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Anhörung Medienkompetenz EIDG 13.12.10 by Mind Map: Anhörung Medienkompetenz EIDG
13.12.10
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Anhörung Medienkompetenz EIDG 13.12.10

  Meinungen und Standpunkte von Jürgen Ertelt, Koordinator des Projektes Jugendonline.eu bei IJAB.de - Fachstelle für internationale Jugendarbeit unter Mitwirkung vom 18. Sachverständigen auf http://openetherpad.com/eidg-medienkompetenz Die Fragen wurden zur hoffentlich verständlicheren Beantwortung neu sortiert und als Mindmap unter http://www.mindmeister.com/71652296/anh-rung-medienkompetenz-eidg-13-12-10 aufbereitet. Kontakt: jon@ijab.de

Vermittlung von Medienkompetenz und deren Rahmenbedingungen

Welche Chancen bietet und welche Herausforderung stellt das Internet an die Medienpädagogik?

Das Internet ist kein Medium im klassischen Sinne, sondern eine Struktur für Medien-Dienste und Angebote. Im Vergleich zu alten Medien möchte ich das Internet als eine durchdringende Elektrifizierung der Gesellschaft bezeichnen, in der grundsätzlich jedermann Strom einspeisen kann. Der Strom transportiert Energie für Kommunikation und Information. Medienpädagogik muss sich mit neuen Potenzialen digitaler Gerätschaften, neuer medialer Optionen und der Infrastruktur Internet neu auseinandersetzen. Das passiert mit einem gewissen Nachlauf im breit geöffneten Diskurs. Herausforderungen sind die Auswirkungen des Internet auf die gesellschaftliche Entwicklung mit einem besonderen Blick auf das Aufwachsen mit dem Netz. Diskutiert werden die Möglichkeiten für mehr Transparenz und Teilhabe. Interagierende Kommunikation eröffnet Bildungschancen, die leider nur zögernd eine Umsetzung finden. Risiken sind ein Effekt der Evolution des Netzes, denen man mit aufrechten Gang entgegentreten muss. Allerdings ist das Aufstellen hoher Hürden zu vermeiden um nicht selber ins Stolpern zu geraten.    

Wie definieren Sie die Begriffe Medienkompetenz und Medienbildung und welche Inhalte und Fähigkeiten sollten vermittelt werden?

Wie beurteilen Sie die aktuelle Medienkompetenzvermittlung in der Bundesrepublik?

Die Etablierung von Medien als „Massenmedien“ hat immer verschiedenste Anforderungen mit sich gebracht. Mit der Entstehung der alphabetisierten Schrift und (später) des Buchdrucks wurde z.B. eine Alphabetisierung notwendig. Bei der Etablierung des Rundfunks hat man entsprechende technische Gerätschaften benötigt. Welche Anforderungen werden die internetbasierten Medien mit sich bringen (von den technischen Anforderungen einmal abgesehen)?

Internet basierte Medien fordern, wenn sie auf Beteiligung ausgerichtet sind, Aufmerksamkeit, Multitasking, Kommunikationsfähigkeit, Kollaboration und Kooperation und vernetztes Handeln. Vireale Mobilität, Abstraktionsvermögen und Übersetzungskapazitäten auf globale und lokale Handlungsebenen sind weitere Grundlagen. Voraussetzung ist, Vertrauen und Privatheit selber definieren und kontrollieren zu können. Die genannten Anforderungen sind zu trainieren und sollten Teil des Medienkompetenz-Kataloges sein.

Halten Sie es für sinnvoll, Medienkompetenz zusätzlich zu Lesen, Schreiben und Rechnen als vierte Kulturtechnik zu verstehen und unterrichten oder favorisieren sie ein integriertes Modell, das Medienkompetenz als Querschnittsthema versteht und sich durch alle Lern- und Lebensbereiche zieht?

Wir haben in der Vergangenheit immer erlebt, dass die Aneignung neuer Fähigkeiten dazu geführt hat, dass andere – bereits vorhandene – Fähigkeiten in den Hintergrund gerückt sind (z.B. das Auswendiglernen, nachdem die Schrift erfunden worden ist). Gibt es bei den neuen Informationstechnologien Hinweise darauf, dass „alte“ Fähigkeiten zusehends bedeutungslos werden? Lässt sich – im Gegenzug – erkennen, dass sich durch neue Technologien bei den Menschen auch neue kognitive Fähigkeiten herausbilden?

Welchen Einfluss hat die technische Ausstattung bei Kindern und Jugendlichen auf die Erlangung von Medienkompetenz?

