1. Psychotherapie umfasst die Behandlung komplexer emotionaler und körperlicher Leiden sowie dysfunktionaler Verhaltensweisen anhand in ihrer Wirkung wissenschaftlich prüfbarer psychologischer Verfahren.
2. 1890 Sigmund Freud
2.1. Ziel einer Psychotherapie ist es, Symptome zu lindern, pathologische Verhaltensweisen zu modifizieren oder eine Änderung von Persönlichkeitsstrukturen zu bewirken.
3. : psyche = Seele; Griechisch: analysis = Zerlegung (Untersuchung/ Enträtselung)
3.1. Tiefenpsycholgie
3.1.1. ddDie tiefenpsychologisch fundierte Psychotherapien sind eine Weiterentwicklung der Psychoanalyse. Auch diese Verfahren zielen darauf ab, aktuelle seelische Probleme zu lösen, indem man verschüttete Konflikte aus der Vergangenheit aufarbeitet. Dazu setzen tiefenpsychologische Verfahren Techniken aus der klassischen Psychoanalyse ein. Sie verlaufen aber zielorientierter und sind zeitlich begrenzt. Tiefenpsychologisch fundierte Psychotherapieverfahren werden von den Krankenkassen anerkannt.
4. Die Psychoanalyse basiert auf folgenden Grundannahmen, die durch Sigmund Freud entwickelt wurden: - Phasen der kindlichen Entwicklung - Struktur-/ Instanzenmodell - Abwehrmechanismen
4.1. Phasen der kindlichen Entwicklung
4.1.1. Oral (Mund) 0 – 1,5 Erfahrung, lustvolles Empfinden und Befriedigung durch Saugen, Lutschen, Essen, Trinken => Bildung von Urvertrauen Hohe Forderungen an andere bei niedriger Frustrationstoleranz Störungen: - Persönlichkeitsstörungen Depressionen - Abhängigkeitsstörungen - Neurotische-, Belastungs- und somato-forme Störungen Schizoide Störungen - Sexualstörung , Asthma, Neurodermitis,
4.1.2. Anal (Anus) 1,5 – 3 Defäkations-/ Sauberkeitserziehung. Erfahrung und Befriedigung durch Ausscheiden und Zurückhalten/ Hingabe und Kontrolle => Erlernen von Fremd-/ Selbstbestimmung => Integration widerstrebender Emotionen Zwanghafte Persönlichkeit, Geiz, Überkontrolliertheit, Trennung zwischen Vorstellung und tatsächlichem Gefühl, Unterdrückung von Aggressionen - Zwangs-, Angststörungen - Persönlichkeitsstörungen, anankastisch, Stottern, Verstopfung, Durchfall
4.1.3. Phallisch/ Ödipal (Genital) 4 - 6 Erfahrung und Entdeckung von Gegengeschlechtlichkeit, Rivalitätsgefühlen, sexuellen Wünschen. Lernen, diese auszuhalten und zuzulassen, Identifizierung mit der Geschlechterrolle => Erleben der sexuellen Unterschiede => Erleben der sexuellen Identifikation Beziehungsunfähigkeit, Fixierung, sich nicht-lösen-können - Phobien - Konversionsstörungen -Dissoziationsstörungen - Histrionische Persönlichkeitsstörungen - Sexualstörungen, Triangulierung (Austarierung Vater,Kind,Mutter)- Entwicklung des <körperchemas
4.1.4. Latenz 6 – 12 Zunehmende Aufmerksamkeit an der sozialen Umwelt, Entwicklung intellektueller Fähigkeiten => Ausbildung des ICH und ÜBER-ICH - Kontaktstörungen - Konzentrations-/ Leistungsschwächen - Autistische Entwicklungen - Autoaggressive Entwicklungen
4.1.5. Genital (Pubertät) > 12 Zunehmende Identifikation mit der eigenen sexuellen Identität, Selbstfindung durch Abgrenzung gegenüber den Eltern und Erwachsenen => Autonomie => Identitätsfindung - Störungen der Ich-Identität - Schizophrenie (hebephrene) - Störungen der Geschlechtsidentität - Störungen der Sexualpräferenz
5. Charakteristika dieses aufdeckenden Verfahrens Strukturmodell/ Instanzenmodell der Psyche nach Sigmund Freud 3 psychische Instanzen, die das menschliche Verhalten steuern
5.1. ICH Denken (logisch), Realitätsempfinden, Vernunft Bewusst (überwiegend) Realitätsprinzip Denken, Wahrnehmung, Reflexion, Verhalten, Entscheidungen
5.1.1. Das ICH ist ein Begriff der eine Struktur und Integration von Beziehungen bezeichnet (Erich Fromm)
5.2. ES Ursprung der Triebe, Wünsche, Gefühle, Impulse, Instinkte (triebhaftes Denken) Unbewusst (überwiegend) Lust-Unlust-Prinzip Triebe, Strebungen, Bedürfnisse, Wünsche
5.3. ÜBER-ICH Moral, Zensor, Gesetzeshüter, Gewissen Unbewusst + Bewusst Moralitätsprinzip Soziale und kulturelle Normen und Regeln, Gewissen, Kontrolle, Bewertung
5.4. Sigmund Freud ging davon aus, dass diese 3 intrapsychischen Instanzen das Verhalten, Denken und Handeln bestimmen. Das Zusammenspiel dieser Instanzen wird Psychodynamik genannt.
5.4.1. Bei Stöerungen dieses Gleichgewichtes kommt es zu "Abwehrmechanismen
5.4.1.1. WICHTIG: siehe wikipädie, sehr ausführlich