Recherchehypothese: "grüner Konsum" ist ein effektiver Weg zu größerer Nachhaltigkeit!

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Recherchehypothese: "grüner Konsum" ist ein effektiver Weg zu größerer Nachhaltigkeit! by Mind Map: Recherchehypothese: "grüner  Konsum" ist ein effektiver  Weg zu größerer Nachhaltigkeit!

1. Welches Fazit sollte man aus den zusammengetragenen Überlegungen ziehen?

1.1. Priorisierung als Handlungsmaxime. Begrenzte Mittel müssen möglichst gewinnbringend eingesetzt werden

1.1.1. Priorisierung und klare Ausweisung von Zielgrößen führen schnell dazu, dass das Ziel "grünen Konsum" aufgegeben wird, weil alles real Machbare nur vergeblich scheint

1.1.2. Tabellenkalkulation zur CO2-Belastung

1.2. Rezept: "Privates Engagement und "grüner Konsum" dort, wo auch andere mitziehen. In allen anderen Bereichen: auf staatliches Durchgreifen setzen"

1.2.1. Wo ist staatliches Durchgreifen notwendig?

1.2.1.1. Fleisch

1.2.1.2. Fliegen

1.2.1.3. Heizenergie

1.3. Weitere Vorschläge?

2. Faktencheck ist ein Projekt von Debattenprofis.de. Das Projekt wird von der Robert Bosch Stiftung gefördert

2.1. Legende

2.2. Links und Literatur

2.3. Kommentare im Forum werden in diese Karte übertragen!

2.4. Namensnennung - Weitergabe unter gleichen Bedingungen

3. & (1+2+3)

3.1. Recherchehypothese (1): Privater Verbrauch hat einen signifikanten ANTEIL an CO2-Emissionen und anderen Nachhaltigkeits-Indikatoren

3.1.1. In Bezug auf den Endenergieverbrauch spielt der Konsum in privaten Haushalten nur eine kleinere Rolle

3.1.1.1. "Endenergieverbrauch" greift zu kurz: Auch Ressourcenverbrauch in der Industrie sowie Verbrauch in anderen Ländern geht auf das Konto deutscher Verbraucher!

3.1.2. Privater Konsum ist eine relevante Wirschaftsgröße mit entsprechendem Anteil an den CO2-Emissionen

3.1.2.1. Eine spanische Untersuchung hat als Anteil des Endverbrauches an den gesamten CO2-Emissionen auf 50-70 Prozent errechnet (Marin, Mazzanti & Anna, 2011)

3.1.2.2. Private Konsumausgaben machen über 57 % (2011) der Verwendung des deutschen Bruttoinlandproduktes aus

3.1.2.3. Untersuchungen zeigen außerdem, dass das Niveau des privaten Verbrauches sich allein in den (relativ wohlstandsgesättigten) europäischen Ländern in jüngster Vergangenheit noch einmal kräftig angezogen hat (Lavelle 2011). Dies unterstreicht, als Tendenz, noch einmal die Relevanz des Sektors „Konsum“.

3.1.3. Privater Konsum allein von Lebensmitteln ist verantwortlich für 40 % des ökologischen Fussabdrucks

3.1.3.1. Detail: Der ökologische Fußabdruck würde sich durch den Verzicht auf Fleisch wesentlich verringern

3.2. Recherchehypothese (2): Es gibt deutliche Anzeichen dafür, dass Konsumverhalten sich in Richtung auf größere Nachhaltigkeit VERÄNDERN kann

3.2.1. Verbraucher lassen sich durch INFORMATIONEN zu nachhaltigerem Verhalten motivieren

3.2.1.1. Beispiel: Zertifikate (z.B. "Bio"; "FairTrade") helfen Verbrauchern, "grün" zu konsumieren (Rubik et al. 2011)

3.2.1.1.1. Zertifikate wie das Bio-Siegel sind einem Großteil der Verbraucher gut bekannt

3.2.1.1.2. Zertifikate werden nach sachgemäßen Standards vergeben

3.2.1.1.3. Zertifikate nicht immer eine gute Orientierungshilfe, weil Unklarheit bezüglich der Zielsetzungen besteht. Es ist zum Beispiel nicht ausgemacht, dass "Bio"-Lebensmittel in der Produktion umweltverträglicher sind!

3.2.1.2. Beispiel: Intelligene Mess-Systeme (smart meters) helfen Verbrauchern effektiv beim Energiesparen im Haushalt

3.2.1.2.1. Smart Meters werden von Verbrauchern nicht akzeptiert. Grund dafür ist NICHT der Mangel an Informationen

3.2.1.3. Kein Mensch rechnet aus, wieviel er mit einem neuen Kühlschrank sparen würde! Obwohl die Informationen vorhanden sind

3.2.1.3.1. Es liegt nicht an der mangelnden Bereitschaft, genau hinzuschauen: Der Superspar-Kühlschrank rechnet sich nicht!

3.2.2. Verbraucher lassen sich durch finanzielle ANREIZE zu nachhaltigerem Verhalten motivieren

3.2.2.1. Beispiel: Fördergelder für energieeffizentes Sanieren.

3.2.2.1.1. Im großen und ganzen verbrauchen wir heute - dank Förderung - weniger Energie für Heizung als noch 1998

3.2.2.1.2. Fördergelder werden uns nicht helfen, im Gebäudesektor künftig Einsparungen zu erzielen, wie sie durch die Klimavereinbarung der Bundesregierung vorgegeben werden

3.2.2.2. Beispiel: Durch Steuern ließe sich der Fleischkonsum deutlich reduzieren

3.2.2.2.1. Anmerkung: Eine Besteuerung von Fleisch ist eigentlich unnötig denn es würde genügen die landwirtschaftl. Subventionen zu reduzieren.