Die technische Ausstattung hat im privaten Bereich eine hohe Deckung erreicht und ist m.E. nachrangige Bedingung zur Stützung der Medienkompetenz. Die Begleitung durch Eltern, Peers und JugendarbeiterInnen ist nicht nur hier entscheidender Faktor für eine medienkompetente Entwicklung. Wichtig ist allerdings das umfassende Verfügbarmachen von Technik und Zugängen in Kindertagesstätten und Schulen. Auch hier sind die praktische Anwendung und das pädagogische Setting der Inhalte entscheidend für nachhaltige Medienkompetenz.  

Wie viele Kinder und Jugendliche haben Zugang zu einem Computer?

Ist die Ausstattung mit Computern oder Spielkonsolen abhängig vom Milieu der Familie? Sind die Bildungschancen in Haushalten geringer, die nur über Spielkonsolen verfügen? Wie kann dem ggf. seitens des Staates entgegengewirkt werden?

Können eigene Laptops Bildungschancen eröffnen und den Unterricht unterstützen?

Ist die Vermittlung von Medienkompetenz in jedem Alter gleich erfolgreich? Welche altersspezifischen Unterschiede sind bei der Vermittlung von Medienkompetenz zu berücksichtigen?

Medienkompetenz-Vermittlung als fortlaufender Prozess der Stärkung kann in jedem Alter ansetzen. Die Erfolgsfaktoren sind weniger im Alter, sondern im Alltags- und Lebensraumbezug und der angelegten Handlungsorientierung zu suchen. Natürlich sind motorische und entwicklungsbedingte, kognitive Einschränkungen didaktisch zu berücksichtigen.  

Plädieren Sie für ein bestimmtes Alter, ab dem mit der Vermittlung von Medienkompetenz begonnen werden sollte und auf welche Art und Weise sollte dies erfolgen?

Einmal von Kindern und Jugendlichen abgesehen - welche Personengruppen sollten vorrangig Ziel von Medienkompetenzvermittlung sein und warum? Welche Erfahrungen bei der Medienkompetenzvermittlung gibt es mit verschiedenen Zielgruppen?

Welche Instrumente der Medienkompetenzförderung sind erfolgversprechend?

Angebote, die praktisches Erarbeiten fokussieren, Öffentlichkeit herstellen und Aktivitäten multiplizieren sind m.E. zielführend. Im Gegensatz dazu sind Medienkompetenzführerscheine ohne Konzept einer inhaltlichen Ausgestaltung wenig erfolgversprechend, wenn Abfragewissen im Vordergrund steht.

Wie kann Medienkompetenz besonders erfolgreich vermittelt werden? Welche Voraussetzungen müssen erfüllt sein?

Wie und in welcher Form kann vor diesem Hintergrund die Medienkompetenz bei Kindern und Jugendlichen in Familie, Schule und Ausbildung noch besser gefördert werden?

Welche Methoden und/oder Ansätze halten Sie bei der Vermittlung von Medienkompetenz für besonders zielführend und warum?

Welche neuen Strategien zur Vermittlung von Medienkompetenz zeichnen sich ab?

Wie können noch mehr Kinder und Jugendliche beispielsweise direkt in sozialen Netzwerken erreicht werden, welche Rolle können dabei virale Kampagnen spielen und gibt es bereits erfolgreiche Beispiele?

Wo sehen Sie die bislang größten Defizite in der Vermittlung von Medienkompetenz?

Es mangelt oft an Willen und Haltung der Entscheider und der zur Vermittlung aufzustellenden PädagogInnen / Lehrenden. Eine Anerkennung und Stabilisierung bereits erfolgreich arbeitender, zeitlich begrenzter Projekte und deren solide Absicherung würde die notwendige Kontinuität gewährleisten. Zu beklagen ist, dass Medienpädagogik keine gesetzliche Pflichtveranstaltung in den Kinder- und Jugendplänen der Länder ist. Ebenso ist Medienpädagogik kein immanenter Bestandteil des Jugendschutzes, was u.a. beim novellierten Jugendmedienschutzstaatsvertrag in die Kritik zu nehmen ist. Stattdessen wird Medienpädagogik zu oft als Reparaturbetrieb des zu kurz greifenden Jugendschutzes betrachtet und eingesetzt.  

In welchen Bereichen bestehen strukturell Defizite für Bürgerinnen und Bürger, sich aktiv der für sie wertvollen internetbasierten Dienste selbstbestimmt zuzuwenden?

