1.9.2009 Das Essener Amtsgericht hat das Insolvenzverfahren für bisher 21 Arcandor-Gesellschaften eröffnet. Betroffen sind die Holding Arcandor und die wichtigsten Töchter. Dieser Schritt hat auch Folgen für Arcandor-Chef Karl-Gerhard Eick und andere Vorstandsmitglieder. Klaus Hubert Görg ist mit Verfahrenseröffnung zum Insolvenzverwalter der wesentlichen Arcandor-Unternehmensteile bestellt worden. Bereits eröffnet sind nun die Verfahren für die Holding Arcandor AG sowie die wichtigsten Töchter wie die Karstadt Warenhaus GmbH und die Versandhandelsunternehmen Primondo GmbH und Quelle GmbH. Das teilte das Essener Amtsgericht am Dienstag mit. Es sei mit der Entscheidung auch in weiteren Arcandor -Verfahren zu rechnen. Insgesamt wird am Dienstag mit der Eröffnung von rund 40 Insolvenzverfahren durch das Essener Gericht gerechnet. Einzelheiten des Beschlusses wurden zunächst nicht mitgeteilt. Elf weitere Verfahren werden von anderen Gerichten bearbeitet. In der vergangenen Woche hatte das Amtsgericht Fürth bereits die Insolvenzverfahren für drei Quelle-Tochterunternehmen eröffnet. Quelle und mehr: Handelsblatt Das Amtsgericht Essen wird heute im Laufe des Tages über sämtliche dort eingereichte Insolvenzanträge des Arcandor-Konzerns entscheiden, sagte am Montag ein Gerichtssprecher auf Anfrage. Als sicher gilt dagegen das Aus für Vorstandschef Karl-Gerhard Eick – doch ansonsten gibt es bei dem drittgrößten Insolvenzfall in der Geschichte der Bundesrepublik einiges zu klären. Quelle und mehr: Handelsblatt 30.8.09 Am Dienstag soll das Amtsgericht Essen die Insolvenzverfahren über mehr als 40 Einzelgesellschaften des Arcandor-Konzerns eröffnen. Die Konzernholding wird damit zu einer reinen Abwicklungsgesellschaft, die formal aber einen Vorstand behalten muss. Operative Bedeutung behalten jedoch nur Karstadt und die Quelle-Dachgesellschaft Primondo, deren Chefs für die Sanierung und den Verkauf der Tochterfirmen gebraucht werden und die nebenbei Holdingvorstände bleiben. Quelle und mehr: FTD 29.8.09 Arcandor-Insolvenz wohl ab Dienstag: Nach der Vorlage aller Gutachten soll voraussichtlich am kommenden Dienstag (1. September) das Insolvenzverfahren für Arcandor eröffnet werden. Dann könnte Arcandor-Chef Karl-Gerhard Eick abtreten. Ein erster Konflikt bahn sich schon an: Bayern pocht auf eine eigene Transfergesellschaft für den Versender Quelle. Das Essener Amtsgericht muss dazu die Verfahren für insgesamt rund 40 Einzelgesellschaften eröffnen, darunter für die Holding Arcandor AG in Essen und die wichtigsten Töchter Karstadt Warenhaus und Primondo. Damit fällt auch das Insolvenzgeld weg, das drei Monate lang von der Bundesagentur für Arbeit gezahlt wurde, und die Gesellschaften müssen sich finanziell selbst tragen. In der ersten Novemberhälfte sollen die Gläubigerversammlungen stattfinden, denen die Sanierungskonzepte vorgelegt werden. Quelle und mehr: Handelsblatt 28.8.09 Die Abwicklung der nach Mitarbeiterzahl drittgrößten Pleite der Bundesrepublik wird komplizierter als gedacht. Wie sich in den vergangenen Tagen herauskristallisierte, wird über die Insolvenz des Arcandor-Konzerns keineswegs nur am Essener Amtsgericht entschieden sondern auch bei den Richtern in Nürnberg und Fürth. Die haben bereits Verfahren gegen drei Quelle-Unterfirmen eröffnet. Entsprechend einem Gutachten des Ulmer Rechtsanwalts Michael Pluta haben die Essener bereits die Verfahren über zwei Arcandor -Töchter nach Nürnberg und Fürth verwiesen, weil dort der "Mittelpunkt der selbstständigen wirtschaftlichen Tätigkeit der Unternehmen" zu finden sei. Über weitere - darunter die Konzerntochter Foto-Quelle - steht die Entscheidung noch aus. Die ersten Verfahren in Essen werden voraussichtlich am 1. September eröffnet. Sobald die Insolvenzverfahren für die Kerngesellschaften Arcandor AG, Karstadt GmbH und Quelle GmbH starten, wird es jedoch ernst für Görg. Mit der Eröffnung laufe die Finanzierungshilfe durch das dreimonatige Insolvenzgeld aus, gibt Burkhard Jung, Vorstandsvorsitzender der Berliner Sanierungsberatung CMS, zu bedenken. "Der Insolvenzverwalter kann den Betrieb nur dann fortführen, wenn er auch unter Vollkosten rentabel läuft." Wesentliche Sanierungsmaßnahmen müssten daher bereits im Zeitpunkt der Verfahrenseröffnung umgesetzt sein. Quelle und mehr: Handelsblatt Wie es beim vorläufigen Insolvenzverwalter Klaus Hubert Görg heißt, soll aus der Holding zunächst eine Abwicklungsgesellschaft werden. Statt Unternehmen zu kaufen oder zu verkaufen, werden die 94 Holdingmitarbeiter dann Vermögensgegenstände wie Firmenfahrzeuge oder Bilder verwerten. Dass bereits zwei Drittel der Beschäftigten die Kündigung in der Tasche haben, wie gestern Agenturen berichteten, nannte ein Görg-Sprecher "Blödsinn". Erst wenn das Vermögen komplett verwertet sei, erklärte Görgs Insolvenzbeauftragter Rolf Weidmann, werde Arcandor aus dem Handelsregister gelöscht. Das könne Jahre dauern. Mit großer Wahrscheinlichkeit werde auch danach die faktisch wertlose Aktie weiter an der Börse gehandelt. Der Grund: Das Delisting wäre teuer und würde damit die Insolvenzmasse belasten. Quelle und mehr: Handelsblatt 13.8.09 Arcandor ist als Ganzes nicht überlebensfähig, die einzelnen Teile aber schon. So lautet kurz gefasst die Analyse des Insolvenzverwalters Klaus Hubert Görg. Karstadt und Quelle haben also eine Zukunft. Aber die fordert ihre Opfer. Allein bei der Arcandor-Tochtern Primondo, also im Wesentlichen bei Quelle, fallen 3 700 Stellen weg. „Wir halten alle Teile des Arcandor-Konzern im Grundsatz für überlebensfähig und erhaltenswert“, sagte Görg in einer Pressekonferenz. Zwei Investmentbanken sollen nun getrennt Käufer für den aus dem Universalversender Quelle und mehreren Spezialversenders bestehenden Primondo-Verbund und für Karstadt suchen. Quelle: Handelsblatt 12.8.09 Das Handelsunternehmen Arcandor steht unmittelbar vor der Zerschlagung. Knapp drei Wochen vor der erwarteten Eröffnung des Insolvenzverfahrens teilte der Konzern am Mittwoch mit, der Vorstand werde die Suche nach einem Investor für die Arcandor AG am 15. August beenden. Die Chancen, einen Ankerinvestor zu finden, der die Fortführung des Konzerns ermöglicht, würden als äußerst gering gesehen, hieß es zur Begründung. Der Fokus liege jetzt auf der Investorensuche für die Handelssegmente im Konzern, Karstadt und Primondo, teilte das Unternehmen in Essen mit. Quelle und mehr: Handelsblatt 10.8.09 Zwar führt Arcandor-Chef Karl-Gerhard Eick nach FTD-Informationen konkrete Gespräche mit mindestens zwei Investorengruppen über deren Einstieg bei einem aus Karstadt und Quelle bestehenden Konzern. "Dass Sal. Oppenheim als Ankerinvestor endgültig wegfällt, hat die Chancen auf eine Einigung mit anderen Gesprächspartnern aber eher verringert", hieß es in Bezug auf den geplanten Einstieg der Deutschen Bank bei dem Arcandor-Großaktionär Sal. Oppenheim in Arcandor-Kreisen. Damit steigt die Wahrscheinlichkeit, dass Karstadt und Quelle in Einzelteilen verkauft und teilweise geschlossen werden. Derzeit werden Weiterführung und Zerschlagung parallel vorbereitet: Während Eick versucht, die insolvente Arcandor AG mithilfe eines neuen Investors zu retten, lässt der vorläufige Insolvenzverwalter Klaus Hubert Görg eine Verwertung der Einzelteile des insolventen Handelskonzerns durchrechnen. Quelle: FTD 30.7.09 Arcandor-Aufspaltung rückt nahe: Eine Aufspaltung des insolventen Arcandor-Konzerns rückt näher. Die führenden Gläubigerbanken des Essener Konzerns treiben den Verkauf von dessen 43,9-Prozent-Anteil am Reisekonzern Thomas Cook voran. Dafür gibt es verschiedene Möglichkeiten, die allerdings alle nicht ganz einfach umzusetzen sind. Quelle: Handelsblatt 19.7.09 Die Zerschlagung des insolventen Handels- und Tourismusunternehmen Arcandor rückt einem Medienbericht zufolge immer näher. Die Geschäfte bei Karstadt und Primondo liefen derzeit sehr schlecht, so der Bericht. Damit erscheint auch der Rücktritt des Sanierungsexperten Horst Piepenburg in einem neuen Licht. Quelle: Handelsblatt 18.6.09, Nach Angaben des Essener Amtsgerichts wurden für das Unternehmen bisher insgesamt 22 Insolvenzanträge gestellt, darunter für die Muttergesellschaft Arcandor AG und 21 weitere Tochtergesellschaften. Weitere Insolvenzanträge seien nicht auszuschließen, sagte Görg. Insgesamt bestehe Arcandor aus einem Netz von mehreren hundert Gesellschaften. Die profitable Tourismus-Tochter Thomas Cook sei nicht von der Insolvenz betroffen. Arcandor hatte den Mehrheitsanteil an Thomas Cook jedoch zu großen Teilen an Banken verpfändet. Noch in dieser Woche stünden Gespräche mit den Banken bevor, sagte Görg. Quelle: Welt Ob Arcandor als Ganzes gerettet werden kann, ist nach Ansicht des Insolvenzverwalters ungewiss. Dies könne man erst sagen, wenn der Insolvenzplan vorliege. An ihm arbeiten derzeit Berater von Roland Berger, die bereits für Arcandor-Vorstandschef Karl-Gerhard Eick im April einen Sanierungsplan geliefert hatten. Damals stand das Papier allerdings unter dem Vorbehalt, dass die Banken eine Finanzierung über 1,86 Mrd. Euro bereitstellen würden. Die dazu notwendigen staatlichen Bürgschaften und Kredite lehnte die Bundesregierung jedoch vor knapp zwei Wochen ab. Quelle: Handelsblatt 14.6.09 FTD: Arcandor prüft Massekredit Schnelle Sanierung: Der insolvente Handels- und Touristikkonzern könnte doch noch Geld vom Staat erhalten. Eignerin Schickedanz bekräftigte, das Unternehmen nicht verramschen zu wollen - die Quelle-Erbin ist gesundheitlich schwer 13.6.09 Focus: Arcandor-Insolvenz Staatshilfe doch noch möglich Neue Hoffnung für Arcandor: Für den insolventen Handels- und Touristikkonzern gibt es noch die Chance auf eine staatliche Finanzspritze. 9.6.09 Das Management des Touristik- und Handelskonzerns Arcandor verzichtet darauf, den Antrag auf einen staatlichen Notkredit nachzubessern und will stattdessen die Insolvenz beantragen. Nach Informationen von WELT ONLINE hat Arcandor-Chef Karl- Gerhard Eick die Entscheidung dem Kanzleramt bereits mitgeteilt. Quelle: Welt Weitere Schlagzeilen FTD: Arcandor erklärt sich zahlungsunfähig Focus: Konzern will Insolvenzantrag stellen HB: Arcandor gibt auf 8.6.09 Die Bundesregierung hat den Antrag des angeschlagenen Touristik- und Handelskonzerns Arcandor auf einen Notkredit abgelehnt. Eine Insolvenz scheint unabwendbar. Doch das Unternehmen kämpft weiter. Quelle und mehr: focus Die Anatomie der Arcandor-Krise: wie die Konzernchefs Walter Deuss, Wolfgang Urban und Thomas Middelhoff den früheren KarstadtQuelle-Konzern ruiniert haben. Ein Lehrstück über Missmanagement, Interessenkonflikte und strategische Fehler. Mehr dazu: Wiwo
