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Wolfgang Borchert (1921-1947). Ein Autor der unmittelbaren Nachkriegsliteratur by Mind Map: Wolfgang Borchert (1921-1947). Ein
Autor der unmittelbaren
Nachkriegsliteratur
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Wolfgang Borchert (1921-1947). Ein Autor der unmittelbaren Nachkriegsliteratur

Biographisches

deutscher Schrifsteller geboren am 20. Mai 1921 in Hamburg Ausbildung im Buchhandel (dann abgebrochen) und als Schauspieler 1938 Veröffentlichung erster Gedichte 1940 Austritt aus der Kirche 1941 Schauspieler an der Landesbühne Osthannover in Lüneburg und im Oktober wurde Borchert zum Kriegsdienst in der Wehrmacht eingezogen (Russland) 1942 erster Gefängnisaufenthalt von 6 Wochen wegen staatsfeindlichen Äußerungen nach Entlassung erneuter Fronteinsatz (Fußerfrierungen und Anfälle von Gelbsucht und Fleckfieber) 1944 verurteilt zu 9 Monaten Gefängnis wegen Zersetzung der Wehrkraft (Verarbeitung im Prosastück „Die Hundeblume“) 1945 Fronteinsatz im Westen → Gefangennahme bei Frankfurt a. M. durch französische Truppen → Flucht während des Transports in die Gefangenschaft 1946 Aufenthalt in einem Hamburger Krankenhaus wegen Gelbsucht und Fieberanfällen im Herbst 1946 schreibt er in wenigen Tagen das Stück „Draußen vor der Tür“ am 13. Februar 1947 der NWDR sendet das Hörspiel „Draußen vor der Tür“ im April 1947 erscheint „Die Hundeblume“ am 20. November 1947 stirbt Borchert an seiner Lebererkrankung

Nachkriegsliteratur

spätere BRD

Gruppe 47, Kahlschlagliteratur, Trümmerliteratur

Innerlichkeit & Ästhetizismus, innere Emigration, Emigration nach innen

Literaturstreit, Thomas Mann, Walter von Molo, Frank Thies

spätere DDR

Kulturbund zur demokratischen Erneuerung Deutschlands

Merkmale einer Kurzgeschichte

Länge

Umfang ist nicht groß Kürze bringt Verdichtung auf das Wesentliche mit sich Kürze ist stilbildend

Raum & Figuren

man nimmt den Raum wahr, aber man konzentriert sich auf die Handlung Raum ist Geschehen untergeordnet Einheit des Ortes ist zumeist gewahrt, es wird also nicht hin und her gesprungen, nur in Rückblenden oder Träumen wenige Figuren in der Kurzgeschichte Figuren werden häufig typisiert, auf bestimme Eigenschaften reduziert z.B. auf Berufsbezeichnungen oder bestimmte Art des Aussehen, Sprechens etc. dabei wird häufig auch Verknappung vorgenommen, indem Gefühle ausgespart werden

Titel

Dingtitel - Das Brot Titel mit Orts-, Zeit- oder Situationsangaben - Der viele, viele Schnee Figurentitel (benannte oder unbenannte Figuren) - Jesus macht nicht mehr mit verrätselnde, problem- oder gleichnishafte, provozierende Titel - Mein bleicher Bruder

Anfang & Ende

es wird ein Ausschnitt eines Geschehens dargestellt, nicht das gesamte Geschehen daher meist offener Anfang und offener Schluss, wobei sowohl dem ersten als auch dem letzten Satz häufig eine besondere Bedeutung beigemessen wird drei Typen von Einstiegen: 1. der orientierend-situationsbeschreibende Einstieg führt knapp in das Geschehen ein und gibt dem Leser über knappe Kommentare eine Orientierung 2. der atmosphärische-symbolhafte Einstieg entwickelt eine gewisse Stimmung, die eine Erwartung beim Leser erzeugt 3. der unvermittelt-gesprächsoffene, provokative Einstieg gibt keinerlei Hilfen und erfordert hohe Konzentration beim Leser, um dem Geschehen zu folgen das Ende kann vorausdeutend sein (was geschieht sehr wahrscheinlich danach), es kann auf eine Pointe hinaus laufen oder es handelt sich um ein offenes Ende (was danach geschieht, bleibt vage) drei Typen von offenen Enden: 1. das schlusspunktartige Ende hat einen "lösenden" Schluss, der in einem Endzustand oder in einer Umkehrung des zuvor Gesagten münden kann 2. der symbolhaft-vorausdeutende Ausklang gibt eine klare Vorausdeutung, was danach geschieht, ohne es direkt auszusprechen 3. der problematisch-offene Schluss stellt die Ausweglosigkeit einer Situation dar oder macht eine ungewisse Vorausdeutung

Stoff & Stil

Alltagskrisen, Kriege und Konflikte Alltag wird durch Besonderes unterbrochen das Besondere bezieht sich auf die Figuren, das, was eigentlich alltäglich ist, wird für Figuren zu etwas Besonderem Wortwahl ist einfach und umgangssprachlich, aber bei aller Einfachheit hat alles einen tiefergehenden Hintergrund/Inhalt parataktischer Satzbau (gibt allerdings auch Ausnahmen) die Kürze und vermeintliche Einfachheit bietet viele Interpretationsmöglichkeiten für den Leser

Zeit & Struktur

die Strukturen sind sehr vielfältig und müssen für jede Kurzgeschichte untersucht werden chronologisches Erzählen, linear auf einer Zeitebene, die Ereignisse sind kausal verbunden - einfache Progression, Stationenreihe (durch verschiedene Phasen/Stationen gehend), Schlusspointe, zentrales Ereignis (im Mittelteil), Hängebrücke (stark herausgehobener Anfang und Schluss) nicht-chronologisches (rückwendendes) Erzählen - Retrogression (rückwärts vom Ende zum Anfang hin erzählt), zwischengeschobene Rückwendung (es gibt Rückblenden, die ins chronologisch Erzählte eingebettet werden), Rahmentechnik (es gibt mindestens eine Rahmen- u. eine Binnenhandlungsebene)

Erzähler

Erzähler ist meistens neutral oder personal auktoriale Erzähler sind, wenn sie auftreten, meist unwissend - damit wird die Aufgabe, Sinnzusammenhänge herzustellen, an den Leser weitergereicht Ich-Erzähler sind möglich

Ursprung

in der englischen „short story“, wobei dieser Begriff auch längere Prosa umfasst und daher nicht eins zu eins übertragen werden kann

Borcherts Texte

Krieg in der Kurzgeschichte

Mein bleicher Bruder Jesus macht nicht mehr mit Der viele viele Schnee

Nachkriegszeit in der Kurzgeschichte

Die drei dunklen Könige Nachts schlafen die Ratten doch Die Hundeblume

programmatische Texte

Generation ohne Abschied Das ist unser Manifest Eisenbahnen, nachmittags und nachts