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fundamentale Ursachen der Finanzkrise 2007 - 2009 by www.blicklog.com Status: 3.09.2011 by Mind Map: fundamentale
Ursachen der Finanzkrise 
2007 - 2009
by www.blicklog.com
Status: 3.09.2011
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fundamentale Ursachen der Finanzkrise 2007 - 2009 by www.blicklog.com Status: 3.09.2011

Weitere Beiträge BP: 7 Factors That Led to Crisis mit guter graphischer Übersicht Steffen Valdix – University of the West of Scotland: Did securitisation fail so badly? Reasons for the  subprime turmoil - MSc International Financial Management (pdf, August 2008)   Roger D. CongletonWorking Papier: On the Political Economy of the Financial Crisis and Bailout of 2008 (28.9.10): This paper provides an overview of the political and economic decisions that helped to create the financial crisis of 2008. It begins with an overview of U.S. efforts to promote home ownership and how those policies, along with banking regulatory decisions in the late 1990s and early 2000s, helped to create a highly leveraged and risky international portfolio of mortgage-based securities. Declines in the price of housing, consequently, had major effects on the balance sheets and portfolios of financial institutions throughout the world, because the risk of mortgage-backed securities was underpriced. The effects of mortgage-backed securities effectively doubled the usual effect of the end of a housing bubble. The political response to the crisis of 2008 has been rapid and large. The response has been partially accomplished through new legislation (TARP) and partly through standing agencies with authority to address credit and housing issues. In general, the differences in the effectiveness of policy responses show the advantage of standing institutions at crisis management relative to innovative legislation. The paper concludes by discussing the relevance of public choice, constitutional political economy, and the theory of regulation for explaining the crisis management undertaken.

Rezession in USA 2001 bis 2003

Zusammenbruch der .com-Blase

11. September 2001

FAZ: Die Schuldenkrise - Der späte Sieg des Terrors (18.8.11): 2001 flogen Flugzeuge ins World Trade Center. Der Anschlag hat die Schuldenkrise mit heraufbeschworen. In der Reaktion auf den Terror geschahen fatale wirtschaftliche Fehler. Die Folgen halten die Welt bis heute in Atem.

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Grundlagenbeiträge

Geldpolitik

HB: Es werde Geld – es werde Krise (24.6.09): Die Vorschläge zur Regulierung der  Finanzmärkte gehen an einen fundamentalen Problem vorbei: Banken schaffen mit einem  simplen Trick seit Jahrhunderten scheinbaren Reichtum, der sich immer wieder in Luft  auflöst. Seit 1970 hat diese Praxis den Ländern der Welt 124 systemische Bankenkrisen  beschert. HB: Subprime-Krise und Geldpolitik Finanzkrise – wie die Fed versagt hat (26.1.09)

niedrige Zinsen

Eine zweite makroökonomische Ursache der  aufkommenden Krise ist die lange  Phase niedriger  Realzinsen in der ersten Hälfte dieses Jahrzehnts  Die unmittelbaren Ursachen dafür lagen in der  Dynamik  zwischen dem  geldpolitischen Kurs der  Industrieländer  bzw. der aufstrebenden  Volkswirtschaften  einerseits  und den Kapitalabflüssen  aus den aufstrebenden  Volkswirtschaften auf  der  Suche nach risikoarmen  Anlagen andererseits. In  diesen Jahren hielten die  Zentralbanken die  kurzfristigen Realzinsen aufgrund  von  Deflationsbedenken auf  ungewöhnlich niedrigem  Niveau. Quelle: BIZ 79. Jahresbericht, Teil I  Eine Vorbedingung für das Entstehen der  Finanzmarktkrise war, dass die  Notenbanken,  insbesondere die amerikanische Notenbank Fed  (Federal Reserve), in  den vergangenen zehn Jahren eine  Politik extrem niedriger Zinsen betrieben. Ob bei  schwacher Konjunktur (wie nach den Anschlägen vom  11. September 2001) oder bei  Börsenturbulenzen (wie  nach dem Zusammenbruch der "Dotcom-Blase") -  stets  reagierte die Fed mit drastischer Senkung der  Zentralbankzinsen. Es war ein  Jahrzehnt des "billigen  Geldes", das zwei Konsequenzen hatte: Erstens  konnten sich  die Geschäftsbanken zu äußerst  günstigen Konditionen Fremdkapital beschaffen und   dadurch ihre Kreditvergabe ausweiten, und zweitens  waren institutionelle Investoren  (Versicherer,  Pensionskassen, Versorgungswerke), die traditionell  konservativ  anlegen, angesichts der niedrigen Zinsen  gezwungen, sich nach höherverzinslichen  Alternativen  umzusehen. Hanno Beck/Helmut Wienert, Anatomie der  Weltwirtschaftskrise: Ursachen und  Schuldige, in: Aus  Politik und Zeitgeschichte, 20/2009.  NZZ: «Zinssatz bleibt mehrere Jahre bei null»(27.5.09): Die zu lange zu tiefe Zinsen der  US-Notenbank waren ein Hauptgrund für die Immobilienblase, die die  Weltwirtschaftskrise ausgelöst hat. Die Zinsen befinden sich nahe bei null. Nun fordert ein  Fed-Ökonom, diesen Zustand für Jahre fortzusetzen. Drohen neue Blasen?          

erleichterte Finanzierungsbedingungen

Savings Glut (Ersparnisschwemme)

