1. Eine Angewandte Ethik, die sich als einteilende Ethik versteht, ...
1.1. ... erscheint notwendig ...
1.1.1. ... als „eine Folge der komplexen Erweiterung von Wissens- und Handlungsmöglichkeiten durch den wissenschaftlich-technischen Fortschritt“
1.1.2. ... als „eine Folge der gesellschaftlichen Ausdifferenzierung in relativ autonome gesellschaftliche Subsysteme“.
1.2. Pluralität des Ethikdiskurses: Unterschiedliche Handlungsfelder besitzen eigene normative Problemstellungen und unterschiedliche Begründungs- und Entscheidungsmodelle.
1.3. ... erfordert ...
1.3.1. große Sach- und Fachkenntnisse (wissenschaftlicher Fortschritt / Technik)
1.3.2. ... ein induktives, problem- und lösungsorientiertes Vorgehen
1.3.3. Diskursfähigkeit / kein Totalitätsanspruch (muss mit der eigenen Begrenzheit rechnen)
1.4. Aber: Wie ist zwischen den heterogenen Ansprüchen der interagierenden Handlungsfelder, Sachthemen, Akteure, Institutionen und Systeme im Konfliktfall zu entscheiden?
1.4.1. #menschenrechte als integratives Moment
2. Eine angewandte Ethik, die sich als pragmatistische Ethik versteht,
2.1. ... verabschiedet sich von abstrakt-allgemeingültigen Begründungsproblemen und wendet sich stattdessen in gestalterischer Weise den "Problemen der Menschenwelt" zu.
2.1.1. Mit philosophischen Mitteln aktiv an der moralischen Gestaltung der Gesellschaft mitwirken
2.2. ...fokussiert auf das menschliche Handeln: ethische Begriffe und Theorien werden als Werkzeuge im Umgang mit der Welt verstanden, nicht als ewige Wahrheiten.
2.2.1. Rechtfertigung in ethischen Diskursen durch Erfolg in der Anwendung, nicht durch sichere Prinzipien
2.2.2. permanente Revisionsbedürftigkeit von ethischen Begriffen und Prinzipien
2.3. basiert auf der Annahme eines irreduziblen Pluralismus
2.3.1. Legitimation durch gerechte Verfahren
2.3.2. Keine definitiven Lösungen für moralische Probleme, sondern begründete ethische Analysen erarbeiten.
3. Eine Angewandte Ethik, die sich als hingewandte Ethik versteht, ...
3.1. ... sollte sich auch in ihrer grundlegenden Art und Weise, wie sie Ethik betreibt und versteht, von der sozialen Wirklichkeit irritieren lassen und offen sein für (radikale) Veränderungen.
3.1.1. die eigene ethische Praxis durch Hinwendung verändern (lassen)
3.1.2. ethische Arbeitsweise hinterfragen
3.2. ... sollte sich nicht mit der Rolle eines Chronisten begnüngen, sondern "Hinwendung" als eine radikale Annäherung an die soziale Wirklichkeit praktizieren, d.h. Zu Wort kommen lassen, hinhören, vor Ort sein, ...
3.2.1. „Dazu müssen wir die Armen und die Armut aufsuchen bis in ihre verborgensten Schlupfwinkel, ihre Verhältnisse, die Quellen ihrer Armut erforschen, ihre Leiden, ihre Tränen mit ihnen teilen…“ (Ketteler)
3.2.2. nicht bevormunden
3.2.3. ins Gespräch mit den Betroffenen gehen
3.2.4. Aber: Nicht in Einzelheiten verlieren
3.2.5. Konkrete Handlungsanweisungen / -empfehlungen, die aus der Hinwendung / Wachsamkeit folgen
3.2.6. Den Blickwinkel nicht verlieren, der diejenigen im Blick hat, die keine Lobby haben.
3.3. Anwendung / Hinwendung als Beteiligung an der Beseitigung resp. Verbesserung von Not und Ungerechtigkeit
3.4. ... ist eine bleibende, sich immer neu stellende Aufgabe / Herausforderung
3.4.1. Soziale Frage 2.0 #wohnen #hunger #ungleichheit #tbc
3.4.2. Antworten auf (neue) soziale Fragen finden