Die Großaktionäre haben Bereitschaft signalisiert, eine Kapitalerhöhung zu zeichnen. Sal. Oppenheim will zudem einen Kredit bereitstellen. Auch Vermieter und Lieferanten sind nach Arcandor- Aussage bereit, einen Beitrag zu leisten. Die Gläubigerbanken haben Verhandlungskreisen zufolge grundsätzlich die Forderungen des Bundes akzeptiert, sechs Monate auf Zinszahlungen des Unternehmens zu verzichten. Quelle Focus 8.6.09 Die Arcandor-Großaktionäre – die Privatbank Sal. Oppenheim und die Quelle- Erbin Madeleine Schickedanz – sind unterdessen zu einer Kapitalerhöhung von 150 Mio. Euro für den von der Insolvenz bedrohten Konzern bereit. „Wir alle haben das Ziel, zu einer Lösung zu finden, bevor es zu einer Insolvenz kommt“, sagte Friedrich Carl Janssen, der zugleich persönlich haftender Gesellschafter bei Sal. Oppenheim sowie Aufsichtsratschef von Arcandor ist. Quelle: Handelsblatt Zur Eigentümerstruktur siehe auch FAZ-Grafik
19.6.09 FTD: Privatbank im Führungschaos Sal. Oppenheim hat durch seinen Aktienverkauf die Arcandor-Führung blamiert und verärgert. Doch damit nicht genug: Der Fall zeigt auch, dass in dem privaten Geldinstitut die linke Hand nicht weiß, was die rechte tut. 17.6.09 Unterdessen hat die Bank Sal. Oppenheim ihre 3,7 Prozent direkt an Arcandor gehaltenen Anteile verkauft. Wie ein Sprecher der Bank am Mittwoch sagte, sei das von der Bank gehaltene Aktienpaket von 3,7 Prozent über den Markt veräußert worden. Die Oppenheim-Gesellschafter besitzen weiterhin über eine Beteiligungsgesellschaft knapp 25 Prozent an Arcandor. Quelle: Handelsblatt 16.6.09 Sal. Oppenheim prüft Ausstieg bei Arcandor Arcandor-Großaktionär Sal. Oppenheim überdenkt sein Engagement beim insolventen Handelskonzern. Wie es im Umfeld der Luxemburger Privatbank heißt, werde derzeit geprüft, ob man noch einmal in den Konzern investiere oder die Beteiligung verkaufe. Quelle und mehr Handelsblatt Sal. Oppenheim war im September 2008 bei Arcandor eingestiegen. 10.6.09 Auch der zweite große Eigentümer, Sal. Oppenheim, hat sich heute zu Wort gemeldet: Die Privatbank hält die drohenden Abschreibungen infolge der Arcandor-Pleite für verkraftbar. „Der Verlust aus dem Arcandor-Engagement ist für das Bankhaus Sal. Oppenheim und dessen Gesellschafter bedauerlich, aber absolut verkraftbar“, sagte ein Sprecher der Privatbank am Mittwoch. Abschreibungsgefährdet seien bis zu 167 Mio. Euro. Quelle und mehr: Handelsblatt 9.6.09 ein höherer Beitrag seitens der Sal.Oppenheim-Gesellschafter sei angesichts des schon in der Vergangenheit geleisteten Engagements nicht mehr verantwortbar gewesen, heißt es beim Großaktionär Sal.Oppenheim. Die Bank habe fest hinter dem Sanierungskonzept des Vorstandes gestanden und in zahlreichen Gesprächen mit der Politik ihren Beitrag zur Rettung von Arcandor konkretisiert. „Wir waren im Rahmen unseres Arcandor- Engagements bereit, bis an die Grenzen des Machbaren zu gehen“, sagte Matthias Graf von Krockow, Sprecher der persönlich haftenden Gesellschafter der Konzernholding. Die Kölner Privatbank war im September 2008 bei Arcandor eingestiegen und hatte dem Konzern dabei 60 Millionen Euro Eigenkapital und einen Kredit über 20 Millionen Euro bereitgestellt. Quelle: FAZ Die Großaktionäre wehren sich indes gegen den Vorwurf, nicht genug für die Rettung getan zu haben. Ein höherer Beitrag als die in Aussicht gestellten 150 Mio. Euro sei angesichts des bislang geleisteten Engagements nicht mehr verantwortbar gewesen, sagte der persönlich haftende Gesellschafter von Sal. Oppenheim und Arcandor- Aufsichtsratschef Friedrich Carl Janssen. Quelle: Handelsblatt 3.6.09 Das Köln-Luxemburger Institut hat im vergangenen Herbst über eine Kapitalerhöhung knapp 30 Prozent an Arcandor übernommen und diese anschließend in eine eigene Gesellschaft ausgegliedert. Die Oppenheim- Gesellschafter, vor allem Angehörige der wohlhabenden Familien v. Oppenheim und Ullmann, sollen bereit sein, über eine Kapitalerhöhung noch einmal bis zu 100 Millionen Euro nachzuschießen. Quelle: Wiwo
Friedrich Carl Janssen (= AR-Chef von Arcandor)
Matthias Graf von Krockow (Sprecher)
Deutsche Bank? (Kredit für Kapitalerhöhung)
6.8.09 Internationale Presseschau vom Oppenheim: Offenbarungseid und Selbstverleugnung: Die internationale Wirtschaftspresse hinterfragt den möglichen Einstieg der Deutschen Bank bei Sal. Oppenheim. Quelle mit Details: Handelsblatt 5.8.09 Die Köpfe hinter Sal. Oppenheim Die Finanzkrise belastet Europas größte Privatbank, Sal. Oppenheim, so stark, dass die Bundesregierung das Institut aus Köln nach Informationen aus Regierungskreisen ins Auge genommen hatte. Die im Jahr der Französischen Revolution gegründete Bank, die ihren Hauptsitz vor zwei Jahren nach Luxemburg verlegt hat, blickt auf eine 220-jährige Geschichte zurück. Sie ist ein Hort der Reichen und Superreichen. Quelle und mehr: Handelsblatt 8.7.09 Die Privatbank Sal. Oppenheim tritt Krisengerüchten entgegen und will aus eigener Kraft durch die Finanzkrise steuern. Eine mögliche Kapitalerhöhung könne man auch ohne Fremdinvestoren stemmen, sagten die beiden persönlich haftenden Gesellschafter, Matthias Graf von Krockow und Friedrich Carl Janssen, dem Handelsblatt. Quelle: Handelsblatt HB: siehe auch: Falsche Verschwiegenheit bei Sal. Oppenheim , „Das bleibt ja alles in der Familie“, Die Köpfe hinter Sal. Oppenheim 2.7.09 Fitch stuft Sal. Oppenheim herab: Die Privatbank Sal. Oppenheim muss nach den höchsten Verlusten in ihrer Nachkriegsgeschichte eine Herabstufung ihrer Bonitätsnote hinnehmen. Die Ratingagentur Fitch senkte das Langfristrating der Bank von "A" auf "A-". Quelle: Handelsblatt 17.6.09 Unterdessen hat die Bank Sal. Oppenheim ihre 3,7 Prozent direkt an Arcandor gehaltenen Anteile verkauft. Wie ein Sprecher der Bank am Mittwoch sagte, sei das von der Bank gehaltene Aktienpaket von 3,7 Prozent über den Markt veräußert worden. Quelle: Handelsblatt
Mediobanca (will Bank kaufen)
30.7.09 Madeleine Schickedanz Neffe Martin Dedi löste den Poolvertrag mit der einstigen Milliardärin auf und verkaufte einen Teil seiner Aktien, wie ein Arcandor-Sprecher am Donnerstag erklärte. Schickedanz kommt damit nur noch auf 21,53 Prozent der Stimmrechte an dem insolventen Unternehmen. Der Pool hatte zuletzt 26,74 Prozent auf sich vereinigt und damit eine Sperrminorität. Dedis Anteil ist nach Mitteilungen von Arcandor in der vergangenen Woche auf 2,57 von 5,21 Prozent gesunken. Quelle: Handelsblatt
Madeleine Schickedanz
Martin Dedi (2,57%)
11.6.09 Frustrierte Anleger prügelten die Aktie in den Groschenkeller. Schlusskurs: 49 Cent. Am Morgen hatte Arcandor noch 1,31 Euro gekostet. Wer tags darauf auf das Frankfurter Parkett blickt, mag seinen Augen kaum trauen. Satte 30 Prozent gewann Arcandor in wenigen Stunden. Quelle und mehr: Focus 9.6.09 Die Aktie des Unternehmens stürzte nach Bekanntgabe des Insolvenzantrags ab. Der Kurs brach zeitweise um mehr als 50 Prozent ein. Eine Aktie wurde zwischenzeitlich nur mit 49 Cent gehandelt. So billig war das Papier des Essener Konzerns noch nie. Quelle: Focus
Seit Anfang März ermitteln die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) und die Bundesbank gemeinsam bei Deutschlands größter Privatbank Sal. Oppenheim. Hintergrund der Sonderprüfung sind allem Anschein nach problematische Kredite, die das Institut an zwei Kölner Kunden in Zusammenhang mit den hauseigenen Oppenheim-Esch Immobilienfonds vergeben hat. Quelle: Spiegel