Der Begriff “global savings glut” beschriebt die  historisch gesehen untypischen, ja  eigenartigen  Entwicklung, dass die Finanzmärkte der  Industrienationen mit den  stark zugenommenen  Ersparnissen der Schwellenländer quasi “überflutet”  werden.  Die gewachsene  Wirtschaftsleistung der  Letzeren, gepaart mit einer sehr hohen  Sparquote,  sorgte dafür, dass  die Zinsen weltweit (und speziell an  den etablierten  Finanzmärkten) lange Zeit tief blieben  (das  Kapital der Schwellenländer sucht(e)  Anlagemöglichkeiten, die aktuell nur die großen und  liquiden Märkte bieten  können; hierzu auch wichtig -  die enormen Währungsreserven der  Schwellenländer,  die durch Interventionen am Währungsmarkt  angehäuft werden). Diese Konstellation habe zur Entwicklung eines  spekulativen (heißen) Klimas, im  Einzelnen  auf dem  Immobilienmarkt in den USA, beigetragen. ohne Quellenangabe ______________________________________ HB: Finanzkrise – Die Spur des Geldes (19.04.11): Der Kollaps des Finanzsystems hat die meisten Experten kalt erwischt. Doch hätten sie die Finanzströme in der Wirtschaft genauer im Blick gehabt, hätten sie die Risiken erkennen können, zeigt eine Studie von englischen Notenbank-Ökonomen. Studie mit dem Titel “Growing Fragilities? Balance Sheets in the Great Moderation” ______________________________________ Makroökonomisch betrachtet ist eine Ursache der  Krise in den notorischen  weltweiten  Ungleichgewichten zu finden. Aufgrund der anhaltend  hohen  Leistungsbilanzdefizite bzw. -  überschüsse kam es nämlich zu einem  Nettokapitalabfluss aus den kapitalarmen  aufstrebenden  Volkswirtschaften in die  kapitalreichen Industrieländer, insbesondere die  USA. Diese Kapitalbewegungen standen im  Zusammenhang mit der hohen  Sparquote in den  aufstrebenden Volkswirtschaften und der  niedrigen  Quote in den USA. Von 1999 bis Mitte  2007 – vom Ende der Asienkrise bis zum  Beginn der  gegenwärtigen Krise also – erhöhte sich das US-  Leistungsbilanzdefizit um insgesamt $ 4,6 Bio. Ende  2007 waren die USA nach  Schätzung des US-  Finanzministeriums mit etwa $ 13,4 Bio. brutto  gegenüber  dem Ausland verschuldet – fast viermal so  hoch wie neun Jahre zuvor. Die Ursachen für diese Dynamik im internationalen  Kapitalverkehr waren  Gegenstand heftiger Debatten. So  wurde diese Entwicklung u.a. einer globalen  Ersparnisschwemme („global saving glut“)  zugeschrieben, die wiederum mit dem  Anstieg der  Sparquote in den aufstrebenden Volkswirtschaften in  Zusammenhang  gebracht wurde. Andere Hypothesen,  die ins Feld geführt wurden, waren die  Knappheit der  Investitionsmöglichkeiten weltweit oder der Wunsch  der schnell  wachsenden aufstrebenden  Volkswirtschaften nach internationaler  Diversifizierung und risikoarmen liquiden  Vermögensanlagen.  Ferner wurde argumentiert, dass die aufstrebenden  Volkswirtschaften  Währungsreserven aufbauten, um  die Aufwertungstendenzen, die  exportfinanzierte  Leistungsbilanzüberschüsse zwangsweise begleiten,  einzudämmen, aber auch um besser gegen plötzliche  Kapitalabflüsse gewappnet  zu sein, wie sie etwa in  der  Asienkrise stattgefunden hatten. Quelle: BIZ 79. Jahresbericht, Teil I Die seit dem Jahrtausendwechsel noch einmal  intensivierte Integration einer  Vielzahl vormals  peripherer Volkswirtschaften in die internationale  Arbeitsteilung  ist mit einer Reihe globaler  Ungleichgewichte einhergegangen. Insbesondere  sparen die Schwellen- und Entwicklungsländer seither  zunehmend deutlich mehr,  als sie selbst in heimische  Sachanlagen investieren. Entsprechend weisen diese  Länder einen Überschuss in ihren Leistungsbilanzen  auf, während vor allem in den  USA und im Vereinigten  Königreich beträchtliche Leistungsbilanzdefizite  aufgebaut wurden. Die Ursache dieses als globale Sparschwemme  bekannten Phänomens liegt in den  Besonderheiten des  laufenden Integrationsprozesses.26 Das  Produktivitätswachstum, das mit der Integration der  Schwellen- und  Entwicklungsländer verbunden  gewesen ist, führte über Einkommensanstiege in  diesen Ländern aufgrund ihrer beschränkten  Absorptionsfähigkeit zu einer  erhöhten Sparneigung.  Jedoch konnten die Ersparnisse von den dort wenig  ausgebildeten Finanzsystemen nur unzureichend in  heimische Investitionen  gelenkt werden. Die  Ersparnisse fanden auch nicht auf dem Umweg über  das  Ausland zurück in diese Länder. Denn  internationale Investoren sind – verstärkt  durch die  Erfahrungen mit der Asienkrise 1997/98 – vorsichtig,  in den durch  wirtschaftliche, rechtliche und politische  Unwegsamkeiten geprägten Ländern zu  investieren.  Als Ausdruck dessen ging die Quote der  Auslandsschulden dieser  Länder zurück, und der  Anteil der kurzfristigen Schulden an den gesamten  Auslandsschulden stieg. Institut für Wirtschaftsforschung Halle, Die  Weltfinanzkrise im Spiegel der  Konjunkturprognosen des  IWH, in: Themenheft: Weltfinanzkrise, 31.3.09, S. 14. Bretton Woods II” Was die Welt wirklich ins Verderben stürzt (3.3.09): Jahrelang  haben Ökonomen davor gewarnt, die massiven globalen Ungleichgewichte würden  die Welt früher oder später ins Verderben stürzen. Gibt ihnen die  Weltwirtschaftskrise recht? Drei Ökonomen untersuchen diese Frage in einer neuen  Studie – und kommen zu einem erstaunlichen Ergebnis. Folkerts-Landau, Garber und Dooley dagegen vertreten seit Jahren eine ganz  andere These. Sie halten die Handelsungleichgewichte für ungefährlich - weil sie  die Folge eines stabilen währungspolitischen Arrangements zwischen den USA und  Asien seien. Dieses habe viele Parallelen zum Festkurs-System von Bretton Woods,  das vom Ende des Zweiten Weltkriegs bis 1973 existierte. Folkerts-Landau, Garber  und Dooley sprechen daher von "Bretton Woods II". Die drei Forscher interpretieren das erste Bretton-Woods-System als Symbiose  zwischen dem Kernland USA und einer Peripherie von Staaten vor allem in  Westeuropa. In Europa war nach dem Zweiten Weltkrieg der Kapitalstock zerstört  und musste wieder aufgebaut werden. Eine unterbewertete Währung machte die  europäische Wirtschaft sehr wettbewerbsfähig. Die USA nahmen die Exporte der  aufstrebenden Peripherie auf. Das führte zu Defiziten in der Handelsbilanz. Diese  konnten die Europäer aber günstig finanzieren, indem sie mit ihren Überschüssen  Dollar kauften und so ihre unterbewerteten Währungen stabilisierten. Heute sei die Konstellation im Grunde ganz ähnlich - nur dass es sich nicht mehr  um ein vertraglich verankertes Wechselkurssystem handele, sondern um ein  informelles Arrangement, argumentieren die Forscher. Auch bei Bretton Woods II  seien die USA das Kernland, die Peripherie werde diesmal von den asiatischen  Schwellenländern gebildet. Dort, vor allem in China, gebe es Millionen  unterbeschäftigte Landarbeiter, die in die Weltwirtschaft integriert werden sollen  und dafür Kapital brauchen. Die chinesische Währung sei unterbewertet, was  Produkte aus China für Amerikaner günstig mache. Im Gegenzug kauften die  Chinesen US-Wertpapiere und hielten so ihre Währung stabil. Dies führe in den  USA zu historisch niedrigen Zinsen. HQuelle und mehr: Handelsblatt: 3.3.09  

Hohe Ersparnisbildung in Schwellenländern

Die Währungspolitik vieler Schwellen- und  Entwicklungsländer zielte darauf, die überschüssigen  Ersparnisse in liquiden Devisenreserven anzulegen, um  sich gegenüber Währungskrisen zu immunisieren und um  Unabhängigkeit vom Internationalen Währungsfonds zu  erreichen. Von den Zentralbanken wurden daher  insbesondere leicht liquidierbare Dollaranlagen wie kurz-  und langfristige Staatsanleihen sowie so genannte asset  backed securities (forderungsbesicherte Wertpapiere,  ABS) nachgefragt. Institut für Wirtschaftsforschung Halle, Die Weltfinanzkrise  im Spiegel der Konjunkturprognosen des IWH, in:  Themenheft: Weltfinanzkrise, 31.3.09, S. 15.  Die Ursachen für diese Dynamik im internationalen  Kapitalverkehr waren Gegenstand heftiger Debatten. So  wurde diese Entwicklung u.a. einer globalen  Ersparnisschwemme („global saving glut“)  zugeschrieben, die wiederum mit dem Anstieg der  Sparquote in den aufstrebenden Volkswirtschaften in  Zusammenhang gebracht wurde. Andere Hypothesen, die  ins Feld geführt wurden, waren die Knappheit der  Investitionsmöglichkeiten weltweit oder der Wunsch der  schnell wachsenden aufstrebenden Volkswirtschaften  nach internationaler Diversifizierung und risikoarmen  liquiden Vermögensanlagen.  Ferner wurde argumentiert, dass die aufstrebenden  Volkswirtschaften Währungsreserven aufbauten, um die  Aufwertungstendenzen, die exportfinanzierte  Leistungsbilanzüberschüsse zwangsweise begleiten,  einzudämmen, aber auch um besser gegen plötzliche  Kapitalabflüsse gewappnet zu sein, wie sie etwa in der  Asienkrise stattgefunden hatten. Quelle: BIZ 79. Jahresbericht, Teil I 

