Das abgelaufene Wirtschaftsjahrzehnt gehörte nicht gerade zu den Highlights der Ökonomie. Die vergangenen 10 Jahre gehörten zu den 10 schlechtesten seit 1820, erfuhr man aus dem Blog Zeitenwende: “Das Wall Street Journal hat nachgerechnet. Seit 1820 gab es nie eine solch schlechte Dekade an den Finanzmärkten. Selbst Oma’s Matratze war die bessere Zufluchtsstätte für den Sparbatzen als die an der New York Stock Exchange gelisteten Aktien. Im Schnitt gab es die letzten zehn Jahre ein Minus von 0.5 Prozent. Nicht eingerechnet Gebühren, Kommissionen und Beratungshonorare. “ Und irgendwie erstaunt mich diese Entwicklung, die ich für diesen Beitrag auch gar nicht nach Regionen, Branchen oder Finanzmarktprodukten differenziert wissen will (siehe dazu aber hier die NYT). Aktienindizes sind so etwas wie das kollektive Spiegelbild der Leistungsfähigkeit und Performance von Unternehmen. Treten die auf der Stelle, dann mag der eine oder andere dies mit methodischen Einwänden kontern. Das lenkt aber von grundsätzlichen Fragen ab, die wir uns gerade zum Ende eines Jahrzehnts stellen sollten. Haben uns nicht gerade in den letzten 10 Jahre so viele Fachleute wie nie zuvor in der Menschheitsgeschichte geraten, wie wir alles besser machen können? Noch nie war wissenschaftlich gesichertes Wissen über Organisationen, Methoden und Technologien so einfach und schnell verfügbar wie in dieser Dekade. Ohne Beispiel ist es, wie wir weltweit gute und schlechte Erfahrungen über Geschäftsmodelle austauschen konnten. Und haben wir nicht ebenfalls alle Register und Weisheiten der Management- und Mitarbeitermotivation ziehen können, um die optimale Performance hinzulegen? Preisen nicht seit Jahren Gurus und Berater in der Wirtschafts- und Managementpresse ihre Tipps, wie wir Unternehmen noch effizienter und Märkte noch erfolgreicher erobern können? Woran liegt es also, dass wir uns trotz dieser Informationen wirtschaftlich in der Summe nicht wirklich fortentwickeln? Hat uns der so gern propagierte wirtschaftliche Egoismus, der von vielen in opportunistischer Weise ausgelebt wird, doch in ein kollektives Gefangenendilemma geworfen, das in der Summe keine Gewinner kennt? Schadet vielleicht doch die individuelle Interessenmaximierung mehr als die kooperative Suche nach der gemeinsamen Nutzenerhöhung? Sitzen in den Unternehmensspitzen doch nicht, wie viele glauben, trotz bester Bezahlung die besten Leute? Kosten die persönlichen Machtkämpfe der Alphatiere in den Unternehmen zu viel Performance oder vergeuden wir die durch Informationstechnologie gewonnene Zeit mit zu viel Ablenkung von betrieblich relevanten Themen? Können wir uns möglicherweise gar nicht mehr auf langfristige Ziele konzentrieren, weil uns die Wissensgesellschaft täglich neue Ziele “empfiehlt”? Das jedenfalls sind Fragen, die mir spontan bei der Lektüre durch den Kopf gegangen sind. Kritiker unserer Gesellschafts- und Wirtschaftsordnung werden sicher noch viel tiefere Fragen aufwerfen können. Und bestimmt bieten “Fachleute” uns wieder einfache Erklärung für diese Entwicklung an und wissen, wie man das künftig verhindert. Mich interessieren diese Post-hoc-Erklärungsansätze nicht. Vermutlich kommen nämlich solche Erklärungen von den gleichen “Expertentypen”, die Anfang 2000 erklärten, warum das Internet die Wirtschaft auf neue Bewertungslevel heben und die Finanzkrise schon Ende 2007 hätte vorbei gehen sollen. Persönlich habe ich weder Antworten noch Erklärungsversuche auf diese Fragen. Natürlich knete ich die eine oder andere Vermutung, das lassen schon die Fragen erahnen. Einige dieser Vermutungen ließen sich möglicherweise auch plausibel erklären, vielleicht sogar empirisch untermauern. Aber dazu wären hier Abhandlungen notwendig, mit denen sich dieser Blog wohl eines weiteres Jahr füllen ließe. Manchmal sollte es reichen, zunächst einfach nur Fragen zu stellen. Vielleicht haben Unternehmen in diesem Jahrzehnt in der Summe auch deswegen so schlecht performt, weil sie zu schnell einfachen Antworten auf komplexe Fragen vertraut haben.