9.6.09 Verlierer einer Arcandor- Zerschlagung wäre dagegen das Vermieter-Konsortium Highstreet, dem Goldman- Sachs, Deutsche Bank, Pirelli Re, Generali und die italienische Borletti-Group angehören. Sie hätten eine Neuverhandlung ihrer Pachten und Mietkündigungen zu fürchten. Auch Arcandors Großaktionäre Sal. Oppenheim und Madeleine Schickedanz müssten um ihre Einlagen fürchten. Schon gestern reduzierte sich der Wert ihrer Aktien um 43,6 Prozent. Quelle: Handelsblatt 8.6.09 23 Millionen Euro muss der Konzern laut „Spiegel“ jeden Monat den Eigentümern der Karstadt- Immobilien überweisen. Die Verkäufe der Immobilien durch den damaligen Chef Thomas Middelhoff spülten 3,7 Milliarden und im zweiten Schritt 800 Millionen Euro in die Kasse – 400 Millionen aus der zweiten Tranche stehen nach Konzernangaben noch aus. Zu einem anderen Ergebnis kommt ein Gutachten von Price Waterhouse Coopers (PWC), das dem „Handelsblatt“ vorliegt. Demnach brachte das zweite Paket nur 645 Millionen Euro ein, wovon 115 Millionen noch ausstehen. Unabhängig davon leidet der Konzern heute unter der Kehrseite des Deals, den enormen Mietausgaben. Quelle: Tagesspiegel Den Berichten zufolge teilte Arcandor- Vorstandschef Karl- Gerhard Eick beim Krisentreffen im Wirtschaftsministerium mit, dass der Konzern seine Mietzahlungen eingestellt habe. Nach seiner Darstellung setze damit ein 30-tägiges Mahnverfahren ein, an dessen Ende die Vermietungsgesellschaft dazu berechtigt ist, einzelne Karstadt- Filialen zu verkaufen, um ihre Ansprüche zu befriedigen, berichtete die „Bild am Sonntag“. Quelle: Handelsblatt Mit rund 1,3 Milliarden Euro steht das Paket in den Büchern. Doch mit der Investmentbank Goldman Sachs und später weiteren Geldgebern findet Middelhoff Investoren, die insgesamt 4,5 Milliarden Euro lockermachen. Auf den ersten Blick ein grandioses Geschäft, im Nachhinein ein toxischer Deal. Mit dem Geld aus dem Immobiliendeal tilgt er einen Teil der Schulden, kauft den britischen Reiseveranstalter MyTravel und übernimmt von der Lufthansa deren Anteil am gemeinsamen Reiseunternehmen Thomas Cook. Quelle: Wiwo In den Karstadt-Häusern Potsdam und Leipzig soll die Mietbelastung zeitweise 30 Prozent des Umsatzes betragen haben, mehr als doppelt so viel wie üblich. Als Reaktion auf die hohe Mietbelastung hatte der Konzern nach dem BDO-Gutachtern für die Laufzeit der Verträge - 20 Jahre - eine Rückstellung im niedrigen dreistelligen Millionenbereich gebildet. Aus diesem Topf fließen jeden Monat Beträge in die Oppenheim/Esch-Miete Quelle Welt 3.6.09 Die Eigentümer haben den Kauf der Immobilien zum größten Teil über Kredite finanziert und diese anschließend an andere Profi-Anleger weiterverkauft. Erworben haben diese Verbriefungen diverse Investoren, wohl auch viele Sparkassen. Bei ihnen würden also auch Korrekturen fällig. Zum Problem könnte zudem werden, dass auch die KarstadtQuelle-Bank den Kauf der Immobilien finanziert haben soll. Vor allem eine Insolvenz könnte sie in Bedrängnis bringen. Quelle: Wiwo
10.6.09 Mit Mietzahlungen rechnet Highstreet bis auf weiteres nicht, man werde aber die Restrukturierung der Kaufhaussparte von Karstadt - und damit wohl auch die Zusammenführung mit Kaufhof - „extrem ernsthaft unterstützen“. Quelle: FAZ 9.6.09 Aus dem Umfeld der Immobilien- Eigentümer - ein Konsortium um die US- Bank Goldman Sachs und die Deutsche- Bank-Immobilientochter Rreef - war zu hören, die Vermieter hätten Mieterleichterungen über 100 Millionen Euro angeboten und seien auch nun noch offen für Gespräche. Quelle: Wiwo 7.6.09 Die restlichen 49 Prozent gingen im März 2008 an ein Konsortium der Immobilientöchter der Deutschen Bank sowie der italienischen Unternehmen Pirelli, Generali und Borletti. Die Beteiligungen sind bei der Immobiliengesellschaft Highstreet gebündelt. Quelle: Tagesspiegel Die Mietverträge haben eine Laufzeit von 15 Jahren; die Mietzahlungen summieren sich auf 280 Millionen Euro. Quelle: Süddeutsche Highstreet" für die 164 übrigen Immobilien 280 Millionen Euro bekommt. Quelle: FAZ 3.6.09 2006 hat Karstadt den größten Teil seiner Immobilien in eine Gesellschaft namens Highstreet ausgegliedert. Beteiligt hieran sind die Investmentbank Goldman Sachs mit 51 Prozent sowie ein Konsortium um die Deutsche-Bank- Tochter RREEF und Pirelli Real Estate zu 49 Prozent. Sie müssten bei einer Mietsenkung ihre Beteiligungen entsprechend abwerten. Bisher haben die Highstreet-Investoren zwar Unterstützung angekündigt, doch noch kein Entgegenkommen bei den Mieten signalisiert. Sie warten ab, wie die Entscheidung in Berlin ausfällt. „Es kann sein, dass die Staatsbürgschaft vor allem den Investoren zugutekommt, weil sie die Mieten dann weniger reduzieren müssen“, sagt ein Frankfurter Top-Banker. Quelle: Wiwo
Preef, Deutschen Bank
Pirelli Real Estate
Generali
Borletti
Investoren (Käufer von Mietforderungen)
Whitehall-Fonds Anteil 51%), Goldman Sachs (Investmentbank ), Alexander Dibelius (Deutschlandchef)
14.6.09 Arcandor ist pleite. Ein Grund für den Absturz dürften auch hohe Mieten bei der Warenhaustochter Karstadt gewesen sein, die der Konzern an den Projektentwickler Josef Esch zahlen musste. An dessen Fonds waren nach SPIEGEL-Informationen mehrere prominente Superreiche beteiligt. Quelle und mehr: Spiegel Online 7.6.09 Einen Beigeschmack haben die hohen Mieten für fünf Häuser, die Karstadt 2003 an den Oppenheim- Esch- Fonds verkauft hatte. Quelle: Tagesspiegel Arcandor zahlt in jedem Jahr 42,6 Millionen Euro Miete für fünf Standorte, die Eigentum eines vom Bankhaus Sal. Oppenheim aufgelegten Fonds sind. Quelle: Süddeutsche Bei der Kontroverse geht es um fünf Gebäude, die von dem Konzern für Karstadt-Warenhäuser bei Immobilienfonds angemietet werden. Die Fonds waren gemeinsam von der Privatbank Sal. Oppenheim und dem Projektentwickler Josef Esch aufgelegt worden. Die Häuser seien - noch bevor Middelhoff zu dem Konzern kam - zu außergewöhnlich hohen Preisen angemietet worden. Im Gegenzug sollte Esch den Konzern offenbar an Gewinnen aus seinen Großprojekten beteiligen, heißt es. Zu den Geschäften sei es aber nicht gekommen. Der Vorstand habe die Ausfälle auf rund 100 Millionen Euro beziffert. Einer juristischen Prüfung zufolge seien die Gelder aber nicht einzutreiben gewesen, hatte Middelhoff erklärt. Quelle: Süddeutsche Zu den Zeichnern zählen Manager- und Unternehmerpersönlichkeiten wie Thomas Middelhoff, Madeleine Schickedanz, der Kölner Verleger Alfred Neven DuMont, der Bofrost-Eigentümer Josef Boquoi oder Ex-Rewe-Chef Hans Reischl. Zuletzt hatte sich jedoch unter Fonds-Inhabern Unmut über mangelnde Transparenz breitgemacht. Erst vor vier Wochen haben Anleger bei einer Gesellschafterversammlung des MMC- Fonds, der Fernsehstudios in Köln- Ossendorf finanziert hatte, über eine unzureichende Informationspolitik der Geschäftsführung geklagt. Quelle: Spiegel Mehr zu Oppenheim-Esch-Fonds DH: Sal. Oppenheim, Esch, Kölner Klüngel und die Situation heute Wiwo: Sparkasse Köln mietete überteuert bei Oppenheim-Esch
Oppenheim-Esch-Managementgesellschaft mbH, Josef Esch (Projektentwickler, Troisdorf)
Privatbank Sal. Oppenheim
Mittelsten-Scheidt (Vorwerk)
König (Brauerei)
Kreke (Douglas)
Thomas Middelhof Anteil < 10%)
Weitere
Die Staatsanwaltschaft Essen leitet nun Ermittlungen gegen Arcandor-Chef Karl- Gerhard Eick ein. Der Vorwurf laute Insolvenzverschleppung, sagte Oberstaatsanwältin Angelika Matthiesen. Grundlage sei die Strafanzeige eines Privatmannes. Dieser stütze seinen Vorwurf auf Zeitungsberichte. Quelle: FTD
Die Essener Staatsanwaltschaft prüft die Einleitung von Untreue-Ermittlungen gegen Middelhoff. "Wir haben ein Vorermittlungsverfahren eingeleitet und prüfen, ob es einen Anfangsverdacht gibt“, sagte Oberstaatsanwältin Angelika Matthiesen. Es geht um Vorwürfe im Zusammenhang mit Immobiliengeschäften des von der Insolvenz bedrohten Handelskonzerns. Quelle: Süddeutsche
29.8.09 Seit Mitte Juli ist die Sache auf die Bochumer Staatsanwaltschaft übergegangen. Ihr Schwerpunkt: Wirtschaftskriminalität. "Bislang ist nicht klar, weshalb die Staatsanwaltschaft ermittelt", kommentiert Middelhoff, dessen Anwalt Sven Thomas Kontakt mit der Justiz hält. Im Mittelpunkt stehen Immobiliengeschäfte rund um Arcandor - sowohl die privaten des Ex-Vorstandschefs, als auch die geschäftlichen des Konzerns. Zudem dürften neue Erkenntnisse gewonnen werden, warum der Essener Handelsriese in Middelhoffs Ära von Juni 2004 bis März 2009 in eine dramatische Schieflage kam - und gut zwei Monate nach seinem Abgang Insolvenz anmelden musste. Der Firma sei "Substanz entzogen worden", sagt Insolvenzverwalter Hubert Görg. Und: "In diesem Hause gibt es wirklich nichts, was nicht anderen Leuten gehört. Das habe ich in so großen Unternehmen noch nie erlebt." Quelle und mehr: Süddeutsche
11.07.09 Das Arcandor-Management scheint sich indessen ebenso wenig mit den Insolvenzbedingungen anzufreunden. „Dass die sich jetzt jede Dienstreise freizeichnen lassen müssen, hatten sie nicht erwartet“, sagt ein Insider. Ohnehin sollen einige Vorstände vom Insolvenzantrag ihres Chefs Karl-Gerhard Eick nicht begeistert gewesen sein. Intern heißt es: Er hätte früher einen Verkauf von Konzernteilen forcieren sollen, statt auf Staatshilfen zu setzen. Vor allem Karstadt-Vorstand Stefan Herzberg und Versandchef Marc Sommer bereitet der Antrag offensichtlich Unbehagen. Anders als Eick sind sie im Pleitefall nicht finanziell durch Schutzklauseln mit den Arcandor-Großaktionären abgesichert. Quelle: Wiwo Die Insolvenz der Karstadt-Mutter Arcandor ist nur das Ergebnis von jahrelangem Missmanagement. Rückblickend ist es erstaunlich, dass der Konzern trotz der Kette von Fehlentscheidungen seiner Chefs so lange durchgehalten hat. Jeder der führenden Köpfe in den vergangenen 27 Jahren hatte seinen Anteil am Ende. Quelle: Welt Diese Konzernchefs sorgten für die Karstadt-Pleite
1.9.09 Der insolvente Handelskonzern Arcandor verliert die Schlüsselfigur bei der Sanierung seiner Warenhauskette Karstadt. Während der Abgang fast aller Arcandor-Vorstände sowie des Vorsitzenden Karl-Gerhard Eick erwartet worden war, kommt der Rücktritt von Karstadt-Chef Stefan Herzberg überraschend. Quelle: FTD 30.8.09 Die Vorstandsriege des Handelskonzerns Arcandor wird wohl am Dienstag nahezu als Ganzes abtreten. Grund ist die Eröffnung des Insolvenzverfahrens. Von sieben Mitgliedern werden dann wohl nur noch die für Karstadt und die Versandhandelsgruppe Primondo zuständigen Vorstände Stefan Herzberg und Marc Sommer übrig bleiben. Alle weiteren Vorstandsmitglieder müssen nach FTD-Informationen damit rechnen, dass ihnen in Gesprächen mit den Insolvenzverwaltern um Klaus Hubert Görg der schnelle Rückzug nahegelegt wird. Quelle: FTD 28.8.09 Konzernkreise rechnen damit, dass mit der Eröffnung des Insolvenzverfahrens Vorstandschef Karl-Gerhard Eick abdankt, da es für ihn kaum noch Aufgaben gibt. Auch die übrigen Vorstände, sofern sie nicht noch für die Führung der Konzerntöchter benötigt werden, dürften Arcandor verlassen. Quelle und mehr: Handelsblatt
Karl-Gerhard Eick
Stefan Herzberg
Marc Sommer
4 weitere Mitglieder
Horst Piepenburg
Roland Berger
Wilmer Hale (Kanzlei)
weitere Kanzlei?
PwC (Wirtschaftsprüfer)?