Bindung der Wechselkurse Chinas an US-Dollar

Ungleichgewichte in Leistungsbilanzen

Überschüsse in aufstrebenden Volkswirtschaften

Defizite in kapitalreichen Ländern

hohe Geldzuflüsse in Industrieländer

Die Integration des internationalen Finanzsystems  bedeutete aber ebenfalls, dass sich plötzlich  abzeichnende Anlagemöglichkeiten – vor allem für  institutionelle Investoren aus den entwickelten  Volkswirtschaften – verstärkt genutzt werden können,  was zuvor aufgrund fragmentierter Finanzsysteme nicht  möglich war. Um diese Chancen ergreifen zu können,  bedarf es jedoch eines hinreichenden Bestands an  liquiden Finanzanlagen, die im Fall neuer  Investitionsmöglichkeiten auch kurzfristig aufgelöst  werden können.  Alles in allem entwickelte sich somit weltweit eine starke  Nachfrage nach liquiden Kapitalanlagen, sodass deren  reale Renditen über das gesamte Laufzeitenspektrum auf  historisch niedrige Niveaus gesunken sind. Hierbei  wurden Mittel in großem Umfang in die USA und in das  Vereinigte Königreich gelenkt, deren Finanzsysteme als  hoch entwickelt und investorenfreundlich gelten. Vor  allem aber schienen sie aufgrund ihrer  Innovationsfähigkeit eher als die  Finanzsysteme anderer  entwickelter Volkswirtschaften in der Lage, den  Liquiditätsbedürfnissen unter den Bedingungen der  Globalisierung zu entsprechen und zeitnah  entsprechende Finanzprodukte zu entwickeln. Institut für Wirtschaftsforschung Halle, Die Weltfinanzkrise  im Spiegel der Konjunkturprognosen des IWH, in:  Themenheft: Weltfinanzkrise, 31.3.09, S. 15. 

erhöht Geldzufluss in die USA

Großbritannien

weltweite Vermögensinvestitionen

Geldvermögensblase

Working Paper: “Speculative Bubbles and  Financial Crisis” (pdf, 06/2009): Why are  asset prices so much more volatile and so  often detached from their fundamentals?  Why does the burst of financial bubbles  depress the real economy? This paper  addresses these questions by  constructing an infinite-horizon  heterogeneous-agent general-equilibrium  model with speculative bubbles. We show  that agents are willing to invest in asset  bubbles even though they have positive  probability to burst. We prove that any  storable goods, regardless of their intrinsic  values, may give birth to bubbles with  market prices far exceeding their  fundamental values. We also show that  perceived changes in the bubbles  probability to bust can generate boom-bust  cycles and produce asset price  movements that are many times more  volatile than the economys fundamentals,  as in the data.

Kreditboom in Industrieländern

Das niedrige Realzinsniveau hatte wichtige  Konsequenzen, wobei einige eher  vorauszusehen waren  als andere. Wenig  überraschend war, dass die niedrigen  Realzinsen in manchen Industrieländern  einen  Kreditboom auslösten, da sie die  Kreditaufnahme  verbilligten. Die  Kreditvergabe nahm beispielsweise in  den  USA und im Vereinigten Königreich von  2003 bis  Mitte 2007 jährlich um 7% bzw.  10% zu (Kapitel III). Auch  wenn kausale  Zusammenhänge nie leicht nachweisbar  sind, scheint hier doch plausibel, dass  sowohl die  verstärkte  Wohneigentumsbildung als auch der  drastische Anstieg bei den  Kreditkartenschulden der  privaten  Haushalte auf billige Kredite  zurückzuführen  waren. Eine zweite  vorhersehbare Auswirkung der  niedrigen  Zinsen war, dass sie den Barwert der Erträge  aus Vermögen erhöhten, was den Preisen  von  Vermögenswerten Auftrieb verlieh.  Damit lässt sich  auch der Boom an den  Immobilien- und Aktienmärkten  teilweise  erklären. Die realen Wohnimmobilienpreise  in  den USA, im Vereinigten Königreich und  in einer Reihe  anderer europäischer Länder  zogen von 2003 bis zu  ihrem Höchststand  drei bis vier Jahre später um über  30% an,  und die Aktienkurse stiegen von 2003 bis  Mitte  2007 weltweit um mehr als 90%. Quelle: BIZ 79. Jahresbericht, Teil I  Nach Meinung der Ökonomen Ricardo  Caballero und Pablo Kurlat sei es eine  Fehleinschätzung, dass der hohe  Verschuldungsgrad an der Krise schuld sei.  "Die Verschuldung war nicht viel höher als in  früheren Rezessionen", schreiben die US- Ökonomen. Fatal sei hingegen die hohe  Konzentration von strukturierten  Finanzprodukten in wenigen, systemrelevanten  Finanzinstituten gewesen. Und schließlich habe  die zu zögerliche Reaktion der  Wirtschaftspolitik die Krise verschärft. Erst  nach dem Zusammenbruch von Lehman  Brothers sei der Staat aggressiv eingeschritten.  Eine frühzeitige Hilfe aber - wie eine  Elektroschock-Behandlung nach einem  Herzinfarkt - wäre notwendig gewesen. Quelle und mehr: Handelsblatt

USA

Die extrem expansive Geldpolitik der amerikanischen  Zentralbank Fed führte seit Mitte der 1990er Jahre dazu, dass  die kreditfinanzierten Ausgaben von Investoren und  Konsumenten wuchsen. Da zugleich die Regierung die  Nachfrage durch wachsende Haushaltsdefizite anschob,  erlebte die amerikanische Wirtschaft einen kreditfinanzierten  Boom, in dessen Sog die Importe wuchsen, während die  Exporte stagnierten. Finanziert wurde der Importüberschuss  vor allem von den Zentralbanken der asiatischen Lieferländer,  welche die im Export verdienten US-Dollar ihrer Exporteure  zum Festkurs gegen heimische Währung ankauften und diese  Beträge in amerikanischen Staatsanleihen anlegten. Durch  den Zustrom von Waren und Kapital aus dem Ausland blieben  die Güterpreise und Zinsen in den USA trotz des Booms  niedrig, während die Vermögenspreise (Aktien, Anleihen,  Immobilienpreise) stiegen. Hanno Beck/Helmut Wienert, Anatomie der  Weltwirtschaftskrise: Ursachen und Schuldige, in: Aus  Politik und Zeitgeschichte, 20/2009.

Europa

Irland

Spanien

Island

Aufblähung des Finanzsektors

FAZ: „Finanzsektor maßlos aufgebläht“ - Das „Wunder“ der Banker (30.8.10): Durch riskantes Vorgehen erreichten Banker rasendes Wachstum und steigende Renditen. Dies kritisieren Ökonomen in einer neuen Studie der Bank of England. Der wirkliche Beitrag des Sektors zum Wohlstand werde demnach weit überschätzt. Hier das Buch bzw. die Kapitel zum Download komplette Buch: The Future of Finance: The LSE Report Preface Richard Layard Chapter 1: What do banks do? Why do credit booms and busts occur and what can public policy do about it? Adair Turner Chapter 2: What is the contribution of the financial sector: Miracle or mirage? Andrew Haldane, Simon Brennan and Vasileios Madouros