Gibt es strukturelle Defizite bei der Förderung von Medienkompetenz (Wissensmangel, Geldmangel, Kompetenzkonflikte) und wie könnten sie ggf. behoben werden? Empfiehlt es sich, ein lernfähiges System zu etablieren, das frühzeitig neuen Bedarf erkennen und möglichst adäquate Lösungen entwickeln hilft, und wie könnte es ggf. aussehen?

Für welche der bestehenden Defizite existieren bislang keine adäquaten (qualitativ, räumlich, zielgruppengerecht etc.) Angebote?

Wie und mit welchen Maßnahmen kann das aktuelle Vermittlungsdefizit behoben werden, bevor Reformen bei der Lehreraus- und Weiterbildung flächendeckend Wirkung zeigen können?

Welche Bedeutung besitzt Medienkompetenz in der pädagogischen Ausbildung?

Wenn sich die Anforderungen an die Fähigkeiten der Nutzerinnen und Nutzer stetig verändern, was sind dann die Basis-Fähigkeiten, die notwendig sind, um später auf diesen weiter aufzubauen?

Basics wären vernetzt kommunizieren und handeln zu können, Informationen selbstbestimmt zu filtern und Globales auf den Nahraum abstrahieren zu können.

Welche rechtlichen Grundlagen sollten in der Medienbildung vermittelt werden?

Wie verändert die Digitalisierung die Voraussetzungen gesellschaftlich-demokratischer Teilhabe und was hat das für Folgen für die Medienbildung?

Was sind Ihrer Meinung nach die wichtigsten Rahmenbedingungen gesellschaftlich; rechtlich; staatlich / föderalistisch; (netz-)politisch; technisch; wissenschaftlich; wirtschaftlich für erfolgreiche Medienkompetenzvermittlung?

Es geht um den Konflikt des Kontrollverlustes versus Kontrollgewinn. Dies ist ein politisch auszuhandelnder Prozess. Eine Frage könnte dabei sein, ob das Internet weiterhin Ländersache im Sinne von Rundfunk bleiben kann. Hinsichtlich eines Innovatiosstandort Deutschland sollte Medienkompetenz-Stärkung stets Chancen orientiert erfolgen. Der Prozess der Gesellschaft im Umbruch sollte mittels wissenschaftlichen Monitorings permanent evaluiert werden.

Bei jedem neuen Medium hat es Versuche von einzelnen Gruppen gegeben, die Gesamtheit davon auszuschließen und das Medium nur auf einen exklusiven Kreis zu beschränken – so z.B. im Mittelalter, wo sich das Schrifttum eine Zeit lang nur auf Vertreter des Klerus beschränkt hat. Sind solche Tendenzen auch bei den internetbasierten Techniken erkennbar?

Werden die Angebote ausreichend koordiniert zwischen den verschiedenen Bildungsformen, zwischen einzelnen Anbietern, zwischen Bund, Ländern und Kommunen?

Medienkompetenz wird durch andauernden Medienwandel zu einem kontinuierlichen und gesamtgesellschaftlichen Lernprozess. Was sollte die Politik tun, um diesen Lernprozess für alle zu ermöglichen?

Wie beurteilen Sie die Vermittlung von Medienkompetenz in der Europäischen Union sowie vor allem in Deutschland und in den einzelnen Bundesländern? Gibt es einen gemeinsamen und vergleichbaren „Mindeststandard“ bei der Vermittlung von Medienkompetenz?

Hierzu gibt es leider viel zu wenig fundierte Informationen. Hinsichtlich der Nutzung von social media in Europa ist diese Studie interessant: http://www.ecircle.com/de/knowledge-center/studien/social-media-studie-2010/lp-social-media-studie2.html Ein Mindeststandard ist (noch) nicht zu erkennen, auch sind die Begriffe "media literacy2 versus "Medienkompetenz" unterschiedlich besetzt. Wie so oft sind die skandinavischen Länder Vorreiter im experimentellen Handeln und setzen u.a. bereits auf Ansätze von Online-Jugendarbeit /streetwork.  

Findet sie ausreichend Berücksichtigung in Aus- und Fortbildung?

Wie beurteilen Sie die Forschungslage auf dem Gebiet der Medienkompetenz und ihrer Vermittlung? Welche Forschungsvorhaben wären Ihres Erachtens noch nötig, um Handlungsempfehlungen für die Medienkompetenzvermittlung abzuleiten?

Hierzu möchte ich auf die Ausführungen der Kollegin Kathrin Demmler vom JFF.de verweisen.