Investmentbanken, Merrill Lynch (Verkauf Karstadt), Bankhaus Metzler (Verkauf Primondo), Nomura?, HSBC?, UBS (Thomas Cook), Dresdner, RBS
Friedrich Carl Janssen (Vorsitzender)
Dr. Manfred Balz (Vorstand Telekom)
Weitere
24.8.09 Arcandors Anteilseigner - darunter Großaktionäre wie Madeleine Schickedanz und die Gesellschafter der Privatbank Sal. Oppenheim - werden bei der Verwertung des insolventen Konzerns mit ziemlicher Sicherheit leer ausgehen. Das kündigte Rolf Weidmann, Partner der mit der vorläufigen Insolvenzverwaltung beauftragten Kanzlei Görg, gegenüber dem Handelsblatt an. Die Aktionäre des Konzerns seien im beantragten Insolvenzverfahren nur "nachrangige Gläubiger", sagte Weidmann, der den Fall Arcandor innerhalb der Kanzlei Görg operativ bearbeitet. Zu holen sei für sie nur noch dann etwas, wenn bei der Verwertung des Konzerns 100 Prozent der Gläubigerforderungen befriedigt würden und darüber hinaus Eigenkapital übrig bliebe. "Dazu müsste schon ein Wunder geschehen", hieß es in Konzernkreisen. Quelle und mehr Handelsblatt 11.6.09 Auch sonst mehren sich die skeptischen Stimmen zu einer schnellen Fusion. Das bisherige Karstadt-Management, das kaum noch handlungsfähig ist, sieht vorläufig keine Basis für weitere Gespräche mit der Metro. Insolvenzverwalter Klaus Hubert Görg will sich seinerseits zunächst auf die „Stabilisierung des Geschäftsbetriebs“ bei dem Kaufhauskonzern konzentrieren, vor allem auf die Liquiditätsplanung. Quelle: Handelsblatt 9.6.09 Arcandor will die Sanierung in einem sogenannten Insolvenzplanverfahren in Eigenregie umsetzen, wie Insolvenzexperte Horst Piepenburg sagte, der zum Generalbevollmächtigten ernannt wurde. In dem „größten Insolvenzverfahren Deutschlands“ gehe es um den Erhalt der Arbeitsplätze und des Konzerns. Quelle: Focus Zum vorläufigen Insolvenzverwalter hatte das Essener Amtsgericht zuvor den Kölner Rechtsanwalt Klaus Hubert Görg ernannt. Eick zeigte sich überzeugt, dass die Umsetzung des Restrukturierungsplans nun unter Zuhilfenahme des Insolvenzrechts sogar beschleunigt werden könne. Quelle: Handelsblatt Der Insolvenzverwalter kann etwa Verträge mit Lieferanten schneller und einfacher kündigen, um günstigere Vereinbarungen zu erreichen. Quelle: FTD
Klaus Hubert Görg (Rechtsanwalt, Köln), Rolf Weidmann
20 unterstützende Anwälte
27.6.09 Welt: Für Karstadt gibt es bereits 15 Interessenten: Die Zahl der Interessenten für die Filialen der insolventen Warenhauskette Karstadt ist weiter angestiegen: Nach Informationen der "Welt am Sonntag" aus Unternehmenskreisen haben bereits 15 potenzielle Investoren beim Konzernvorstand ihr Interesse an einzelnen Karstadt-Häusern bekundet. 22.6.09 FTD: Investoren rangeln um Karstadt:Erste Unternehmen bringen sich im Bieterrennen um die Kaufhauskette in Stellung: Neben Metro interessiert sich ein Betreiber von Shoppingcentren für einige Warenhäuser, auch eine Hamburger Immobilienfirma bringt sich ins Spiel.
10.6.09 Als Interessent wird dabei der italienische Warenhaus-Unternehmer Maurizio Borletti genannt, der von einem nicht genannten Finanzinvestor unterstützt werden soll. Borletti sagte dem Handelsblatt: "Es laufen derzeit Diskussionen, an denen wir uns beteiligt haben. Aber angesichts der delikaten Lage ziehe ich es vor, nicht zu kommentieren." Den Kontakt zu Borletti soll dem Metro-Chef Goldman-Sachs- Deutschlandchef Alexander Dibelius vermittelt haben. Eine Goldman-Sprecherin sagte, ihr sei davon nichts bekannt. Seit langem träumt Borletti von einem europaweiten Warenhaus-Konzern. 2005 kaufte er die italienische Warenhauskette Rinascente zurück, die sein Urgroßvater gegründet hatte, die aber zwischenzeitlich in fremde Hände geraten war. Seine Mitstreiter in Italien sind ebenfalls Pirelli Re, Rreef und die Investmentgesellschaft Investitori Associati. Ein Jahr später folgte der Einstieg bei der französischen Warenhauskette Printemps. Auch hier hält Borletti selbst nur eine Minderheitsbeteiligung. Quelle: Handelsblatt
21.6.09 Metro-Chef Eckhard Cordes macht bei der geplanten Übernahme der Karstadt-Filialen durch die Metro-Kette Kaufhof weiter Druck. Um seine Verhandlungs zu stärken, betonte er am Samstag, er wolle die Übernahme "nicht um jeden Preis". Gleichzeitig mahnte er zur Eile, sonst würden die Probleme noch zunehmen. Quelle: Handelsblatt 17.6.09 Metro-Chef macht Druck in Sachen Fusion´: Die insolvente Arcandor AG ist vom potenziellen Übernahmekandidat, der Metro, stark unter Druck gesetzt worden. Laut Metro-Chef Cordes habe Arcandor bislang keine ernsthafte Gesprächbereitschaft signalisiert. Quelle: Focus 11.6.09 "Wir werden natürlich die Gespräche mit der Metro weiterführen, ob diese so oft diskutierte Deutsche Warenhaus AG eine Zukunft ist", sagte Vorstandschef Karl-Gerhard Eick am Donnerstag bei der ZDF- Sendung "Johannes B. Kerner" in Hamburg. Der Handelskonzern solle aber erst einmal als Ganzes erhalten bleiben. Quelle: Handelsblatt 10.6.09 Unterdessen stellt der Touristik- und Handelskonzern die Pläne für eine Fusion der Warenhausketten Kaufhof und Karstadt grundsätzlich infrage. „Die Gespräch mit der Metro sind erst einmal auf Eis gelegt“, sagte Arcandor-Sprecher Gerd Koslowski am Mittwoch. Metro-Chef Eckhard Cordes stellte Arcandor unterdessen einen „fairen Kaufpreis“ in Aussicht. „Die Karten sind gestern komplett neu gemischt worden“, sagte der Arcandor- Sprecher. Der Konzern stehe nicht mehr unter dem Druck, innerhalb weniger Tage eine Lösung zu finden. Der Insolvenzverwalter werde nun unter Berücksichtigung der Gläubiger- und der Arbeitnehmerinteressen alle Optionen neu überprüfen. Quelle: FAZ 10.6.09 Auch bei Metro gab man sich zu einer möglichen Übernahme der geplanten Deutschen Warenhaus AG durch den Italiener bedeckt. "Uns liegt dazu nichts vor", sagte ein Sprecher. Er bestätigte aber, dass Metro die Warenhäuser zunächst einer ein- bis zweijährigen Restrukturierung unterziehen wolle, um sie dann mehrheitlich abzugeben. Dabei sei auch der Börsengang eine Option. Quelle: Handelsblatt Letzte Hoffnung für Arcandor sind nun die Verhandlungen mit dem Konkurrenten Metro über einen Zusammenschluss zu einer Deutschen Warenhaus AG. Im ZDF "heute-journal" sagte Metro-Chef Eckhard Cordes, nach der geplanten Fusion von Karstadt und Kaufhof sollen von den dann insgesamt gut 200 Warenhäusern etwa 160 erhalten bleiben. Wie das Handelsblatt aus Kreisen zweier beteiligter Investmentbanken erfuhr, prüft Cordes bereits den Weiterverkauf dieser Warenhaus AG an einen ausländischen Käufer. Quelle: Handelsblatt 9.6.09 Die Verhandlungen mit der Kaufhof- Mutter Metro über einen Zusammenschluss der beiden Kaufhaus- Ketten sind von dem Antrag auf Gläubigerschutz zunächst nicht betroffen. „Diese Pläne sind von der jetzigen Entwicklung unabhängig“, sagte ein Metro- Sprecher. „Wir hoffen – wenn die Lage es zulässt –, dass wir die Gespräche nächste Woche wieder aufnehmen können. Wichtig für diesen Prozess ist daher, dass wir sehr schnell die notwendigen Informationen und Daten erhalten, um unser Angebot rasch konkretisieren zu können.“ Quelle: Focus Der Düsseldorfer Konkurrent Metro kündigte an, er sei weiterhin an der Gründung einer Deutschen Warenhaus AG aus seinen Kaufhof- Filialen mit Karstadt interessiert. Mit allen Beteiligten sollten die Gespräche dazu geführt werden, teilte Metro nach Bekanntwerden des Insolvenzantrages des Mitbewerbers mit. Quelle: FTD Entsprechend überraschte es wenig, dass Metro gestern Abend erklärte, das Angebot bleibe "auch im Falle der Ablehnung eines staatlichen Notkredits und der möglicherweise daraus entstehenden Folgen für das operative Geschäft bestehen". Mindestens 300 Mio. Euro Einsparpotenzial bringe es Metro, wenn der Konzern seine Warenhauskette mit Karstadt verschmelze, haben die Handelsexperten der Commerzbank ausgerechnet. Der Börsenkurs des Dax- Konzerns legte gestern um 0,8 Prozent zu. Quelle: Handelsblatt 8.6.09 Die Metro-Tochter Kaufhof hat Interesse an Karstadt angemeldet, sie würde im Insolvenzfall aber nur einen Teil des Filialnetzes übernehmen. Schon bei einer Fusion würden 40 bis 50 Standorte wegfallen. Bei einem Kauf aus der Insolvenz heraus könnte die Zahl noch deutlich steigen. Vor allem Doppelstandorte und Verlustbringer würden wohl wegfallen. In 33 Städten sind beide Warenhausunternehmen mit mindestens einer Filiale vertreten. Auch für die Versandsparte – insbesondere die Spezialversender – gibt es Interessenten. So hat die Hamburger Otto- Gruppe bereits Kaufbereitschaft signalisiert. Quelle: Wiwo
Eckhard Cordes (Leiter)
Kaufhof (Tochter)
9.6.09 Auch der Hamburger Versandriese Otto hat sich längst entsprechend in Position gebracht. Um die eigene Fachhandelskette Sportscheck zu ergänzen, liebäugelt das Familienunternehmen mit den 29 Standorten von Karstadt-Sports. Selbst an Arcandors Versandsparte, der Ex-Chef Thomas Middelhoff den wohlklingenden Namen Primondo verpasste, lockt die Hamburger einiges. Am verlustreichen Deutschlandgeschäft des Arcandor-Versenders, Quelle, sei man zwar nicht interessiert. Spezialversender wie Baby- Walz oder Hess-Natur könne man sich aber gut im eigenen Konzern-Portfolio vorstellen, berichten Firmenkreisen. Quelle: Handelsblatt 6.6.09 Sollte es eine privatwirtschaftliche Lösung bei Arcandor geben, so wäre die Otto Group sicher Teil dieser Lösung, sagte ein Konzernsprecher. Otto sei insbesondere an den Sportfilialen der Karstadt- Gruppe interessiert, erfuhr das Blatt aus Konzernkreisen. Sollte es zu einer Herauslösung der Sporthäuser kommen, wäre dies eine gute Ergänzung zu den SportScheck-Filialen, hieß es. Quelle: Süddeutsche
9.6.09 Für die anderen Häuser brachte sich am Vormittag der Kölner Handelskonzern Rewe ins Gespräch. „Wir können uns gut vorstellen, zusammen mit anderen Anbietern wie dm oder Deichmann in ein Karstadt-Haus zu gehen“, sagte Rewe-Boss Alain Caparros. „So könnten wir eine Attraktivität für die Innenstadt schaffen, die Karstadt nicht gebracht hat.“ Bei dieser Lösung, die eher an ein Shopping- Center mit verschiedenen Läden als an ein klassisches Kaufhaus erinnert, dürfte Karstadt dann aber keine Rolle mehr spielen. Quelle: Focus Profitieren könnte von dieser Situation der Kölner Rewe- Konzern. Der Lebensmittelhändler, der mit Veranstaltermarken wie Atlas- Reisen und Tjaereborg gleichzeitig die Nummer drei im deutschen Touristikgeschäft ist, wurde bereits bei Arcandor- Chef Karl-Gerhard Eick entsprechend vorstellig. Mit der Übernahme von Thomas Cook kämen die Kölner Europas Marktführer Tui dicht auf die Fersen. Zudem lockt Rewe ein gemeinsamer Cash-Pool mit dem Reisekonzern. Mit den Anzahlungen aus dem Reisegeschäft ließen sich Rewes Wareneinkäufe vor dem Weihnachtsgeschäft finanzieren. Auf teure Bankkredite könnte Rewe-Chef Alain Caparros in dieser Zeit dann weitgehend verzichten. Quelle: Handelsblatt