Suche nach lineare einfach Lösungen vs.
Informationsreduktionen, um die Wahrnehmungsschwelle zu erhöhen
Chaostheorie, Mandelbrot, Schmetterlingseffekt (Lorenz)
Rückkopplungen zwischen Elementen eines Systems
Quelle: Klaus Schwab in der Süddeutschen Zeitung
Quelle: Klaus Schwab in der Süddeutschen Zeitung
Quelle: Klaus Schwab in der Süddeutschen Zeitung
Falschberatung
Organisationen
Technik
Methoden
Qualität
Quantität
Schnelligkeit
fundamentale Ursachen
Mindset
individuelle Nutzenmaximierung
Quelle: Klaus Schwab in der Süddeutschen Zeitung
Studie: Mittelmaß kommt oft an die Spitze: Nicht die Besten, sondern lediglich das Mittelmaß kommt in Unternehmen oft bis ganz an die Spitze. Ein Bonner Betriebswirt findet dafür jetzt eine erstaunliche Erklärung – und weist auf die problematischen Folgen seiner Erkenntnisse hin. Quelle und mehr: Handelsblatt v. 31.1.10 Studie "Competitive Careers as a Way to Mediocracy"
Phänomen “politischer” Entscheidungen
Entscheidungsangst
Bauchentscheidungen
US-Aktien etwa sind heute rund 2,5 Billionen Dollar (1,74 Billionen Euro) weniger wert als noch zu Beginn des Jahrzehnts; die Inflation ist da nicht einmal mit eingerechnet. Der S&P 500 schloss zum ersten Mal eine Dekade mit einem dicken Minus ab. Vom Stand Anfang 2000 bei 1469 Zählern ist der Index um rund 23 Prozent auf 1126 Zähler gefallen. Der Dax kratzte im Jahr 2000 an der 8000er-Marke, um sich bis Frühjahr 2009 zu halbieren. Langfristig betrachtet, fällt die Erholung der letzten Monate also nicht wirklich ins Gewicht. Quelle: Handelsblatt Das Wall Street Journal hat herausgefunden, dass für den Dow Jones das vergangenen Jahrzehnt die schlechtesten zehn Jahre überhaupt waren (siehe Grafik Worst Decade Ever).
Man kann trefflich über die Relevanz krisenausmachernder Ereignisse philsophieren. Der Spiegel hat einen Vorschlag gemacht in: Zeit der Exzesse
Absturz der New Economy 2000 - 2001
9/11 2001 - 2003
Finanzkrise 2007 - 2009
Wirtschaftskrise 2008 - ?
Klimakrise 2009 - ?
1. Allgemein: Die X-I. i. S. von Leibenstein bezeichnet die nicht-allokative Ineffizienz, die durch fehlenden Wettbewerbsdruck und mangelnde Motivation des Managements und der Mitarbeiter eines Unternehmens hervorgerufen wird. Im Rahmen einer Kostenbetrachtung läßt sich für jede beliebige Ausbringungsmenge q die X-I. als Differenz zwischen den tatsächlichen und den mindestens anfallenden (Produktions-) Kosten auffassen, wobei die Auswirkungen auf die durchschnittlichen totalen Kosten (DTK) in Abhängigkeit von der Ursache einer bestimmten X-I. unterschiedlich sind: (1) So verschiebt sich bei Nachlässigkeit infolge sinkenden Wettbewerbsdruckes oder von Interessengegensätzen zwischen Managern und Kapitaleignern die DTK-Kurve unabhängig vom Output nach oben (vgl. Abb. 1); (2) durch Bürokratisierung infolge absoluter Unternehmensgröße steigt die DTK-Kurve bei L-förmigem Verlauf erst ab einem bestimmten, kritischen Output wieder an (vgl. Abb. 2): - 2. Empirische Relevanz: Die Diskussion um die sog. Lean Production (Lean Management) verdeutlicht die herausragende Bedeutung der Kostenkontrollfunktion des Wettbewerbs und die empirische Relevanz der X-I. Bei ihrer Überprüfung haben sich drei Ansätze herausgebildet: (1) Inwieweit werden durch horizontale Konzentration realisierte economies of scale durch X-I. kompensiert? (2) Welche Zusammenhänge bestehen zwischen X-I. und den eigentumsrechtlichen Regelungen eines Unternehmens? (3) Welchen Einfluß hat die Marktstruktur und damit die Wettbewerbsintensität auf das Ausmaß der X-I.? Quelle: Economia