Zielgruppen und Schutzbedürfnisse: Kinder und Jugendliche, Eltern und Familien, "Silver Surfer"

Welche wissenschaftlichen Erkenntnisse gibt es über die Erfahrungen von Kindern und Jugendlichen mit Inhalten, von denen im Allgemeinen angenommen wird, dass diese für Minderjährige nicht zugänglich sein sollten?

Zu verweisen ist auf die aktuelle Eukids-Studie, die in Deutschland vom Hans-Bredow-Institut umgesetzt wurde http://www.eukidsonline.de/index_erweitert.html#meldung und auf die aktuelle JIM-Studie http://www.mpfs.de/index.php?id=11 Darüberhinaus verweise ich erneut auf´s JFF.de    

Welche Inhalte und Angebote im Internet übersteigen bei Kindern und Jugendlichen die Fähigkeit sich selbst zu schützen? Lässt sich dies auf einzelne Kategorien von Inhalten eingrenzen? Wie und in welcher Form kann dabei die Zusammenarbeit von Jugendschutz und Medienpädagogik verbessert werden?

Phishing - Seiten sowie Montagen und inszenierte Videoclips mit u.a. Darstellung verachtender und verherlichender Gewalt, harter Pornografie und extremistischer Forderungen übersteigen mitunter das Immun- und Abwehrsystem von Kindern und Jugendlichen. Verbote helfen nur wenn es ein Einsehen und Akzeptieren der getroffenen Maßnahmen gibt. Dem muss eine ethische Auseinandersetzung vorausgehen, die von Medienpädagogik als Bestandteil jugendschützerischer Intervention begleitet werden sollte.

Wie schätzen Sie die präventive Wirkung von Medienkompetenzvermittlung im Hinblick auf Mediensucht bei Kindern/Jugendlichen und Erwachsenen ein?

Exzessive Mediennutzung kann viele Gründe haben, sicherlich auch in Suchtbiografien. Wichtig wäre das Finden einer persönlichen Nutzungs-Balance medienpädagogisch zu begleiten. Dabei macht es Sinn, Vereinzelungen mit Teamangeboten (auch mit Computerspielen) zu begegnen.

Welche Verantwortung haben Medienanbieter gegenüber Nutzerinnen und Nutzern?

Anbieter sind Teil der Infrastruktur und haben allein aus Gründen der Stabilisierung eine Mitverantwortung fürs Ganze. Strafrechtlich relevante Vergehen sind entsprechend zu sanktionieren. Eine moralische Verantwortung in Angebot und Kommunkation ist in einem Ausgleich mit dem gesellschaftlichen Wertekontext zu bringen. Im ureigensten Interesse sollten sie Nutzerinnen und Nutzer als Teil ihrer Geschäftsgrundlage erkennen und so supporten. Das "Netz" rächt sich für Verachtung des NutzerInnen-Interesses.

Halten Sie die Trennung von redaktionellen Inhalten und Werbung insbesondere in digitalen Medien für ausreichend?

Ja. Mit Werbung überladene Angebote werden schnell von NutzerInnen abgelehnt bzw verfehlt die Werbung ihre erhoffte Wirkung.

Welche Art von Werberichtlinien sind für welche Alterszielgruppe sinnvoll?

Kinderseiten sollten ausdrücklich mit einem verstehbaren Hinweis auf vorhandene Werbung im Angebot versehen werden.

Wie bewerten Sie Micropayment und Abomodelle im Hinblick auf Kinder und Jugendliche?

Die Geschäftsfähigkeit-regelungen bzw. Taschengeld-Paragraphen halte ich für ausreichend. Alle notwendigen Bestätigungen sollten als opt-in - Verfahren ausgelegt sein.

Sind Nutzungsbedingungen von Medienangeboten ausreichend verständlich gehalten?

Nein. das ist aber besonders den ebenso nicht ausreichend verständlichen bzw. unklaren rechtlichen Bedingungen geschuldet. Bedingte Haftungsfragen werden so gerne den NutzerInnen aufgebürdet

Wenn Sie eine stärkere Verantwortung von Medienanbietern für nötig erachten, wie soll diese erreicht werden? Reichen hier Selbstverpflichtungen der Anbieter aus oder müsste so etwas gesetzlich festgeschrieben und sanktionierbar werden?

Selbstverpflichtungen und öffentlich angeprangerte Beurteilungen bei offensichtlichen Vergehen sollten ausreichen, da sie wirkungsvoller und unmittelbarer strafen als nicht öffentliche Ermahnungen oder Bußgeldbescheide.

