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Ritual von Mind Map: Ritual

1. Begriffskonkretisierung

1.1. bei offener Betrachtung gerät vieles in den Blick - wichtige Komponenten: Kollektivität Sozialer Aspekt Klarer Anfang und Ende Körperlichkeit Materialität Abgrenzung von Routine Aufgeladenheit

1.1.1. Ausgangspunkt ist die Feststellung, dass heutzutage zunehmend gesellschaftliche Orientierungshilfen fehlen, Individuen wie aber auch Gesellschaften diese jedoch brauchen. Frage: Mit welchen Formen sozialen Handelns und sozialer Repräsentation werden die für die Funktionsfähigkeit einer Gesellschaft erforderlichen Orientierungsleistungen erbracht? Die Welt ist geprägt von Heterogenität und Vielfalt, dennoch aber gibt es Gemeinsamkeiten, deren Selbstverständlichkeit ihre Wirkung ausmacht und deren Legitimation nicht in Frage steht. Zu diesen Selbstverständlichkeiten sozialen Handelns gehören Rituale und Ritualisierungen. Definition: Rituale sind repetitive Selbstverständlichkeiten sozialen Handelns bzw. selbst als symbolisch verdichtete semantisch überdeterminierte soziale Handlungen zu begreifen.

1.1.2. Schwierigkeiten der Interpretation des rit. Geschehens, da Rituale symbolisch verdichtet und überdeterminiert

1.2. Varianten des Begriffs: Konvention: rituelle Alltagshandlungen: enthalten praktischen Wissen, wie man sich ohne darüber nachzudenken richtig verhält: Durch Nachahmung erlernt (Verknüpfung von Kollektivität und Normalität): stillschweigende Angleichung (125) Rituale als kulturelle Aufführungen: Bezug auf Zuschauer (ostentativer Charakter): Anfang, Dauer und Ende: ludischer Charakter: Durch den Bezug auf Zuschauer und ostentativen Charakter unterscheiden sich Rituale von anderen Formen sozialen Verhaltens (aber wenn alle Konvention Ritual ist, ist die Abgrenzung schwierig?)

1.3. Rituale; zeitlich geordnete Handlungssequenzen, in denen soziale Subjekte verschiedene Rollen übernehmen, indem sie stellvertretend für andere handeln. Nutzen von signifikanten Objekten, symbolischer Mittel und aussagekräftigere gestischer und szenischer Arrangements: => Schaffen, Erhalten und Verändern von Gesellschaft => Strukturierung von Zeit der Kommunität => durch die Gestaltung einer auf die Vergangenheit bezogenen und auf die Zukunft projizierten Gegenwart durch: - Inszenierungen des Körpers als symbolische Handlung, ästhetische Aufführung und ethisches Geschehen - Mimetische Prozesse - Bezogen auf Alterität, Oszillieren zwischen Konflikt und Integration

2. Kritik

3. Funktion

3.1. Mithilfe der rituellen schulischen Struktur wird das mimetische Begehren der Kinder so kanalisiert, dass sie sich darum bemühen, die Zielsetzungen der Schule zu erfüllen. → Umformung der kindlichen Selbstliebe in die Bereitschaft, den schulischen Normen gerecht zu werden mit dem Ziel der Anerkennung.

3.2. Schulische Rituale beziehen Schüler*innen und Lehrer*innen aufeinander, verbinden sie in gemeinsamen Handeln und schaffen so die schulische Kommunität, in der jeder weiß, was von ihm erwartet wird. Sie ordnen das Zusammenleben auf der Basis institutioneller Werte und Normen, formulieren Erwartungen und Ansprüche und sanktionieren ihre Nichterfüllung.

3.2.1. Aufgabenverteilung zusammenarbeiten. Elemente: Jahrgangsklassen, Wochenstundenplan, das Fächerprinzip, die unterrichtliche Interaktion, Beziehung Lehrer-Schüler, die kollektive Erarbeitung curricularer Lerninhalte, Aufgaben und Prüfungen, die Leistungsbewertung, Übung und Wiederholung, rhythmischer Wechsel von Pause und Unterricht, Einzelarbeit, Gruppenarbeit und Hausaufgaben, uvm. → in ihrem Zusammenwirken konstituiert sich Unterricht als rituelle Veranstaltung → Makro- und Mikrorituale konstituieren Unterricht als rituellen Raum, den Unterrichtsprozess als rituelle Zeit und das Lehrer- und Schülerverhalten als rituelle Performanz. → Ausrichtung auf das Leistungsprinzip / Vorbereitung auf die Arbeitswelt

4. Körper/Macht

4.1. Rituale provozieren mimetische Prozesse mit individueller und gesellschaftlicher Tiefenwirkung, sodass sie soziale Wirklichkeit erzeugen, also Gesellschaft und deren Machtstrukturen schaffen, erhalten und verändern. Als soziale Praxis bilden sie einen Teil der Materialität des Sozialen, wie sie durch die ökonomischen, politischen und sozialen Bedingungen von Gesellschaften und Gemeinschaften gegeben ist. Rituale weisen Eliten Macht zu, machen sie als Machtträger sichtbar und legitimieren sie. Sie sind dabei charakterisiert durch situationsspezifische, strategische oder prinzipielle Blindheit gegenüber dem eigenen Handeln und dessen Wirkung sowie damit einhergehend durch eine oft unbewusste Einordnung des Individuums ins soziale Machtgefüge. Oszillierend zwischen Betonung von Solidarität und Differenz bewirken sie, z.B. in der Schule, eine stillschweigende Inkorporation von Angleichung durch vorreflexive Zustimmung zu den gesellschaftlichen oder auch institutionellen Strukturen.

4.1.1. „In der Umformung der kindlichen Selbstliebe und Libido in ein Streben nach Anerkennung liegt die Voraussetzung für den Erwerb symbolischen Kapitals in Form von Beachtung u, Ansehen und Bewunderung.“ Dafür rituelle Arrangements (repetitiv, Inszenatorisch): Verankerung der Erwartungen der Institution in den Körpern der Kinder Beginnt mit Kontrolle der kindlichen Motorik (Gruppe, Aufmerksamkeit teilen, stillsitzen, Konzentration,…=: institutionelle Ordnung der Schule wird zur sozialen Ordnung des kindlichen Körpers unter Suggestion der Selbstverständlichkeit => Verbergen der Machtverhältnisse und Hierarchien mit ihren impliziten Werten und Normen

4.1.1.1.  Mit Hilfe schulischer Rituale und Ritualisierungen werden Kinder zu Schulkindern gemacht: Habitus Ergebnis ritueller Prozesse, gleichzeitig organisiert, arrangiert und gestaltet er Rituale  Entscheidend ist die Einverleibung in die Kinder und Jugendlichen  => verkörperte, und daher dauerhafte Einstellungen zum Lernen, zu anderen SuS und zu sich selbst (Kooperation, gemeinsame Gestaltung von Gesprächen, Entwicklung und Begründung von Urteilen, .,..,.)

4.1.1.2. Widerstandsrituale gegen Disziplinierung: = Zusammenschluss gegen Disziplinierungszumutung / Berufung auf den Wert spontanen Lebens, intensiver Sinnlichkeit, körperlicher Expressivität

4.1.2. Eingebettet in soziale Machtkonstellationen, darin Gespür für eigene Handlungsmöglichkeiten (oft unbewusst; dadurch oft besonders erfolgreich): Wirkungen des Tuns abhängig von Einbettung des rit. Handelns

5. Performativität

6. Memesis