Mediobanca (italienische Investmentbank)
22.6.09 "Grundsätzlich sind wir an einigen Karstadt-Standorten interessiert und werden dafür bieten", sagte ein Sprecher. Eine konkrete Zahl wollte er ebenso wenig nennen wie eventuell interessante Städte. Sobald das Arcandor-Insolvenzverfahren am 1. September eröffnet sei, werde die Gruppe sich um eine Übernahme bemühen. Mfi ist auf die Entwicklung und den Betrieb innerstädtischer Einkaufszentren spezialisiert und hat derzeit 25 Objekte im Portfolio, darunter etwa die Wilmersdorfer Arcaden in Berlin oder die Riem-Arcaden in München. Quelle: FTD Die Metro hat einen ernsthaften Rivalen im Rennen um die besten Karstadt- Filialen erhalten. Die Mfi-Gruppe will nach Informationen des Handelsblatts 20 Häuser kaufen. Sobald das Insolvenzverfahren startet, will sich Mfi um die Filialen bemühen. Die Karstadt-Häuser sind heiß begehrt. Quelle: Handelsblatt
22.6.09 Das Immobilienunternehmen Deutsche Euroshop zeigte ebenfalls Interesse an zwei Karstadt-Häusern. Ein Sprecher des auf Beteiligungen an Einkaufszentren spezialisierten Hamburger Unternehmens nannte das Rhein-Neckar-Zentrum sowie das Einkaufszentrum in Dessau, an denen Euroshop jeweils die Mehrheit hält und in denen Karstadt-Warenhäuser sind. Quelle: FTD
10.8.09 Außerdem ist nach unbestätigten Informationen noch mindestens eine weitere Investorengruppe in Gesprächen. Der Finanzinvestor Cerberus ist zumindest von einem Einstieg beim Gesamtkonzern abgerückt. Cerberus war für eine Stellungnahme nicht zu erreichen. Arcandor und die Insolvenzverwaltung wollten sich nicht äußern. Der Konzern teilte nur mit, Eick sei bemüht, "bis in die zweite Augusthälfte hinein Investoren für den Arcandor-Konzern zu gewinnen." Quelle: FTD
16.8.2009 Arcandor-Mitarbeiter müssen auf Gehalt warten: Schock für die Arcandor-Mitarbeiter: Der Pleite-Konzern kann in diesem Monat keine Gehälter zahlen. Das Unternehmen sei weitgehend frei von Vermögen, sagte der Insolvenzverwalter WELT ONLINE. Immerhin sollen die Zahlungen nachgeholt werden. Ein Stellenabbau ist aber unvermeidlich. „Das Augustgehalt wird sich leider aus abrechnungstechnischen Gründen um ein paar Tage in den September hinein verzögern“, sagte der vorläufige Insolvenzverwalter Klaus Hubert Görg WELT ONLINE. Details nannte er nicht. Die anschließenden Zahlungen für den Monat September könne er zwar nicht garantieren, aber „zusichern“, so Jurist Görg. In den beiden Monaten zuvor seien „über 99 Prozent der Mitarbeiter“ rechtzeitig bezahlt worden. Für Juni, Juli und August kommt das Geld für die Mitarbeiter von Karstadt und Quelle aus dem Insolvenztopf der Bundesanstalt für Arbeit. Quelle und mehr: Welt 9.6.09 Was Angestellte fürchten müssen Wenn ein Unternehmen Insolvenz anmeldet, muss die Belegschaft schnell reagieren. Die wichtigsten Informationen für den Ernstfall. Mehr dazu Focus Bei den Beschäftigten sorgten die schlechten Nachrichten für Entsetzen. Ein Arcandor- Betriebsrat berichtete: „Die Mitarbeiter sind am Boden zerstört und sitzen wie gelähmt an ihren Arbeitsplätzen. Wir können nicht glauben, dass es wirklich zu Ende geht.“ „Das ist durchgegangen wie eine Explosion“, sagt Betriebsrätin Gabriele Schuster. „Die Stimmung ist grausam, die Mitarbeiter weinen.“ Jetzt würden bei der Sanierung sicher viele Stellen gestrichen, fürchtet sie. Quelle: Handelsblatt
Hellmut Patzelt (Betriebsratschef Arcandor)
Gabriele Schuster (Gesamtbetriebsrätin)
Ernst Sindel (Betriebsrat Quelle)
Die Mitarbeiter der insolventen Karstadt- Mutter Arcandor bangen nicht nur um ihre Arbeitsplätze. Auch ihre betriebliche Altersvorsorge scheint alles andere als gesichert zu sein. Quelle und mehr: Focus
Pensionsfonds
18.7.09 Derweil unternehmen die Beschäftigten von Arcandor offenbar eigene Bemühungen, den Konzern zu retten. Sie haben einen Insolvenzfachmann als Berater verpflichtet. Eine entsprechende Entscheidung sei bereits vor dem Rückzug Piepenburgs gefallen, berichtete der "Focus". Der Vorsitzende des Gesamtbetriebsrates, Hellmut Patzelt, sagte, dieser Schritt wende sich "nicht gegen den vorläufigen Insolvenzverwalter Klaus Hubert Görg und sein Team". Vielmehr nutze man in der schwierigen Lage nur die gesetzlichen Möglichkeiten aus. Quelle: Spiegel Online
Zypries bat ihre nordrhein-westfälische Ressortkollegin Roswitha Müller-Piepenkötter (CDU), ein Ermittlungsverfahren gegen Middelhoff zu prüfen. Es geht um überhöhte Mieten für Karstadt-Immobilien. Sie gehören einem Immobilienfonds, der von der Privatbank Sal. Oppenheim und dem Projektentwickler Josef Esch aufgelegt worden war. Am Fonds beteiligt sind Middelhoff und seine Frau. Das Ehepaar hatte die Anteile gezeichnet, bevor Middelhoff 2004 zu KarstadtQuelle kam. Abgeschlossen hatte den Vertrag einer von Middelhoffs Vorgängern, Wolfgang Urban. Quelle Welt
11.6.09 Das Kartellamt wird eine Verbindung von Karstadt und Kaufhof genau unter die Lupe nehmen. Über die Einschätzung von Metro-Chef Eckhard Cordes, es gebe bei diesem Deal "keine kartellrechtlichen Bedenken", wundert man sich in Bonn. Quelle und mehr: Handelsblatt Bei Karstadt schaltet sich überraschend das Kartellamt ein: Ein Zusammenschluss mit Kaufhof stelle „aller Voraussicht nach ein anmeldepflichtiges Verfahren dar“, sagte ein Sprecher des Bundeskartellamts. Die geplante Fusion mache „eine eingehende wettbewerbsrechtliche Prüfung notwendig“, die voraussichtlich vier Monate dauern könne. Da es bei der Fusion um ein Umsatzvolumen von mehr als fünf Milliarden Euro gehe, müsse auch die Brüsseler Wettbewerbskommission entscheiden. Dies sei Vertretern der Metro bereits vor zwei Wochen in Bonn bei Sondierungsgesprächen mitgeteilt worden. Quelle: Handelsblatt
12.8.09 Aus Furcht, die Thomas-Cook-Dividende an den Insolvenzverwalter zu verlieren, übernahm die BayernLB auch diese Aktien nun am Mittwoch – dem letzten möglichen Termin – treuhänderisch. Die Entscheidung für oder gegen den Verkauf im Gesamtpaket liege aber weiterhin bei den Anleihegläubigern, hieß es in Bankenkreisen. Dass sie einem Paketverkauf zustimmen, wird immer unwahrscheinlicher, wie aus einem Antrag ihres Hauptvertreters JP Morgan hervorgeht. Auch von anderen Gläubigern erfuhr das Handelsblatt, statt eines Komplettverkaufs würden die Bondholder die Papiere lieber ins eigene Depot überstellt bekommen. Der erhoffte Paketzuschlag sei schließlich eher unsicher. Manche von ihnen dürften zudem auf ein noch höheres Übernahmeangebot hoffen. Das würde fällig, sobald ein neuer Investor mindestens 30 Prozent an Thomas Cook übernimmt. Interessenten wie der Kölner Rewe-Konzern hatten durchblicken lassen, dass sie bei einer Übernahme mit dem Touristikunternehmen einen gemeinsamen Finanztopf (Cash-Pool) bilden würden. Dazu aber müssten sie mindestens 75 Prozent an Thomas Cook erwerben – was den Aktienpreis deutlich nach oben triebe. Quelle und mehr: Handelsblatt 18.7.09 Der vorläufige Gläubigerausschuss habe sich in seiner konstituierenden Sitzung am Freitag mit der Frage einer Einzelverwertung befasst, bestätigte der Sprecher des vorläufigen Insolvenzverwalters Klaus Hubert Görg am Samstag auf Anfrage. Ob dabei bereits ein Auftrag erteilt worden sei, wollte der Sprecher nicht sagen. Arcandor-Sprecher Gerd Koslowski wies darauf hin, dass der Vorstand weiterhin bemüht sei, bis Mitte August einen Investor für Arcandor zu finden. Quelle: Handelsblatt 18.7.09 Am 15. August trifft sich nach Informationen des SPIEGEL der Gläubigerausschuss von Arcandor zur wohl entscheidenden Sitzung, um über die Zukunft des Essener Konzerns zu beraten. Quelle: Spiegel Online 9.6.09 Gewinner der Pleite könnten die Kreditbanken von Arcandor sein, die nun an das Tafelsilber erhalten. Entsprechend zuversichtlich gibt man sich. „Wir sind ausreichend besichert und erwarten keine hohen Belastungen aus dieser Situation", sagte ein Sprecher der BayernLB, die neben der Commerzbank und der Royal Bank of Scotland zu den größten Kreditgebern des Handelskonzerns gehört. Die Banken haben Arcandor zwar Kredite in Milliardenhöhe gewährt, die nun nicht mehr bedient werden dürften. Als Sicherheiten für diese Darlehen hat das Unternehmen jedoch dem Vernehmen nach weite Teile seines 53- Prozent-Anteils am Reiseveranstalter Thomas Cook verpfändet. Die Tochter ist selbst nicht insolvent, die Anteile seien also nach wie vor werthaltig, betont ein Banker. Durch einen Verkauf der Aktien könnten die Banken ihre Forderungen ausgleichen. Quelle: Welt 8.6.09 Auch die Gläubigerbanken sind Kreisen zufolge bei einer Rettung des angeschlagenen Touristik-und Handelskonzerns Arcandor zu Zugeständnissen bereit. Die Institute hätten grundsätzlich Forderungen des Bundes akzeptiert, sechs Monate auf Zinszahlungen des Unternehmens zu verzichten, wenn der Bund den von Arcandor beantragten Notkredit bewillige, erfuhr die Nachrichtenagentur Reuters von mehreren Personen aus Verhandlungskreisen. Auch die Banken, die ein kleineres Engagement bei Arcandor hätten, seien inzwischen zu diesem Schritt bereit. Am kommenden Freitag läuft eine Kreditlinie über 650 Mio. Euro aus. Spätestens bis dahin muss ein Rettungskonzept stehen. Quelle: Handelsblatt Alle drei verlangen ein Sanierungskonzept für die defizitären Karstadt-Warenhäuser und den Quelle- Versandhandel sowie eine Absicherung der Kredite durch den Staat. Quelle: Spiegel Online 3.6.09 Kreditgebende Banken hoffen auf Staatsbürgschaft Trotz anderslautender Stimmen aus der Politik in Berlin glauben in Frankfurt die meisten Beteiligten, dass Arcandor die staatliche Unterstützung doch noch erhalten wird. Ihr Hauptargument: Nur wenige Monate vor der Bundestagswahl geht es um immerhin 53.000 Arbeitsplätze. Ein Konkurs sei deshalb nur schwer vorstellbar. „Dass die Gespräche mit dem Bund weiterlaufen, ist ein gutes Zeichen“, heißt es im Umfeld der kreditgebenden Banken. Quelle: Wiwo
6.8.09 Die BayernLB habe "die als Sicherheit für die Schuldverschreibungen hinterlegten rund acht Prozent der Thomas Cook Aktien auf sich umschreiben lassen". Damit entstehe eine Situation, die das geplante Treffen mit den Anleihegläubigern "zum jetzigen Zeitpunkt" nicht als sinnvoll erscheinen lasse. Die BayernLB fungiert als sogenannter Security Agent der Gläubiger. Quelle: Handelsblatt
30.7.09 Am wahrscheinlichsten sei derzeit eine Veräußerung der Aktien am Markt oder ein außerbörslicher Verkauf oder eine Kombination beider Maßnahmen, teilte die Royal Bank of Scotland (RBS) am Donnerstag mit. Quelle: Handelsblatt 6.6.09 Der 650 Millionen-Euro-Kredit wurde von einem Bankenkonsortium um die Commerzbank, die BayernLB und die Royal Bank of Scotland bereit gestellt. Daneben sind aber weitere Banken beteiligt. Die drei Großbanken wären im Fall von Staatsbürgschaften wohl bereit, die Kredite zu verlängern. Doch kleinere Kreditinstitute, die involviert sind und auf die insgesamt rund 100 Millionen Euro entfallen, sträuben sich, heißt es in Finanzkreisen. Federführend hinter dem Protest soll die DZ Bank sein, die mit 40 Millionen Euro gerade steht und offenbar auch im Bürgschaftsfall kein Geld geben will. Quelle: Wiwo
