Entwicklung Kindheit & Jugend "Kognition"

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Entwicklung Kindheit & Jugend "Kognition" von Mind Map: Entwicklung  Kindheit & Jugend "Kognition"

1. Piagets Theorie der kognitiven Entwicklung

1.1. Schema

1.1.1. Definition: "kognitive Denkeinheit zur Verarbeitung von Informationen"

1.1.2. dienen der Eingehender Informationen sowie der Verbindung von eingehender und ausgehender Informationen

1.1.3. hierarchisch organisiert

1.1.4. aus Erfahrung aufgebaut

1.1.5. Entwicklung der Schemata durch Assimilation

1.1.5.1. kognitive Integration von Sinneswahrnehmungen in vorhandenes Schema; Anpassung des eigenen Verhaltens an die Außenwelt

1.1.6. Akkomodation

1.1.6.1. Schema selbst wird verändert bzw. angepasst; Anpassung der Außenwelt an das eigene Verhalten; Ausdifferenzierung der integrierten Sinneswahrnehmungen

1.1.7. Assimilations- Akkomodations- Prozess

1.1.7.1. Disäquilibration, wenn eine Assimiliation misslingt

1.1.7.2. Äquilibration durch Aufhebung der vorhandenen Diskrepanzen

1.1.7.3. Konsequenz: Zunehmende Adaption an die Umgebung

1.2. Phasen der kognitiven Entwicklung

1.2.1. Sensumotorische Entwicklungsphase zentraler Entwicklungsschritt Entwicklung der Objektpermanenz ( 0 - 2 Jahre)

1.2.1.1. Definition Objektpermanenz: "Das Wissen darüber, dass Objekte auch dann weiter existieren, wenn sie außerhalb des Wahrnehmungsfeldes befinden"

1.2.1.2. Fehlende Objektpermanenz: kein Suchen, wenn ein Objekt versteckt wurde

1.2.1.3. Interpretation: Kind hat noch keine Schemata entwickelt, um ein Objekt über längere Zeiträume hinweg kognitiv zu repräsentieren

1.2.1.4. Ab 4 bis 8 Monaten erste Ansätze von Suchbewegungen; wenn Gegenstand nacheinander an mehreren Orten versteckt wird, kein systematisches Suchen

1.2.1.5. I.d.R. sucht das Kind dort, wo das Objekt zuerst versteckt wurde (A-non-B-Suchfehler)

1.2.1.5.1. Kind findet Objekt an Ort A, danach wird Objekt vor Augen des Kindes an Ort B versteckt; Kind sucht dennoch an Ort A

1.2.1.6. Erst ab 12 Monaten systematisches Suchen

1.2.1.6.1. Denken effektiver und flexibler,

1.2.1.6.2. Fähigkeit zu dauerhaften mentalen Repräsentationen

1.2.1.6.3. zeitlich verzögerte Nachahmung

1.2.1.7. qualitativer Sprung im Denken: Einläuten neuer Entwicklungsphase

1.2.2. Präoperationale Entwicklungsphase ( 2 - 7 Jahre)

1.2.2.1. Egozentrismus: "Tendenz, die Welt ausschließlich aus der eigenen Perspektive wahrzunehmen"

1.2.2.1.1. Mangelnde Perspektivübernahmefähigkeit

1.2.2.1.2. Statisches, wenig prozesshaftes Denken

1.2.2.1.3. Zentrierung auf einzelne Dimensionen

1.2.2.2. Grundproblem der präoperationalen Entwicklungsstufe

1.2.2.2.1. Tendenz zur Zentrierung auf einzelne Aspekte

1.2.3. Konkret-operationale Entwicklungsstufe ( 7 - 11 Jahre)

1.2.3.1. Fähigkeit zu mehrdimensionalen Denken

1.2.3.1.1. viele Begrenzungen der präoperationalen Entwicklungsstufe werden aufgehoben