Verbriefungsmarkt

Vergaben Banken bislang üblicherweise  Buchkredite,die  sie überwiegend  durch die  Hereinnahme von Einlagen  refinanzierten, so gingen  sie in der  jüngeren  Vergangenheit verstärkt dazu über,  Kreditforderungen zu  verbriefen und zu handeln;  hierbei bedienten sie sich häufig  weitgehend  unregulierter Zweckgesellschaften  („Conduits“ und  „Special Investment  Vehicles“). Diese  Änderung des  Geschäftsmodells war die Reaktion der  Banken auf die  weltweit hohe Nachfrage nach Liquidität  unter den  Bedingungen der internationalen  Finanzintegration. Unterstützt durch die Innovationen im Informations-  und  Telekommunikationsbereich ergaben sich durch  die  zunehmende weltweite  Integration der  Finanzsysteme neue  Gelegenheiten zur  Diversifikation. Diese  ermöglicht es  Banken, illiquide  Finanzanlagen besser in liquide zu  transformieren und  so den steigenden Bedarf an Liquidität  zu erfüllen.  Beispielsweise erfordern diversifizierte  Anlageportfolios weniger Eigenkapital  und erlauben  daher  nicht nur eine stärkere Refinanzierung über  kurzfristige  Verbindlichkeiten, sondern zudem eine  Ausweitung des  Kreditgeschäfts. Um diesen Diversifikationsvorteil auszunutzen, haben  Banken verstärkt ihre  Forderungen gehandelt sowie  das  internationale Bankgeschäft über  ausländische  Niederlassungen ausgeweitet. Beide Strategien stehen  in  einem wechselseitigen Zusammenhang, haben aber  nicht  nur Vorteile.  Institut für Wirtschaftsforschung Halle, Die  Weltfinanzkrise im Spiegel der  Konjunkturprognosen  des IWH, in: Themenheft: Weltfinanzkrise, 31.3.09, S.  15.  Grundsätzlich verteilen Verbriefungen Risiken auf mehrere  Schultern, was die  Finanzmärkte stabiler macht. Das  Kernproblem der aktuellen Krise ist, dass die  Verteilung  des Risikos unzureichend war: Am Ende landete es wieder  in der  Bankbilanz. Auch die Strukturierung von Produkten  und andere  Finanzmarktinnovationen (z.B.  Kreditausfallversicherungen) sind prinzipiell positiv zu  bewerten, weil sie maßgeschneiderte Lösungen zur  Risikoreduktion ermöglichen -  warum soll sich ein  Kreditgeber nicht gegen den Ausfall eines Gläubigers  versichern, so wie sich ein Investor gegen den Kursverfall  seiner Aktien schützen  kann? Hanno Beck/Helmut Wienert, Anatomie der  Weltwirtschaftskrise: Ursachen  und Schuldige, in: Aus  Politik und Zeitgeschichte, 20/2009.  Weitere Berichte TP: Die Idiotisierung der Finanzmärkte (4.3.09): Heute sind viele Banken nur  noch Leichenschauhäuser. Das Bündeln von Konsumentenkrediten und  Häuserhypotheken war der eigentliche Exportschlager der USA zu Beginn des  21. Jahrhunderts, welcher verbunden mit einer geringen Sparquote und einem  ausufernden Konsum gleichzeitig mit dem Niedergang der amerikanischen  Produktionsindustrie verbunden war. Seit dem Amtsantritt der Bush-/Cheney- Regierung wurden 27 Billionen USD an toxischen Bündelungs-Produkten zur  Finanzierung des maroden US-Imperiums verkauft, ein Betrag, der nahezu  doppelt so groß ist wie das amerikanische Bruttosozialprodukt von etwa 14  Billionen USD.

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Gewerbeimmobilien

riskante Refinanzierungsstrukturen

Die OECD fragte sich, warum einzelne der großen Universalbanken  so gut, andere wiederum so katastrophal durch die Krise gesegelt  sind, obwohl sie doch alle den gleichen, weitgehend  übereinstimmenden Regeln unterworfen waren. Wie sie feststellen,  waren es ganz eindeutig Banken mit einer "Kreditkultur" wie die  spanische Santander und die australische Westpac, welche vor  allem traditionelle Bankgeschäfte wie Kreditvergaben an  Unternehmen und Konsumenten gemacht hatten, die ohne  staatliche Hilfen auskamen. Demgegenüber hatten allein fünf  "innovative" Banken wie City Group, Bank of America, Deutsche  Bank, Barclays und UBS, die ihre Bilanzen mit Derivate-gestützten  Verbriefungen aufgeblasen hatten, zusammen rund 46 Prozent  aller bisher eingestandenen krisenbedingten Verluste verzeichnet.  Bei ersteren stehen auf der Finanzierungsseite zudem vor allem  Kundeneinlagen und langfristige Anleihen stehen. Diese stabilen  Finanzquellen waren bei letzteren deutlich weniger vertreten,  während ihre Aktiva zu viel größeren Teilen zu Marktpreisen  bewertet werden mussten und daher in der Krise extremen  Schwankungen unterworfen waren. Dementsprechend ähnelten sie  weniger traditionellen Banken, sondern viel mehr gigantischen  Hedge-Fonds, wobei sich die Experten aber nicht vorstellen  können, dass ein Hedge-Fonds, der diese Art an strukturierten  Produkten hält, es wagen würde, wie die Deutsche Bank ein  Leverage von 50 zu fahren, also Anlagen im 50fachen Volumen  ihres Eigenkapitals zu halten.  Quelle: Telepolis

modelliert durch "Quants"

Mispricing

Zweckgesellschaften

Im Rausch des Booms  expandierten die Banken.  Sie  gründeten  Niederlassungen im  Ausland  und kaum regulierte  Zweckgesellschaften, über  die sie große Teile des  Wertpapierhandels  abwickelten. Solche Special  Investment  Vehicles sollten  später einigen  deutschen  Landesbanken  zum  Verhängnis werden. Die  Expansion steckte voller  Risiken.  Kredite wurden nicht  mehr aufgrund langer  Beziehungen zu gut  bekannten Kunden  vergeben;  wichtig  waren jetzt  standardisierte, leicht  nachprüfbare  Bonitätskennziffern.  Für die  Banken gab es viele Gründe,  Darlehensanträge nicht mehr  allzu streng zu prüfen:  Sie  konnten das Ausfallrisiko der  von ihnen vergebenen Kredite  einfach weiterreichen. Die  Zinsen und damit die Kosten  im Falle eines Kreditausfalls  waren gering, die Nachfrage  nach   verbrieften Krediten  aber hoch. Damit lockten  lukrative  Gewinne. Zudem  sorgten die  Zweckgesellschaften und die  komplizierte Konstruktion  vieler Wertpapiere für eine  zunehmende Intransparenz.  Niemand konnte sagen, wie  viel  die neuartigen Papiere  wirklich wert und wie sicher  sie  waren. Aber solange das  Geschäft mit ihnen gut lief,  wollten  alle daran teilhaben. Quelle: Zeit  Die Banken bündeln ihre  Kreditverträge zu Tausenden  und machen daraus fern der  Heimat  handelbare  Wertpapiere. Vor allem die  Landesbanken wollen mit  dieser Masche groß ins  Kapitalmarktgeschäft  einsteigen. Schon länger  träumen sie davon, endlich  mitzumischen  im großen  globalen Geldspiel. Oder mit  dem neuen Dreh ihre  unschönen Altlasten  wegzuzaubern. Dazu nutzen sie die  schwachen Bilanzregeln des  deutschen  Handelsgesetzbuchs (HGB).  Die Conduits, oft auch  Zweckgesellschaften  genannt, operieren wie  hundertprozentig  beherrschte  Tochtergesellschaften,  offiziell sind sie aber  Eigentum eines Treuhänders  oder eines Trusts - ein  juristischer  Taschenspielertrick. Sie  müssen nach HGB nun nicht  mehr als Geschäfte von  Tochterfirmen bilanziert  werden. Die Geldhäuser bezeichnen  sich ganz nobel nur noch als  Sponsor oder Originator der  Conduits. Die Geschäfte  werden trotzdem häufig  komplett in den Büros der  deutschen  Bankzentralen  betrieben. In Delaware gibt  es nichts außer einem  Treuhänder und einer  Briefadresse. Dass die  Banken tatsächlich über ein  komplexes Geflecht von  verbindlichen  Verträgen für  alle Verluste der Conduits  haften, verheimlichen sie in  ihren  Jahresabschlüssen. So  werden die Geldhäuser zur  Blackbox. Der Conduit-Trick entlastet  die Banken zudem von ihrer  aufsichtsrechtlichen Pflicht,  für  Risikogeschäfte genug  Eigenkapitalpuffer  bereitzuhalten. Plötzlich  können sie außerhalb  der  Bilanz hohe Risiken  eingehen, ohne ihr  Eigenkapital zu erhöhen.  Und die Manager  können im  Jahresabschluss mit hohen  Gewinnen bei relativ  niedrigem Eigenkapital  glänzen. Das verbessert die  Eigenkapitalrendite - die  wichtigste Messzahl zur  Berechnung  ihrer  Bonuszahlungen.  Sogar Frankfurter  Großbanken, die nach  internationalen Standards  bilanzieren, verstoßen  gegen  das Transparenzgebot. In  Investorenpapieren wird die  Masche zwar offen erklärt.  Aber die Wirtschaftsprüfer  schauen über die raffiniert  strukturierten Vehikel  hinweg,  Ratingagenturen  geben Bestnoten. So  erhalten die Dubliner  Briefkastenfirmen der  SachsenLB, einer Minibank  mit gerade einmal 1,5 Mrd.  Euro Eigenkapital, ein "AAA"- Rating.  Schließlich steht die  Landesbank und damit der  Staat über Haftungsverträge  für alle  Verluste gerade. Quelle: FTD v. 10.8.09 Thomas Schneider – Diplomarbeit FACHHOCHSCHULE KÖLN:  Zweckgesellschaften zur Asset-Backed-Securities-Finanzierung im  Rahmen der Konzernkonsolidierung nach den International Financial  Reporting Standards (Juni 2008)

