Auswertung: "Organspendeausweis: Für und Wider"

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1. Spenden!

1.1. Man selbst würde eine Organspende vermutlich auch in Anspruch nehmen. Die Spende zu verweigern, wäre deshalb egoistisch

1.1.1. Das Egoismus-Argument gilt umso mehr, als die Wahrscheinlichkeit, dass man selbst ein Organ benötigt, weitaus größer ist, als dass man selbst zum Spender wird!

1.1.1.1. Das Egoismus-Argument ist hier eine schiefe Begründung. Denn: Es gibt keine moralische Verpflichtung, zu spenden! Denn die Spende ist ein freiwilliger Akt, den es ebenso wenig zu begründen gilt, wie die Verweigerung der Spende

1.2. Die Organspende ist ein Akt der Solidarität!

1.2.1. Niemand hat einen moralischen Anspruch auf die Organe eines anderen! Deshalb: Wo kein Anspruch, keine Pflicht!

1.3. "Niemandem schaden": Moralisch erlaubt ist, was niemandem schadet.

1.3.1. Wenn das Ich (im Sterben) auseinanderfällt, dann existieren wir nicht mehr. Unsere Einzelteile können wir deshalb ebenso gut spenden. Es schadet uns nicht!

1.3.1.1. Aber zu dem Zeitpunkt, wo die Organe entnommen werden, sind wir noch nicht mausetot!

1.4. & (1+2)

1.4.1. Wir müssen alles tun, was wir können, um Menschenleben zu retten!

1.4.1.1. Wenn es um die Rettung von Menschenleben geht, gibt es andere Bereiche, die dringender unserer Aufmerksamkeit bedürfen, als die Organspende 1

1.4.1.1.1. Sterben müssen wir alle. Tragisch ist es, dass Menschen wegen fehlender Grundversorgung sterben müssen - nicht wegen einer fehlenden Leber!

1.4.1.2. Was, wenn nicht die individuelle Spendenbereitschaft, rettet Leben?

1.4.1.2.1. Vorschlag: Reduzierung der Anzahl von Transplantationszentren

1.4.1.2.2. In die Forschung zum Thema nachwachsende Organe investieren!

1.4.2. Organspenden retten Menschenleben!

1.4.2.1. Bis zu sieben Menschen können dank der Organe eines toten Spenders überleben. Derzeit sterben pro Tag im Durchschnitt täglich drei Menschen, die auf einer Warteliste stehen

1.4.2.1.1. Eine Absichtserklärung allein rettet kein Leben!

2. Nicht spenden!

2.1. Der Hirntod - in Deutschland das maßgebliche Kriterium für die legitime Organentnahme - markiert nicht tatsächlich den Todeseintritt!

2.1.1. Die Kriterien zur Feststellung des Todes basieren auf dem Stand der Wissenschaft

2.1.1.1. Die Wissenschaft ist in diesem Fall nicht glaubwürdig. Denn:

2.1.1.1.1. Auch in der Wissenschaft hat sich die Definition des Todes immer wieder verändert! Folglich ist denkbar, dass es in der Zukunft möglich sein wird, Hirntote zu re-animieren!

2.1.1.1.2. Es kann gar keine wissenschaftliche Definition des Todes geben

2.1.2. Die Kriterien selbst mögen glaubwürdig sein. Man kann jedoch nicht darauf vertrauen, dass die Diagnose immer sachgerecht durchgeführt wird!

2.1.2.1. Gibt es Gründe dafür, der sachgerechten Durchführung der Diagnose zu misstrauen?

2.1.2.1.1. Der durchkommerzialisierte Medizinbetrieb weckt Misstrauen!

2.1.2.1.2. Die Transplantationsmedizin wird nicht durch Außenstehende kontrolliert!

2.1.2.1.3. Ärzte, welche die Hirntod-Diagnose durchführen, sind dafür nicht speziall ausgebildet!

