"Wohin mit den Unter Dreijährigen" von Monika Toman-Banke (06/2011 FamilienPackung)

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"Wohin mit den Unter Dreijährigen" von Monika Toman-Banke (06/2011 FamilienPackung) von Mind Map: "Wohin mit den Unter Dreijährigen" von Monika Toman-Banke (06/2011 FamilienPackung)

1. exemplarisch: Familie Shelkunov in Reutlingen

1.1. Sohn Mark

1.1.1. war mit 6 Monaten in der Kindertagesstätte auf dem Campus der Hochschule Reutlingen

1.1.2. im November 2010 musste Mark seinen Kitaplatz an ein anderes Kind abgeben

1.1.3. für die Kindertagesstätte in der Planie 32 war Mark zuerst auf Platz 56 der Warteliste, wurde dann aber aufgenommen

1.2. Eltern

1.2.1. Mutter, Anna, studierte International Accounting und Taxation an der ESB Business School (der Hochschule Reutlingen) und schloss vor dem Sommer 2011 mit dem Master ab

1.2.2. Vater studierte Wirtschaftsinformatik und schloss vor dem Sommer 2011 mit dem Bachelor ab

1.3. Familiensituation

1.3.1. nachdem im Nov 2010 ein anderes Kind den Kitaplatz von Mark bekam, mussten die Eltern einen neuen Platz finden, um sich auf Ihre Studienabschlüsse vorbereiten zu können

1.3.2. mit den Abschlüssen in der Tasche, werden die Eltern mit neuen Arbeitsstellen und einem damit verbundenen Umzug wieder einen neuen Betreuungsplatz für Mark suchen

2. Kindertagesbetreuungsgesetz ab 1. August 2013

2.1. Beschluss

2.1.1. alle 1 bis 3-jährigen Kinder haben einen Rechtsanspruch auf einen Platz in einer Tageseinrichtung oder einer Kindertagespflege

2.2. Hintergründe

2.2.1. öffentlicher "...Aufschrei nach dem PISA-Desaster, die Klagen der Wirtschaft über die Abwanderung von Fachkräften, politische Diskussionen über die Vereinbarkeit von Familie und Beruf und die Chancengleichheit von Frauen" (Extrakt aus dem 2. Abschnitt)

2.2.2. Verständigung von Bund, Ländern und Kommunen auf dem Krippengipfel 2007, "...bis zum Jahr 2013 das Betreuungsangebot sukzessive auszubauen und 750.000 neue Krippenplätze zu schaffen..." (Extrakt aus dem 2. Abschnitt)

2.3. Zusatzinfos

2.3.1. Elternbeiträge (bei einem Ganztagsbetreuungsplatz mit 8 Stunden= 68€ bei Einkommensgrenze bis 15.000€, 249€ bei Einkommen >45.000€ + jeweils Verpflegungsgeld von 70€) decken lediglich 14% der anfallenden Kosten (Extrakt aus dem 3. Abschnitt)

3. Gemeindeebene

3.1. Gemeinde Reutlingen

3.1.1. Umsetzung & Folgen des Gesetzes

3.1.1.1. mit einem Gesamt-Ausgabenvolumen von 35,1 Millionen€ müssen bis 2013 207 neue Ü3-Plätze entstehen, um die Versorgungsquote von 24,6% (2010) auf 33,75% zu erhöhen

3.1.1.2. 2007 gab es 52 reine Kindergärten, 2013 wird es nur noch 12 geben (Hintergrund für die Veränderung ist die der rückläufige Bedarf für Regelkindergärten für 3 bis 6-Jährige)

3.1.2. IST-Zustand

3.1.2.1. hauptsächlicher Bedarf: reine Krippenplätze, Kleinkindergruppen in Trägerschaft von Eltern-Kind-Initiativen (knapp 300 Betreuungsplätze) & Tagespflege

3.1.2.2. in 2011 standen ca. 900 Unter-Dreijährige auf der Warteliste für 694 Betreuungsplätze der Stadt Reutlingen

3.1.2.3. frühkindliche Bildungsarbeit in der "Villa Kunterbunt", Einrichtung der gemeinnützigen Jugendhilfegesellschaft pro juventa seit 2003, Andrea Baumgart (Mitbegründerin & Sozialpädagogin)

3.1.2.3.1. "Unser Ziel ist die ganzheitliche Förderung des Kindes"

3.1.2.3.2. multidisziplinäre geschulte Mitarbeiterinnen

3.1.2.3.3. "Ohne Bindung keine Bildung"

3.1.2.4. Personalschlüssel liegt mit 1,75 Fachkräfte für eine Gruppe von 10 Kleinkindern unter dem europäischen Standard von 2 Fachkräften

3.1.2.5. Statement von Kariane Höhn, Leiterin der Abteilung Tagesbetreuung für Kinder im Sozialamt

3.1.2.5.1. "Seit den 90er Jahren hat sich das Nachfrageverhalten der Eltern geändert", Zum einen sei die gesellschaftliche Akzeptanz ausserhäusslicher Betreuung von Kleinkindern gestiegen, zum anderen wollen die Eltern nach dem Auslaufen des Elterngeldes nach dem ersten Lebensjahr wieder in den Beruf einsteigen (Zitat und Extrakt aus Abschnitt 1)