Enron-Pleite

Spekulationsblase auf Immobilienmarkt

In der Spätphase des Kreditbooms vergaben die  Banken  immer freizügiger Immobilien-  Kredite  auch an sehr schlechte  Schuldner (Subprime- Kredite). Besichert waren diese  Kredite  durch  die damit gekauften Häuser oder  Gewerbeimmobilien,  und da die  Immobilienpreise beständig stiegen und die  Banken  die Kredite mittels Verbriefung aus ihrer  Bilanz entfernen  konnten, schien diese Praxis  risikolos zu sein. Institutionelle  Investoren  wiederum kauften die Verbriefungen gerne, da  sie  nach Strukturierung relativ risikolos zu  sein  schienen, aber  höhere Renditen als  Staatsanleihen einbrachten. Hanno Beck/Helmut Wienert, Anatomie der  Weltwirtschaftskrise: Ursachen und  Schuldige, in: Aus  Politik und  Zeitgeschichte, 20/2009. _________________________________ Fed Chicago: Mortgage Choices and Housing Speculation (16.9.10): Working Paper von Gadi Barlevy und Jonas D.M. Fisher: We describe a rational expectations model in which speculative bubbles in house prices can emerge. Within this model both speculators and their lenders use interest-only mortgages (IOs) rather than traditional mortgages when there is a bubble. Absent a bubble, there is no tendency for IOs to be used. These insights are used to assess the extent to which house prices in US cities were driven by speculative bubbles over the period 2000-2008. We ¯nd that IOs were used sparingly in cities where elastic housing supply precludes speculation from arising. In cities with inelastic supply, where speculation is possible, there was heavy use of IOs, but only in cities that had boom-bust cycles. Peak IO usage predicts rapid appreciations that cannot be explained by standard correlates and this variable is more robustly correlated with rapid appreciations than other mortgage characteristics, including sub-prime, securitization and leverage. Where IOs were popular, their use does not appear to have been a response to houses becoming more expensive. Indeed, their use anticipated future appreciation. Finally, consistent with the reason why lenders prefer IOs, these mortgages are more likely to be  repaid earlier or foreclose. Combined with our model, this evidence suggests that speculative bubbles were an important factor driving prices in cities with boom-bust cycles. __________________________________ Wirksame Rezepte gegen Finanzkrisen setzten  nach Meinung von Ricardo Caballero und  Pablo Kurlat jedoch voraus, dass die  Ursachen der Misere richtig geortet werden.  Die  beide Ökonomen vom Massachusetts  Institute of Technology (MIT) kommen in ihrer  Analyse zu dem überraschenden Ergebnis,  dass nicht die US-Immobilienblase, fehlende  Regulierungen oder eine zu lockere Geldpolitik  die aktuelle Finanzkrise zu einer  wirtschaftlichen Pandemie gemacht haben. Der  weltweite Schock sei vielmehr dadurch  entstanden, dass sich die Probleme auf dem  US-Immobilienmarkt wie ein Flächenbrand  in  Windeseile rund um den Globus ausbreiten  konnten. Erst durch die damit verbundene  Unsicherheit sei es zu einer Panik auf den  Finanzmärkten gekommen. Quelle und mehr: Handelsblatt Wiwo: Teufelskreis dreht sich weiter (29.8.09): Trotz erster Entspannungssignale bleibt  der US-Immobilienmarkt eine Gefahr für die Weltwirtschaft. Harvard-Ökonom Martin  Feldstein erklärt warum. ifw: Weltweite konjunkturelle Auswirkungen von Immobilienkrisen (pdf) NZZ: Erste Sturmwarnungen zu vernehmen (30.9.2007) NZZ: Mit Immobilienderivaten  gegen künftige Subprime-Krisen (24.8.2007)      

leichter Zugang zu Finanzierung

Fehlanreize

Da Käufer und nicht  originäre Kreditgeber  das Risiko trugen,  waren die Anreize  gering, konservative  Standards bei der  Auswahl der  Deckungsmasse  einzuhalten. Als  Strukturierer hatten  Banken keinen  Anreiz, die Qualität  des Pools nach der  Kreditvergabe zu  überwachen. So  wurden zu viele  risikoreiche Kredite  vergeben und verbrieft.  Ein Übriges tat die an  kurzfristiger  Performance  orientierte Vergütung  des Managements  und das Interesse der  Investmentbanken an  Masse von ABS- Emissionen. siehe: Moral Hazard und  Verhaltensrisiken als  Ursachen der  Finanzkrise

Außerkraftsetzung banküblicher Regeln, Kreditwürdigkeitsprüfung, Kreditfähigkeitsprüfung

Förderung durch US-Regierung

US-Hypothekenbanken vergeben leichtfertige Finanzierungen

US-Immobilienmarkt

Simoleon Sense: Ten Myths about Subprime Mortgages (23.7.09): This article comes  straight from the Cleveland Fed… My favorite section of this article is “myth # 8- the  subprime mortgage crisis was totally unexpected”. Clearly it was not unexpected just  difficult to time. WSJ: Guest Contribution: The (Mythical?) Housing Wealth Effect (22.6.09): Many  economists have stated that consumer spending can’t rebound until house prices stop  falling. But Charles W. Calomiris of Columbia University, Stanley D. Longhofer of the  Barton School of Business and William Miles of Wichita State University argue that the  wealth effect of housing has been overstated. HB: Was Evangelikale über die Krise verraten (18.5.09): Evangelikale Christen sind in  den USA eine nicht zu unterschätzende Religionsgruppe. Sie rechnen jederzeit mit dem  Weltuntergang und stehen irdischem Reichtum skeptisch gegenüber. Ökonomen sind  überzeugt: Wer die Ursache der Finanzkrise verstehen will, der muss sich mit den  Evangelikalen beschäftigen. Was kurios klingt, hat einen seriösen Hintergrund. Blick Log: Finanzkrise – Wie eine kleine Geschichte mit der großen Finanzkrise  verbunden ist (15.3.09): Es ist eine kleine Geschichte, die gleich mehrfach mit der großen  Geschichte verbunden ist. Es ist die Geschichte vom Elternhaus des US-  Notenbankpräsidenten Ben Bernankes in Dillon (US Bundesstaat South Carolina), die  Michael Phillips im Wall Street Journal erzählte. WSJ: Delinquent Mortgages Hit Record Level (5.3.09): The recent housing bust has  reignited interest in psychological theories of speculative excess (Shiller, 2007). I  investigate this issue by identifying a segment of the U.S. population—evangelical  protestants—that may be less prone to speculative motives, and uncover a significant  negative relationship between their population share and house price volatility. IMF-Working Paper: Irrational Exuberance in the U.S. Housing Market (März 2009) ifw: Immobilienkrise in den Vereinigten Staaten. Historischer Vergleich und Implikationen  für den Konjunkturverlauf (pdf)

Preisblase

Wertwachstum deutlich über Einkommenswachstum

erleichtert Verschuldung für Konsum

Agency Probleme

US-Konsum

Konsum auf Kredit

Handelsdefizit

finanziert durch Überschussländer, Ersparnisse Überschussländer

Finanzsystem

Unter den weniger vorhersehbaren Auswirkungen  niedriger Zinsen ist das Anreizgefüge zu nennen, das  sich in der Vermögensverwaltungsbranche  herausgebildet hat. Finanzinstitute müssen relativ hohe  Nominalrenditen erzielen, weil sie sich mit ihren  Produkten oftmals langfristig binden. Wenn die Zinsen  auf ein ungewöhnlich niedriges Niveau sinken, kann es  schwieriger werden, die zugesagten Renditen zu  erwirtschaften. Dann werden die Finanzinstitute  entsprechend höhere Risiken eingehen, um ihre  Rendite- und Gewinnvorgaben trotzdem  erreichen zu können. Dies gilt im Prinzip auch für die  Vermögensverwalter, von denen die Anleger  hohe Nominalrenditen erwarten. Auch hier ist die  Strategie, höhere Risiken einzugehen (ohne dies  explizit zu machen), ein Weg, um die Kundenansprüche  zu erfüllen. Kurz zusammengefasst: Bei niedrigen Zinsen  werden also höhere Risiken eingegangen. Quelle: BIZ 79. Jahresbericht, Teil I 

