Bruner versteht Sprache als Teil des sozialen Verhaltens. Er prägte den Begriff des language acquistion support system (LASS) und meint damit das gemeinsame handeln und In-Kommunikation-Treten zwischen dem kind und seinen Bezugspersonen.

4.2. Unter Mehrsprachigkeit versteht man die Fähigkeit, zwei oder mehrere Sprachen täglich in vielen verschiedenen Situationen fließend zu sprechen. Eine mehrsprachige Erziehung überfordert das Kind nicht, sondern fördert sogar die kognitive Entwicklung, solange die sprachliche Frühförderung spielerisch, ohne Zwang und in Interaktion mit anderen Menschen verläuft.