Bei jedem neuen Medium hat es Versuche von einzelnen Gruppen gegeben, die Gesamtheit davon auszuschließen und das Medium nur auf einen exklusiven Kreis zu beschränken – so z.B. im Mittelalter, wo sich das Schrifttum eine Zeit lang nur auf Vertreter des Klerus beschränkt hat. Sind solche Tendenzen auch bei den internetbasierten Techniken erkennbar?

Einmal von Kindern und Jugendlichen abgesehen - welche Personengruppen sollten vorrangig Ziel von Medienkompetenzvermittlung sein und warum? Welche Erfahrungen bei der Medienkompetenzvermittlung gibt es mit verschiedenen Zielgruppen?

Instrumente digitalen Lernens

Neben dem Thema "Computerspiele" wären hier weiterhin viele Ideen und didaktische Entwürfe zu bearbeiten.

Welche Chancen bieten digitale Spiele sowie insbesondere Serious Games? Wie kann das im Spielerlebnis enthaltene Potential des Lernens ausgeschöpft werden? Welche Voraussetzungen müssen gute Spiele daher erfüllen, um sich erfolgreich beispielsweise in den schulischen Lernprozess oder beim eLearning einzufügen?

Strategie- und Team-Games können bestimmte Kompetenzen ausbilden. Eine Gilde bzw. einen Clan zu organisieren zeigt Management-Qualitäten. Serious Games können nur konkurrieren, wenn sie nicht als "chocolate covered broccoli" daherkommen. Ansätze, bekannte bzw. gespielte Spiele zur Medienkompetenz in einem besonderen pädagogischen Setting zu nutzen, betrachte ich zielführender. Gute Beispiele liefert hier die Initiative http://www.creative-gaming.eu Jugendonline diskutiert mit Partnern aus der Spieleindustrie eine Initiative mit dem Arbeitstitel watchyourgame, die Gamer im Umgang mit (Online-) Spielen und ihrem Zeitbudget sensibilisieren soll. Wichtig ist dabei, diedurchgehende Einbindung der Games-Szene in der Entwickung des Themas und der Initiative. Hierzu dient auch ein Gamescamp, das von einer Vielzahl (medien)pädagogischer Einrichtungen gestartet wurde und jugendliche Gamer in den Mittelpunkt eines Treffen im Barcamp-Format zu stellen, zu dem PädagogInnen nur die Infrastruktur und Service stellen und Gamer ihre Themen austauschen und an die Medienpädagogik rückmelden. Mehr dazu unter http://gamescamp.mixxt.info/  

Welche Komponenten der Medienkompetenz können durch Serious Gaming vermittelt werden? Wo besteht im Bereich des Serious Gaming noch Forschungsbedarf und welche Erkenntnisse beim Erfolg der Kompetenzvermittlung durch Serious Gaming können als gesichert angesehen werden?

Hier muss ich (leider) auf noch ausstehende wissenschaftliche Untersuchungen bzw . mögliche Erfahrungen und Evaluationsberichte der bpb.de verweisen.

Herausforderungen an Theorie, Praxis und Politik

Die vorliegende Verteilung der Fragen zeigt, dass noch mehr inhaltliche und didaktische Auseinandersetzungen notwendig sind. Die Herausforderung einer erneuerten Definition und Ausrichtung von Medienkompetenz und ihren Vermittlungswegen ist eine Aufgabe, die alle Beteilgten aus Theorie, Praxis und Politik als dringenden Auftrag intensiver aufnehmen müssen.

Literaturhinweise

Grundlagen-Papier :-) Grundbegriffe Medienpädagogik Jürgen Hüther / Bernd Schorb (Hrsg.) München 2010, 480 Seiten ISBN-10 3-86736-098-7 ISBN-13 978-3-86736-098-2 Grundbegriffe Medienpädagogik - Praxis Bernd Schorb / Günther Anfang / Kathrin Demmler (Hrsg.) München 2009, 320 Seiten ISBN-10 3-86736-099-5 ISBN-13 978-3-86736-099-9 Pädagogik der Navigation Selbstgesteuertes Lernen durch Neue Medien, oder: Von der Lernqual zum Lernspaß Franz Josef Röll München 2003, 400 Seiten 3-935686-51-X Web 2.0: Jugend online als pädagogische Herausforderung Jürgen Ertelt / Franz Josef Röll München 2008, 280 Seiten 3-86736-031-6 merz | medien + erziehung. Zeitschrift für Medienpädagogik http://www.merz-zeitschrift.de