Rating-Gesellschaften

Zur mangelhaften Kontrolle seitens der  Kunden und zu  den Schwachstellen im  Vergütungssystem kamen noch  die  verzerrten Anreize für die Ratingagenturen  hinzu.  Zweck dieser  Einrichtungen ist es, die schwerwiegenden  Informationsprobleme bei der  Fremdfinanzierung zu mildern, indem  sie die  Wahrscheinlichkeit, dass ein  Schuldner einen  Kredit oder eine  Anleihe  zurückzahlen  wird,  unabhängig beurteilen. Doch es gibt  eine  Reihe  von  Schwierigkeiten.  Ratings sind teuer und schwer zu erstellen, und sie lassen sich  nicht  geheim halten.  Sobald Informationen öffentlich zugänglich sind,  können  sie  ohne  Kosten reproduziert werden. In  Kenntnis dessen lassen sich die  Ratingagenturen ihre  Beurteilungen von denen bezahlen, die sie am  meisten  benötigen, nämlich den  Anleiheemittenten selbst.  Auch wenn dieses Konzept weder neu  noch einzigartig  ist – die Anleiheemittenten bezahlen  die  Ratingagenturen schon seit  Jahrzehnten, genauso  wie  die  Buchprüfer von den Firmen  bezahlt  werden, die sie prüfen –, hat diese  Regelung die Anreizstrukturen  verzerrt. Des  Weiteren haben sowohl  die höhere  Komplexität von  Finanzinstrumenten als auch die  gestiegene Emissionshäufigkeit  – in  den vergangenen  zehn Jahren ist eine  Fülle von  forderungsunterlegten  Wertpapieren und strukturierten Finanzprodukten  begeben worden –  das  Ratinggeschäft zwar schwieriger, zugleich aber auch rentabler gemacht.  Und  wegen der   Komplexität der Finanzinstrumente haben sich selbst  die erfahrensten  institutionellen  Anleger stärker auf die  Ratings  verlassen. Im Endeffekt waren die Ratingagenturen mit der  Aufgabe, die  Risiken  festverzinslicher Wertpapiere  zu  bewerten und damit die  kollektive  Sicherheit zu schützen, überfordert  und  trugen durch die Vergabe  unrealistisch hoher  Ratings ungewollt  zum Aufbau  systemweiter Risiken bei. Quelle: BIZ 79. Jahresbericht, Teil I  Vox: The origin of bias in credit ratings (27.3.09): Understanding the origins of the crisis  requires understanding the failures of the market for ratings. This column explains how  conflicts of interest and shopping for the best rating produced biased assessments of  complex assets, whereas these bad incentives had not plagued ratings of simpler assets. We  need to rethink how ratings are provided, lest the next bout of financial innovation trigger  another round of ratings inflation and subsequent financial market turmoil. Juli 2007: Die Rating-Agenturen  stufen eine große Anzahl von Wertpapieren,  die mit  Forderungen  aus Hypothekenkrediten besichert sind, herab. Daraufhin  verlieren diese,  aber  auch andere Vermögenstitel, die  auf Kreditforderungen  beruhen,  deutlich an Wert, und  zwar sowohl in  den USA als auch in Europa.  Der  Handel mit einigen kreditbesicherten  Wertpapieren kommt sogar nahezu  zum Erliegen. In der Folge geraten  insbesondere  Finanzinstitute, die sich  kurzfristig auf den internationalen  Geldmärkten refinanzieren  müssen  und auf  asset backed securities (also  durch Vermögenswerte besicherte  Finanzinstrumente) als Sicherheiten  angewiesen sind, in Liquiditätsprobleme. Quelle: iwh-halle NYT: HIGH & LOW FINANCE; Market Shock: AAA Rating May Be Junk (20.7.08) „Triple-A Failure“ – Die Rolle der Rating-Agenturen in der Subprimekrise 2007, New  York  Times Magazine, 27.4. 2008 (english)

Fehleinschätzungen, Bonität Banken, Risiken Kreditderivate

Verzerrungen

asymmetrische Karriere- und Entlohnungssysteme

Die Vergütungsmodelle boten Managern einen Anreiz  mehr, auf kurzfristige Erträge zu setzen und die  langfristige Entwicklung außer Acht zu lassen. Die  Bonuszahlungen richteten sich zum Teil nach  komplizierten Modellberechnungen mit  Vermögenswerten, die mangels Markt gar nicht verkauft  werden konnten. Riskante Strategien zahlten sich für  Aktieninhaber (wegen der beschränkten Haftung) und  Portfoliomanager (wegen der Vergütungsmodelle)  übermäßig stark aus: Sie partizipierten am Gewinn,  während Verluste allein Sache der Gläubiger (oder des  Staates!) waren. Zudem wurden Portfoliomanager für  eine überdurchschnittliche Performance ihrer Anlagen  gemessen an den Referenzindizes der jeweiligen  Anlagekategorie belohnt. Deshalb konnten sie, selbst wenn sie  Vermögenspreisblasen als solche erkannten, gar keine  entsprechenden Short-Positionen eingehen, ohne zu  riskieren, dass die Anleger Finanzmittel abziehen. So  entstand ein Herdenverhalten, das Arbitrage verhinderte.  Am Ende verleitete die generelle Schwierigkeit, bei  Portfoliomanagern mit guter Performance Glück von  Können zu unterscheiden, zusammen mit einer  Vergütungsstruktur, die zumindest teilweise vom  Geschäftsvolumen abhing, Manager und Händler zur  Anhäufung enormer Risiken. Quelle: BIZ 79. Jahresbericht, Teil I 

zielen auf kurzfristigen Erfolg

vernachlässigen Risiko

benachteiligen mahnende Mitarbeiter

Fehler in Anreizsystemen

Exzesse

Die Märkte

Hinter “den Märkten” stecken private Anleger und institutionellen Investoren wie z.B. offene oder geschlossene Fonds, Hedge-Fonds, Pensionskassen, Versicherungen und andere (siehe etwa “Die Top institutionellen Investoren, die wichtig sind (für Morgan Stanley)”). Sie verwalten aber die Vermögen nicht für sich selbst, sondern etwa für Anteilseigner, Fondsinhaber, Vermögensverwaltungskunden und Versicherte. Jetzt wird die Gruppierung schon deutlich breiter, denn hinter den institutionellen Investoren stecken in der Verwertungskette des Geldes auch irgendwann “normale” Anleger, die ihr Geld über Fonds, Versicherungsansprüche, Altersvorsorge oder schlichter Ersparnisgelder bewusst oder unbewusst professionell managen lassen.