2.1.2.1.4. Es kommt vor, dass Wartelisten für Organspender manipuliert werden. Das schürt das Misstrauen - auch in Bezug auf die Diagnose

2.1.2.1.5. In der Hirntoddiagnostik passieren immer wieder Fehler!

2.1.2.1.6. Ärzte sind durch finanzielle Anreize motiviert, möglichst viele Patienten als "Spender" zu diagnostizieren!

2.1.2.1.7. WENN Fehler passieren - dann ist die Wahrscheinlichkeit sehr groß, dass niemand diese bemerkt! Berichtet werden ja nur Fälle, wo jemand trotz Hirntod überlebt hat. Dazu hat der Betreffende in den allermeisten Fällen jedoch keine Chance - u.a., weil er auf dem OP-Tisch landet, wo ihm seine Organe entnommen werden

2.1.3. Hirntote sind keine Leichen!

2.1.3.1. Hirntote können Fieber haben und Kinder austragen!

2.1.3.2. Anekdotische Evidenz: 7 Tage im Koma. Neocortex Arbeit schon aufgegeben. Und wieder ins Leben zurückgekehrt!

2.1.3.3. Die Definition von "Hirntod" schließt nicht aus, dass im Hirn noch Vorgänge stattfinden, die für das Bewusstsein verantwortlich sind!

2.1.3.3.1. In einer Untersuchung, die vor einiger Zeit im New England Journal of Medicine veröffentlicht wurde, konnte nachgewiesen werden, dass Patienten, die eigentlich als hirntot galten, noch Bewusstseinsaktivitäten aufwiesen.

2.1.3.4. Seele und Bewusstsein sind nicht nur an des Gehirn gekoppelt! (Auch in Organen steckt Bewusstsein.)

2.1.3.4.1. .. in der Leber sind keine audiovisuellen Daten gespeichert!

2.1.3.5. Gibt es Techniken - zusätzlich zu Hirntod-Festellung - mit denen die Diagnose so weit gesichert werden kann, dass der Tod auch wirklich eingetreten ist?

2.1.3.5.1. Viele der Zweifel daran, ob ein hirntoter Mensch "wirklich" tot ist, lassen sich durch genauere Untersuchungsmethoden ausräumen wie zum Beispiel eine Untersuchung des Blutflusses im Gehirn oder ein Hirnscan. Außerdem könnte man darüber nachdenken, ob man nicht für die Organentnahme eine Vollnarkose vorschreiben sollte - für alle Fälle.

2.1.3.5.2. Bestände kein Mangel an Spenderorganen, gäbe es keinen Anreiz für voreilige Diagnosen. Deshalb ließe sich die Diagnosequalität verbessern, wenn es gelänge, die Zahl der Spender zu erhöhen

2.1.4. So oder so: In den allermeisten Fällen handelt es bei den Organspendern um Menschen, die im Sterben liegen. Möglich, vielleicht, dass hier lebensverlängernde Maßnahmen unterlassen werden, damit die Organe rechtzeitig entnommen werden können. Aber die meisten wollen doch ohnehin nicht, dass sie, wenn sie im Sterben liegen, mit allen nur möglichen Mitteln möglichst lange am Leben erhalten werden!

2.1.5. Diese verbleibende Unsicherheit wiegt weniger stark als der Nutzen, der durch Organspenden erwächst!

2.2. Bei der Vergabe von Spenderorganen kommt es immer wieder zu Ungereimheiten wie der Manipulation von Patientendaten, um Patienten an der Warteschlange vorbei bedienen zu können

2.2.1. Ist das ein Grund, nicht zu spenden?

2.2.1.1. Generalverdacht. "Da ist was faul. Ich mach' nicht mit!". Wenn Organe zu Wertobjekten werden, ist kriminelles Verhalten kaum vermeidbar

2.2.1.1.1. Auch bei Spenden für Wohltätigkeitszwecke kommt es zu Korruption. Das ist aber kein Grund, vollständig auf das Spenden zu verzichten!

2.2.1.1.2. Was ist der Grund für die Manipulation von Patientendaten? Auf welchem Wege können kommerzielle Interessen das Spiel bestimmen?