KPMG
9.6.09 Arcandor ist bei der Bank Sal. Oppenheim mit rund 20 Mio. Euro verschuldet, zudem bestehe ein Kredit an die Thomas Cook AG, an der Arcandor 52 Prozent hält, über 25 Mio. Euro. Darüber hinaus stellte Sal. Oppenheim Madeleine Schickedanz ein Darlehen im niedrigen dreistelligen Millionenbereich zur Verfügung. Quelle: Handelsblatt 8.6.09 Sal. Oppenheim will zudem einen Kredit bereitstellen. Quelle: Focus
12.8.09 Die Londoner Anwaltskanzlei Ashurst, die einen Großteil der Anleihegläubiger vertritt, wollte dies nicht kommentieren. „Wir haben aber keinen Zweifel“, sagte Rechtsanwalt David von Saucken, „dass die Bayern LB im Interesse der Anleihegläubiger handelt.“ Quelle und mehr: Handelsblatt
11.6.09 Große Hersteller wie der Sportartikelkonzern Adidas haben nach eigenen Angaben schon vor Wochen die Belieferung eingestellt. Auch der chinesische Handelspartner Li & Fung, der knapp ein Fünftel des gesamten Wareneinkaufs von Karstadt und Quelle abwickelt, liefert inzwischen nicht mehr. Quelle: Handelsblatt 10.6.09 Angesichts kurzfristig fälliger Darlehen in Höhe von 710 Millionen Euro drohe zum 12. Juni die Zahlungsunfähigkeit. Quelle: FAZ 9.6.09 Eine Arcandor-Pleite könnte weitere Insolvenzen von Lieferanten nach sich ziehen, hat Karstadt-Chef Stefan Herzberg gewarnt. Doch so dramatisch wird es kaum kommen: Trotz eines Umsatzvolumens von 4,2 Milliarden Euro ist Karstadt für die deutsche Zuliefer-Industrie kaum systemrelevant. Quelle und mehr: Handelsblatt 28.5.09 Außerdem hätten Vermieter, Zulieferer und andere Partner Hilfen von rund 250 Mio. Euro zugesagt. Allerdings, so Eick: Voraussetzung sei freilich, dass die Bundesregierung nun endlich handelt und die Staatshilfen freigibt. Quelle: Handelsblatt
Bisher ist unklar, wann die Warenkreditversicherer wieder Ausfallbürgschaften für die Lieferanten von Karstadt stellen. Quelle: Handelsblatt
9.6.09 "Eine Insolvenz von Karstadt hätte keine dramatischen Auswirkungen", sagte gestern Klaus Brinkmann, Präsident des Modeverbands German Fashion. Dabei wäre Brinkmann von einer Pleite selbst betroffen: Sein Herforder Modeunternehmen beliefert den Essener Handelskonzern unter anderem mit der Marke "Bugatti". Quelle: Handelsblatt
9.6.09 In Deutschland seien lediglich fünf Modehersteller bekannt, die sehr stark angewiesen sind auf Karstadt - und denen damit möglicherweise selbst eine Insolvenz droht. Namen nennt German Fashion nicht. Zu Arcandors größten Lieferanten zählen laut einem Gutachten der Wirtschaftsprüfungsfirma PwC die Herstellerfirmen Esprit, Adidas, S. Oliver, Falke, Siemens, Miele, WMF, Playmobil, Bauknecht, Puma und Schiesser. Die meisten von ihnen aber dürften wegen ihrer eigenen Größe von dem in Schieflage geratenen Handelskonzern keinesfalls abhängig sein. Und selbst die Insolvenz von fünf Modeherstellern wäre für die deutsche Branche, die gut 285 Herstellerfirmen zählt, kaum eine unerwartete Erschütterung. Allein im ersten Quartal des laufenden Jahres, hielt die Verbandsstatistik fest, verabschiedeten sich 16 deutsche Modefirmen vom Markt - und damit so viele wie 2007 und 2008 zusammen. Quelle und mehr: Handelsblatt
Die Insolvenz von Arcandor und des Fürther Versandhändlers Quelle belastet auch Bertelsmann schwer (mehr dazu im Blog „Mediawatcher“). Europas größten Medienkonzern droht der Verlust von Druckaufträgen in zweistelliger Millionenhöhe. Kurzarbeit steht in der Nürnberger Tiefdruckerei der Bertelsmann- Tochter Prinovis offenbar unmittelbar bevor. Das berichtet ein langjähriger Unternehmensinsider in Nürnberg. Ein Prinovis-Sprecher sagt auf Anfrage nur, dass sich der Umsatzanteil der Quelle- bzw. Primondo-Aufträgeam Gesamtumsatz des Tiefdruckkonzerns im „kleinen einstelligen Prozentbereich“ bewege. Genauere Angaben machte er nicht. Quelle: Handelsblatt
13.8.09 Die Probleme von Arcandor führen aber auch bei anderen Unternehmen zu Stellenstreichungen: Die Deutsche Post als größter Logistikpartner von Arcandor ist auch direkt betroffen. Die Post-Tochter DHL wickelt einen Großteil der Lagerhaltung und des Warentransports für Karstadt und Quelle ab. „Wir sind besorgt um die Zukunft unserer Mitarbeiter“, sagte DHL- Sprecher Claus Korfmacher. Rund 3 000 DHL-Beschäftigte arbeiten in der Logistik direkt für Arcandor. Die Insolvenz von Arcandor hat sich bereits negativ in der Halbjahresbilanz der Post niedergeschlagen. Der Schaden belief sich auf rund 40 Mio. Euro. Die Post hatte vor vier Jahren die Transportlogistik von KarstadtQuelle (jetzt Arcandor) übernommen. Quelle: Handelsblatt 9.6.09 Die Arcandor-Pleite schlägt Wellen: Die Deutsche-Post-Tochter DHL wickelt den Transport für Karstadt und Quelle ab – nach Informationen von WELT ONLINE geht es um einen Milliarden-Auftrag. Tausende Arbeitsplätze sind unmittelbar bedroht. Deswegen will sich DHL wohl an einer möglichen Arcandor-Rettung beteiligen. Manager von DHL sind deshalb auch an den Verhandlungen um die Zukunft von Arcandor beteiligt. Das Angebot von DHL, sich durch Vertragsveränderungen an der Rettung von Arcandor zu beteiligen, soll allerdings lediglich ein minimales Entgegenkommen darstellen. Die Rede ist von 30 Mio. Euro. Eine Bestätigung dafür von der Post gibt es allerdings nicht. Ein Sprecher sagte lediglich, dass der Konzern dies nicht kommentieren wolle. Quelle und mehr: Welt
Merkblatt unterrichtet Sie über die Voraussetzungen für die Gewährung von Insolvenzgeld. Unterlage hier von Arbeitsagentur 1.9.2009 Mit der Eröffnung der am 9. Juni beantragten Insolvenz fällt das Insolvenzgeld weg, das drei Monate lang von der Bundesagentur für Arbeit gezahlt wurde. Quelle und mehr: Handelsblatt
In der EU-Wettbewerbskommission in Brüssel fällt eine Vorentscheidung. Der Konzern sei „nicht förderungswürdig“, weil er schon vor der Finanzkrise in Schwierigkeiten gesteckt habe. Das Veto aus Brüssel schränkt die Möglichkeiten für den Bürgschaftsausschuss drastisch ein. Ist das das Aus für Karstadt und Quelle? Quelle: Wiwo
Die kartellrechtliche Prüfung der Deutschen Warenhaus AG würde sich auch deshalb in die Länge ziehen, weil zunächst nicht die deutsche Wettbewerbsaufsicht zuständig ist, sondern die Generaldirektion Wettbewerb in Brüssel. Grund: die beiden Unternehmen vereinen bei einer Fusion mehr als fünf Mrd. Euro Umsatz. Da allerdings der wettberbsrechtliche Schwerpunkt in einem einzigen Mitgliedstaat, nämlich in Deutschland, liegt, kann die Bundesregierung bei der EU einen Verweisungsantrag stellen. Quelle: Handelsblatt
1.9.09 Vom Insolvenzverfahren unberührt sind die Reisetochter Thomas Cook und die Spezialversender der Primondo-Gruppe. Zum Insolvenzverwalter der wesentlichen Unternehmensteile sei Klaus Hubert Görg bestellt worden, sagte eine Gerichtssprecherin. Görg war bereits vorläufiger Insolvenzverwalter der Arcandor-Gesellschaften. Quelle und mehr: Handelsblatt 16.8.2009 Görg hatte in der vergangenen Woche tiefe Einschnitte in den Konzern wie den Abbau von 3700 Jobs bei Quelle und die Schließung von bis zu 19 Warenhäusern angekündigt. Wie groß der daraus resultierende Stellenabbau bei Karstadt werde, „kann man noch nicht sagen. Je weiter wir die Kosten senken können, desto weniger Häuser müssen wir schließen, und es gehen weniger Jobs verloren“, sagte er. Quelle und mehr: Welt 24.6.09 FTD: Was aus den Arcandor-Töchtern wird: Nach der Insolvenz des Handels- und Touristikkonzerns ist das Bieterrennen um die Arcandor-Gesellschaften in vollem Gange. Um einige reißen sich Investoren, manche können nur noch auf staatliche Hilfe hoffen. FTD.de zeigt, wer gut ankommt - und wer nicht. 17.6.09 Weitere 15 Arcandor-Töchter sind insolvent: Es ist erneut ein schlimmer Tag für Arcandor: Zunächst verkaufte Großaktionär Sal. Oppenheim Anteile an Arcandor. Und dann muss das Handels- und Touristikunternehmen für weitere 15 Tochter-Gesellschaften Insolvenzanträge stellen. Davon sind 6 700 Mitarbeiter betroffen. Für sie beginnt nun die Zeit des Zitterns. Quelle: Handelsblatt 11.6.09 Wie einem Gutachten der Wirtschaftsprüfungsgesellschaft PwC für die Bundesregierung zu entnehmen ist, sind nahezu sämtliche Unternehmensteile an die Banken verpfändet. Danach verfügen die Konsortialbanken Royal Bank of Scotland, Bayerische Landesbank und Commerzbank/Dresdner Bank über den Zugriff auf sämtliche Geschäftsanteile der Karstadt Warenhaus GmbH. Auch die Touristikbeteiligung Thomas Cook, der Shoppingkanal HSE 24 und die Versandsparte Primondo GmbH samt Quelle sind komplett verpfändet. Dass damit mögliche Verkäufe vollständig blockiert sind, wollte Insolvenzverwalter Görg zunächst aber nicht bestätigen. „Wir werden die einzelnen Verträge danach überprüfen, unter welchen Bedingungen die Verpfändung greift“, sagte sein Sprecher. Diese Untersuchung könnte noch einige Zeit dauern. Quelle: Handelsblatt 9.6.09 Arcandor hat beim Amtsgericht Essen einen Insolvenzantrag wegen drohender Zahlungsunfähigkeit gestellt. Dabei sei auch für die Töchter Karstadt, Primondo und Quelle ein Antrag auf Eröffnung des Insolvenzverfahrens gestellt worden, teilte das Unternehmen am Dienstag mit. Doch es gibt auch Unternehmensteile, die von der Insolvenz ausgenommen sind - darunter der Reiseanbieter Thomas Cook. Quelle: FTD