Hedge-Fonds, Shortsales gegen Finanzinstitute, Druck auf Vermögenswerte durch Verkauf Abzug von Mitteln

Investment-Banken, Kreditderivatetransaktionen, fristeninkongruente Refinanzierung, Leveraging, Kreditkaskadierung, Inkaufnahme systemischer Risiken

Investoren, Renditeforderungen, Renditewettlauf, Kapitalbeschaffung, Herdentrieb

Privatanleger

Risikomanagement

Risknet: Modellrisiken analysiert -  Risikomanagement mit mathematischen Modellen (3.8.11): In der jüngsten Finanzkrise ist die Verwendung mathematischer Modelle wiederholt für die eingetretenen Fehlentwicklungen und Schäden mit verantwortlich gemacht worden. Die dahinter liegende Argumentationskette war ungefähr wie folgt: Die Modelle waren offensichtlich falsch, speziell das benötigte Risikokapitel wurde unterschätzt und deshalb haben Banken mehr Risiko übernommen, als sie in Wirklichkeit tragen konnten. Implizit wurde dann oft… ________________________________________- Die zweite mikroökonomische Ursache der Krise hängt  mit der Risikomessung  zusammen.  Messung,  Bepreisung und Kontrolle von Risiken erfordern allesamt  moderne statistische  Instrumente, wobei größtenteils  historische Daten  ausgewertet werden. Selbst wenn  lange  Datenreihen vorhanden sind, wird weiter  zurückliegenden Werten in dem Bewusstsein, dass  sich  die Welt langsam, aber  stetig weiterentwickelt,  tendenziell weniger Bedeutung  beigemessen.  Entsprechend führt eine lange Phase relativer Stabilität  zu der Einschätzung,  dass die Risiken  dauerhaft  abgenommen hätten, wodurch auch die Risikopreise  sinken. Quelle: BIZ 79. Jahresbericht, Teil I Telepolis: Banking ohne Sicherung (15.8.09): Josef Ackermann kletterte vor dem  Absturz mit  seiner Vorstandscrew seit Jahren ohne Seil, um spektakuläre 25 %  Gewinne einzusammeln.  Von  Extrembergsteigern wissen wir, dass sie sich jenseits  der Sargzone befinden, wenn sie  eine  senkrechte Wand ohne Sicherung  hochklettern. Ein Absturz ist absolut tödlich. Von  Bankern  wussten wir dies bisher  nicht, bis sie sich auf den Weg machten, senkrechte  Derivateberge  anzuhäufen, dort  ohne Seil hochzuklettern und ihre spekulativen  Absturzrisiken außerhalb der  Bilanz zu  positionieren. Josef Ackermann kletterte mit seiner  Vorstandscrew seit Jahren ohne  Seil,  um spektakuläre 25 % Gewinne einzusammeln, bevor  sie kollektiv abstürzten. Standard: Pr[TAB2(Φ-1(FA(1)), Φ-1(FB(1)),γ) (11.08.09): Wie der  Mathematiker David  X. Li  mit seiner verhängnisvollen Formel zur großen Finanzkrise  beitrug Alphaville: Marking to Markowitz (11.2.09): Harry Markowitz – nobel laureate and father of  Modern  Portfolio Theory – has outlined a proposal for remedying the current financial crisis  – a chief cause  of which, he says, is a lack of transparency FINANCIAL ANALYSTS JOURNAL: Harry M. Markowitz: Proposals Concerning the Current  Financial  Crisis NYT: Risk Mismanagement, Ausführlicher Beitrag zur Rolle des Risikomanagement in der  Finanzkrise (2.1.09): THERE AREN’T MANY widely told anecdotes about the current financial  crisis,  at least not yet, but there’s one that made the rounds in 2007, back when the big  investment  banks were first starting to write down billions of dollars in mortgage-backed derivatives and  other so-called toxic securities. This was well before Bear Stearns collapsed,  before Fannie Mae and Freddie Mac were taken over by the federal government, before Lehman fell and Merrill Lynch was sold and A.I.G. saved, before the $700 billion bailout bill was rushed into law. Before, that is,  it became obvious that the risks taken by the largest  banks and investment firms in the United  States — and, indeed, in much of the Western  world — were so excessive and foolhardy that they  threatened to bring down the financial  system itself. On the contrary: this was back when the  major investment firms were still  assuring investors that all was well, these little speed bumps  notwithstanding — assurances  based, in part, on their fantastically complex mathematical models  for measuring the risk in  their various portfolios. iwh: Berücksichtigung von Schätzunsicherheit bei der Kreditrisikobewertung (01/2009, pdf): Vergleich des Value at Risk der Verlustverteilung des Kreditrisikos bei Verwendung von  Bootstrapping und einem asymptotischen Ansatz. Financial Stability Forum: “Observations on Risk Management Practices during the Recent  Market  Turbulence” (6.3.08, pdf) HB: Risikomanagement: Ringen mit den Risiken (2.2.09): Die Banken suchen nach neuen  Geschäftsmodellen. Schon jetzt zeichnet sich ab: Auch mit einem deutlich verbesserten  Risikomanagement und höheren Kapitalpolstern wird es keine Rückkehr in die goldene Bankenära  geben. Banken werden künftig sehr viel vorsichtiger operieren – zulasten des Profits.          

Modellfehler, menschliche Faktor, falsche Formel, Neue Instrumente, Prognosen auf Daten der Vergangenheit

Gegenparteirisiko nichts ausreichend gemessen (counterparty failure)

Unterschätzung seltener Ereignisse (=Schwarze Schwäne)

persönliche Fehler

Betriebliche Kontrollinstanzen

unzureichende Fristentransformation

verzerrte Bonitätsinformation

Unfähigkeit der Finanzmärkte zur effizienten Preisbildung beim Handel mit Risiken

Handelssysteme

Mängel im Liquiditätsrisikomanagement

operative Fehler

Fehler in der Bilanzierung

Zitronengeschäfte und mangelnde Kontrolle von ABS-Geschäften

unsaubere Abwicklung von Hypothekengeschäften

Integration des Weltfinanzsystems

Institut für Wirtschaftsforschung Halle, Die Weltfinanzkrise  im Spiegel der Konjunkturprognosen des IWH, in:  Themenheft: Weltfinanzkrise, 31.3.09, S. 13. 

Systemrisiken

Systemische Risiken stellen eine negative Externalität dar und  können ähnlich wie in der Umweltökonomie als eine Art von  Verschmutzung oder negativer Beeinträchtigung anderer verstanden  werden: So wie ein Autofahrer die negativen Effekte des Gebrauchs  seines Fahrzeugs auf die Umwelt zu wenig berücksichtigt, lässt ein  Finanzinstitut die Auswirkungen seiner Geschäftspolitik auf die  Stabilität des Finanzsystems außer Acht. Bei dieser Externalität stellt  sich das Problem, dass die möglichen externen Kosten mit der Größe  einer Bank zunehmen. Finanzmarktakteure haben sogar einen Anreiz,  besonders groß und damit systemisch zu werden, da so die  Wahrscheinlichkeit zunimmt, dass im Schadensfall ein Teil der privaten  Kosten von der Allgemeinheit getragen wird. Quelle: Sachverständigenrat, Jahresgutachten 2009/2010, S. 133 f.

Mängel bei Dienstleistern

Wirtschaftsprüfungsgesellschaften

Rechtsanwaltskanzleien

Handelsplätze

Börsen

Over the Counter Geschäfte (außerbörsliche Märkte)

Handelstechniken

Dark Pools

Flash-Trading

Internalisierung des Handels

Ineffizienz des Finanzsystems

FAZ: „Finanzsektor maßlos aufgebläht“ - Das „Wunder“ der Banker (30.8.10): Durch riskantes Vorgehen erreichten Banker rasendes Wachstum und steigende Renditen. Dies kritisieren Ökonomen in einer neuen Studie der Bank of England. Der wirkliche Beitrag des Sektors zum Wohlstand werde demnach weit überschätzt. Hier Kapitel zur Ineffizienz der Finanzmärkte Chapter 3: Why are financial markets so inefficient and exploitative – and a suggested remedy Paul Woolley