1.2.3.2. Kompetenz zur Planung von Handlungsabläufen

1.2.3.3. Fähigkeit zu Operationen in Raum und Zeit

1.2.3.4. Insgesamt komplexeres Denken, aber noch an konkrete Abläufe gebunden, wenig Abstraktionsfähigkeit

1.2.4. Formal-operationale Entwicklungsstufe ( ab 12 Jahre)

1.2.4.1. Kennzeichen

1.2.4.1.1. Zunehmend abstraktes Denken

1.2.4.1.2. Fähigkeit zu systematischem Denken nach formal-logischen Regeln (Pendelversuch)

1.2.4.1.3. Fähigkeit zum hypothetischen Durchdenken von Handlungsalternativen

1.3. KRITIK

1.3.1. Entwicklungsbeschreibungen statt -erklärungen

1.3.2. Rückbeschluss von der Performanz auf die Repräsentanz

1.3.3. Frage, wann Fähigkeiten erworben werden, d.h. ob Phasen und Altersangaben stimmen

1.3.4. Unterschätzung der kindlichen Fähigkeiten aufgrund seiner Untersuchungsmethode

1.3.4.1. Beobachtung und Selbstbericht / Beschreibung der Kinder)

1.3.4.1.1. HEUTE: physiologische Messunen (z.B. Puls, Blickdauer)

1.3.5. Frage, ob neue Fähigkeiten erlernt werden müssen oder das bestehende Wissen besser organisiert werden muss

1.3.6. Vernachlässigung der Sozialisation (z.B. Unterricht) und ggf. Kulturabhängigkeit

1.3.7. Trotz dessen; einer der einflussreichsten Theorien!

2. Informationsverarbeitungstheorien

2.1. Zentraler Gegenstand: Informationsverarbeitung durch das kognitive System der Menschen

2.2. Bezogen auf die Entwicklungspsychologie: Veränderungen der Informationsverarbeitungsfähigkeiten im Laufe der Entwicklung

2.3. Fokus auf Mechanismen und Prozessen

2.4. Grundannahmen

2.4.1. Begrenzte Kapazität zur Informationsverarbeitung

2.4.2. Entwicklung durch Veränderung der kognitiven Strukturen und der kognitiven Prozesse und Strategien möglich

2.4.3. Veränderung kontinuierlich, aber auch diskontinuierlich möglich

2.5. Hauptfragen

2.5.1. "Wie fließt die Information durch das System, vom Input zum Output?"

2.5.2. "Wie wird die eingehende Information enkodiert, sodass sie vom System verarbeitet werden kann?"

2.5.3. "Wie wird sie dann rekodiert, d.h. transportiert und dabei ggf. mit schon gespeicherter Information zusammengebracht, so dass es zu einem Verhalten kommt?"