1.9.09 Außerdem stehen noch 19 der 126 Karstadt-Waren- und Sporthäuser zur Disposition. Pro Filiale sind durchschnittlich zwischen 120 bis 250 Mitarbeiter beschäftigt. Quelle und mehr: Handelsblatt 13.8.09 Auch beim Arcandor-Schwesterkonzern Karstadt stünden dem Personal drastische Einschnitte bevor. 19 der 126 Waren- und Sporthäuser stünden zur Disposition; ihre Fortführungsperpektive müsse nochmals geprüft werden. Für die Sanierung von Karstadt strebt Görg ein Insolvenzplanverfahren an. „Diese Operation wird Schmerzen bereiten“, erklärte er. Ziel sei es, so viele Warenhäuser wie möglich zu erhalten. Personalanpassungen seien aber unumgänglich. Quelle: Handelsblatt 18.7.09 Arcandor-Sprecher Koslowski wies darauf hin, dass sich die Umsätze bei Karstadt nach dem "Insolvenz-Schock" bereits wieder weitgehend stabilisiert hätten. Aufgelaufen für das bisherige Geschäftsjahr liege bei Karstadt der Umsatzrückgang bereinigt um die abgegebenen Buchabteilungen und Schließungsfilialen bei 2,8 Prozent, hieß es aus Unternehmenskreisen. Quelle: Handelsblatt 22.6.09 Die Metro hat einen ernsthaften Rivalen im Rennen um die besten Karstadt- Filialen erhalten. Die Mfi-Gruppe will nach Informationen des Handelsblatts 20 Häuser kaufen. Sobald das Insolvenzverfahren startet, will sich Mfi um die Filialen bemühen. Die Karstadt-Häuser sind heiß begehrt. Quelle und mehr Details: Handelsblatt 16.6.09 Karstadt: Nur scheinbar in schwarzen Zahlen - Die Talfahrt der insolventen Warenhauskette Karstadt beschleunigt sich. Entgegen anderslautenden Berichten sank der Betriebsgewinn deutlich. Dies geht aus einem von der Regierung bestellten Gutachten der Wirtschaftsprüfer von Pricewaterhouse-Coopers hervor, das dem Handelsblatt vorliegt. Demnach bleibt Karstadt im ersten Geschäftshalbjahr nur scheinbar in den schwarzen Zahlen. Quelle: Handelsblatt 11.6.09 Die Karstadt-Kaufhäuser des zerbröselnden Arcandor-Konzerns laufen besser als bekannt. Nach FTD- Informationen hat die Sparte im ersten Halbjahr des bis März laufenden Geschäftsjahrs einen operativen Gewinn von 7 Mio. Euro eingefahren. Quelle: FTD 6.6.09 Die Metro-Tochter Kaufhof hat Interesse an Karstadt angemeldet, sie würde im Insolvenzfall aber nur einen Teil des Filialnetzes übernehmen. Schon bei einer Fusion würden 40 bis 50 Standorte wegfallen. Bei einem Kauf aus der Insolvenz heraus könnte die Zahl noch deutlich steigen. Vor allem Doppelstandorte und Verlustbringer würden wohl wegfallen. In 33 Städten sind beide Warenhausunternehmen mit mindestens einer Filiale vertreten. Auch für die Versandsparte – insbesondere die Spezialversender – gibt es Interessenten. So hat die Hamburger Otto- Gruppe bereits Kaufbereitschaft signalisiert. Quelle: Wiwo Umsatz: 4,3 Mrd. € Ergebnis: -272 Mio. € Quelle: FAZ
Warenhäuser
Sporthäuser
Restaurants
30861 Mitarbeiter
Kunden
1.9.09 Insgesamt droht nach früheren Angaben rund 3700 Mitarbeitern der Versandhandelstochter Primondo, zu der Quelle gehört, der Verlust des Arbeitsplatzes. Erste Kündigungen dürften nun nach Auslaufen des Insolvenzgelds erfolgen. Die Freistellung könnte Kreisen zufolge bei einigen Mitarbeitern schon zum 1. Oktober erfolgen. Die defizitären 109 Quelle Technik Center sollen schon bald geschlossen und die Quelle-Shops von 1450 auf rund 1000 reduziert werden. Quelle und mehr: Handelsblatt 13.8.09 Beim insolventen Versandhandelskonzern Primondo fällt in den nächsten Monaten gut ein Drittel der Arbeitsplätze weg. Bis Januar müssten 3700 der rund 10 500 Stellen gestrichen werden, sagte der vorläufige Insolvenzverwalter Klaus Hubert Görg am Donnerstag in Nürnberg. Die defizitären 109 Quelle Technik-Center sollen in Kürze geschlossen werden. Die Zahl der Quelle-Shops werde von 1450 auf rund 1000 reduziert. Quelle: Handelsblatt 18.6.09 Die Otto Group interessiert sich weiterhin für Teile der insolventen Arcandor AG. Zum einen will das Hamburger Handelshauses Karstadt-Sport-Häuser seinen eigenen SportScheck-Filialen hinzufügen. Zum anderen könnten diverse Modekonzepte aus der Primondo-Gruppe das Portfolio ergänzen. Gespräche über seine Pläne führt Otto-Vorstandsvorsitzender Hans-Otto Schrader mit dem vorläufigen Insolvenzverwalter von Arcandor aber nicht. Er warte noch geduldig darauf, dass dieser auf ihn zukommt, sagte der Manager am Donnerstag. Quelle: Focus 9.6.09 Für Primondo gibt es Regierungskreisen zufolge mehrere Interessenten aus dem In- und Ausland. Interesse hatte etwa Konkurrent Otto gezeigt. Quelle: Wiwo Die Versandsparte trägt wie die Kaufhaus- Kette Karstadt gut 20 Prozent zum Konzernumsatz bei. Zu ihr zählen die Traditionsmarke Quelle und Spezialversender wie "Bogner Homeshopping", "Baby-Walz" sowie der Fernseh-Shopping-Kanal HSE 24. An Thomas Cook hatte bereits die Handels- und Tourismusgruppe Rewe Interesse angemeldet. Quelle: FTD Die Insolvenz im 128. Jahr der Firmengeschichte trifft rund 43.000 Mitarbeiter in ganz Deutschland. Unberührt von dem Arcandor-Zusammenbruch sind den Angaben zufolge die Reisetochter Thomas Cook, die Primondo- Spezialversender mit ihren Tochter- und eteiligungsgesellschaften sowie der Homeshopping-Sender HSE 24. Quelle: Handelsblatt Zahlen Primoto Umsatz: 4,4 Mrd. € Ergebnis: -77 Mio. € Quelle: FAZ
Universalversand (Quelle), Valovis Bank (Factoring Bank), staatlicher Massekredit, Bayerische Staatsregierung (als 21 Mio. €)), Horst Seehofer, Sachsen (4 Mio. €), Bund (25 Mio. €), EU-Kommission (muss genehmigen), KfW (zahlt Massekredit), Jörg Nerlich (Insolvenzverwalter
Spezialversand/Online/ Teleshopping, Bogner Homeshopping, Baby-Walz, HSE 24
Online/Teleshopping
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Insolvenzverwalter, Henning Schorisch (HWW Wienberg Wilhelm)
Aktiengesellschaft britischen Rechts Hauptaktionäre: Wikipedia zu der Gesellschaft Arcandor AG 26.41% Karstadtquelle Freizeit GmbH 26.41% Standard Life Investments Ltd 8.00% AXA S.A. 5.07% Quelle: Thomas Cook 28.8.09 Thomas Cook nabelt sich ab: Der Reisekonzern Thomas Cook wird sich voraussichtlich in der kommenden Woche vollständig von Arcandor abnabeln. Die Gläubigerbanken des insolventen Handelskonzerns wollen in den kommenden Tagen die ihnen als Sicherheit überlassenen Thomas-Cook-Aktien an der Börse platzieren, heißt es in Finanzkreisen. Der Verkauf eines größeren Pakets an einen Einzelinvestor scheint damit vom Tisch. Quelle und mehr: Handelsblatt 13.8.09 Zudem macht sich Görg Hoffnung auf einen Erlös aus der Veräußerung der an Banken verpfändeten Anteile an Thomas Cook. Der Verkauf des 43,9-Prozent-Pakets an dem deutsch-britischen Reisekonzern werde zur Entschuldung des insolventen Arcandor-Konzerns beitragen, sagte Görg am Donnerstag in Nürnberg. Mit den Aktien ist ein ursprünglich 1,5 Mrd. Euro schwerer Kredit besichert, der Görg zufolge nun noch rund 940 Mio. Euro umfasst. Der diesen Betrag übersteigende Erlös kommt der Arcandor-Insolvenzmasse zugute. An der Börse ist das Aktienpaket mehr wert. Quelle: Handelsblatt 30.7.09 Arcandor hatte das Aktienpaket für einen 1,5 Mrd. Euro schweren Kredit an die Banken verpfändet. Arcandor-Chef Karl-Gerhard Eick wird bei einem Verkauf endgültig Abschied von seinen Plänen nehmen müssen, den Konzern als Ganzes zu sanieren. Ein Arcandor-Sprecher erklärte, die Zukunftsplanungen müssten „mit und ohne Thomas Cook funktionieren“. „Es bleibt jetzt abzuwarten, ob, wann und wie es tatsächlich zu einem Verkauf der Thomas Cook Aktien kommen sollte“, betonte er. Der Sprecher von Arcandor-Insolvenzverwalter Klaus-Hubert Görg sagte: „Wir bleiben im Gespräch mit den Banken.“ Er betonte, offensichtlich hätten die Institute noch keine endgültige Entscheidung gefällt. Die Cook-Anteile liegen indes nicht nur bei den Banken. Mit weiteren acht Prozent an Thomas Cook ist eine Umtauschanleihe unterlegt, deren Gläubiger am 10. August über einen gemeinsamen Verkauf mit dem verpfändeten Paket entscheiden sollen. Für eine Mehrheitsbeteiligung an Thomas Cook ließe sich ein höherer Preis erzielen. „Klar ist, dass eine Verwertung kommt, das Wie ist aber noch offen“, hieß es in Bankenkreisen. Quelle: Handelsblatt 23.7.09 FTD: Arcandor bereitet Aufspaltung vor Arcandor plant den Verkauf seiner dritten Unternehmenssäule: der Beteiligung am Reiseunternehmen Thomas Cook. Dabei wollte Konzernchef Eick die gewinnbringende Beteiligung eigentlich behalten. Tochtergesellschaften hier 18.6.09 Über die Zukunft der Touristikbeteiligung Thomas Cook sei zunächst keine Entscheidung zu erwarten, sagte Görg. Arcandor habe zum einen hohe Schulden angehäuft, um die Zukäufe von Thomas Cook zu finanzieren. Ein Notverkauf sei daher zum aktuellen Zeitpunkt problematisch. Zudem bestätigte er, dass sämtliche Aktien an die Kreditgeber verpfändet seien. Einen Zugriff erhielten die Banken in den kommenden Wochen aber nicht. „Als vorläufiger Insolvenzverwalter bin ich nicht berechtigt, absonderungsberechtigte Gläubiger zu befriedigen“, sagte er. Quelle: Handelsblatt 11.6.09 Es sei noch nicht klar, wer das Aktienpaket, das die insolvente Arcandor AG an Thomas Cook hält, veräußern dürfe, berichtet die „Financial Times Deutschland“ am Donnerstag unter Berufung auf Unternehmenskreise. Arcandor hatte seinen 52,8-prozentigen Thomas-Cook-Anteil als Sicherheit für Kredite verpfändet. Der vorläufige Insolvenzverwalter Klaus Hubert Görg wolle das Pfandrecht von Arcandors Bankenkonsortium jedoch nicht ohne Weiteres akzeptieren. Quelle: Focus Die im Zusammenhang mit der Arcandor-Insolvenz auftauchende Spekulation, dass der Handels- und Touristikkonzern Rewe die Arcandor- Reisetochter Thomas Cook komplett übernimmt, beflügelte zwar vorübergehend die Börse. Doch sowohl den offiziellen Bekundungen aus beiden Konzernen als auch Einschätzungen aus der deutschen Touristikbranche zufolge steht die Geburt eines neuen Reise-Riesen keinesfalls unmittelbar bevor. Völlig offen ist auch die Reaktion des Kartellamtes, das - so ein Sprecher - "in der jüngsten Vergangenheit überhaupt keine Fallpraxis in der Touristik" gehabt hat. Quelle und mehr: Handelsblatt 9.6.09 Die Arcandor-Tochter Thomas Cook sieht sich derweil von der Pleite ihres Mutterkonzerns nicht betroffen. „Es hat sich nichts verändert, und es wird sich nichts verändern“, sagte Thomas-Cook- Chef Manny Fontenla-Novoa. Bei Europas zweitgrößtem Reisekonzern (Neckermann Reisen, Bucher Last Minute) gehe das Geschäft ganz normal weiter. Das Management betonte in einer Mitteilung erneut, Thomas Cook sei eine eigenständige Firma mit unabhängigen Finanzen. Quelle: Handelsblatt Im Falle einer Insolvenz stünde aber wohl als erstes die 53- Prozent- Beteiligung am britischen Ferienflieger Thomas Cook auf der Verkaufsliste. Dass die Aktien auf den Markt kommen, um die Interessen der Konzerngläubiger befriedigen zu können, glauben Analysten wie Volker Bosse von Unicredit schon lange. Interessenten bieten sich nun Schnäppchenpreise. In normalen Zeiten, sagte Arcandor- Finanzvorstand Rüdiger Günther dem Handelsblatt, seien 1,4 Mrd. Euro für das Aktienpaket durchaus realistisch. Quelle: Handelsblatt 8.6.09 Thomas Cook wäre von einer Arcandor- Insolvenz am wenigsten betroffen. Die Gesellschaft ist rechtlich eigenständig. Das bedeutet: Der Reisebetrieb geht ganz normal weiter. Die Gläubigerbanken, an die die Thomas- Cook-Anteile verpfändet wurden, würden in den nächsten Monaten nach einem Übernahme- Interessenten Ausschau halten. Quelle: Wiwo Umsatz: 10,5 Mrd. € Ergebnis: 113 Mio. € Quelle: FAZ
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11.6.09 Wiwo: Deutschlandfonds Wie sich PwC und KPMG die Bälle zuspielen: Die Wirtschaftsprüfungsgesellschaften PwC und KPMG befinden über Hunderte Milliarden Euro Staatskredite und Bürgschaften an Unternehmen, die sie zuvor als solide testiert haben. 9.6.09 Wiwo: Wie die Unternehmensrettung per Staatshilfe funktioniert Schon mehr als 1.200 Unternehmen wollen den Staat anzapfen. Wer Geld oder Garantien braucht, muss die Experten überzeugen oder die Politik erpressen. Wie die Unternehmensrettung funktioniert - und wer alles um Staatshilfe Schlange steht.