2.2.1.1.3. Wirklich? Gibt es empirische Nachweise, wer ein Organ erhält (oder wahrscheinlich erhält) und wer nicht?

2.3. Die Würde des Sterbeprozesses wird gestört. In erster Linie betrifft das die sterbende Person selbst. Aber auch Verwandte können sich nicht in angemessener Form verabschieden.

2.3.1. Der Ausblick darauf, Spenderorgane zu erhalten, führt zu einer veränderten medizinischen Behandlung sterbender Patienten!

2.3.1.1. Erhalten sterbende Patienten, die als Spender vorgesehen sind, z.B. keine Schmerzbehandlung mehr - weil diese die Hirntod-Diagnose verfälschen könnte?

2.3.1.1.1. Ja: Der Patient erhält keine Schmerzmittel mehr!

2.3.2. In extremen Fällen können unzählige Organe aufeinmal entnommen werden. Aber auch Hände, ganze Arme, Hautpartien und Knochen. Man kann der Ansicht sein, dass dies nicht mit der (auch durch das Grundgesetz gebotenen) Achtung der Würde des Spenders vereinbar ist

3. Wie lässt sich die Spendenbereitschaft erhöhen?

3.1. Vorschlag: Opt-out Regelung (Wiederspruchsregelung) anstelle der Opt-in Regelung: Wer NICHT spenden will, muss einen Ausweis ausfüllen. Alle anderen werden automatisch als Spender betrachtet

3.1.1. Auch eine Wiederspruchsregelung würde den Bedarf nicht decken können

3.2. Krankenkassen bräuchten stärkere Anreize, um Transplantationen durchzführen und ergo, dass es wenig Spender gibt. Momentan sind Transplantationen für Krankenhäuser ein Minusgeschäft.

3.2.1. Transplantationen sparen mehr Kosten, als sie verursachen. Jedenfalls für das Gesundheitssytem...

3.3. Monetäre Entlohnung der Spender bzw. der Spenden-Bereiten (zu Lebzeiten). Oder andere Anreize.

3.3.1. Moralisch betrachtet, hat man eigentlich ein Recht darauf, seine Organe verkaufen zu dürfen. Unglaublich, dass dies in Deutschland gesetzlich verboten ist.

3.3.2. Eine Entlohnung würde falsche Anreize setzen und Alkoholiker und Drogensüchtige als Spender motivieren - die aber dazu gar nicht geeignet sind!

3.3.2.1. Wer z.B. Alkoholiker ist, erhält auch keine Spendenorgane (selbst, wenn er dafür zahlen würde und somit eine Entlohnung der Spender ermöglichen würde). Mit gutem Grund!

3.3.2.2. Ist es richtig so, dass Alkohlkranke, starke Raucher u. andere keine Organe erhalten?

3.4. Spendern Mitspracherechte für die Organvergabe einräumen

3.4.1. Mitspracherechte würden der Idee der Solidargemeinschaft widersprechen!

3.5. Organ-Empfang an Spendenbereitschaft koppeln! Nur, wer vor seiner Erkrankung die Spendenbereitschaft erklärt hat, erhält ein Organ

3.5.1. Das wäre keine Spende, sondern eine Versicherung. Die Organspende ist aber eine soziale Leistung und sollte auch eine bleiben!

3.6. Privatwirtschaftliche Organisation des Organhandels

3.6.1. Dann können sich nur Reiche Organe leisten!

3.6.1.1. ... oder Versichtere!

3.6.1.1.1. Kommerzieller Organhandel würde zu Preisen führen, die Kassenpatienten nicht mehr bezahlen könnten!

3.6.2. Privatwirtschaftlich lässt sich die erforderliche Infrastruktur kaum errichten: Eine Einfplanzung muss binnen weniger Stunden nach der Entnahme erfolgen!

3.7. Option auf Einsatzer Vertrauensperson, die im Ernstfall die Abwicklung einer Organspende begleitet

3.8. Auf dem Spender-Ausweis gezielt auch die Einstellung zum Organ-Empfang abfragen, um das moralische Bewusstsein zu wecken

4. Faktencheck ist ein Projekt von Debattenprofis.de. Das Projekt wird von der Robert Bosch Stiftung gefördert

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