2.6. Gängigste Informationsverarbeitungsmethode: Mehrspeichermodelle

2.6.1. Sensorische Register / Ultrakurzzeitgedächtnis

2.6.1.1. kurze Speicherung sensorischer Information

2.6.1.2. schneller Zerfall, wenn keine Aufmerksamkeit darauf gerichtet wird

2.6.2. Kurzzeitspeicher bzw. Arbeitsspeicher

2.6.2.1. Verknüpfung der Information mit Langzeitspeicher

2.6.2.1.1. identifiziert Information und verleiht Bedeutung

2.6.2.2. Auch Information von Arbeitsspeicher an Langzeitspeicher

2.6.2.3. Vorbereitung und Ausführung von Verhaltensantworten

2.6.2.4. Verweildauer in Arbeitsspeicher recht kurz (sek - min)

2.6.2.5. Speicherplatz auf ca. 7 + 2 Infoeinheiten begrenzt

2.6.3. Langzeitspeicher

2.6.3.1. Semantisches Gedächtnis

2.6.3.1.1. Fasst das "Weltwissen" einer Person zusammen

2.6.3.1.2. Ist in semantischen Netzwerken organisiert

2.6.3.1.3. Skripte

2.6.3.2. Episodisches Gedächtnis

2.6.3.2.1. Speicherung autobiografischer Ereignisse

2.6.3.2.2. In zeitlichen Sequenzen organisiert

2.6.3.3. Prozedurales Gedächtnis

2.6.3.3.1. Gedächtnis für automatisierte Fertigkeiten

2.7. Zentrale Entwicklungsveränderungen bei der Informationsverarbeitung

2.7.1. Einsatz effizienter Gedächtnisstrategien

2.7.1.1. Zum Beispiel Rehearsal, Organisieren, Elaborieren

2.7.1.2. Vermehrter Einsatz ab Schulalter

2.7.1.3. Bei jüngeren Kindern Produktions- und Nutzungsdefizite

2.7.2. Effizientere Nutzung der Kapazität des Arbeitsspeichers

2.7.2.1. Durch verbesserte Tätigkeit zur Chunk-Bildung

2.7.2.2. Durch Ausdehnung semantischer Netze

2.7.2.3. Durch höhere Effizienz der Kontrollprozesse durch mehr Erfahrung

2.7.3. Zunahme automatisierter Informationsverarbeitung

2.7.3.1. keine Kognitive Kapazität

2.7.4. Zunahme der Verarbeitungsgeschwindigkeit

2.7.4.1. Reifung, Myelinisierung der Nervenbahnen, Vernetzung der Nervenzellen

2.7.5. Zunahme des Inhaltswissens

2.7.5.1. zum Beispiel Ausdifferenzierung semantischer Netzwerke

2.8. Bewertung Informationsverarbeitungstheorien

2.8.1. Vorteile: - Streng wissenschaftlich testbare Annahmen über Mechanismen - Dadurch neue Erkenntnisse

2.8.2. Nachteile: - keine in sich geschlossene Entwicklungstheorie

3. Theorien des Kernwissens / Intuitiven Wissens / domänenspezifischer Entwicklung

3.1. Annahme, dass Entwicklung in verschiedenen Inhaltsbereichen unterschiedlich erfolgen kann (Schachstudie)

3.2. Gegensatz zu Piaget

3.3. Unterscheidung von privilegierten und nicht privilegierten Wissensdomänen

3.4. Wichtigsten Bereiche

3.4.1. Intuitive Physik

3.4.1.1. Unklar, ob es sich um bereits gelerntes oder angeborenes Wissen handelt

3.4.1.2. Nachweis in der Regel über Erwartungsverletzungsmethode

3.4.1.3. Schon Säuglinge scheinen folgende physikalische Prinzipien zu kennen

3.4.1.3.1. Objekte bewegen sich als Ganzes

3.4.1.3.2. Kontinuitätsprinzip

3.4.1.3.3. Solidaritätsprinzip

3.4.1.3.4. Schwerkraftprinzip

3.4.2. Intuitive Biologie

3.4.2.1. Frühkindliches Biologisches Wissen

3.4.2.1.1. Fähigkeit zur Unterscheidung zwischen belebt und unbelebt

3.4.2.1.2. Annahme, dass nur Lebewesen sich eigenständig bewegen können (mit 7 Monaten)

3.4.2.1.3. Im Kindergartenalter Verständnis, dass Lebewesen bestimmte biologische Prozesse durchlaufen

3.4.2.1.4. Kinder scheinen in Bezug auf diese Phänomene einfach und schneller Wissen zu erwerben als in anderen Bereichen

3.4.3. Intuitive Psychologie

3.4.3.1. mit 18 Monaten rudimentäre Sensivität über mentale Zustände anderer Personen

3.4.3.2. Experiment von Metzoff

3.4.3.2.1. Gruppe 1: 18 Monate alter Kinder beobachteten Erwachsenen, der sich ungeschickt bei Aufgaben anstellte und diese nicht vollendete

3.4.3.2.2. Gruppe 2: Vergleich mit Kindern, die beobachteten, wie Erwachsener die Aufgabe vollendete

3.4.3.2.3. Gruppe 3 & 4: Vergleich mit zwei Kontrollgruppen (keine Demonstration der Aufgaben)

3.4.3.2.4. Ergebnisse

4. Systemorientierte Theorien / Soziokulturelle Theorien der kognitiven Entwicklung

4.1. betonen den Anteil anderer Menschen und der umgebenden Kultur zur Kindesentwicklung

4.2. soziale Interaktionsprozesse wichtiger Antrieb für Entwicklung

4.3. Wichtigste Theorien

4.3.1. Theorie von Wygotski (1934)

4.3.2. Ökologische Systemtheorie von Bronfenbrenner (1979)

4.3.2.1. Systemebenen

4.3.2.1.1. Mikrosystem: direkte Informationen, direktes Lebensumfeld; Eltern, Schule,....

4.3.2.1.2. Mesosystem: Interagieren verschiedener Mikrosysteme

4.3.2.1.3. Exosystem: Kind nicht unmittelbar beteiligt; Nachbarn, entfernte Verwandte, Arbeit der Eltern,...

4.3.2.1.4. Makrosystem: Kulturelle Einflüsse, nicht bezogen auf individuelles Kind; Werte, Normen

4.3.2.1.5. Chronosystem: zeitliche Entwicklung der Systeme

4.3.2.1.6. werden in den anderen Theoiren nicht ausreichend Berücksichtigt

4.4. Gegenstand systemorientierter Theorien: Individuelle Entwicklung im Kontext von Systemen