3.2. Gemeinde Esslingen

3.2.1. Umsetzung & Folgen des Gesetzes

3.2.1.1. Bürgermeister, Markus Raab, Gemeinderatsitzung im Nov 2011: - Versorgungsquote 18,24 % (Landessdurchnschnitt) bei hohem Arbeitspotenzial - bis 2013 sollen 340 neue Ü3-Plätze entstehen mit 4,1 Millionen € Folgekosten

3.3. generell

3.3.1. Tagespflege= unverzichtbare- günstigere- dritte Säule im Betreuungsangebot (Extrakt aus Abschnitt 5)

3.3.2. um den Beschluss des Krippengipfels von 2007 um zu setzen, müssen die Gemeinden durchschnittlich 35% des Bedarfs decken, für jedes dritte Kind also einen Betreuungsplatz zu Verfügung stellen. Experten aus kommunalen Spitzenverbänden schätzen des Bedarf weitaus höher, für Städte auf ca. 50%

4. Bundesebene

4.1. Forderung eines neuen Krippengipfels

4.1.1. Bundesfamilienministerin Kristina Schröder hat diese bis dato abgelehnt

4.1.2. Hintergrund: Eltern bevorzugen Kitas, womit der Finanzbedarf für das Ausbauziel des Krippengipfels von 2007 immer teurer wird- statt der vom Bund geschätzten 12 Milliarden€, schätzen die kommunalen Spitzenverbände die Kosten auf 18 Milliarden€

4.2. Berufsbild

4.2.1. Tagesmutter/-vater

4.2.1.1. Okt 2008 "Aktionsprogramm Tagespflege": - Weiterentwicklung des Berufsbildes - Förderung mit 20 Millionen€ aus dem Europäischen Sozialfond - enge Kooperation mit der Agentur für Arbeit - Zielgruppe: arbeitssuchende pädagogische Fachkräfte, Berufseinsteiger/innen & Berufsrückkehrer/innen

4.2.2. generell

4.2.2.1. vom Familienministerium aus dem Europäischen Sozialfond finanziertes Programm, um "die gesellschaftliche Wertschätzung für frühkindliche Bildungsinstitutionen zu erhöhen und die Attraktivität des Arbeitsfeldes insgesamt zu verbessern- explizit auch für Männer" (Zitat aus Abschnitt 11); lediglich 2,4% männliche Fachkräfte arbeiten in Deutschland in Kindertagesstätten (Extrakt aus Abschnitt 10)

4.3. Tarifsituation

4.3.1. Vollzeit Erzieherinnen verdienen zwischen 2064 und 2898€ in Gemeinden, auf Landes- und Bundesebene noch weniger

5. Medienstimmen

5.1. Feb 2011, Claudia Hupp, Chefredakteurin des Fachblatts "Praxisgestaltung in Kindergarten und Hort"

5.1.1. "Ich sehe den Ausbau von Kitas für Kinder unter drei unter gesicherten Bildungsstandards als zentrale Aufgabe der Bildungspolitik - wichtiger noch als jede Elite-Uni. Jeder Euro, der in die frühkindliche Förderung gesteckt wird, ist besser angelegt als das Geld für teure Förder-programme von Jugendlichen, die am Rand der Gesellschaft stehen." (Zitat Abschnitt 7)

6. Landesebene Baden-Württemberg

6.1. es gibt bis heute keine verbindlichen Bildungspläne für Kinder unter drei Jahren

6.2. Präsidentin des badenwürttembergischen Städetages Barbara Bosch ist bereits zu klagen insofern die Landesregierung nicht einlenkt- Hintergrund ist, dass der Verwaltungsgerichtshof in Münster beschlossen hat, dass das Land und nicht die Kommunen in NRW für den Ausbau der Kitas die Kosten tragen müsse (Extrakt aus Abschnitt 6)

7. Rahmenbedingungen

7.1. Betreuungsmodelle

7.1.1. Krippenplätze

7.1.1.1. 30-50 Betreuungsstunden pro Woche

7.1.2. Kleinkindergruppen

7.1.2.1. bis zu 25 Betreuungs- stunden pro Woche

7.1.3. Tagespflege

7.1.3.1. individuelle Betreuungszeiten

7.1.4. Pflegenester

7.1.4.1. je 5 Kleindkinder mit einer Tages- mutter; wird staatlich bezuschusst

7.1.5. TigeR-Projekte

7.1.5.1. Tagespflege von bis zu 9 Kleinkindern, eine Fachkraft + eine Tagesmutter in geeigneten Räumen; staatlich bezuschusst

7.2. Aufnahmekriterien für Kindertagesstätten

7.2.1. besondere familiäre Situationen

7.2.1.1. Kinder von Alleinerziehenden

7.2.1.2. Kinder aus Familien in schwierigen Lebenslagen

7.2.1.3. Kinder mit existenziell notwendig berufstätigen Eltern

7.2.1.4. Kinder mit studierenden oder auszubildenden Eltern