Regulierung

Eine mikroökonomische Ursache der Krise wird darin  gesehen, dass es für die Finanzinstitute  relativ leicht  war, bestimmte Geschäfte der Kontrolle der Aufsicht  zu entziehen. Im Rahmen der  Finanzaufsicht müssen  Banken risikobehaftete Geschäfte entsprechend mit  Eigenkapital  unterlegen. Rückblickend ist zu sagen,  dass der Anstieg des Fremdfinanzierungsanteils in  den  Bankbilanzen aufgrund der  Eigenkapitalvorschriften tatsächlich begrenzt werden  konnte – auch  wenn dies schwer vorstellbar  erscheinen mag. Da ein niedrigerer  Fremdfinanzierungsanteil aber  gleichbedeutend mit  geringeren Erträgen war, fanden Bankmanager Mittel  und Wege, höhere  Risiken einzugehen, ohne die  Eigenkapitalquote hinaufsetzen zu müssen – nämlich  über die  Errichtung strukturierter Anlagevehikel. Ganz  allgemein hat die Krise gezeigt, dass der  Finanzsektor  im weiteren Sinne – die traditionellen Banken  und das immer wichtigere parallele Finanzsystem mit  Nichtbanken und außerbilanziellen  Gesellschaften –  weitaus risikoanfälliger geworden ist. Quelle: BIZ 79. Jahresbericht, Teil I Die Regierungen waren in zweierlei Hinsicht an der  Entstehung der Krise beteiligt: als Regulierer  und als  Manipulierer. Die notwendige Regulierung der  Finanzmärkte ist eine Aufgabe, die komplex  und fern  vom Alltag des Wählers ist, so dass sie bei Politikern  in normalen Zeiten auf wenig  Interesse stößt.  Verbesserungen der internationalen Bankenregulierung  und -aufsicht sind zudem  ein schwieriges Geschäft,  weil stärkere Regulierungen zum Teil mit  Wettbewerbsnachteilen  verbunden sind, so dass für  Regierungen Anreize bestehen, Abkommen zu  torpedieren. Auch  deswegen halten die Veränderungen  bei der Bankenaufsicht häufig mit dem Tempo der  Finanzmarktveränderungen nicht Schritt - in der  aktuellen Krise war das besonders ausgeprägt der  Fall.   Hanno Beck/Helmut Wienert, Anatomie der  Weltwirtschaftskrise: Ursachen und Schuldige, in: Aus  Politik und Zeitgeschichte, 20/2009.   RM: Wirtschaftskrise: Falsch reguliert (14.5.09): Tiemo Kracht fahndet nach den Ursachen der  Rezession. Er findet sie bei der amerikanischen Politik – und fordert mehr Markt. Kaum ein  Wirtschaftszweig sei so massiv reguliert und überwacht wie das Bankensystem. TP: “Die Europäische Kommission hat aktiv zur Krise beigetragen”  (1.4.09):Wirtschaftswissenschaftler kritisieren die Deregulierungspolitik der EU und fordern einen  Kurswechsel. FTD: Wie die Märkte gezähmt werden sollen (31.3.09): Eine neue Architektur für die Welt der  Banken, Hedge-Fonds und Kreditderivate – so unbescheiden ist das Ziel der wichtigsten Staaten  der Welt. Der Weg dorthin dürfte lang und steinig werden. FTD.de zeigt, warum. FAZ: Steiniger Weg zur neuen Finanzmarktarchitektur (31.3.09): Auf dem G-20-Treffen lasten hohe  Erwartungen. Mancher Politiker hat gar die Hoffnung auf ein Gewaltprogramm fiskalpolitischer  Hilfe geweckt, um die Welt aus der Rezession zu reißen. Doch im Kern geht es um die Reform der  Regulierung. Bettina Schulz erklärt, welche Punkte im einzelnen auf dem Tisch liegen. FTD: Was sich ändern muss (31.3.09): Neue Regulierungen können das Finanzsystem nur retten,  wenn die grundlegenden Probleme angegangen werden: Verfehlte Anreize, inkompetente Aufseher,  zu große Banken. HB: Topökonomen fordern eine neue Finanzwelt (23.2.09): Führende Ökonomen haben die  Regierungen der großen Industrienationen vor dem anstehenden G20-Gipfel zu einem  fundamentalen Umbau des Bankensystems aufgerufen. Mit den bisherigen Maßnahmen stoße das  Krisenmanagement nicht bis zum Kern des Problems vor, mahnen sie. Ihre Lösung sieht eine  Rückkehr zur Strategie des „Narrow Banking“, dem begrenzten Banking, vor. IW: Endspurt zum Weltfinanzgipfel: Vom Konsens zum Minimalkonsens (18.3.09) NZZ: Finanzmarktaufsicht – eine Standortbestimmung (14.3.09): Die Finanzkrise ist auch eine  Regulierungskrise. Der Autor des folgenden Beitrags geht der Frage nach, warum die Regulierung  versagt hat und wie wirksame gesetzliche Rahmenbedingungen auszugestalten sind, um künftige  Krisen besser bewältigen zu können. NZZ: Die Kreditkrise ist eine Regulierungskrise (10.5.08)      

Basel II

HB: Basel II: Licht ins Dunkel (11.2.09): Die Eigenkapitalregeln für Banken haben die Krise nicht  verhindert. Jetzt steht alles wieder auf dem Prüfstand. Wie würde sich eine Reform auf den  Bankensektor auswirken, und wie lange würde es dauern, bis eine Reform greift? Handelsblatt.com  beantwortet zentrale Fragen. FTD: Logik von Basel II: Banken knausern mit Firmenkrediten (6.1.09)

Defizite der Risikomodellierung

Eigenkapitalanforderungen, führt zu Risikoauslagerung, Zweckgesellschaften, auf nicht regulierte Kapitalsammelstellen, fördert prozyklische Kreditvergabe, Bevorzugung von Krediten an, Staaten, Banken, Diskriminierung von Krediten an Unternehmen

Pro-Zyklik

IFRS

FAZ: Raus aus der Bewertungskrise (25.1.09): Die Finanzkrise ist entstanden, weil Grundprinzipien der  Sozialen Marktwirtschaft verletzt worden sind. Man sollte jetzt nicht versuchen, die Banken zu retten,  indem man die letzten Reste guter Ordnungspolitik über Bord wirft. Gelockert gehören die  angelsächsischen Bilanz- und Aufsichtsregeln. Sie wirken wie Brandbeschleuniger.

Fair-Value-Regeln, Mark-to-Market führt zu prozyklischer Bewertung, erhöht Gewinne, verstärkt Verluste, zentrale Annahme: Theorie effizienter Märkte

unregulierte Bereiche

Im großen Stil wurden vielmehr Regulierungslücken  ausgenutzt; Banken handelten gegen den Geist der  bestehenden Regulierung, was sich in der Gründung von  außerbilanziellen Zweckgesellschaften klar zeigt. Hanno Beck/Helmut Wienert, Anatomie der  Weltwirtschaftskrise: Ursachen und Schuldige, in: Aus  Politik und Zeitgeschichte, 20/2009. 

Kreditderivate, ABS und Co, CDS

unregulierte Regionen, Offshore, Irland

Hedge Fonds

unregulierte Risiken bei Versicherungen, Kreditderivate

Regulierungsarbitrage

Aufsichtsorgane

BaFin-Präsident Jochen Sanio hat schwere Fehler der  Finanzaufsicht eingeräumt. „In der jetzigen  Finanzkrise hat  sich in dramatischer Weise gezeigt, welche gefährlichen  Lücken und  Unzulänglichkeiten das Regulierungssystem  hat“, sagte Sanio. Den Schuldigen hat er auch schon  ausgemacht. „Wir Aufseher haben nicht erkannt, welcher  Müll sich bei den Banken rund um den  Globus aufgetürmt  hat“, sagte Sanio am Donnerstag auf einer  Branchenveranstaltung in Frankfurt.  „Wir haben uns mit  der Gier nicht ausreichend beschäftigt.“ Allerdings habe  die Aufsicht, die in  Deutschland in der Verantwortung der  Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin)  und  der Bundesbank liegt, auch nicht ausreichend  Handlungsspielraum gehabt, weil die gesetzlichen  Regeln  unzureichend gewesen seien.  Quelle: Handelsblatt  HB: Das Versagen der US-Börsenaufsicht (6.1.09)

unzureichende Kompetenzen, auf bestimmte Gesellschaften, auf bestimmte Regionen, fragmentierte Aufsicht

unzureichende internationale Koordination

unzureichendes Know how

Aufsichtsarbitrage

BaFin

speziell USA

Aufhebung Glass-Stegall Act

Wohnungsförderungspolitik

weitere volkswirtschaftliche Ursachen

gesamtwirtschaftliche Produktivitätsverlangsamung

Vergleichsweise wenig wurde bislang eine volkswirtschaftliche Produktivitätsverlangsamung  als vorgelagerte Ursache der Finanzkrise diskutiert.David Brackfield und Joaquim Oliveira  Martins haben dies gemacht und ihre Erkenntnisse in einem Aufsatz auf Voxeu  veröffentlicht: Productivity and the crisis: Revisiting the fundamentals