Schmerzempfinden

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Schmerzempfinden von Mind Map: Schmerzempfinden

1. Schmerzentstehung

1.1. Auf- und absteigende Schmerzsysteme

1.1.1. Schmerzsignal gelangt über periphere Nerven zum Rückenmark

1.1.2. von dort wird die Erregung zum Thalamus und der Großhirnrinde geleitet (aufsteigendes Aktivierungssystem)

1.1.2.1. Transmitter z.B.: Glutamat (Aminosäure) und Substanz P (Neuropeptid)

1.1.3. über absteigende Bahnen des Gehirns werden Transmitter ausgeschüttet, hemmen schmerzleitende Synapsen (absteigendes Hemmsystem)

1.1.3.1. Transmitter z.B.: Serotonin (zur Weiterleitung), Endorphine u. Enkephaline (hemmen Substanz P und Glutamat)

1.2. vorwiegend über freie Nervenendigungen wahrgenommen

1.3. Schmerzrezeptoren reagieren auf chemische Stoffe, die bei Gewebsschädigungen oder Entzündungen freigesetzt werden

1.3.1. Stoffe: Histamin, Bradykinin, Prostaglandine, Serotonin

1.4. Empfindsamkeit von Schmerzrezeptoren bleibt in er Regel gleich stark

2. Charakteristika des Schmerzes

2.1. Somatischer Schmerz

2.1.1. Oberflächenschmerz 1 u. 2, Schmerzreize in der Haut

2.1.2. Tiefenschmerz, Schmerzreize aus Muskeln, Gelenke, Knochen und Bindegewebe

2.2. Viszeraler Schmerz

2.2.1. "Eingeweideschmerz"

2.2.2. Koliken (stärkster Schmerz, durch glatte Muskulatur verursacht)

2.3. Neurogener Schmerz

2.3.1. Reizung von Nervenfasern, Bsp. Amputation

2.4. Psychogener Schmerz

2.4.1. Psychische Störung als Ursache

2.5. Akuter und chronischer Schmerz

2.5.1. Akut: begrenzte Dauer, auch größte Schmerzen sind erträglich

2.5.2. Chronisch: Dauerschmerz oder häufig wiederkehrend, schwer zu ertragen, Schmerz verselbstständigt sich

3. Schmerztherapie

3.1. Ursachenbeseitigung

3.2. Schmerzmittelgabe

3.3. Ziele:

3.3.1. bestmögliche Schmerzlinderung

3.3.2. Klient lernt mit Schmerz umzugehen

4. Analgetika (Schmerzmittel)

4.1. Nicht-Opioid-Analgetika

4.1.1. wirken peripher, hemmen die Bildung von Prostaglandinen (Cyclooxygenase 1 u. 2)

4.1.2. Paracetamol: zusätzlich Wirkung im ZNS, fiebersenkend, hohe Magenverträglichkeit

4.1.3. Nichtsteroidale Antiphlogistika (z.B.: ASS (Aspirin), Ibuprofen, Novalgin)

4.1.3.1. schmerzlindernd, fiebersenkend, entzündungshemmend, enthält kein Kortison

4.1.3.2. Aspirin: zusätzlich Thrombozytenaggregationshemmer, daher nicht vor und nach Op´s einnehmen

4.1.3.3. Ibuprofen: auch bei rheumatischen und degenerativ-entzündlichen Erkrankungen einsetzbar

4.1.3.4. COX 1: greifen die Magenschleimhäute an, Wirkung oft auf Blutplättchen, erhöhen Herz-Kreislauf-Risiko

4.1.3.5. COX 2: besser verträglich für Magenschleimhäute, keine Wirkung auf Blutplättchen, erhöhen auch Risiko für Herz-Kreislauf

4.1.3.6. Novalgin (Metamizol): gut wirksam gegen viszerale Schmerzen, negative Auswirkung auf Blutbildung

4.2. Opioid-Analgetika z.B.: Tramal(schwach), Morphin(stark)

4.2.1. Wirkung im ZNS an Rezeptoren für körpereigene Endorphine, ahmen Wirkung nach

4.2.2. mindern zentral Schmerzempfindung, dämpfen Aufmerksamkeit, Stimmungsveränderung

4.2.3. hohe Abhängigkeitsentwicklung und Nebenwirkungen (Dämpfung Atemzentrum, Verstopfung

4.2.4. unterstehen fast alle dem Betäubungsmittel-Gesetz

4.2.5. Effekt steigt durch Kombination mit Psychopharmaka

4.3. Plazebos

5. Einstellung zum Schmerz

5.1. Sehr individuell

5.2. Von der subjektiven Einstellung abhängig

5.3. Schmerzskalen helfen bei Einstufung

6. Komponenten des Schmerzes

6.1. Sensorisch: Einwirkung des Schmerzes nach Ort, Intensität, Art und Dauer analysierbar

6.2. Affektiv: Immer mit einer umlustbetonten Emotion verbunden

6.3. Vegetativ: Autonome Reaktion des Nervensystems

6.4. Motorisch: Schutzreflex wird erzeugt und/oder Schonhaltung eingenommen

6.5. Kognitiv: Schmerz wird bewertet und mit früheren Erfahrungen verglichen

7. Klinisch relevante Schmerzen

7.1. Pathophysiologischer Nozizeptorenschmerz

7.1.1. Erkrankung oder Schädigung eines Organs

7.1.1.1. Ruheschmerzen: Schmerz besteht ohne einen Reiz von außen

7.1.1.2. Hyperalgesie: schmerzhafte Reize lösen stärkeren Schmerz als "normal" aus und Schmerzschwelle ist abgesenkt. (Bsp. Hautempfindlichkeit bei Sonnenbrand)

7.1.1.2.1. Primär: am erkrankten Ort

7.1.1.2.2. Sekundär: gesundes Gewebe um Krankheitsherd herum

7.2. Neuropathischer Schmerz

7.2.1. Schädigung von Nervenfasern

7.2.2. Entstehen häufig episodenhaft, ohne Bezug zu einem Reiz

7.2.3. Hyperalgesie: s. "Erkrankung oder Schädigung eines Organs"

7.2.4. Allodynie: Auftreten eines Schmerzes bei einfachen Berührungsreizen

7.3. Neuroplastizität

7.3.1. Schmerz wird durch neuroplastische Vorgänge im nozizeptiven System mitbestimmt

7.3.1.1. Nervenzellen verändern ihre Antworteigenschaft und neurochemischen Eigenschaften

7.3.1.1.1. funktionelle Plastizität: periphere und zentrale Sensibilisierung

7.3.1.1.2. strukturelle Neuroplastizität: Aussprossen lädierter Nervenfasern und Entstehung falscher synaptischer Verbindungen