Karstadt-Mutter Arcandor verzichtet nach Informationen von WELT ONLINE darauf, ihren Antrag auf einen staatlichen Notkredit nachzubessern und will Insolvenz anmelden. Arcandor-Chef Karl-Gerhard Eick hat die Entscheidung dem Kanzleramt bekannt gemacht, heißt es aus Regierungskreisen. Quelle: Welt
Bürgschaft: 650 Mio. €
alternativ Rettungsbeihilfekredit (Notkredit 437 Mio. €), vorläufige Ablehnung
Die Tätigkeit des "Wirtschaftsfonds Deutschland" soll durch einen "Lenkungsrat Unternehmensfinanzierung" begleitet werden, der sich aus Persönlichkeiten mit besonderen Erfahrungen in Wirtschafts- und Finanzfragen zusammensetzt. Der "Lenkungsrat Unternehmensfinanzierung" spricht Empfehlungen gegenüber dem "Lenkungsausschuss Unternehmensfinanzierung" aus. Quelle:
Staatssekretär BMWi
Staatssekretär BMF
Staatssekretär BMJ
Der Bürgschaftsausschuss soll zwar erst am 8. Juni klären, ob der Staat Arcandor hilft. Doch in der EU- Wettbewerbskommission in Brüssel fällt eine Vorentscheidung. Der Konzern sei „nicht förderungswürdig“, weil er schon vor der Finanzkrise in Schwierigkeiten gesteckt habe. Das Veto aus Brüssel schränkt die Möglichkeiten für den Bürgschaftsausschuss drastisch ein. Ist das das Aus für Karstadt und Quelle?
Steffen Kampeter
11.6.09 Interessantes Dossier in der Wirtschaftswoche zur Rolle der Wirtschaftsprüfer bei den Empfehlungen für oder gegen Staatshilfe Wie sich PwC und KPMG die Bälle zuspielen 29.5.09 Gegen die Bürgschaften haben sich nach Informationen von manager-magazin.de die PwC- Wirtschaftsprüfer ausgesprochen. Das PwC-Gutachten bringt allerdings nicht nur das Unternehmen Arcandor und dessen Managementteam um Vorstandschef Eick in Zugzwang. Es dürfte auch SPD- Kanzlerkandidat Frank- Walter Steinmeier stark unter Druck setzen. Der Vizekanzler sagte jüngst, die Haltung der Union zu Arcandor laufe auf "Pleite und anschließend eine Leichenfledderei" hinaus. Ihm war daraufhin "Wahlkampfrhetorik" vorgehalten worden. Die PwC- Gutachter kommen nun in ihrer Prüfung zu dem Schluss, dass Arcandor schlicht nicht die wirtschaftlichen Voraussetzungen biete, um Steuergelder in das Unternehmen zu stecken. Quelle: Spiegel Online
11.6.09 Eine Lösung für den insolventen Handels- und Touristikkonzern Arcandor wird schwieriger als gedacht. Möglicherweise kommt sogar das Thema Staatshilfe noch einmal auf den Tisch, wie Wirtschaftsminister Karl-Theodor zu Guttenberg (CSU) gegenüber dem Handelsblatt einräumte. Quelle: Handelsblatt 9.6.09 Wie „Spiegel-online“ berichtete, gehen Regierungskreise davon aus, dass nun die Verhandlungen zwischen dem Metro-Konzern und Arcandor über eine Zusammenführung der Warenhäuser Karstadt und Kaufhof weitergeführt werden. Quelle Wiwo 8.6.09 Die Bundesregierung gewährt Arcandor eine letzte Chance für den Erhalt von Staatshilfen. Das schwer angeschlagene Unternehmen muss und will seinen Kreditantrag nun nachbessern. Dazu wurde noch in der Nacht mit Eigentümern, Banken und Vermietern verhandelt. Der neue Antrag soll am Dienstag der Bundesregierung in Berlin vorgelegt werden, wie Arcandor- Sprecher Gerd Koslowski in Essen sagte. Quelle: Focus 8.6.09 Die Bundesregierung erwartet ein stärkeres Engagement der Arcandor-Eigentümer, der Familie Schickedanz und der Privatbank Sal. Oppenheim. Beide zusammen halten etwa 60 Prozent der Anteile. Die Eigentümer hätten aus Sicht von Bundeskanzlerin Angela Merkel Mittel und Möglichkeiten, um dem Unternehmen zu helfen, heißt es in Berlin. Quelle: Wiwo
Angela Merkel (CDU)
Jens Weidmann
15.6.09 Der insolvente Handels- und Touristikkonzern Arcandor hofft auf staatliche Unterstützung. Ein Sprecher des Wirtschaftsministeriums stellte Arcandor einen sogenannten Massekredit zur Aufrechterhaltung des Geschäftsbetriebes in Aussicht. Indes hat der Düsseldorfer Metro-Konzern sein Übernahmeangebot für Arcandors Karstadt-Kaufhäuser bekräftigt. Quelle: Handelsblatt
Karl-Theodor zu Guttenberg (CSU)
Dr. Walther Otremba
Hartmut Schauerte (parlamentarischer Staatssekretär)
Frank-Walter Steinmeier (SPD)
Peer Steinbrück (SPD)
Jörg Asmussen
Brigitte Zypries (Bundesjustizministerin)
Arbeitnehmervertreter und Bundesarbeitsminister Olaf Scholz (SPD) haben die Einrichtung einer Arbeitsgruppe beschlossen. Das Ministerium und die Bundesagentur für Arbeit (BA) wollten nach Kräften dabei helfen, die Arbeitsplätze zu sichern. Dazu wolle man in engem Kontakt bleiben. „Das war ein sehr gutes Gespräch, sehr pragmatisch, auch mit sehr verbindlichen Themen“, sagte die bei der Versandhaustochter Quelle für Nürnberg/Fürth zuständige Betriebsratsvorsitzende Beate Ulonska nach dem Treffen in Berlin. Die Koordination laufe über die Dienstleistungsgewerkschaft Verdi. Hinzu komme die Unterstützung von zwei Staatssekretären sowie die Zusage für Hilfen wie Transfermaßnahmen und Qualifizierungsmaßnahmen, berichtete Ulonska. „Scholz hat uns auch persönlich fachliche Unterstützung zugesichert.“ Wichtig sei bei der Größe des Konzerns auch die bundesweit zentrale Anweisung des Insolvenzgeldes für die Mitarbeiter. Quelle: FAZ
Olaf Scholz (Bundesarbeitsminister)
1.9.09 Insgesamt handele es sich am Stammsitz des Handelsunternehmens um nicht weniger als 40 Firmen, teilte das Gericht mit. Der am 9. Juni in die Pleite gerutschte MDax-Konzern ist mit 45 000 betroffenen Mitarbeitern der nach AEG und Coop drittgrößte Insolvenzfall in der Geschichte der Bundesrepublik. Entsprechend werden sich in Essen gleich drei Richter mit dem Fall beschäftigen. Die Konzernholding Arcandor AG wird dabei von der Amtsrichterin Gauri Sastry betreut, die Karstadt Warenhaus GmbH fällt in die Zuständigkeit ihres Kollegen Arnd Koppenborg, der Fall Quelle geht an Marc Deutschbein. Mehrere kleinere Untergesellschaften der Konzerntochter Quelle werden allerdings inzwischen bei den Gerichten Fürth und Nürnberg geführt, weil sie dort den „Mittelpunkt ihrer selbstständigen wirtschaftlichen Tätigkeit“ besitzen. Dort hatten die Richter als Insolvenzverwalter den Nürnberger Anwalt Henning Schorisch eingesetzt. Quelle und mehr: Handelsblatt 28.8.09 Während die Richter in Essen die dort eingereichten Insolvenzanträge über 40 Arcandor-Töchter noch prüfen, haben die Kollegen in Fürth die Verfahren über drei weitere Quelle-Unterfirmen schon eröffnet. Quelle und mehr: Handelsblatt
1.9.09 Bereits eröffnet sind nun die Verfahren für die Holding Arcandor AG sowie die wichtigsten Töchter wie die Karstadt Warenhaus GmbH und die Versandhandelsunternehmen Primondo GmbH und Quelle GmbH. Das teilte das Essener Amtsgericht am Dienstag mit. Es sei mit der Entscheidung auch in weiteren Arcandor -Verfahren zu rechnen. Insgesamt wird am Dienstag mit der Eröffnung von rund 40 Insolvenzverfahren durch das Essener Gericht gerechnet. Einzelheiten des Beschlusses wurden zunächst nicht mitgeteilt. Quelle und mehr: Handelsblatt Entsprechend werden sich in Essen gleich drei Richter mit dem Fall beschäftigen. Die Konzernholding Arcandor AG wird dabei von der Amtsrichterin Gauri Sastry betreut, die Karstadt Warenhaus GmbH fällt in die Zuständigkeit ihres Kollegen Arnd Koppenborg, der Fall Quelle geht an Marc Deutschbein. Quelle und mehr: Handelsblatt 11.07.09 Unter Insolvenzverwaltern wächst die Kritik an der Vergabe des lukrativen Arcandor-Auftrags. Viele hadern damit, dass das Insolvenzverfahren mit etlichen Einzelpleiten vorerst allein beim Wirtschaftsanwalt Klaus Hubert Görg gelandet ist. Strittig ist nicht seine Kompetenz, sondern die örtliche Zuständigkeit des Amtsgerichts Essen, das den Verwalter ausgewählt hat. Quelle: Wiwo 9.6.09 Das Amtsgericht Essen, wo der Antrag auf Insolvenz einging, will noch am Dienstag einen Insolvenzverwalter bestellen. Schon seit Tagen ist dafür ein Name im Gespräch: Horst Piepenburg. Der Fachmann hat gerade erst die Insolvenz der Bekleidungskette SinnLeffers erfolgreich hinter sich gebracht. Das Hagener Bekleidungsunternehmen hatte das achtmonatige Verfahren überlebt – allerdings in deutlich kleinerer Form: 24 von 47 Filialen wurden geschlossen. Ähnliches droht auch Karstadt. Quelle: Focus
Gauri Sastry (für Arcandor)
Arnd Koppenborg (Karstadt)
Marc Deutschbein (Quelle)
1.9.09 Elf weitere Verfahren werden von anderen Gerichten bearbeitet. In der vergangenen Woche hatte das Amtsgericht Fürth bereits die Insolvenzverfahren für drei Quelle-Tochterunternehmen eröffnet. Quelle und mehr: Handelsblatt 28.8.09 Nicht Arcandors vorläufigem Insolvenzverwalter Klaus Hubert Görg übertrug das Fürther Amtsgericht dafür die Verantwortung, sondern dem Nürnberger Rechtsanwalt Henning Schorisch, Partner der Insolvenzverwalterkanzlei HWW Wienberg Wilhelm. Quelle und mehr: Handelsblatt