3.2.3. Lassen die Beispiele (siehe: "Informationen"; "Anreize" systematische Rückschlüsse darauf zu, unter welchen Umständen Verbraucher zu Verhaltensänderungen bereit sind?

3.2.3.1. Vermutung: Die Bereitschaft zu Verhaltensänderungen ist dann größer, wenn die Effekte auf die persönliche Ebene heruntergebrochen werden können. Beispiele: das Leid von Tieren, deren Fleisch man isst. Der eigene ökologische Fussabdruck (...)

3.3. Recherchehypothese (3): Zu erwartende oder praktisch mögliche Effekte "grünen" Konsums haben mit Blick auf übergreifende Nachhaltigkeitsziele deutliche RELEVANZ

3.3.1. Wenn man nicht die Produktion, sondern den Konsum ins Visier nimmt, dann wirkt man der Tendenz entgegen, dass die „Schmutzfinken-“ Industrien dorthin ausweichen, wo die Standards schwach sind („Pollution Haven Hypothesis“)

3.3.2. Verbraucherkoalitionen zum Beispiel in Form von Bürgernetzwerken sind (zumindest in den USA) eine relevante politische Kraft, weil sie das Thema „Nahrung“ mit anderen Themen auf der politischen Agenda (Gentechnologie; Widerstand gegen die Agroindustrie) verknüpfen und so eine Hebelwirkung erzeugen (Lappé 2011)

3.3.2.1. Es existieren keine empirischen Daten welche die Einflusskraft des Food-Movements in den USA belegen könnten

3.3.2.2. Es ist nicht bewiesen, dass weniger Agroindustrie zu mehr Nachhaltigkeit führen würde

3.3.3. Der so genannte Rebound-Effekt führt dazu, dass CO2-Verbrauch und andere Werte insgesamt stetig steigen - selbst dann, wenn in Einzelbereichen durch effizientere Technologien Einsparungen erzielt werden. Beispiel: Der Kauf eines verbrauchsärmeren Kühlschrankes der aber - weil größer als der alte - unterm Strich dennoch genauso viel Strom verbraucht (vggl. Madlener und Alcott 2012).

3.3.3.1. Kann der Rebound-Effekt nicht auch als Argument für die Bedeutung von "grünem Konsum" verstanden werden"?

3.3.3.2. Contra: Das Beispiel beweist nicht viel: Wer einen kleineren Kühlschrank hat, muss öfter (mit dem Auto) einkaufen fahren!

3.3.4. Politik zum Beispiel in Form internationalen Wirtschaftsrecht hat viel größere Auswirkungen als die Nachfragemacht der Verbraucher. Ein Beispiel: Der Commodities Futures Modernization Act (USA, 2000) hat die Spekulation mit Nahrungsmitteln in großem Stil erst möglich gemacht. Im Vergleich mit den Folgen einer solchen Regelung ist die politische Macht des Food Movement eine vernachlässigbare Größe.

3.3.5. Der Effekt einzelner Konsum-Maßnahmen ist lächerlich gering im Vergleich zu anderen Maßnahmen

3.3.5.1. Beispiel: "Kartoffeln statt Reis" um CO" zu sparen: Das Verklappen der Säure eines einzigen Tankers dürfte das Kartoffelessen von 1,4 Mrd. Menschen über 1 Monat, oder der Ausbruch eines Vulkans die Bemühungen von 20 Jahren zunichte machen.

4. Übergeordnete Frage: Ist Nachhaltigkeit überhaupt notwendig oder wünschenswert?

4.1. Nachhaltigkeit ist notwendig!

4.1.1. Das Beispiel CO2: CO2 wird hauptsächlich von Tieren und Vulkanen verursacht. Selbst wenn CO2 für den Klimawandel verantwortlich ist (sofern dieser denn tatsächlich stattfindet): Von "menschen-verursacht" kann keine Rede sein! (Lesermeinung)

4.1.1.1. Es ist wissenschaftlich erwiesen, dass der Klimawandel anthropogen verursacht ist und dass CO2 einer der Haupttreiber des Klimawandels ist

4.2. Nachhaltigkeit ist wichtiger als andere Ziele!

4.2.1. Möglicherweise ist es nachhaltig, weniger Fleisch zu essen. Aber reduzierter Fleischkonsum führt dazu, dass Menschen eher sterben! (Lesermeinung)

4.2.1.1. Die Ernährungsforschung warnt doch eher vor zu starkem Fleischkonsum!

4.2.2. Individuelle Konsumenten tragen keine Verantwortung für Klimawandel, Meeresversauerung, Artenvielfalt etc. . Deshalb sollte man nicht versuchen, sie moralisch zu missionieren.

4.2.3. Wirtschaftlicher Erolg und soziale Sicherheit sind wichtiger als Nachhaltigkeit

4.3. Einige behaupten: "Es ist besser, jetzt verschwenderisch zu leben, damit nachwachsende Generationen Spielraum zum Sparen haben (Lesermeinung)". Aber diese These ist in sich nicht schlüssig!

4.3.1. Auf Kosten anderer dem Luxus zu frönen, nützt niemandem! (Lesermeinung)